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SilverStone ECM21-E und ECM24-ARGB – NVMe-SSD zu PCIe x4 Adapter im Test

Im Herbst vergangenen Jahres stellte der taiwanesische Hersteller SilverStone, der den meisten wohl durch seine Gehäuse, Kühler und Lüfter bekannt sein wird, zwei SSD-Adapterkarten vor. Mit Hilfe der Adapter kann jeweils eine SSD im M.2-Format genutzt werden. Die SSD wird dabei mittels PCIe angebunden, ihr benötigt einen freien PCIe 3.0 x4- oder alternativ einen freien x16-Slot auf eurem Mainboard. Bei den Adaptern handelt es sich um den eher minimalistischen SST-ECM21-E und den SST-ECM24-ARGB, welcher neben dem M.2-Steckplatz selbst noch einen Kühlkörper und ARGB-Beleuchtung bietet.

Wir haben beide Adapter im Test, gehen dabei auf zusätzliche Features ein und vergleichen die Performance der über die Adapter angebundenen NVMe-SSD mit dem direkten Betrieb im M.2-Steckplatz des Mainboards.

Technische Daten

Modell SST-ECM21-E SST-ECM24-ARGB
Anschluss PCI Express x4 PCI Express x4
SSD-Schnittstelle M.2 (PCI Express; M-Key) M.2 (PCI Express; M-Key)
Unterstützte M.2-SSD-Länge 30 mm, 42 mm, 60 mm, 80 mm 30 mm, 42 mm, 60 mm, 80 mm
Abmessungen 120 mm (B) x 23 mm (H) x 104 mm (T) 121 mm (B) x 20 mm (H) x 130 mm (T) (inkl. Kühlkörper)
Gewicht 57 g 110 g (inkl. Kühlkörper)
Besonderheiten Schraubenloses Design für M.2-SSD Aluminium-Kühlkörper mit ARGB-Beleuchtung
Preis € 17,85* € 25,35*

SST-ECM21-E im Detail

Die SST-ECM21-E-Adapterkarte kommt zusammen mit einer kürzeren Slotblende und einer Anleitung in einem kompakten Karton. Auch Schrauben befinden sich im Lieferumfang, werden Dank der werkzeuglosen Befestigung aber nicht benötigt.

Das PCB ist schwarz, es können M.2-SSDs in vier Längen, bis hin zu maximal 80 mm, montiert werden. Für das gängige M.2-2280-Format ist bereits alles vorbereitet. Falls man kürzere SSDs verwenden möchte, kann man die Halterung natürlich auch an einer anderen Stelle einsetzen. Alternativ können auch die beiliegenden Schrauben zur Montage verwendet werden.

Insgesamt konzentriert man sich bei der SST-ECM21-E-Adapterkarte auf das wesentliche. Man bekommt hiermit einen weiteren M.2-Steckplatz, auf weitere Features muss man aber verzichten.

SST-ECM24-ARGB im Detail

Die SST-ECM24-ARGB-Adapterkarte bietet neben dem M.2-Slot selbst einige weitere Features. Dies macht sich schon beim Blick auf den deutlich größeren Lieferumfang bemerkbar. Neben der Adapterkarte, der kürzeren Slotblende und der Anleitung findet man hier noch einen Kühlkörper mit ARGB-Beleuchtung, das zugehörige Anschlusskabel, Wärmeleitpads, reichlich Montagematerial und einen Schraubendreher im Karton.

Das PCB selbst ist ähnlich groß und ebenfalls schwarz. Auf eine werkzeuglose Montage der SSD verzichtet SilverStone. Die Montage gestaltet sich sehr einfach. Die M.2-SSD wird zwischen zwei verschiedene Wärmeleitpads eingebettet und von der Rückseite aus festgeschraubt. Anschließend schraubt man den Kühlkörper und die Slotblende an. Um die Steuerung der RGB-Effekte über das Mainboard zu ermöglichen muss man außerdem noch das Kabel verbinden.

Die SST-ECM24-ARGB-Adapterkarte bietet mit einem Kühlkörper und ARGB-Beleuchtung alle möglichen Features, die man sich für seine SSD wünschen kann. Zudem sind ausreichend Wärmeleitpads für einen späteren SSD-Wechsel vorhanden.

Testsystem

Performancetest

Für den Performancevergleich nutzen wir die Crucial P5 mit 2 TB, die wir erst vor kurzem im Test hatten. Da der Füllstand stark abweicht haben wir die SSD auch intern neu getestet, weshalb die Werte vom damaligen Test abweichen können. Wir verbauen die SSD intern, mit dem SST-ECM21-E und anschließend mit dem SST-ECM24-ARGB und testen sie mit den Programmen AS SSD und CrystalDiskMark.

AS SSD

intern SST-ECM21-E SST-ECM24-ARGB
SEQ Lesen 2280,58 MB/s 2289,35 MB/s 2322,72 MB/s
SEQ Schreiben 1712,74 MB/s 1695,54 MB/s 1828,94 MB/s
4K Lesen 39,58 MB/s 39,50 MB/s 39,50 MB/s
4K Schreiben 71,02 MB/s 71,19 MB/s 71,14 MB/s
4K-64-THRD Lesen 1707,01 MB/s 1708,19 MB/s 1707,68 MB/s
4K-64-THRD Schreiben 1984,04 MB/s 1907,17 MB/s 1897,11 MB/s
Zugriffszeit Schreiben 0,107 ms 0,107 ms 0,107 ms MB/s
Score Lesen 1975 1977 1979
Score Schreiben 2226 2148 2161
Score Gesamt 5180 5103 5149

Im AS SSD-Benchmark liegen alle drei Varianten sehr nah beieinander. In den meisten Fällen liegt die intern verbaute SSD leicht vorne, teils trifft dies aber auch auf die Adapter zu. So erreichen wir mit der SST-ECM24-ARGB-Adapterkarte ~116 MB/s mehr beim sequenziellen Schreiben als intern.

CrystalDiskMark

intern SST-ECM21-E SST-ECM24-ARGB
SEQ Q32T1 Lesen 3184,00 MB/s 3128,30 MB/s 3160,50 MB/s
SEQ Q32T1 Schreiben 3139,00 MB/s 3004,30 MB/s 3064,50 MB/s
4K Q32T1 Lesen 684,10 MB/s 669,90 MB/s 680,40 MB/s
SEQ Q32T1 Schreiben 627,20 MB/s 623,40 MB/s 628,85 MB/s
SEQ Lesen 1960,00 MB/s 1938,70 MB/s 1862,00 MB/s
SEQ Schreiben 1689,00 MB/s 1686,00 MB/s 1705,00 MB/s
4K Lesen 57,30 MB/s 56,63 MB/s 56,88 MB/s
4K Schreiben 120,80 MB/s 118,00 MB/s 119,35 MB/s

Im CrystalDiskMark ist das Bild sehr ähnlich. Alle drei Varianten liegen dicht beieinander, in den meisten Fällen liegt die intern verbaute SSD knapp vorne.

Insgesamt ist die Performance über die PCIe-Adapter als positiv zu bewerten. Die SSD ist in allen drei Fällen über PCI Express x4 angebunden, die SSD wird in keinem Fall limitiert und die gemessenen Werte sind sich sehr ähnlich. Ein größerer Performanceverlust durch die Adapterkarten ist nicht bemerkbar.

In den meisten Fällen liegt die SST-ECM24-ARGB-Adapterkarte vor der SST-ECM21-E-Adapterkarte. Grund dafür ist sehr wahrscheinlich der zusätzliche Kühlkörper für die SSD, welcher bei unserem Mainboard ebenfalls vorhanden ist. Ganz ohne Kühlkörper erreichen wir teils 75°C, weshalb ein kurzes Drosseln möglich wäre. Intern erreichen wir dagegen mit Kühlkörper maximal 56°C, mit dem Kühlkörper der SST-ECM24-ARGB-Adapterkarte sogar nur 50°C. Dieser Punkt sollte allerdings nicht als Problem der SST-ECM21-E-Adapterkarte, sondern als Problem der SSD gesehen werden, das zeigt, dass ein Kühlkörper in vielen Fällen durchaus sinnvoll sein kann.

Fazit

Abschließend können wir die beiden Adapter aus dem Hause SilverStone, vor allem in Bezug auf die Performance, weiterempfehlen. Die günstigere ECM21-E-Adapterkarte erreicht beim Lesen im Durchschnitt 99,3% der Transferrate der intern verbauten SSD, beim Schreiben sind es immer noch 98,1%. Die teurere ECM24-ARGB erreicht, verglichen mit der internen SSD, beim Lesen sogar 99,4% der Transferrate und beim Schreiben 99,7%. Die Abweichungen und Nachteile sind damit in Benchmarks nur minimal und im Alltag wohl nicht existent. Während beide Adapter im Performancetest überzeugen können, bietet der Preis leider einen Anlass zur Kritik. Auch andere Hersteller haben Adapter, teils auch mit Kühlkörper und ARGB, im Sortiment. Diese bieten teilweise mehr oder sind deutlich günstiger.

Auf Grund des Preis-Leistungs-Verhältnisses erhält die ECM21-E letztendlich mit 89/100 Punkten den Silver-Award. Mit 92/100 Punkten erhält die ECM24-ARGB unseren Gold-Award.

Welche Karte für euch die richtige ist hängt von den benötigten Features ab. Wer einen weiteren M.2-Steckplatz will und nicht mehr benötigt, der kann zur ECM21-E-Adapterkarte greifen. Man sollte aber berücksichtigen, dass ein zusätzlicher Kühlkörper je nach Anwendung bei intensiven und längeren Schreibvorgängen Vorteile bietet. Viele M.2-SSDs bieten mittlerweile aber auch von Haus aus einen Kühlkörper.

Wer nicht auf einen Kühlkörper verzichten möchte und Fan von RGB-Beleuchtung ist, der sollte zur ECM24-ARGB-Adapterkarte greifen. Diese bietet insgesamt einfach mehr, zu einem geringen Aufpreis.

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Philipp Schneider

Ich bin Philipp, interessiere mich schon immer sehr für Technik, bastele gerne an PCs herum und mag es einfach neues zu testen. Aktuell beschäftigen mich neben PCs und Hardware vor allem Themen wie Smart Home und Smartphones, aber auch Heimkino, Konsolen und Gaming. Neben Technik interessiere ich mich vor allem fürs Reisen und Sport.

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