PC-Komponenten

Inter-Tech IM-1 Pocket – Klein aber oho?!

Die Inter-Tech Elektronik Handels GmbH ist eine in Deutschland ansässige Firma und wurde 1996 gegründet. Seitdem liegt der Hauptfokus auf einem europaweiten Vertrieb von OEM- und Retail-Hardware für PC-Systeme. Ursprünglich gehörten überwiegend PC-Gehäuse und Netzteile zum Portfolio. Dieses wurde aber mittlerweile um zahlreiche weitere Sparten (Lüfter, Peripherie, Festplattengehäuse, etc.) erweitert. Im Juni 2021 hat Inter-Tech einige neue Produkte ins Portfolio mit aufgenommen. Dazu gehört unter anderem das Gehäuse Inter-Tech IM-1 Pocket.

Wie man am Namen eventuell schon erahnen kann, ist das IM-1 Pocket ein kleines und kompaktes Gehäuse mit Support für µATX- und ITX-Mainboards und viel Platz für weitere Hardware. Durch seinen modularen Aufbau erlaubt es außerdem zwei verschiedene Layouts mit horizontaler oder vertikaler Grafikkarte sowie einen invertierten Aufbau. Zu einem Preis von lediglich knapp 60 Euro (aktuell: € 77,60*) könnte das IM-1 somit ein guter und günstiger Einstieg in die Welt der kompakten Gehäuse sein. Ob das wirklich der Fall ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Inter-Tech IM-1 Pocket
Gehäuse Typ: ITX
Abmessungen: 185 mm (B) x 303 mm (H) x 391 mm (T)
Gewicht: 5,12 kg
Material: Stahl, Kunststoff
Farbe: Gunmetal Grey
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: max. 5x 3,5″ (intern)
max. 7x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 4x horizontal, 2x vertikal
Formfaktoren: µATX, ITX
Belüftung: Rückseite: 1x 80 mm
Deckel: 2x 120 mm
Boden: 2x 120 mm
Seitenteil: 2x 120/ 140 mm
Radiatoren: Seitenteil: max. 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 155 mm (ohne seitliches Lüfterblech, Grafikkarte horizontal)
88 mm (Grafikkarte vertikal)
Max. Grafikkartenlänge: 335 mm (mit SFX-Netzteil)
245 mm (mit ATX-Netzteil)
Max. Grafikkartenhöhe: 4-Slots (Grafikkarte horizontal)
3-Slots (Grafikkarte vertikal, ohne seitliches Lüfterblech)
Max. Netzteillänge: 140 mm
Preis: € 77,60*
Besonderheiten: Staubfilter, flexibles Layout

Lieferumfang

Inter-Tech verpackt das IM-1 Pocket in einem schlichten Karton aus brauner Pappe. Auf dem Karton wurden in schwarzer Farbe alle wichtigen technischen Daten, eine schematische Zeichnung und die wichtigsten Features aufgedruckt. Innerhalb der Verpackung hat Inter-Tech das IM-1 in zwei Blöcke aus weichem Schaumstoff und in eine Schutzhülle aus Faserstoff gehüllt. Das Montagezubehör befindet sich in einer praktischen Box aus Kunststoff und wurde in einer Nische des Schaumstoff-Blocks platziert. Die Box ist wiederverschließbar und wurde praktischerweise mit dem Einsatzzweck der jeweiligen Schrauben beschriftet. Außerdem gehören zum Lieferumfang vier magnetische Staubfilter sowie eine ausführliche und bebilderte Montageanleitung.

Außeneindruck

Inter-Tech setzt bei der äußeren Gestaltung des IM-1 Pocket auf eine zurückhaltende sowie zeitlose Optik und verzichtet deshalb auf Tempered Glass, RGB oder sonstige auffällige Gestaltungsmerkmale. So besteht die Front vollständig aus Stahl und wurde in einem sehr dunklen Grau lackiert. Seitlich lassen sich zudem einige Belüftungsöffnungen entdecken. Mit einem kräftigen Ruck kann das Frontpanel abgezogen werden und offenbart dahinter zwei Montageplätze für 2,5″-HDDs oder alternative Montagepunkte für den SFX-Netzteilrahmen.

Hebt man den Blick und betrachtet die Deckelpartie, so kann man schnell ein Stahlpanel mit Belüftungsöffnungen erkennen. Möchte man dieses Panel entfernen, um zum Beispiel zwei Lüfter am darunterliegenden Deckelrahmen zu befestigen, muss am hinteren Ende lediglich eine Rändelschraube entfernt werden. Auch der Lüfterrahmen/ HDD-Rahmen kann nach einer Demontage von vier Schrauben ausgebaut werden. Zuletzt findet man im vorderen Deckelbereich noch das I/O-Panel. Vorhanden sind hier zwei Taster für Power und Reset, zwei USB 3.0 Ports mit Typ-A-Anschluss sowie zwei Anschlüsse für Kopfhörer bzw. Mikrofon.

Wie die Front, bestehen auch beide Seitenteile vollständig aus Stahl und verfügen, zur besseren Belüftung der Komponenten im Inneren, über großflächige Belüftungsöffnungen, hinter denen sich jeweils ein magnetischer Staubfilter befindet. Besonders interessant beim IM-1 ist jedoch die werkzeuglose Demontage der Seitenteile. Realisiert wurde das über Stahl-Pins an den Panels und Kunststoff-Klammern am Korpus, in welche die Stahl-Pins hineingedrückt werden bzw. einrasten. Dieser Mechanismus kommt in der Front, am Deckel, im Boden und bei den Seitenteilen zum Einsatz

Wirft man einen Blick auf die Rückseite, kann man erkennen, dass das IM-1 Pocket grundsätzlich zwei unterschiedliche Layouts unterstützt. So sieht man im unteren Bereich vier wiederverwendbare PCI-Slotblenden mit horizontaler Orientierung und darüber den Ausschnitt für das I/O-Shield des Mainboard sowie einen Montagepunkt für einen 80-Millimeter-Lüfter. An dieser Stelle hat Inter-Tech allerdings gleichzeitig auch zwei vertikale PCI-Slotblenden verbaut. Das zum Betrieb benötigte PCIe-Riser-Kabel liegt dem Lieferumfang allerdings nicht bei.

Wie der Deckel, besteht auch das Bodenelement aus solidem Stahl und wurde mit vier stabilen Kunststofffüßen und einer Perforation ausgestattet. Die Gehäusefüße wurden Silber lackiert und mit einer Schicht Gummi zu Vibrationsminderung beklebt. Analog zum Deckel bzw. den Seitenteilen setzt der Hersteller auch am Boden auf die Push-Pins und ermöglicht damit eine sehr einfach Demontage der Stahlplatte. Neben einem magnetischen Staubfilter ist an dieser Stelle zudem noch der Montagerahmen für Lüfter oder Datenträger erwähnenswert.

Bedenkt man den Preis des IM-1 Pocket, sind wir bis jetzt sehr beeindruckt. Alle Bauteile sind gut verarbeitet und die hohe Flexibilität dieses kleinen Towers gefällt uns außerordentlich gut. Der Einsatz von Push-Pins zur Montage fast aller äußeren Gehäuseteile ist zudem ein Feature, welche selbst teurere ITX-Gehäuse teilweise nicht bieten können. Da alle gegenüberliegenden Elemente gleich aufgebaut sind, kann das Mainboard im IM-1 auch invertiert verbaut werden.

Inneneindruck

Entfernt man alle äußeren Bauteile, bleibt grundsätzlich nur noch ein stabiler Stahlrahmen, der fast von jeder Seite problemlos Zugriff auf den Innenraum gewährt. Dieser besteht aus einer großen Hauptkammer in der gleichzeitig das Mainboard, ein Netzteil und eine Grafikkarte untergebracht werden können. Das Mainboard kann dabei sowohl ITX- als auch dem µATX-Format entsprechen und wird im linken Bereich montiert. Vor der Hauptkammer befindet sich ab Werk ein dritter Montagerahmen, der zur Montage von Lüftern oder Festplatten genutzt werden kann.

Im vorderen Bereich gibt es Platz für das Netzteil. Verwendet man ein SFX-Netzteil kann dieses an zwei verschiedenen Positionen befestigt werden. Entweder direkt hinter der Front oder seitlich am Mainboard-Tray neben dem Mainboard selbst. Letzteres verhindert allerdings den Einbau eines µATX-Mainboards. Der zum Einbau benötigte Käfig wurde zudem zusätzlich mit Kabelmanagement-Ösen ausgestattet. Hat man kein SFX-Netzteil zur Hand, schluckt das IM-1 alternativ auch ein ATX-Netzteil, welches ebenfalls direkt hinter der Front platziert wird.

Abhängig von der gewählten Lüfterkonfiguration gestalten sich die Befestigungsmöglichkeiten für Datenträger sehr umfangreich. Die Deckel- bzw. Bodenrahmen haben jeweils Platz für zwei 3,5″- bzw. 2,5″-HDDs oder einer Kombination aus Beiden. Gleiches gilt für den seitlichen Rahmen. In allen drei Fällen muss man sich aber zwischen Datenträgern und Lüftern entscheiden. Weiterhin können eine 3,5″-HDD auf dem SFX-Netzteilrahmen und zwei 2,5″-SSDs an der Front verbaut werden.

Wo es Außen bereits flexibel losging, hat Inter-Tech auch im Innenraum diesen Ansatz strikt weiter verfolgt. Durch die verschiedenen Layouts und Netzteilpositionen sowie die Invertiermöglichkeit des gesamten Korpus bietet das IM-1 Pocket fast für jeden Geschmack das Richtige. Zudem ich auch die Verarbeitung im Inneren auf einem hohen Niveau.

Systembau Inter-Tech IM-1 Pocket

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 7 3700X* auf einem Gigabyte B450I AORUS WIFI  mit 32GB Crucial Ballistix Sport. Der Ryzen wird von einem Noctua NH-L12 S1 Ghost gekühlt und ist nicht übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare Corsair SF450 Gold mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Gold. Im Layout mit horizontaler Grafikkarte wird der CPU-Kühler zusätzlich mit einem 120-Millimeter-Lüfter von Arctic ausgestattet.

Der Einbau und die Verkabelung des Testsystems war problemlos möglich. Da sich fast alle Außenelemente entfernen lassen, ist der Zugriff auf den Innenraum sehr einfach möglich. Durch die vorinstallierten Abstandshalter und deren speziellen Aufbau war es zudem möglich das Mainboard vertikal einzubauen, ohne dieses direkt festschrauben zu müssen. Die Möglichkeiten für das Kabelmanagement sind zwar begrenzt, mit lediglich einem Kabelbinder ist es uns trotzdem gelungen den Innenraum recht ordentlich zu gestalten.

Durch die modulare Gestaltung ist die Hardware-Kompatibilität so unterschiedlich, dass selbst der Hersteller auf seiner Homepage auf den Support verweist, wenn es Unsicherheiten geben sollte. Grundsätzlich kann man aber sicher sagen, dass für CPU-Kühler 155 Millimeter bei horizontaler und 88 Millimeter Platz bei vertikaler GPU-Montage zur Verfügung stehen. Verbaut man zudem ein SFX-Netzteil, darf die Grafikkarte in beiden Positionen bis zu 335 Millimeter lang sein. Montiert man hingegen ein langes ATX-Netzteil, reduziert sich dieser Wert auf lediglich 245 Millimeter. Möchte man anstatt eines Luftkühlers lieber eine AiO-Wasserkühlung verbauen, so ist auch das in Form einer 240er-Variante im Boden (Deckel wenn invertiert) oder seitlich möglich.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Inter-Tech IM-1 Pocket erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 23°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test in drei verschiedenen Szenarien durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1300 rpm, 1x 92 mm, 1x 120 mm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
ohne Lüfter (Standard-Konfiguration)
Grafikkarte horizontal
CPU:  90 °C
GPU:  82 °C
CPU: 50% PWM (1300 rpm, 1x 92 mm, 1x 120 mm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm, 50% PWM (1100 rpm)
Grafikkarte horizontal
CPU:  75 °C
GPU:  67 °C
CPU: 50% PWM (1300 rpm, 1x 92 mm, 1x 120 mm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm, 100% PWM (1100 rpm)
Grafikkarte horizontal
CPU:  70 °C
GPU:  64 °C

Ab Werk kommt das IM1-Pocket ohne Lüfter und das merkt man direkt beim Belastungstest. Ohne ausreichende Belüftung kommt die verbaute Hardware fast an Ihre Grenzen. Ein größerer CPU-Kühler könnte den Prozessor aber vermutlich etwas entlasten. Verbaut man zusätzliche Gehäuselüfter im Deckel und im Boden, dann können die Temperaturen drastisch reduziert. Die erreichten Werte sind für ein Gehäuse dieser Größe definitiv in Ordnung. Auch hier hilft natürlich ein größerer Tower-Kühler oder eine AiO-Wasserkühlung.

Fazit zum Inter-Tech IM-1 Pocket

Kommen wir nun zum abschließenden Fazit. Inter-Tech hat uns mit dem IM-1 Pocket insgesamt sehr beeindruckt. Es wurde gut durchdacht und besitzt trotz des verhältnismäßig geringen Preises eine gute Verarbeitung. Die Verwendung von Stahl anstatt Aluminium macht es möglich. Zu diesen Punkten gesellen sich dann noch die hohe Flexibilität in Bezug auf mögliche Hardware bzw. deren Formfaktoren, die vier magnetischen Staubfilter und die geniale Umsetzung der Boden-/Deckel-/Side-Panel-Montage über Push-Pins aus Stahl. Dieses Feature ermöglicht nicht nur einen schnellen Zugriff auf die Innereien sondern auch ein invertiertes Layout des Korpus. Das IM-1 kann also problemlos links oder rechts auf dem Schreibtisch stehen.

Möchte man negative Aspekte suchen, dann ist das schon fast Meckern auf hohem Niveau. So verzichtet Inter-Tech ab Werk auf Lüfter und ein PCIe-Riser-Kabel für die vertikale GPU-Montage. Zudem hätte es an der Rückseite definitiv genug Raum für einen 92-Millimeter-Lüfter gegeben und einer alternative Variante mit Tempered Glass hätte sicher ebenfalls Käufer gefunden.

Insgesamt darf man aber den Preis des IM-1 Pocket nicht vergessen. Mit € 77,60 ist es teilweise deutlich günstiger als die Konkurrenz und bietet dafür gleiche oder stellenweise sogar mehr Features. Wer nicht um jeden Preis das kleinste bzw. leichteste Gehäuse aus Aluminium haben möchte und stattdessen Wert auf eine hohe Flexibilität und Kompatibilität legt, der macht, aus unserer Sicht, mit dem Inter-Tech IM-1 Pocket alles richtig!

Inter-Tech IM-1 Pocket

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Das Inter-Tech IM-1 Pocket bietet trotz des niedrigen Preises eine hohe Verarbeitungsqualität und gute Ausstattung sowie ein sehr flexibles Layout und eine hohe Hardwarekompatibilität. Auf Aluminium und ein besonders kompakten Aufbau unter 15 Litern muss man aber verzichten.

Inter-Tech IM-1 Pocket im Preisvergleich



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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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