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Cooler Master MasterBox Q500L Gehäuse im Test – ATX-Support mit einem schmalen Fußabdruck

Anfang 2018 hat Cooler Master eine neue Gehäuse-Serie präsentiert. Der erste Spross aus dieser Serie hört auf den Namen MasterBox Q300L und ist ein geräumiger Mini-Tower für µATX-Mainboards mit einem modularen Aufbau. Anfang April 2019 hat Cooler Master dann den größeren Bruder des Q300L vorgestellt. Dieser Tower trägt den Namen MasterBox Q500L und unterstützt sogar ATX-Mainboards, ohne dass die Abmessungen des Korpus vergrößert wurden. Dieser wurde nämlich vom Q300L übernommen und nur im Inneren etwas umstrukturiert. Die Cooler Master MasterBox Q500L wird nur in Schwarz angeboten und kostet € 50,99*.

Ob dieser Preis für die Cooler Master MasterBox Q500L gerechtfertigt ist und wie es sich im Allgemeinen schlägt, werden wir für euch in diesem Review herausfinden.

Technische Details

Modell: Cooler Master MasterBox Q500L
Gehäuse Typ: Midi-Tower
Abmessungen: 230 mm (B) x 381 mm (H) x 386 mm (T)
Gewicht: ca. 3,83 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Acryl
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x Lautsprecher, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 2x 3,5″ (intern) oder 4x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7
Formfaktoren: ATX, mATX, mini-ITX
Belüftung: Front: 1x 120 mm (abhängig von der Netzteillänge)
Heck: 1x 120 mm
Boden: 2x 120 mm
Deckel: 2x 120 mm oder 2x 140 mm
Radiatoren: Deckel: 1x 240 mm
Heck: 1x 120 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 160 mm
Max. Grafikkartenlänge: 360 mm (wenn Netzteil kürzer als 160 mm)
270 mm (wenn Netzteil länger als 160 mm)
Max. Netzteillänge: 180 mm
Platz für Kabelmanagement: 27 – 30 mm
Preis: € 50,99*
Besonderheiten: magnetische Staubfilter, Kabelmanagement, Seitenteil aus Acryl

Lieferumfang

Die Cooler Master MasterBox Q500L kommt gut und sicher verpackt in einem braunen Karton mit schwarzer Schrift und ist von normalem Styropor umhüllt. Die Seitenscheibe aus Plexiglas wurde zum Schutz vor Kratzern an der Außenseite mit einer Schutzfolie beklebt. Die Innenseite besitzt leider keine weitere Folie. Das mitgelieferte Zubehör wurde in einem durchsichtigen Plastikbeutel innerhalb des Gehäuses mit einem Kabelbinder befestigt. Dieser Beutel beinhaltet alle wichtigen Schrauben, zehn schwarze Kabelbinder und eine bebilderte Anleitung. Außerdem legt Cooler Master einen Schraubendreher-Aufsatz für die Abstandshalter und acht Kunststoff-Bolzen bei.

Zuletzt gehören zum Lieferumfang der bereits vorinstallierte Gehäuselüfter und die ebenfalls vormontierten Abstandshalter.

Außeneindruck

Äußerlich sind die Cooler Master MasterBox Q300L und die MasterBox Q500L kaum voneinander zu unterscheiden. Aber starten wir diese Review mit eine Betrachtung der Front. Diese zeichnet sich durch ein ansprechendes geometrisches Muster aus. Dieses Muster befindet sich jedoch nicht auf dem Stahlkorpus, sondern wurde auf den magnetischen Staubfilter gedruckt. Hinter dem Filter trifft man dann direkt auf den Stahlkorpus, der mit zahlreichen Bohrungen versehen wurde. Diese erlauben eine variable Platzierung von möglichen Lüftern bzw. der PSU-Halterung. Um das Verrutschen der Staubfiltermatte zu verhindern, hat Cooler Master an den Ecken kleine Gummipuffer angebracht.

Ein Sprung zur Deckelpartie zeigt einen identischen Aufbau wie in der Front. Der gelochte Stahl wird durch einen identischen Staubfilter verdeckt und durch die Gummi-Elemente an Ort und Stelle gehalten.Viel gibt es dann zum Deckel auch nicht mehr zu sagen.

Die linke Seite zeichnet sich durch ein großes Fenster aus Acryl aus. Die Befestigung erfolgt über vier flache Rändelschrauben aus Stahl. Außerdem hat der Hersteller die linke Gehäuse-Seite mit dem I/O-Panel ausgestattet. Vorhanden sind hier zwei USB 3.0-Anschlüsse, Ports für Mikrofon und Kopfhörer sowie zwei Buttons für Power und Reset. Das rechte Seitenteil ist komplett aus Stahl gefertigt und wird ebenfalls mit vier Rändelschrauben befestigt. Diese verfügen aber über einen Rand aus Gummi. Dieser soll es ermöglichen das Gehäuse, bei Bedarf, auch horizontal aufstellen zu können.

Bei der Betrachtung der Unterseite kam es zu einer ersten Enttäuschung. Diese wurde zwar auch mit einem Staubfilter ausgestattet, im Gegensatz zu den anderen Staubfiltern ist dieser aber leider nicht magnetisch. Stattdessen werden zur Arretierung viele kleine Gummielemente verwendet. Im Vergleich zu den anderen Staubfiltern gestaltet sich ein Ausbau hier also viel komplizierter. Auch bei den Füßen hat der Hersteller leider etwas gespart. Diese sind aus einem leicht weichen Kunststoff gefertigt und nicht gerade hoch. Werden im Boden Lüfter verbaut, sollte das Case nicht auf einen Teppich gestellt werden.

Unterseite

An der Rückseite der Q500L wird es etwas außergewöhnlich. Zu erkennen sind sieben Slots für Erweiterungskarten, der Montageplatz für den vorinstallierten Gehäuselüfter und der Stecker für das Kaltgeräte-Kabel. Was jedoch fehlt, ist der Platz für das Netzteil. Dieses wird nämlich beim Q500L anders als üblich verbaut. Wo das ist, seht ihr im nächsten Kapitel. Eine Anmerkung möchten wir hier aber noch zur Lüfteröffnung des Hecklüfters machen. Diese wirkt auf den ersten Blick recht restriktiv und verdeckt besonders die äußeren Bereiche des Lüfters.

Wer nun ganz genau aufgepasst hat, dem wird aufgefallen sein, dass Front, Deckel und Unterseite vollkommen identisch aufgebaut sind. Zusammen mit dem modularen I/O-Panel und dem symmetrischen Acryl-Fenster kann das Gehäuse also sowohl links als auch rechts auf dem Schreibtisch aufgebaut werden.

Lackierung und Verarbeitungsqualität und Verarbeitungsqualität sind OK aber nicht wirklich herausragend. Gerade die drei Lochgitter der Front, des Deckels und der Unterseite lassen sich recht leicht eindrücken. Auch das Stahl-Seitenteil könnte etwas mehr Stabilität besitzen. Aufgrund des geringen Gewichts von 3,8 kg lässt sich sehr einfach darauf schließen, dass Cooler Master bei der Konstruktion Material eingespart hat. Schade!

Inneneindruck

Der Innenraum der Cooler Master MasterBox Q500L ist sehr offen gestaltet und ist eine riesige Kammer. Wie üblich finden in dieser Kammer das Mainboard und die Erweiterungskarten Platz. Um die Komponenten auch ordentlich verkabeln zu können, wurde das Mainboard-Tray zudem mit mehreren Kabelmanagement-Öffnungen ausgestattet.

Das alles entspricht dem Standard und macht das Q500L nicht einzigartig. Was diesen Midi-Tower aber besonders macht und der Grund für das geringe Gesamtvolumen ist, ist die Montageposition des Netzteils. Diese befindet rechts neben dem Mainboard und wird über einen modularen Rahmen realisiert. Die Kabel können über eine Kabeldurchführung auf die Rückseite des Mainboards-Trays geführt werden.

Neben dem vorinstallierten Lüfter im Heck können im Boden und im Deckel jeweils zwei Lüfter mit einer Rahmenbreite von 120 mm oder 140 mm verbaut werden. Je nach Netzteil kann auch in der Front noch ein 92 mm- oder 120 mm-Lüfter verbaut werden.

Nun wenden wir uns einmal der Rückseite zu. Hinter dem Mainboard-Tray bietet das Q500L bis zu 30 mm Platz für Kabel. Zusammen mit den Laschen für Kabelbinder sollte somit ein ordentliches Kabelmanagement möglich sein. Außerdem befinden sich sämtliche Halterahmen für Datenträger auf der Rückseite. Unterstützt werden auf den zwei Stahl-Rahmen jeweils eine 3,5″-HDD oder zwei 2,5″-SSDs. Das sind zwar nicht außergewöhnlich viele Möglichkeiten, sollte aber für einen normalen Gaming-PC aber ausreichend sein.

Die Lackierung im Inneraum geht in Ordnung. Zudem gibt es keine scharfen Kanten an den man sich schneiden könnte. Wie aber auch im äußeren Bereich, könnte die Materialdicke stellenweise durchaus höher sein.

Systembau in der Cooler Master MasterBox Q500L

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400* auf einem MSI B350 PC Mate* mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666*. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabte AORUS* zuständig. Die Stromversorgung erledigt das nichtmodulare be quiet! Pure Power mit 400W. Um die Verkabelung optisch noch etwas aufzuwerten, wurden zudem einzeln gesleevte Kabelverlängerungen von Phanteks verwendet.

Durch den außergewöhnlichen Aufbau des Innenraums gibt es vor Beginn der Montage einen wichtigen Punkt zu beachten. Bevor das Mainboard eingebaut werden kann, muss der Netzteil-Rahmen erst ausgebaut, mit dem PSU bestückt und wieder eingebaut werden. Anschließend kann auch das Mainboard den Weg in das Gehäuse finden. Hält man sich nicht an diese Reihenfolge, wird man das Netzteil nicht mehr montiert bekommen.

Montage Netzteil

Ansonsten gab es keine Probleme beim Einbau der Komponenten. Die Abstandshalter sind vormontiert, die PCI-Slotblenden sind wiederverwendbar und können einfach abgeschraubt werden. Besonders beeindruckend ist aber der Platz hinter dem Mainboard-Tray. Die 30 mm Platz ermöglichen trotz der Kabelverlängerungen eine unkomplizierte Verkabelung und ein sauberes Endergebnis. Auch die Kabelöffnungen sind ausreichend dimensioniert und sinnvoll platziert.

Wo man etwas Bedacht walten lassen muss, ist bei der Auswahl der Hardware. Das Q500L unterstützt zwar CPU-Kühler bis zu einer Höhe von 160 mm und Grafikkarten mit einer Länge von bis zu 360 mm, letzteres gilt aber nur, wenn das Netzteil eine Länge von 160 mm nicht überschreitet. Das hier verwendete Pure Power 10 ist 150 mm lang und hat zusammen mit der 280 mm langen GTX 1060 keine Probleme verursacht.

Die Montage der Festplatten benötigt zwar einen Schraubendreher, gestaltet sich ansonsten aber sehr simpel. Beide Halteplatten sind mit einer Rändelschraube mit dem Korpus verbunden. Zur Befestigung der HDDs oder SSDs werden diese Platten abgenommen und die Datenträger werden mit normalen Schrauben wieder daran befestigt.

montierte Festplatten

Cooler Master stattet das Q500L ab Werk mit einem Lüfter aus. Dieser verfügt über ein schwarzes Anschlusskabel und dreht mit maximal 1200 rpm. Dabei befördert er zwar einiges an Luft, ist aber auch deutlich hörbar. Die in Kapitel 3 schon angesprochene Lüfteröffnung scheint sich zudem wirklich als eine Fehlkonstruktion zu erweisen. Denn obwohl der Lüfter mit vollen 1200 rpm dreht, wird im eingebauten Zustand verhältnismäßig wenig Luft bewegt. Das konnten wir auch während des Belastungstests feststellen.

Dazu wurde bei einer Raumtemperatur von 18,5 °C 15 Minuten lang Prime95 und Furmark ausgeführt und mit dem CPUID HWMonitor anschließend die Temperatur von Prozessor und Grafikkarte ermittelt. Neben der Standard-Konfiguration wurde auch ein Test mit zwei anderen Lüftern (Fractal Design Venturi HF-12) durchgeführt. Ein Lüfter wurde im Heck verbaut, der andere in der Front unter dem Netzteil.

Lüftergeschwindigkeit
Temperatur
CPU: 100%
Gehäuse: 100% (Cooler Master)
CPU: 69 °C
GPU: 67 °C
CPU: 100%
Gehäuse: 100% (2x Fractal Design Venturi HF-12)
CPU: 62 °C
GPU: 67 °C
CPU: 100%
Gehäuse: 50% (2x Fractal Design Venturi HF-12)
CPU: 71 °C
GPU: 69 °C

Nach Abschluss der Messungen fällt auf, dass gerade die CPU-Temperatur durch einen Lüfter in der Front merkbar sinkt. Dazu mussten beide Lüfter aber auf vollen Touren laufen. Das hat wiederrum zu einer höheren Geräuschkulisse geführt. Reduziert man die Umdrehungszahl, steigen auch wieder die Temperaturen etwas an. Insgesamt wirkt es so, als wenn die Perforationen in der Front umd im Deckel zu restritiv sind.

Fazit zur Cooler Master MasterBox Q500L

Können wir die Coolermaster MasterBox Q500L nach Abschluss dieses Reviews also empfehlen? Auf diese Frage lässt sich leider keine eindeutige Antwort geben. Die MasterBox Q500L ist ein kompakter aber dennoch geräumiger Midi-Tower, der trotz des schmalen Fußabdrucks ATX-Mainboards und weitere High-End-Komponenten unterstützt. Auch das Kabelmanagement ist durch die geringe Größe nicht eingeschränkt. Was uns nicht so gut gefallen hat sind das etwas in die Jahre gekommene Seitenfenster aus einfachem Acryl und der unpraktische Staubfilter an der Unterseite. Auch die Materialqualität ist stellenweise eher mit einem 30-Euro-Gehäuse vergleichbar. Zuletzt ist da noch der eher mäßige Airflow zu nennen. Wer annehmbare Temperaturen haben möchte, der muss einiges an Zeit in die richtige Lüfteranordnung investieren.

Sucht man ein Gehäuse das ATX-Support mit einem schmalen Fußabdruck verbindet, könnte die Cooler Master MasterBox Q500L ein möglicher Kandidat sein. Besitzer von High-End-Hardware sollten aber lieber zu einem Case mit besserem Airflow greifen.

Cooler Master MasterBox Q500L

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

ATX-Gehäuse mit einem schmalen Fußabdruck aber einem schlechten Airflow.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Anfang 2018 hat Cooler Master eine neue Gehäuse-Serie präsentiert. Der erste Spross aus dieser Serie hört auf den Namen MasterBox Q300L und ist ein geräumiger Mini-Tower für µATX-Mainboards mit einem modularen Aufbau. Anfang April 2019 hat Cooler Master dann den größeren Bruder des Q300L vorgestellt. Dieser Tower trägt den Namen MasterBox Q500L und unterstützt sogar ATX-Mainboards, ohne dass die Abmessungen des Korpus vergrößert wurden. Dieser wurde nämlich vom Q300L übernommen und nur im Inneren etwas umstrukturiert. Die Cooler Master MasterBox Q500L wird nur in Schwarz angeboten und kostet € 49,99.
Ob dieser Preis für die Cooler Master MasterBox Q500L gerechtfertigt ist und wie es sich im Allgemeinen schlägt, werden wir für euch in diesem Review herausfinden.
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Cooler Master MasterBox Q500L

Gehäuse Typ:
Midi-Tower

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