PC-Komponenten

Jonsbo V8 – Geräumiges ITX-Gehäuse mit Aluminium-Unibody

Hinter dem Namen Jonsbo verbirgt sich ein weltweit bekannter Hersteller von Computer-Komponenten aus China. Zum Produktportfolio gehören neben ATX- und ITX-Gehäusen mittlerweile auch CPU-Kühler und AiO-Wasserkühlungen. Dabei legt Jonsbo den Fokus vor allem auf ein besonders extravagantes Design, welches aber gleichzeitig nicht den Einsatzzweck des Gehäuses vergisst. Besonders bekannt ist UMX-Serie. Mittlerweile hat der Hersteller aber auch das immer wichtigere ITX-Segment deutlich ausgebaut.

Im Sommer 2020 hat Jonsbo mit dem V8 ein ITX-Gehäuse vorgestellt, welches seinem Namen alle Ehre machen dürfte. So hat es optisch sehr viel Ähnlichkeit mit einem V8-Motor. Insbesondere der große 200-Millimeter Lüfter in der Front soll diesen Effekt erzielen. Zu den weiteren Features zählen eine Außenhaut aus gebürstetem Aluminium, viel Platz im Innenraum und ein potentes Kühlkonzept. Das alles gibt es zu einem Preis von € 109,90* in den Farben Grau oder Schwarz. Wie sich das Jonsbo V8 schlägt, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Jonsbo V8
Gehäuse Typ: ITX
Abmessungen: 248 mm (B) x 260 mm (H) x 390 mm (T)
Gewicht: 5,80 kg
Material: Aluminium, Stahl
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 1x USB 3.1 Typ-C, 1x USB 3.0 Typ-A
Laufwerkschächte: 2x 3,5″ (auf dem Netzteil)
1x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 2x vertikal
Formfaktoren: ITX
Belüftung: Front: 1x 200 mm
Heck: 1x 140/ 120 mm
Deckel: 2x 120 mm
Radiatoren: Deckel: 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 195 mm
Max. Grafikkartenlänge: 330 mm
Max. Netzteillänge: SFX/ SFX-L
Preis: € 109,90*
Besonderheiten: Aluminium-Uniboby, horinzontales Mainboard-Tray

Lieferumfang

Geliefert wird das Jonsbo V8 in einer unspektakulären Verpackung aus brauner Pappe und ein paar schwarzen Aufdrücken. Aufgedruckt auf den Karton wurden der Hersteller- bzw. Produktname, eine schematische Zeichnung des Gehäuses und die wichtigsten technischen Daten. Innerhalb der Umverpackung hat Jonsbo das V8 in zwei Blöcke aus weichem Schaumstoff und eine Kunststofffolie gehüllt. Das mitgelieferte Montagezubehör befindet sich, unüblicherweise, nicht innerhalb des Chassis sondern wurde durch den Hersteller direkt in den Karton gelegt. Selbiges gilt für die gedruckte Montageanleitung. Die weiße Zubehör-Schachtel enthält einige beschriftete Beutel mit allen wichtigen Schrauben und fünf Kabelbindern. Ansonsten gehört zum Lieferumfang noch der vorinstallierte 200-Millimeter-Lüfter in der Front.

Außeneindruck

Die Außenhaut des Jonsbo V8 besteht überwiegend aus gebürstetem Aluminium und wurde in einer Art Unibody gestaltet. An der Unterseite sieht man jedoch später, dass das äußere Aluminium nicht ganz aus einem einzigen Stück besteht. Beginnen wir aber in der Front. Wie der Rest besteht diese auch aus Aluminium und ist fast vollständig geschlossen. Um dennoch einen gewissen Airflow für den vorinstallierten 200-Millimeter-Lüfter zu ermöglichen, findet sich um den ganzen äußeren Rand der Front ein dünner Streifen aus Mesh. Dieses soll auch gleichzeitig als Staubfilter dienen. Das I/O-Panel hat Jonsbo ebenfalls an der Front angebracht. Zu bieten hat dieses zwei USB-Anschlüsse (1x USB3.0 Typ-A, 1x USB 3.0 Typ-C), einen HD-Audio-Comboport und den Power-Button.

Der Deckel passt sich dem unaufgeregten Design des V8 perfekt an. Er ist Teil des Unibodys und wurde mit einem Belüftungsgitter versehen. Dieses besteht aus kleinen Löchern, die in das Aluminium gebohrt wurden. Weitere Auffälligkeiten gibt es im Deckel nicht.

Durch das Unibody sind die Seitenteile eigentlich gar keine richtigen Seitenteile, da man diese nicht einzeln abnehmen kann. Trotzdem gestaltet Jonsbo die Seiten so, damit die Hardware im Inneren besser atmen kann. So gibt es beidseitig ein feines Meshgitter. Staubfilter wurden dahinter jedoch nicht platziert und auch entfernen kann man das Gitter nicht.

An der Rückseite kann man erkennen, dass Jonsbo beim V8 ein Layout wählt, welches das Mainboard horizontal positioniert. Der Ausschnitt für das I/O-Shield befindet sich links, die Grafikkarte wird rechts mit einer vertikalen Orientierung montiert. Oberhalb des I/O-Shields gibt es dann noch einen Montageplatz für einen 120- oder 140-Millimeter-Lüfter und den Stecker für das Netzkabel. Anders als der Rest besteht die Rückseite, sowie der restliche innere Korpus, aus schwarz lackiertem Stahl.

An der Unterseite gibt es nichts wirklich spektakuläres zu sehen. Lediglich vier einfache Kunststofffüße erheben das V8 leicht vom Untergrund. Außerdem sieht man zahlreiche Schrauben und eine weitere Aluminiumplatte. Diese verbindet die beiden Enden des Unibodys und hält zudem die Schienen zur Demontage des Korpus. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Kapitel.

Bei der Verarbeitungsqualität gibt es keine Beanstandungen. Typisch für Jonsbo-Produkte ist die Materialqualität und dessen Lackierung auf einem hohen Niveau. Das Jonsbo V8 hinterlässt insgesamt einen hochwertigen Eindruck.

Inneneindruck

Beim Innenraum gibt es eine gewisse Überraschung. Da es das Unibody nicht erlaubt Seitenteile oder den Deckel abzunehmen, musste Jonsbo sich beim V8 etwas anderes überlegen damit man an die Innereinen kommt. Gelöst hat der Hersteller diese Situation durch einen, nach hinten ausziehbaren, Korpus. Löst man zwei Rändelschrauben an der Rückseite, kann der Korpus entfernt werden. Ohne die Außenhülle wird auch direkt klar, warum das Jonsbo für dieses Gehäuse den Namen V8 gewählt hat. Durch den großen 200-Millimeter Lüfter an der Front und die kastenartige Gestaltung hat dieses Gehäuse nämliche eine gewisse Ähnlichkeit mit einem V8-Motor

Der Innenraum besteht aus einer großen Hauptkammer für Mainboard und Grafikkarte sowie einer sehr kleinen Kammer für das SFX-(L)-Netzteil. Das Mainboard wird horizontal und die Grafikkarte entsprechend vertikal positioniert. Ein anderes Layout ist im Jonsbo V8 nicht vorgesehen. Die Kammer des Netzteils befindet sich, von der linken Seite betrachtet, in der hinteren rechten Ecke und verfügt über einen demontierbaren Rahmen sowie vier Kabelmanagement-Öffnungen. Mit Hilfe des Rahmens kann das Netzteil von oben in die Kammer geschoben werden. Zur Erhöhung der allgemeinen Stabilität, wurde die rechte Seite des Korpus mit einem Tray ausgestattet.

Oberhalb der Hauptkammer hat Jonsbo zudem noch einen Halterahmen angebracht. Gehalten von vier Schrauben erlaubt dieser die Montage von zwei 120-Millimeter-Lüftern oder einer 240er-AiO-Wasserkühlung. Passend zur rechten Seite und der Rückseite hat auch der Rahmen runde Öffnungen erhalten.

Datenträger können im V8 seitlich am Netzteilkäfig angebracht werden. Der dazu benötigte Rahmen kann über Schrauben und Gummiringe werkzeuglos an der Kammer des Netzteil befestigt werden und bietet Platz für zwei 3,5″- und eine 2,5″-HDD. Alle Datenträger werden entkoppelt, benötigen zur Montage aber einen Schraubendreher.

Anders als Außen, setzt der Hersteller im Innenraum vollständig auf Stahl. Dessen Verarbeitungs- und Lackierungsqualität ist aber ebenfalls ordentlich und lässt keinen wirklichen Raum für Kritik. Der Ausziehmechanismus bzw. das Schienensystem für den Korpus wurde gut umgesetzt und ermöglicht einen problemlosen Einbau ohne Ruckeln.

Systembau im Jonsbo V8

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 7 3700X* auf einem Gigabyte B450I AORUS WIFI mit 32 GB Crucial Ballistix Sport. Der Ryzen wird von einem Noctua NH-L12 S1 Ghost* gekühlt und ist nicht übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine  GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare Corsair SF450 Gold mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Gold.

Der Einbau aller Komponenten des Testsystems war schnell erledigt und auch die Verkabelung konnte relativ frustfrei erledigt werden. Lediglich das Einstecken des 24-Pin-ATX-Kabel gestaltete sich, durch dessen Unbeweglichkeit, etwas schwieriger. Die Kabelmanagement-Möglichkeiten sind durch die kompakte Netzteilkammer und die passend positionierten Kabelöffnungen trotzdem sehr gut. Auch die vorinstallierten Abstandshalter haben den Einbau vereinfacht. Das fertige System macht insgesamt einen guten und aufgeräumten Eindruck.

In Bezug auf die Hardwarekompatibilität muss sich das Jonsbo V8 definitiv nicht verstecken. Für CPU-Kühler bietet es 195 Millimeter Platz und kann damit selbst die größten CPU-Kühler unterbringen. Grafikkarten dürfen eine Länge von 330 Millimetern und eine Tiefe von circa 2,75 Slots nicht überschreiten. Die Länge für Netzteile ist außerdem auf 125 Millimeter und das SFX(-L)-Format begrenzt. Wer statt des Luftkühlers lieber einer Wasserkühlung verbauen möchte, für den bietet das V8 auch eine Möglichkeit. Der Rahmen im Deckel bietet Montageschienen für einen 240er-Radiator.
An dieser Stelle müssen wir aber noch eine kleine Anmerkung machen. Durch den geschlossenen Rahmen auf der rechten Seite des Korpus, muss man die Sockelposition der CPU auf dem Mainboard und die Breite des CPU-Kühlers im Blick haben. In unserem Fall hat der Enermax ETS-F40* leider nicht gepasst, da er über das Mainboard ragte und mit der rechten Seitenwand kollidierte.

Ab Werk verbaut Jonsbo im V8 einen 200-Millimeter-Lüfter in der Front. Dieser ist komplett schwarz gehalten und kann über ein 3-Pin-Kabel mit dem Mainboard verbunden werden. Alternativ verfügt das Kabel auch über einen Molex-Anschluss. Die Höchstgeschwindigkeit des Ventilators liegt bei 800 Umdrehungen pro Minute. Bei dieser Geschwindigkeit ist die allgemeine Lautstärke in Ordnung. Unabhängig von der Drehzahl ist aber immer ein gewisses „Rattern“ hörbar.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Jonsbo V8 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 26°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Insgesamt wurde der Test in vier verschiedenen Szenarien durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 200 mm auf 50% (525 rpm)
CPU: 89°C
GPU: 81°C
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 200 mm auf 100% (800 rpm)
CPU: 86°C
GPU: 79°C
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 200 mm auf 50% (525 rpm)
2x 120 mm auf 50% (1100rpm)
CPU: 69°C
GPU: 83°C
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 200 mm auf 100% (800 rpm)
2x 120 mm auf 100% (1800rpm)
CPU: 67°C
GPU: 79°C

Vorab möchten wir direkt sagen, dass die ermittelten CPU-Temperaturen mit einem großen Tower-Kühler vermutlich ein ganzes Stück besser gewesen wären als mit dem Noctua NH-L12 S1 Ghost. Kommt lediglich der 200-Millimeter-Lüfter zum Einsatz und wird dessen Airflow noch durch den montierten HDD-Käfig beschränkt, werden CPU und Grafikkarte verhältnismäßig warm. Verbaut man im Heck und im Deckel weitere Lüfter, dann kommt das besonders der CPU zugute und dessen Temperatur konnte um 20°C gesenkt werden.
Das V8 hat grundsätzlich ein gutes Kühlungskonzept, ein zusätzlicher Lüfter im Heck ist, aus unserer Sicht, aber Pflicht.

Fazit zum Jonsbo V8

Kommen wir nun zum abschließenden Fazit des Jonsbo V8. Überzeugen konnte uns dieses SFF-Gehäuse mit seinem schicken Design und dem hochwertigen Unibody-Gehäuse aus gebürstetem sowie anodisiertem Aluminium. Außerdem bietet das V8 sehr viel Platz für große CPU-Kühler, lange Grafikkarten und sogar eine AiO-Wasserkühlung. Abgerundet wird das Gesamtpaket von einem durchdachten Layout und dem vorinstallierten 200-Millimeter-Lüfter in der Front.

Bedenkt man die Größe des V8, ist es jedoch etwas ernüchternd, dass nur SFX(-L)-Netzteile verbaut werden können. Außerdem sollte man vor dem Kauf eines Tower-Kühlers genauer kontrollieren wie breit dieser ist und wo der CPU-Sockel auf dem Mainboard liegt. Ragt der Kühler am oberen Ende auch nur leicht über das Mainboard, wird das Tray auf der rechten Seite des Korpus eine Montage verhindern. Hier hätten wir uns eine etwas andere Gestaltung des Trays gewünscht.

Möchte man aber so oder so eine AiO-Wasserkühlung einsetzen und verbaut eine Grafikkarte dessen Höhe die 60 Millimeter nicht überschreitet, ist das Jonsbo V10 in unseren Augen eine etwas bessere Alternative. Es ist günstiger und bietet sogar Platz für ein ATX-Netzteil. Außerdem ist es leichter und etwas kleiner.
Grundsätzlich ist das Jonsbo V8 ein gutes Gehäuse. Wir denken jedoch, dass sich diese Gehäuse gegen die Konkurrenz von anderen Herstellern und aus dem eigenen Hause nur schwer durchsetzen kann.

Jonsbo V8

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

85/100

Das Jonsbo V8 ist ein geräumiges ITX-Gehäuse mit einer hochwertigen Verarbeitung, einem Aluminium-Unibody und einem guten Kühlungspotential. Die äußere Größe spiegelt sich jedoch nicht in allen Punkten der Hardwarekompatibilität wieder und hängt stark von der Sockelposition auf dem Mainboard ab.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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