PC-Komponenten

Test: Antec NX410 – Luftiger Midi-Tower mit kompakten Abmessungen

Die Firma Antec wurde 1986 in Kalifornien gegründet, hat seinen Hauptsitz aber mittlerweile in Taiwan. Seit den späten 1980ern fokussierte sich das Unternehmen überwiegend auf die Entwicklung und Herstellung von Computer-Netzteilen und Gehäusen. Besonders mit den Serien Three Hundred, Nine Hundred oder Twelve Hundred konnte sich der Hersteller in der Gaming Community einen Namen machen.
Anfang Februar hat der Hersteller mit dem NX410 einen neuen Midi-Tower vorgestellt. Dieser erinnert optisch ein wenig an kompakte Midi-Tower der Marktbegleiter, soll sich dafür aber mit besonderen Features vom Rest abheben. Zu nennen sind hier ein scharniergelagertes Seitenteil aus Tempered Glass, drei vorinstallierte ARGB-Lüfter und ein gutes Airflow-Potential durch viel Mesh. Außerdem bietet Antec das NX410 in einer schwarzen oder weißen Variante an. Ob sich der ca. 80 Euro (aktuell: € 176,35 *) teure Midi-Tower einer Empfehlung abholen kann, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Antec NX410
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 210 mm (B) x 485 mm (H) x 390 mm (T)
Gewicht: 5,10 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Weiß
Front-Anschlüsse 1x USB 3.0 Typ-A, 2x USB 2.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 2x 3,5″/ 2,5″ (intern)
3x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ATX, mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm oder 3x 140 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 2x 120 mm oder 2x 140 mm
Radiatoren: Front: 1x 360 mm oder 1x 280 mm oder 1x 240 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 1x 280 mm oder 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 168 mm
Max. Grafikkartenlänge: 335 mm
Max. Netzteillänge: 165 mm (mit HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement: 20 mm
Preis: € 176,35
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass, RGB-Lüfter

Lieferumfang

Antec verpackt das NX410 in einem schlichten Karton aus brauner Pappe. Auf die Seiten wurden in schwarzer Farbe ein Produktbild des Gehäuses, allgemeine technische Daten und die wichtigsten Features gedruckt. Im Inneren ist das Gehäuse von zwei Blöcken aus weichem Schaumstoff und einer Kunststoff-Folie umhüllt. Da der Tower lediglich 5,1 Kilogramm wiegt, sollte das als Schutz mehr als ausreichend sein. Das Zubehör befindet sich in einer kleinen Schachtel und wurde im HDD-Käfig untergebracht. Vorhanden sind alle wichtigen Schrauben, fünf schwarze Kabelbinder, einen MB-Speaker, vier weiße PCI-Slotblenden und eine Montageanleitung. Außerdem gehören zum Lieferumfang die drei vorinstallierten Gehäuselüfter mit RGB-Beleuchtung (1x 120 mm, 2x 140 mm) und zwei vorinstallierte Staubfilter.

Außeneindruck

Äußerlich gibt sich das NX410 schlicht und unaufgeregt. Das Frontpanel ist plan gestaltet und wurde aus Kunststoff gefertigt. Ein feines Meshgitter überspannt dabei den größten Teil der Front und soll einen hohen Airflow ermöglichen. Auf einen Staubfilter hat Antec hier aber leider komplett verzichtet. Der untere Bereich des Frontpanels besteht aus Kunststoff, ist aber vollständig geschlossen und wurde mit dem Hersteller-Logo bedruckt. Zieht man die Front ab, kommen dahinter Montageschienen für drei 120- oder drei 140-Millimeter-Lüfter zum Vorschein. Ab Werk verbaut Antec hier zwei 140er-Lüfter mit RGB-Beleuchtung.

Ähnlich geht es im Deckel weiter. Dieser besteht zum größten Teil aus einem großen Lüftungsgitter, welches Bohrungen für zwei 120- oder zwei 140-MIllimeter-Lüfter bietet. Außerdem hat Antec vor der Öffnung einen magnetischen Staubfilter platziert. Zuletzt findet man im vorderen Bereich der Deckelpartie noch das I/O-Panel. Dieses verfügt über zwei Taster (Power, Reset/LED), drei USB-Ports (1x USB 3.0, 2x USB 2.0) und jeweils eine Buchse für Kopfhörer bzw. Mikrofon. Gerade der einzelne USB 3.0-Port erscheint bei dieser Preisklasse aber doch eher dürftig.

Das linke Seitenteil besteht beim NX410 aus einem 2,9 Millimeter starkem Tempered Glass und ist am hinteren Ende auf zwei Scharnieren gelagert bzw. hält im vorderen Bereich über Magnete. Durch einen kleinen Griff aus Kunststoff lässt sich das Panel einfach öffnen und das Glas bleibt frei von Fingerabdrücken. Zuletzt kann man noch erwähnen, dass das Fenster nicht die komplett linke Seite überspannt. Stattdessen schließt es mit dem Meshpanel an der Front bündig ab. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl, ist 0,65 Millimeter stark und verfügt über eine Griffmulde. Die Befestigung am Korpus erfolgt über zwei weiße Rändelschrauben.

Am Heck und an der Unterseite gibt es keine großen Überraschungen. Der Midi-Tower steht auf vier einfachen Kunststofffüßen, die mit einer Schicht Gummi beklebt wurden, und vor dem Netzteil wurde eine herkömmliche Matte aus Mesh platziert. Über dem im Boden untergebrachten Netzteil bietet das NX410 sieben Erweiterungsslots, deren Blenden aber leider nicht wiederverwendbar sind. Ersatzblenden liegen dem Lieferumfang glücklicherweise bei. Ganz oben gibt es dann den dritten vormontierten RGB-Lüfter mit einer Rahmenbreite von 120 Millimetern.

Die Verarbeitung hinterlässt bei uns einen gemischten Eindruck. Die Lackierung ist zwar sauber und es gibt keine scharfen Kanten, dafür sind die Weißtöne der Lüfter, des Korpus, des Kunststoffs und der Meshgitter alle sichtbar unterschiedlich. Zudem ist das Gesamtgewicht mit 5,1 Kilogramm nicht gerade viel für einen Midi-Tower. Das deutet auf eine geringere Materialstärke hin.

Inneneindruck

Im Innenraum trifft man auf ein beliebtes und mittlerweile bewährtes Layout mit zwei Kammern. Die Unterteilung erfolgt somit in eine große Hauptkammer und eine kleinere Netzteilkammer im unteren Bereich. Die Hauptkammer ist sehr offen gestaltet und ermöglicht den Einbau von ATX-Mainboards bzw. langen Grafikkarten. Das Mainboard-Tray ist komplett plan gestaltet und verfügt insgesamt über sieben Öffnungen für das Kabelmanagement. Der Stahl des Trays hat eine Materialstärke von 0,5 Millimetern. Erwähnenswert ist außerdem noch, dass oberhalb des Mainboards 50 Millimeter Platz zum Deckel zur Verfügung steht.

Senkt man den Blick, lässt sich der Netzteiltunnel erkennen. Dieser verdeckt das Netzteil, sämtliche Kabel sowie den HDD-Käfig und lässt somit den Innenraum deutlich aufgeräumter erscheinen. Durch die perforierte Oberseite ist es zudem problemlos möglich, das Netzteil mit Lüfter nach oben zu verbauen. Zuletzt hat der Hersteller die Abdeckung auch noch mit zwei Kabelmanagement-Öffnungen ausgestattet und auch der obligatorische Ausschnitt für einen Frontradiator ist vorhanden.

Wenden wir uns nun der Rückseite des Mainboard-Trays zu. Insgesamt gibt es hier 20 Millimeter Platz für Kabel und zahlreiche Ösen zur Befestigung von Kabelbindern. Die Kabel des I/O-Panels und der Lüfter wurden von Antec bereits vorverlegt. Im unteren Bereich kann man einen Blick unter die Netzteilabdeckung wagen. In dieser Kammer wird das Netzteil untergebracht und ruht dabei auf vier Stahlpunkten, die zur Entkopplung mit Gummi beklebt wurden. Im linken Bereich hat Antec den HDD-Käfig platziert. Dieser kann bei Bedarf entfernt werden und schafft somit Raum für längere Netzteile.

Das Antec NX410 bietet insgesamt Platz für fünf Datenträger. So können direkt hinter dem Mainboard-Tray drei 2,5″-SSDs befestigt werden. Das erfolgt ein Mal mit einem Stahlrahmen und zwei Mal per Direktverschraubung am Tray. Letzteres verdeckt aber leider zwei der drei seitlichen Kabelmanagement-Öffnungen. Vor dem Netzteil bietet dann noch der übliche HDD-Käfig Raum zur Montage von zwei 3,5″-Festplatten oder einem 3,5″- und einem 2,5″-Datenträger. Auch hier gibt es wieder Unterschiede bei der Montage. Für die untere HDD steht ein Rahmen aus Kunststoff zur Verfügung. Die Montage im zweiten Slot erfolgt mittels Verschraubung.

Systembau im Antec NX410

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400  auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem Enermax ETS-F40 Silent Edition gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine  GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Trotz der, für einen Midi-Tower, recht kompakten Abmessungen, hat uns der Einbau und die Verkabelung des Testsystem keine Probleme bereitet. In der Netzteilkammer und hinter dem Mainboard-Tray gibt es genug Platz um wichtige Kabel zu verlegen oder überflüssige Kabel zu verstecken. Durch die teilweise vorinstallierten Abstandshalter und das Kabelmanagementsystem waren auch die Hauptkomponenten schnell verbaut und verkabelt. Das Gesamtergebnis wirkt sauber und ordentlich.

In Bezug auf die Hardwarekompatibilität muss sich das Antec NX410 nicht verstecken. So stehen für CPU-Kühler 168 Millimeter und für Grafikkarten 335 Millimeter zur Verfügung. Letzteres wird natürlich eingeschränkt, wenn man in der Front einen Radiator verbaut. Muss der HDD-Käfig verbaut bleiben, darf das Netzteil maximal 165 Millimeter lang sein. Ohne Käfig gibt es keine Begrenzung. Auch für Radiatoren gibt es ausreichend Platz. So kann man in der Front maximal einen 360-Millimeter- und im Deckel einen 280-Millimeter-Radiator platzieren.

Ab Werk kommt das Antec NX410 mit drei vorinstallierten ARGB-Lüftern. Bei der weißen Variante haben die Lüfter einen weißen Lüfterrahmen und einen milchigen Rotor mit neun Lüfterblättern. Etwa mau sind dagegen die Anschlussmöglichkeiten. Alle Lüfter verfügen nur über einen proprietären Anschluss, der in einem altmodischen Molex-Stecker endet. Eine Regulierung der Geschwindigkeit ist somit leider nicht möglich. Da die Lüfter aber durchaus aus dem System herauszuhören sind, dürfte das NX410 für Silent-Fans eher nichts sein.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Antec NX410 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm, 2x 140 mm auf 100%
CPU:  63 °C
GPU:  69 °C

Die maximalen Temperaturen sind in Ordnung und liegen auf einem Niveau, welches für einen Midi-Tower mit Mesh zu erwarten ist. Wie bereits erwähnt geht das aber aber auf Kosten der Lautstärke. Da sich die Lüfter nämlich nicht steuern lassen, ist ein hörbares Rauschen zu vernehmen.

Beleuchtungsoptionen im Antec NX410

Wie zu Beginn bereits erwähnt wurde, stattet Antec das NX410 mit drei RGB-Lüftern aus. Enttäuschend ist hier aber, dass die Ansteuerung nur über den Reset-Taster im I/O-Panel erfolgen kann. Anschlüsse zur direkten Anbindung an ein Mainboard sucht man leider vergebens. Das reduziert leider stark die Einsatzmöglichkeiten für diesen Midi-Tower. Abschließend noch ein paar Impressionen zur Beleuchtung.

Fazit zum Antex NX410

Kommen wir nun zum Fazit dieses Review. So wirklich überzeugen kann uns Antec mit dem NX410 nicht. Aber starten wir bei den guten Eigenschaften. Das NX410 ist trotz seiner kompakten Größe sehr geräumig und bietet viel Platz für Hardware. Außerdem weiß es durch drei vorinstallierte RGB-Lüfter und eine gute Kühlleistung zu überzeugen. Durch das scharniergelagerte Seitenteil lässt sich zudem ein Blick in den Innenraum wagen und die Optik der weißen Variante ist auf den ersten Blick sehr gut.

Schaut man aber genauer hin, ist die Optik gleichzeitig auch der erste Kritikpunkt. So konnten wir am NX410 insgesamt vier verschiedene Weißtöne (Stahl, Mesh, Kunststoff, Lüfter) feststellen. Außerdem wirkt der Rahmen am Tempered Glass als einziges schwarzes Element etwas fehl am Platz. Zu diesen optischen Aspekten gesellen sich als negative Punkte noch die Abwesenheit eines zweiten USB 3.0-Ports im I/O-Panel und die insgesamt grenzwertige Materialstärke. Zuletzt sind da dann noch die Lüfter. Im Jahre 2021 Lüfter einzubauen, die nur über einen Molex-Anschluss verfügen, ist in unseren Augen ein absolutes No-Go.

Insgesamt mag sich das jetzt nach Kritik auf einem sehr hohen Niveau anhören. Bedenkt man aber, dass die weiße Variante bereits € 176,35 * kostet, können wir für das Antec NX410 keine Kaufempfehlung aussprechen.

Antec NX410

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

79/100

Das Antec NX410 ist ein kompakter Midi-Tower und kann durch viel RGB und Airflow überzeugen. Nicht steuerbare Lüfter, die teils geringe Materialstärke und der im Vergleich hohe Kaufpreis verhindern aber eine Kaufempfehlung.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Anfang Februar hat der Hersteller mit dem NX410 einen neuen Midi-Tower vorgestellt. Dieser erinnert optisch ein wenig an kompakte Midi-Tower der Marktbegleiter, soll sich dafür aber mit besonderen Features vom Rest abheben. Zu nennen sind hier ein scharniergelagertes Seitenteil aus Tempered Glass, drei vorinstallierte ARGB-Lüfter und ein gutes Airflow-Potential durch viel Mesh. Außerdem bietet Antec das NX410 in einer schwarzen oder weißen Variante an. Ob sich der ca. 80 Euro (aktuell: € 82,68*) teure Midi-Tower einer Empfehlung abholen kann, erfahrt ihr in diesem Review.
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