PC-Komponenten

Lian Li PC-T60B: Ein Benchtable auf dem Prüfstand

Tatsächlich ist es mir bei diesem „Gehäuse“ recht schwer gefallen eine Einleitung aufs Papier zu bringen. Das liegt zum einem daran, dass das getestete Produkt schon seid ca. 9 Jahren existiert und zum anderen, dass es sich um kein Gehäuse im eigentlichen Sinne handelt. Wie die Überschrift es auch schon vermuten lässt, handelt es sich bei dem Lian Li PC-T60B um einen sogenannten Benchtable. In diesem Begriff steckt auch schon der eigentliche Zweck eines solchen Produktes: ein Benchtable soll die Erstellung von Benchmarks mit verschiedenen Grafikkarten und Prozessor-Plattformen erleichtern.

In meinem Fall wird er jedoch noch einen anderen Zweck erfüllen. Da ich derzeit überwiegend Reviews von Gehäusen durchführe benötige ich dafür auch immer ein Testsystem. Da es sich bei diesem Testsystem auch um mein eigentliches Hauptsystem handelt und ich zu Troubleshooting-Zwecken in der Familie und im Freundeskreis eine Plattform benötige die sich schnell zerlegen lässt, sind die typischen Gehäuse für mich einfach zu unpraktisch. Deshalb habe ich mir vor zwei Jahren aus Holz den ersten eigenen Benchtable gebaut. Dieser ist zwar klein und recht angenehm zu transportieren, bietet aber außer für das Mainboard keine Haltepunkte für weitere Komponenten. Netzteil, Grafikkarte und Festplatte sind also nicht weiter verschraubt bzw. gesichert.

Da mir das auf Dauer zu unsicher ist, habe ich mich auf die Suche nach einem Benchtable gemacht und das Lian Li PC-T60B gefunden. Für einen Preis von € 108,75* bietet es auf dem Papier viel Platz für Hardware und passende Features um den selbstgebauten Benchtable abzulösen.

Deshalb werde ich mit im nachfolgenden Test das Lian Li PC-T60B genauer ansehen und die Vor- und Nachteile dieses Benchtables aufzeigen.

Technische Details

Modell: Lian Li PC-T60B
Gehäuse Typ: Benchtable
Abmessungen: 351 x 400 x 330 mm (BxHxT)
Gewicht: 1,8 kg
Material: Aluminium
Farbe: schwarz
Front-Anschlüsse N/A (Einbau-Kit für 2x USB 3.0, 1x eSata, 1x Mikrofon, 1x Kopfhörer muss separat erworben werden)
Laufwerkschächte: 2x 5,25 Zoll
3x 3,5 Zoll (entkoppelt)
2x 2,5 Zoll
Erweiterungsslots: 8
Formfaktoren: ATX, µATX, mITX
Belüftung: N/A
Max. CPU-Kühlerhöhe: unbegrenzt (abhängig von der Mainboard-Tray-Position)
Max. Grafikkartenlänge: unbegrenzt
Max. Netzteillänge: unbegrenzt
Preis: € 108,75*

Verpackung und Lieferumfang

Das Lian Li PC-T60B kommt gut und sicher verpackt in einem farbig bedruckten Karton mit einer praktischen Tragelasche. Auf der Verpackung befindet sich ein Bild des Produktes und eine Tabelle mit allen technischen Daten des Benchtables. Innerhalb des Kartons finden sich alle Einzelteile, die zum Zusammenbau des Prüfstandes benötigt werden. Zum Schutz der Lackierung sind alle Teile separat verpackt und teilweise durch Kartonage oder Styropor umhüllt. Zusätzlich versteckt sich zwischen den ganzen Einzelteilen auch ein Beutel mit allen Schrauben, einem M/B-Speaker, einem Werkzeug zur Abstandshaltermontage und diversen Gummi-Elementen.

Aufbau und Optik

Das Lian Li PC-T60B kommt wie vorher schon erwähnt komplett in Einzelteilen und muss selber zusammen gebaut werden. Nach dem Auspacken wird man mit insgesamt 17 Einzelteilen konfrontiert. Ein Blick in die Anleitung brachte die erste kleine Ernüchterung. Die Anleitung ist zwar in mehreren Sprachen geschrieben und Lian Li hat alle Schrauben und Einzelteile klar aufgelistet, die einzelnen Schritte des Zusammenbaus wurden aber nur mit sehr kleinen schwarz-weiß Fotos und etwas Text dokumentiert. Das hat gerade den Einstieg etwas schwieriger gestaltet, da man teilweise nicht genau sehen konnte in welcher Orientierung ein Bauteil befestigt werden musste. Insgesamt hat der Zusammenbau des Benchtables ca. 45 Minuten gedauert. Immerhin sind alle Bauteile gut verarbeitet und entgratet. Des Weiteren sind alle Elemente schwarz lackiert, das Aluminium wurde anschließend gebürstet. Das wirkt optisch sehr ansprechend, ist aber etwas empfindlich gegen Fingerabdrücke.

Komplett montiert besteht der Benchtable theoretisch aus zwei Hauptelementen. Das erste Hauptelement ist der Rahmen inklusive Lian-Li-Schriftzug und einem praktischen Haltegriff. Am Boden des Rahmens können dann das Netzteil und drei Festplatten in einem Festplattenkäfig montiert werden.

Zwischen diesem Rahmen wird das zweite Hauptelement angebracht. Dabei handelt es sich um das Mainboard-Tray. Dieser Mainboard-Schlitten verfügt über eine Öffnung für die Backplate von großen CPU-Kühlern, über neun Montagepunkte für die Abstandshalter und über einen Halterahmen an dem Erweiterungskarten verschraubt werden können. An der Vorderseite hat Lian Li die silber gehaltenen Power- und Reset-Buttons befestigt. Glücklicherweise sind alle Kabel komplett schwarz gehalten. Im vorderen rechten Bereich des Mainboard-Trays finden sich zudem fünf Öffnungen für ein separat erwerbbares Frontpanel. Bedenkt man jedoch den Preis von € 108,75*, hätte Lian Li dieses I/O-Panel durchaus mit beilegen können.

An der Unterseite des Mainboard-Trays können insgesamt zwei 5,25″-Laufwerke und zwei 2,5″-HDDs befestigt werden. Zudem kann das obere Hauptelement nach der Entfernung von vier Rändelschrauben entfernt oder nach vorne oder hinten verschoben werden. Insgesamt sind hier drei verschiedene Positionen möglich.

SSD-Halterahmen

Alles in Allem ist die Verarbeitung und Lackierung der Einzelteile auf einem sehr hohen Niveau. Alle Bauteile und Schrauben sind passgenau gefertigt und von einer sehr hohen Qualität.

Systembau im Lian Li PC-T60B

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwende ich einen Intel Xeon 1230v3 auf einem Gigabyte H87M-D3H mit 16 GB RAM. Der Xeon wird durch einen LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120 gekühlt. Für die Bildausgabe ist eine HD 7850 2GB von Asus zuständig. Die Stromversorgung erledigt das nichtmodulare be quiet! Pure Power mit 400W.

Der Zusammenbau des Systems war schnell abgeschlossen und hat keine Probleme bereitet. Lediglich bei der Verkabelung musste man sich etwas mehr Mühe geben, zumindest wenn es etwas ordentlicher aussehen soll. Hier ist das Hauptproblem, dass das Mainboard-Tray über keinerlei Öffnungen für Kabelmanagement verfügt. Lediglich zwei Öffnungen im Tray hätten ausgereicht um das System besser verkabeln zu können. Durch den schwarzen Korpus und die komplett schwarzen Kabel ist die gesamte Optik aber besser als vorher gedacht.

Die Abstandshalter sind schwarz lackiert und ließen sich sehr leicht eindrehen da die Gewinde nach der Lackierung nochmal nachbearbeitet wurden. Sollte es doch mal zu Problemen kommen, so hat Lian Li einen kleinen Maulschlüssel beigelegt um die Abstandshalter komplett fest zu ziehen.

Im unteren Bereich des PC-T60B werden das Netzteil und Festplatten im 3,5″-Format montiert. Zur Entkopplung verfügen sowohl das Netzteil als auch die Haltepunkte für die großen Festplatten über Gummi-Elemente. Diese Elemente erfüllen zwar ihren Zweck ganz gut, eine komplette Entkopplung der Festplatte findet aber nicht statt.

Oberhalb des Netzteils gibt es zwei Haltepunkte für Laufwerke im 5,25″-Format. Wenn man diese beidseitig verschrauben möchte ist es wichtig, dass die Halterahmen erst am Laufwerk und erst dann mit dem Mainboard-Tray verschraubt werden. Andernfalls ist nur eine einseitige Verschraubung möglich.

Hinter dem linken Laufwerksplatz für den DVD-Brenner versteckt sich zuletzt noch der Halterahmen für zwei SSDs oder kleine Festplatten im 2,5″-Format. Um die Anschlüsse aller Datenträger nah beieinander zu halten, wurden die Crucial MX200 und die Toshiba-HDD mit den Anschlüssen in Richtung der Front montiert. Das hat zwar das Anbringen der Kabel erschwert, verbessert aber insgesamt die Optik da die Kabel versteckter verlegt werden können.

Verkabelung Datenträger

Möchte man das PC-T60B mit einem USB 3.0-I/O-Panel oder einem Rahmen für einen 240 mm-Radiator ausstatten, so muss zusätzlich Geld investiert werden. Für die Radiatorrahmen werden ca. 15 € und für das I/O-Panel 18 € fällig.

Fazit zum Lian Li PC-T60B

Nun kommen wir auch schon zum Abschluss dieses Reviews. Das Lian Li PC-T60B* ist ein hervorragend verarbeiteter Benchtable mit einer guten Ausstattung und diversen Features um die Handhabung und den Umbau eines Testsystem so einfach wie möglich zu gestalten. Gerade der Einsatz von vielen Rändelschrauben erleichtert das Wechseln diverser Hardware-Komponenten.

Etwas enttäuschend ist hingegen aber die schlechte Montageanleitung und die vollständige Abwesenheit von Lüfter- oder Radiatorplätzen. Auch die nicht vorhandenen Öffnungen für ein besseres Kabelmanagement sind ein Punkt den Lian Li in den letzten neun Jahren hätte überarbeiteten können. Dass Lian Li mittlerweile dazu gelernt hat, sieht man beim PC-T70X. Dieses ist zwar nicht ganz so kompakt wie das PC-T60B, kostet aber ähnlich viel und unterstützt auch Radiatoren bis zu einer Länge von 360 mm und verfügt zudem über ein I/O-Panel mit USB 3.0-Anschlüssen.

Andere Konkurrenzprodukte von DimasTech, Streamcom oder Raijintek verfügen teilweise zwar über bessere Features, kosten aber in den meisten Fällen auch ein ganzes Stück mehr oder sind schlicht und einfach nicht verfügbar.

Lian Li PC-T60B

Verarbeitung
Ausstattung
Aufbau
Preis-Leistung-Verhältnis

Hochwertig verarbeiteter Benchtable mit guten, aber keinen herausragenden Features.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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jonas

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In meinem Fall wird er jedoch noch einen anderen Zweck erfüllen. Da ich derzeit überwiegend Reviews von Gehäusen durchführe benötige ich dafür auch immer ein Testsystem. Da es sich bei diesem Testsystem auch um mein eigentliches Hauptsystem handelt und ich zu Troubleshooting-Zwecken in der Familie und im Freundeskreis eine Plattform benötige die sich schnell zerlegen lässt, sind die typischen...

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