PC-Komponenten

SilentiumPC Ventum VT2 – Budget-Case mit hohem Airflow-Potential

Hinter der Marke SilentiumPC versteckt sich ein Hersteller von PC-Hardware der 2007 in Warschau, Polen gegründet wurde. Das Unternehmen legt bei der Entwicklung Ihrer Produkte den Hauptfokus auf möglichst preiswerte, aber dennoch gut ausgestattete Komponenten mit einer soliden Verarbeitung. Das Augenmerk liegt dabei hauptsächlich auf Gehäusen und Kühlungsprodukten wie CPU-Kühler, Lüfter und AiO-Wasserkühlungen.

Ohne große Vorankündigung hat SilentiumPC Ende November die neue Gehäusereihe Ventum VT2 vorgestellt. Wie der Name bereits erahnen lässt, liegt der Fokus bei diesem Midi-Tower vor allem auf einem hohen Airflow. Außerdem soll die Gehäuseserie durch einen günstigen Preis überzeugen. Je nach Variante liegt dieser zwischen 35 und 55 €. Insgesamt bietet SilentiumPC das Ventum VT2 in vier verschiedenen Versionen (VT2, VT2 TG, VT2 TG ARGB, VT2 EVO ARGB). In diesem Review werfen wir einen Blick auf die günstigste Version ohne Tempered Glass und RGB.

Technische Details

Modell: SilentiumPC Ventum VT2
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 211 mm (B) x 441 mm (H) x 374 mm (T)
Gewicht: 3,45 kg
Material: Stahl, Kunststoff
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x Kopfhörer/ Mikrofon
Laufwerkschächte: 1x 3,5″/ 2,5″ (intern)
2x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ATX, mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm oder 2x 140 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 2x 120 mm
Radiatoren: Front: 1x 360 mm oder 1x 280 mm oder 1x 240 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 159 mm
Max. Grafikkartenlänge: 290 mm
Max. Netzteillänge: 180 mm/ 230 mm (ohne HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement: 25-28 mm
Preis: 35€
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement

Lieferumfang

Wie bei SilentiumPC üblich, kommt auch das Ventum VT2 in einem unauffällig gestalteten Karton aus Pappe. Dieser ist überwiegend braun und teilweise schwarz bedruckt. Neben einer Abbildung des Gehäuses sind auch zahlreiche technische Daten auf den Seiten aufgedruckt. Innerhalb des Kartons wird das VT2 von normalem Styropor und einer Folie aus Kunststoff umhüllt. Das mitgelieferte Zubehör befindet sich in einem kleinen Kunststoffbeutel hinter dem Mainboard-Tray. Dieser beinhaltet alle zur Montage notwendigen Schrauben, einen Aufsatz zum Eindrehen von Standoffs, eine Handvoll Kabelbinder, einen Mainboard-Lautsprecher, vier PCI-Slotblenden aus Metall und eine kurze Montageanleitung mit Bildern. Für ein Budget-Gehäuse ist das ein solider Umfang.

Außeneindruck

Äußerlich lässt sich das Ventum VT2 in seiner Basisversion definitiv als schlicht, zurückhaltend und zeitlos bezeichnen. Die Front wird dominiert durch ein großes Meshgitter, welches das gesamte Panel überspannt und an den Ecken nach hinten gebogen wurde. Ein Kunststoffrahmen hinter dem Mesh sorgt dabei für eine gewisse Stabilität ohne den Airflow zu beeinflussen. Hinter dem Mesh gibt es leider keinen zusätzlichen Staubfilter. Durch einen starken Ruck lässt sich das kabellose Frontpanel nach vorne hin abziehen und gibt somit den Blick auf die Montageschienen für Lüfter oder Radiatoren frei. Platz ist hier für bis zu einen 360-Millimeter-öRadiator.

Auch der Deckel wurde von SilentiumPC mit dem selben Hintergrund gestaltet. Vorhanden ist hier ein leicht asymmetrisch orientiertes Lüftergitter, welches von einem magnetischen Staubfilter bedeckt wird. Im Deckel lassen sich ein 240-Millimeter-Radiator oder zwei 120-Millimeter-Lüfter befestigen. Die Oberseite des VT2 beherbergt außerdem das normal ausgestattete I/O-Panel. Vorhanden sind hier zwei USB 3.0-Anschlüsse, zwei Anschlüsse für Kopfhörer bzw. Mikrofon und zwei Taster für Power bzw. Reset.

Die Seitenteile folgen in der Basisversion der Vorgabe eines unauffälligen Gehäuses. Beide bestehen aus Stahl, sind komplett geschlossen und verfügen über eine Stabilität, die für die angepeilte Preisklasse in Ordnung geht. Die Verbindung mit dem Korpus erfolgt über jeweils zwei Rändelschrauben und eine Griffmulde am hinteren Ende soll die Demontage erleichtern. Die Montage der Seitenteile ist aber leider suboptimal gestaltet. Im vorderen Bereich werden diese zwar über Stahllaschen eingehakt, fallen aber ohne die Rändelschrauben bei der kleinsten Berührung wieder ab. Hier haben wir schon bessere Lösungen gesehen.

Unaufgeregt geht es an der Rückseite weiter. Der Hersteller setzt auf ein bewährtes Layout, bei dem das Netzteil unten montiert wird. Darüber sind sieben nicht wiederverwendbare PCI-Slotblenden für Erweiterungskarten zu sehen. Diese müssen herausgebrochen werden und die Verschraubung der Erweiterungskarten erfolgt außerhalb des Gehäuses. Zuletzt ist noch der vormontierte 120-Millimeter-Lüfter am Heck zu erkennen.

Einen sicheren Stand erhält das VT2 über vier herkömmliche Füße aus Kunststoff. Diese gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, sie erfüllen jedoch ihren Zweck und wurden jeweils mit einer Schicht Moosgummi ausgestattet. Zum Schutz vor Staub hat SilentiumPC dem VT2 noch eine Staubfiltermatte aus Mesh spendiert. Zu unserem Erstaunen überspannt diese den ganzen unteren Bereich und verfügt zudem über Magnetstreifen. Gerade letzteres vereinfacht die Reinigung sehr stark.

Inneneindruck

Um den Preis so niedrig wie möglich zu halten, erfindet SilentiumPC den Innenraum des Ventum VT2 natürlich nicht neu. Stattdessen kommt das bekannte Zwei-Kammer-System mit einem schwarz lackierten Innenraum zum Einsatz. In der oberen Hauptkammer gibt es viel Raum für die Komponenten und hinter den optionalen Frontlüftern gibt es keine Elemente, die den Airflow beeinflussen könnten. Da das Ventum VT2 allerdings keine externen Laufwerke unterstützt, ist das Mainboard-Tray kaum breiter als ein normales ATX-Mainboard. Zusätzlich wurde es mit zahlreichen Öffnungen und Ausschnitten für das Kabelmanagement und zur Montage von CPU-Kühlern mit Backplate ausgestattet.

Der untere Bereich des Innenraums wird durch eine große Netzteilabdeckung vor neugierigen Blicken geschützt. Diese ist jedoch nicht ganz geschlossen und verfügt stattdessen auf der Oberseite über zwei Kabelmanagement-Öffnungen und ein großes Belüftungsgitter. Außerdem ermöglichen zwei weitere Ausschnitte den Blick auf das Typenschild des Netzteils und die Montage eine tiefen Radiators in der Front.

Wenden wir uns nun der Rückseite des Mainboard-Trays zu. Hier gibt es doch etwas mehr Platz als gedacht. So stehen hier stellenweise bis zu 28 Millimeter Platz für Kabel zur Verfügung. Zusätzlich verfügt die Rückseite über viele Stahllaschen an denen man Kabelbinder bzw. Kabel befestigen kann. Unterhalb der Netzteilblende wird natürlich das Netzteil montiert und links daneben befindet sich der Montageplatz für eine große 3,5″-Festplatte. Beim Netzteil verzichtet der Hersteller auf den Einsatz von Entkopplungselementen.

Im Inneren des SilentiumPC Ventum VT2 können insgesamt nur drei Datenträger untergebracht werden. Auf dem Montageplatz im Boden des Gehäuses lassen sich entweder eine 3,5″- oder eine 2,5″-HDD entkoppelt befestigen. Die Montage erfolgt dabei über längliche Schrauben und Gummiringe. Außerdem gibt es hinter dem Mainboard-Tray Raum für zwei weitere 2,5″-Datenträger. Diese werden über normale Schrauben an den entsprechenden Befestigungen verschraubt. Eine Entkopplung gibt es hier aber nicht.

Insgesamt sind die äußere und innere Verarbeitung des Silentium Ventum VT2 OK und entsprechenden der Preisklasse. Bei einem Gesamtgewicht von lediglich 3,5 Kilogramm darf man natürlich keine Wunder erwarten. Das Material ist deshalb stellenweise recht dünn. Dafür gibt es aber keine scharfen Kanten an denen man sich schneiden könnte und die Qualität der Lackierung ist in Ordnung.

Systembau im SilentiumPC Ventum VT2

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen  AMD Ryzen 5 1400  auf einem MSI B350 PC Mate  mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem EKL Alpenföhn Matterhorn Pure gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine  GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare  LC-Power LC550 V2.31 Platinum  mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Trotz des geringen Preises hat uns der Einbau aller Komponenten im SilentiumPC Ventum VT2 sehr viel Spaß bereitet. Wie bereits vorher erwähnt wurde, bietet das VT2 an manchen Stellen trotz der kompakten Abmessungen viel Platz. Die Komponenten waren grundsätzlich schnell verbaut und verkabelt. Zudem waren die vorinstallierten Abstandshalter für die Montage eines normalen ATX-Mainboards ausgelegt. Auch das hat Zeit gespart. Da hinter dem Mainboard-Tray und unter dem Netzteilkäfig verhältnismäßig viel Platz ist, konnten überflüssige Kabel ordentlich verstaut und verzurrt werden. Das Gesamtergebnis ist zufriedenstellend und wirkt aufgeräumt.

In Bezug auf die allgemeine Hardwarekompatibilität kann das Ventum VT2 mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten. Mit einer maximalen Höhe für CPU-Kühler von 159 Millimeter und einer maximalen Länge von 290 Millimetern für Grafikkarten, müssen in Bezug auf die Komponentenauswahl gewisse Einschränkungen in Kauf genommen werden. Für das Netzteil gibt es mit montierter HDD höchstens 180 Millimeter Platz. Außerdem lassen sich innerhalb des Midi-Towers gleichzeitig zwei Radiatoren unterbringen. Ein Frontradiator schränkt dann natürlich die maximal mögliche Grafikkartenlänge weiter ein.

Der mitgelieferte Lüfter SilentiumPC Sigma HP hat eine Rahmenbreite von 120 Millimetern und verfügt über ein schwarzes 3-Pin-Kabel zum Anschluss an das Mainboard. Die neun Lüfterblätter liegen eng am Rahmen, um so einen möglichst hohen Luftdruck zu erzeugen. Bei der Maximaldrehzahl von 1250 Umdrehungen pro Minute ist der Lüfter hörbar, kann aber auch spürbar Luft bewegen. Dabei erzeugt er in allen Geschwindigkeitsbereichen aber wahrnehmbare Laufgeräusche.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im SilentiumPC Ventum VT2 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüfterkonstellationen (Serie, 3x 120-Millimeter-Lüfter) durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm auf 100% (Serienausstattung)
CPU:  74 °C
GPU:  67 °C
CPU: 50% (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120mm auf 100%, 3x Arctic P12 auf 50% PWM (1050 rpm)
CPU:  64 °C
GPU:  64 °C

Das es sich beim Silentium Ventum VT2 um ein luftiges Gehäuse handelt, merkt man bereits, wenn nur der Standardlüfter zum Einsatz kommt. Dieser bewegt genug Luft um Prozessor und Grafikkarte ausreichend zu kühlen. Ergänzt man dazu in der Front noch zwei oder drei weitere Lüfter, reduziert sich vor allem die maximale Temperatur der CPU sichtbar. In Bezug auf die Kühlung gibt es beim SilentiumPC Ventum VT2 also keine Beanstandungen.

Fazit zum SilentiumPC Ventum VT2

Grundsätzlich sind wir bei einem günstigen Gehäuse mit geringem Gewicht vor dem Test immer recht skeptisch. In diesem Fall war die Skepsis aber unbegründet. SilentiumPC hat es mit dem Ventum VT2 geschafft, ein günstiges aber solides Gehäuse zu entwickeln. So ist das Ventum VT2 zwar ein kompakter Midi-Tower, bietet aber dennoch Platz für viele Komponenten und kann diese durch die Meshfront auch noch gut kühlen. Abgerundet wird dieses Gesamtpaket durch ein zurückhaltendes Erscheinungsbild und der Existenz weiterer Varianten des Gehäuses. Der Käufer hat also die Wahl.

Grundsätzlich merkt man aber auch beim VT2, dass es sich um ein Gehäuse im Budget-Segment handelt. So ist das Gesamtgewicht mit 3,5 Kilogramm nicht so hoch und die Materialdicke an der ein oder anderen Stelle entsprechend geringer. Auch die Befestigung der Seitenteile und die Kompatibilität zu lediglich drei Datenträgern könnte den ein oder anderen Käufer abschrecken. Ist man jedoch auf der Suche nach einem günstigen und kompakten Gehäuse, welches zudem ein hohes Airflow-Potential hat, dann kann man sich das SilentiumPC Ventum VT2 definitiv einmal genauer anschauen. Wunder darf man bei dem Preis aber natürlich nicht erwarten.

SilentiumPC Ventum VT2

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

81/100

Das SilentiumPC Ventum VT2 ist ein überzeugendes Budget-Gehäuse mit einem hohen Airflow-Potential und kompakten Abmessungen. Es zeigt, welche Features mittlerweile auch bei günstigen Gehäusen möglich sind.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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