PC-Komponenten

Deepcool AS500 – Überzeugender CPU-Kühler ohne große Makel

Hinter dem Namen Deepcool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde Deepcool 1996 in Beijing, China. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Vor etwa drei Monaten haben wir bereits den Deepcool Assassin III getestet. Dieser CPU-Kühler bringt eine zwar eine brachiale Leistung, ist aber sehr wuchtig und damit für viele Gehäuse ungeeignet. Hier kommt nun der im Oktober vorgestellte Deepcool AS500 ins Spiel.

Der Deepcool ist ein schmaler Tower-Kühler mit 140-Millimeter-Lüfter und schicken RGB-Effekten. Trotz der geringeren Abmessungen soll der ca. 1 Kilogramm schwere AS500 dennoch eine hohe Kühlleistung bieten und ist kompatibel zu allen aktuellen Sockeln außer TR4. Abgerundet werden soll das Gesamtpaket durch eine schicke Optik, die durch vernickelte Heatpipes und Lamellen sowie eine digital-addressierbare RGB-Beleuchtung erreicht werden soll. Ob der knapp 70 Euro (aktuell: € 69,54 *) teure Deepcool AS500 wirklich ein so guter Kühler ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Kühler-Spezifikationen

Maße (mit Lüfter) 142 x 164 x 98 mm (B x H x T)
Gewicht (mit Lüfter) 1030 g
Material Kupfer (Bodenplatte, Heatpipes, vernickelt), Aluminium (Kühlrippen)
Heatpipes 5x Ø 6 mm
Kühlleistung N/A
Kompatibilität AMD AM2(+), AM3(+), AM4, FM1, FM2(+) (Backplate erforderlich)
Kompatibilität Intel LGA2066, LGA2011-0 & LGA2011-3 (Square ILM), LGA1200, LGA115x, LGA775
Preis € 69,54 *
Besonderheiten Addressable-RGB-Cover

Lüfter-Spezifikationen

Lüfter-Bezeichnung Deepcool TF140S
Lagertyp Fluid Dynamic Bearing
Abmessungen 140 x 140 x 25 mm
Geschwindigkeit 500 – 1.200 U/min
Lautstärke 29,2 dB(A)
Fördervolumen 120.30 m³/h
Luftdruck 1,14 mmH²O

Verpackung & Lieferumfang

Der Deepcool AS500 kommt in einem großen Pappkarton, der mit den markanten Farben des Herstellers in Grau und Türkis bedruckt wurde. Außerdem finden sich auf dem Karton ein Produktbild des Kühlers, wichtige Features, eine technische Zeichnung und alle relevanten technischen Daten über den AS500.

Öffnet man den Deckel des Kartons, wird man direkt von einer braunen Schachtel begrüßt. Diese beinhaltet das gesamte Montagezubehör (Schrauben, Backplate, Abstandshalter, Bügel, Wärmeleitpaste), eine Einbauanleitung, ein Bügelpaar für einen weiteren Lüfter und zwei verschiedene Kabel für das RGB-Element. Unterhalb der Schachtel versteckt sich die erste Form aus weichem Schaumstoff.  Insgesamt ist der AS500 im Inneren der Verpackung von zwei solcher Schaumstoff-Formen umhüllt und der 140-Millimeter-Lüfter wurde vormontiert. Die Verpackung wirkt sehr durchdacht und sollte den CPU-Kühler optimal vor Beschädigungen schützen.

Design & Verarbeitung

Der Kühlkörper besteht beim AS500 aus einem massiven Kühlturm mit insgesamt 56 Aluminium-Lamellen. Der Turm ist symmetrisch über dem Sockel platziert und ist kaum breiter als die Basis selbst. Dadurch soll eine große Kompatibilität zu hohen RAM-Kühlern erzielt werden. Aufgenommen wird die Wärme der CPU durch eine vernickelte Bodenplatte aus Kupfer und an die insgesamt fünf Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern abgeleitet. Um eine bessere Optik zu erzielen, wurden auch die Heatpipes vernickelt. Abgeschlossen wird der Kühlkörper durch eine schwarze Kunststoffkappe, unter der sich ringsherum ein milchiger Rand befindet. Die meisten können es jetzt wahrscheinlich schon ahnen, hierbei handelt es sich um ein RGB-Element mit digital adressierbaren LEDs. Das Anschlusskabel läuft in einem kleinen Kanal hinter dem Lüfter nach unten und stört somit nicht unnötig den Airflow.

Der mitgelieferte Lüfter vom Typ TF140S aus dem eigenen Hause hat eine Rahmenbreite von 140 Millimetern und wurde relativ schlicht gestaltet. Rahmen und Lüfterblätter sind schwarz gehalten und wurden mit einem dezenten Muster aus Dreiecken versehen. Durch gummierte Ecken soll die Übertragung von Schwingungen auf den Kühlkörper verhindert werden. Einzigartig ist beim TF140S jedoch die Gestaltung der neun Lüfterblätter. Diese wurden am hinteren Ende mit einem Spoiler ausgestattet und sollen dadurch eine höhere Förderleistung aufweisen. Der Anschluss des Lüfters erfolgt über ein schwarzes 4-Pin-PWM-Kabel.

Vollständig montiert, wiegt der Deepcool AS500 trotz seiner geringen Tiefe von 98 Millimetern ca. 1 Kilogramm. Das ist ein ordentlicher Wert, der uns für die folgenden Belastungstests optimistisch stimmt. In Bezug auf Verpackung, Verarbeitungsqualität und das Design, kann uns der AS500 schon mal überzeugen.

Montage

Für das Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Abhängig vom Sockel setzt Deepcool bei der Montage des AS500 entweder auf eine separate Backplate aus Metall (Intel) oder auf das bereits vorhandene Retentionmodul (AMD). Bei unserem AM4-System mussten zu Beginn also erstmal die zwei Halteklammern des Retention-Moduls entfernt werden. Die Backplate bleibt hingegen hinter dem Mainboard und wird dann mit mir vier Abstandshaltern aus Metall auf der Vorderseite festgeschraubt.

Diese Anstandshalter dienen als Montagepunkte für zwei Haltebügel, die mit insgesamt vier Rändelschrauben angezogen werden. Nachdem man nun noch die Wärmeleitpaste aufgetragen hat, kann der AS500 auch schon auf die CPU gesetzt und verschraubt werden. Die Schrauben am Sockel sind federgelagert und dürften somit für einen optimalen und gleichmäßigen Anpressdruck sorgen.

Im letzten Schritt muss dann nur noch der Lüfter mit Hilfe der Drahtbügel an den Kühlkörper geklippst werden. Auch mit montiertem Lüfter überragt der Deepcool AS500 nicht mal den ersten RAM-Slot auf unserem ATX-Mainboard. Was dem AS500 in der Tiefe fehlt, holt er in der Breite wieder heraus. Besitzt man ein Mainboard mit einem PCIe-16x-Slot an erster Stelle, könnte der AS500 mit der Backplate einer Grafikkarte möglicherweise in Berührung kommen.

Die Montage des Deepcool AS500 ist durchdacht und war schnell erledigt. Durch die sinnvoll gestaltete Anleitung dürften auch Anfänger diesen Tower-Kühler ohne große Probleme montiert bekommen. Der AS500 kann also auch bei der Montage punkten.

Lautstärke und Kühlleistung

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft auf 3.8 GHz bei 1,25V. Um den Prozessor aufzuheizen, wurde dieser 15 Minuten mit Prime95 belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen und die Raumtemperatur lag während der Messungen bei ca. 21 °C.

Kühler Betriebsszenario RPM Temperatur
AMD Wraith Stealth 50% PWM 1600 rpm 102 °C (Absturz)
AMD Wraith Stealth 100% PWM 2650 rpm 86 °C
Enermax ETS-F40-FS 50% PWM 825 rpm 57 °C
Enermax ETS-F40-FS 100% PWM 1300 rpm 55 °C
Deepcool AS500 50% PWM 700 rpm 55 °C
Deepcool AS500 100% PWM 1150 rpm 53 °C

Im Vergleich zum Enermax ETS-F40-FS kann sich der Deepcool AS500 temperaturtechnisch nochmal etwas absetzen und bleibt, subjektiv gesehen, dabei auch noch leiser. Die Lautstärke können wir zu keinem Zeitpunkt als unangenehm beschreiben. Durch die Beigabe eines weiteren Paars von Lüfterklammern, könnte die Kühlleistung nochmal verbessert werden. Selbst CPUs mit höherer TDP dürften für den Deepcool AS500 somit kein Problem darstellen.

Beleuchtungsoptionen des Deepcool AS500

In der heutigen Zeit ist ein CPU-Kühler ohne RGB-Effekte nur noch ein halber Kühler. Deshalb hat sich Deepcool dazu entschieden den AS500 mit einem RGB-Element im Deckel auszustatten. Das Element besteht aus einer schwarzen Kunststoff-Kappe und einem darunterliegenden Bauteil aus milchigem Kunststoff. Das entsprechende Kabel läuft hinter dem Lüfter in Richtung der Bodenplatte nach unten und besitzt einen proprietären Anschluss. Dem Lieferumfang liegen glücklicherweise gleich zwei Kabel bei. Eines dieser Anschlusskabel endet mit einem gewöhnlichen 5V-3Pin-ARGB-Stecker für den direkten Anschluss am Mainboard. Der zweite Adapter besitzt eine integrierte Steuereinheit und endet in einem SATA-Stecker. Damit kann die Beleuchtung auch betrieben werden, wenn das Mainboard nicht über die korrekten Anschlüsse verfügt. Zum Abschluss noch ein paar Impressionen der Beleuchtung.

Fazit zum Deepcool AS500

Nun sind wir auch schon wieder am Ende des Reviews angekommen. Der Hersteller Deepcool hat mit dem AS500 einen sehr interessanten CPU-Kühler geschaffen. Während unseres Reviews sind uns keine wirklichen Kritikpunkte aufgefallen. Der AS500 kommt in einer ordentlichen Verpackung, besitzt ausreichend Zubehör und ist sehr sauber verarbeitet. Durch die vernickelten Bauteile und die dezente RGB-Beleuchtung ist er zudem ein echter Hingucker in jedem Gehäuse mit Sichtfenster. Auch die Montage ist durchdacht und simpel gestaltet. Alle Bauteile sind hochwertig verarbeitet und aus Metall. Zuletzt ist hier dann noch die Kühlleistung. Trotz der geringen Tiefe kann der AS500 unser Testsystem sehr gut kühlen und unterstützt gleichzeitig hohe Heatspreader auf den RAM-Modulen.

Natürlich bezahlt man für den AS500 auch einen gewissen Aufpreis und er ist mit € 69,54 * nicht gerade günstig. Dafür ist er aber ca. 20€ günstiger als der Assassin III und bietet eine ähnlich, wenngleich auch eine etwas schlechtere Kühlleistung. Einziger Wermutstropfen ist die Höhe von 164 Millimetern. Damit passt der Kühler natürlich nicht in alle Gehäuse. Insgesamt ist der Deepcool AS00 sein Geld aber absolut wert und bekommt eine klare Kaufempfehlung.

Deepcool AS500

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

95/100

Der Deepcool AS500 ist ein leistungsstarker CPU-Kühler mit einem sehr guten Montagesystem, schicken RGB-Effekten und einer hochwertige Verarbeitung. Einziger Wermutstropfen könnten der höhere Preis und die Bauhöhe sein. Trotzdem ist Deepcool AS500 sein Geld absolut wert.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Hinter dem Namen Deepcool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde Deepcool 1996 in Beijing, China. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Vor etwa drei Monaten haben wir bereits den Deepcool Assassin III getestet. Dieser CPU-Kühler bringt eine zwar eine brachiale Leistung, ist aber sehr wuchtig und damit für viele Gehäuse ungeeignet. Hier kommt nun der im Oktober vorgestellte Deepcool AS500 ins Spiel.
Der Deepcool ist ein schmaler Tower-Kühler mit 140-Millimeter-Lüfter und schicken RGB-Effekten. Trotz der geringeren Abmessungen soll der ca. 1 Kilogramm schwere AS500 dennoch eine hohe Kühlleistung bieten und ist kompatibel zu allen aktuellen Sockeln außer TR4. Abgerundet werden soll das Gesamtpaket durch eine schicke Optik, die durch vernickelte Heatpipes und Lamellen sowie eine digital-addressierbare...

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