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Thermaltake Level 20 VT im Test – Die „Pocket Rocket“ unter den Gehäusen?!

Der Hersteller Thermaltake hat derzeit verschiedene Gehäuse-Serien im Angebot. Dazu zählen unter anderem auch die Tower aus der Premium-Serie „Level 20“. Im August 2018 wurde diese Serie unter anderem um das Level 20 VT erweitert. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Cube-Gehäuse (Würfel) für µATX-Mainboards. Es ist nur in einer schwarzen Version mit silbernen Akzenten erhältlich und kostet derzeit € 84,95 *.

Der Hersteller wirbt für die „Pocket Rocket“ mit einer Premium-Verarbeitung, einem guten Airflow und einer herausragenden Kompatibilität für Wasserkühlungs-Komponenten. Diese ganzen Features wurden laut Thermaltake in einem einzigartigen und platzsparenden Gehäuse mit einer einem ultra-modernen Design verpackt. Ob das Thermaltake Level 20 VT diesen Lobeshymnen gerecht werden kann und wie es allgemein abschneidet, werden wir in diesem Review für euch herausfinden.

Technische Details

Modell: Thermaltake Level 20 VT
Gehäuse Typ: Cube
Abmessungen: 330 mm (B) x 348 mm (H) x 430 mm (T)
Gewicht: 8,66 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Hartglas
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 2x USB 2.0, 1x Lautsprecher, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 3x 3,5″ oder 2,5″ (intern)
3x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 5
Formfaktoren: mATX, mini-ITX
Belüftung: Front: 1x 200/ 2x 140/ 1x 120 mm
Heck: 1x 140/ 1x 120 mm
Deckel: 2x 140/ 4x 120 mm
Boden: 2x 120 mm
Radiatoren: Front: 1x 240/ 1x 180/ 1x 140 mm
Deckel: 1x 280/ 2x 240/ 1x 180 mm
Heck: 1x 120 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 185 mm
Max. Grafikkartenlänge: 350 mm
Max. Netzteillänge: 200 mm (mit Lüfter im Boden)
Platz für Kabelmanagement: nicht begrenzt
Preis: € 84,95 *
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, vier Seitenteile aus Glas

Lieferumfang

Das Thermaltake Level 20 VT kommt gut und sicher verpackt in einem braunen Karton mit schwarzer Schrift und ist von einem weichen Styropor-Schaum umhüllt. Des Weiteren hat der Hersteller alle vier Glaselemente mit einer zusätzlichen Schutzfolie beklebt um diese vor Kratzern zu schützen. Das mitgelieferte Zubehör wurde in einem durchsichtigen Plastikbeutel innerhalb des Gehäuses mit einem Kabelbinder befestigt. Dieser Beutel beinhaltet alle wichtigen Schrauben, eine Netzteilhalterung, sechs schwarze Kabelbinder und eine bebilderte Anleitung in mehreren Sprachen. Außerdem gehört zum Lieferumfang der bereits vorinstallierte Lüfter mit einer Rahmengröße von 200 mm.

Außeneindruck

Das Thermaltake Level 20 VT ist äußerlich auf jeden Fall sehr auffällig gestaltet. Der Stahlkorpus ist von vier Seiten mit Elementen aus Tempered Glass bedeckt. Dadurch wirkt es auf den ersten Blick ein wenig wie ein Aquarium. Aber beginnen wir in der Front. Diese zeichnet sich durch eine große Scheibe aus Tempered Glass aus und wurde im unteren Bereich mit Namen und Logo des Herstellers bedruckt. Der Rest des Frontpanels besteht aus Kunststoff und zwei silbernen Akzentstreifen, die ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sind. Um den Innenraum vor Staub zu schützen, befindet sich hinter der Glasscheibe zudem ein Staubfilter. Dieser ist allerdings aus einem recht groben Mesh gefertigt und hält vermutlich nur das nötigste ab. Mit einem kräftigen Ruck lässt sich das Frontpanel abziehen und gibt den Blick auf den vorinstallierten 200 mm-Lüfter frei.

Wie auch die Front, wird der Deckel durch eine großes Element aus Tempered Glass dominiert. Dieses Element befindet sich auf einem Stahlrahmen mit Abziehhilfe und ist mit zwei Rändelschrauben an der Rückseite befestigt. Zudem wurde die Scheibe mit vier Standoffs etwas angehoben. Dadurch entsteht ein Spalt, durch den die warme Luft aus dem Inneren nach außen gelangen kann. Im vorderen Bereich des Deckels befindet sich zudem das nach oben gerichtete I/O-Panel. Dieses wurde mit zwei USB 3.0-Anschlüssen, zwei USB 2.0-Anschlüssen, sowie zwei HD-Audio-Headern für Kopfhörer und Mikrofon ausgestattet.

Das linke und das rechte Seitenteil sind ähnlich aufgebaut wie das Glas-Element im Deckel. Einziger Unterschied ist hier jedoch, dass die Seitenteile bündig mit dem Korpus abschließen und hier kein Spalt für eine Luftzirkulation vorhanden ist.

Ein Blick auf die Rückseite offenbart eine weitere Besonderheit des Cube-Gehäuses. Beim Level 20 VT ist das Mainboard-Tray waagerecht gelagert. In einer Kammer darunter befinden sich die Montageposition für das Netzteil und der HDD-Käfig. Erweiterungskarten werden außerhalb des Gehäuses verschraubt.

Auch der Boden verfügt über ein abnehmbares Element, welches mit einem feinen Staubfilter für das Netzteil und weiteren Lüfteröffnungen versehen wurde. Schade ist hier allerdings, dass die zusätzliche Lüfteröffnung im Boden nicht über einen Staubfilter verfügt.

Die allgemeine Verarbeitung ist gut. Es gibt keine Lackierungsfehler oder scharfe Kanten. Außerdem schließen alle modularen Elemente bündig ab und es gibt keine auffälligen Spaltmaße.

Inneneindruck

Befreit man den Korpus von allen Seitenteilen und dem Frontpanel erhält man streng genommen ein Gestell mit einem Innenvolumen von fast 50 Litern. Wie im vorherigen Abschnitt bereits erwähnt wurde, ist das Mainboard-Tray im Level 20 horizontal gelagert und verfügt über ausgestanzte Abstandshalter für das Mainboard. Außerdem gibt es einen großen Ausschnitt für die nachträgliche Montage von CPU-Kühlern mit Backplate. Spezielle Öffnungen für das Kabelmanagement hat Thermaltake dem Mainboard-Schlitten leider nicht spendiert.

Unterhalb der Mainboard-Ebene wird das Netzteil angebracht. Außerdem findet man hier einen HDD-Käfig für bis zu drei 3,5″- oder 2,5″-Datenträger. Benötigt man diesen Käfig nicht, kann er durch die Entfernung von drei Schrauben auch demontiert werden. Wer im Thermaltake noch mehr Festplatten verbauen möchte, für den gibt es auf der rechten Seite drei weitere Rahmen für 2,5″-SSDs oder -HDDs. Diese sind aus Kunststoff gefertigt und verfügen über einen Mechanismus zur werkzeuglosen Befestigung. Auch hier setzt Thermaltake auf eine einfache Befestigung mit einer Rändelschraube pro Rahmen.

Im oberen Bereich hat der Hersteller zudem noch vier Schienen mit diversen Bohrungen angebracht. Diese dienen beim Einbau einer Wasserkühlung als mögliche Haltepunkte für Radiatoren. Die Schienen sind aus Metall gefertigt und die Halterung wirkt solide.

Montageschienen für Radiatoren

Betrachtet man den Korpus etwas genauer, dürfte einem schnell auffallen, dass alle Seiten gleich groß sind. Dadurch ist es möglich alle Seitenfenster und das Bodenelement zu tauschen. Gefällt einem die horizontale Position des Mainboard also nicht, könnte man den Korpus als auch um 90 Grad drehen. Auch das I/O- und das Frontpanel lassen sich entsprechend ummontieren.

Symmetrische Seitenteile

Systembau im Thermaltake Level 20 VT

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen Intel Xeon 1230v3 auf einem Gigabyte H87M-D3H mit 16GB RAM. Der Xeon wird durch einen LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120 gekühlt. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS* zuständig. Die Stromversorgung erledigt das nichtmodulare Berlin Pro RGB 650W* mit RGB-Lüfter. Um die Verkabelung optisch noch etwas aufzuwerten, wurden zudem einzeln gesleevte Kabelverlängerungen von Phanteks verwendet.

Bevor der Einbau aller Komponenten beginnen kann, empfiehlt sich zuerst die Demontage sämtlicher Seitenteile, der Leisten für Radiatoren und des Frontpanels. Anschließend hat man einen nahezu uneingeschränkten Zugriff auf den Innenraum.

Die Montage des Netzteils erfolgt in der unteren Kammer. Damit das PSU nicht nur an den vier Schrauben an der Rückseite hängt, liefert Thermaltake eine zusammensteckbaren Halterahmen mit. Hier ist die Anleitung allerdings etwas ungenau und es musste etwas experimentiert werden um die richtige Montageposition zu finden.

Ansonsten lief der Einbau aller Komponenten einwandfrei. Das Level 20 VT bietet Platz für 350 mm lange Grafikkarten und 185 mm hohe CPU-Kühler. Damit steht dem Einbau von aktuellen High-End-Komponenten nichts im Wege. Aber auch Vertreter aus dem Wasserkühlungsbereich dürften mit diesem Cube ihr Freude haben. So lassen sich im Innenraum bis zu drei 240 mm-Radiatoren gleichzeitig verbauen.

Nach dem Einbau und der anschließenden Verkabelung waren wir mit dem Gesamtergebnis allerdings noch etwas unzufrieden. Durch die fehlen Kabelöffnungen und den großen freien Bereich hinter dem Frontlüfter ließen sich die Kabel teilweise nur unzureichend verstecken. Dadurch wirkt der Innenraum etwas unordentlich.

Lässt man aber die Kabelverlängerungen weg und legt das ein oder andere Kabel unter dem Mainboard durch, kann sich das Gesamtergebnis durchaus von allen Seiten sehen lassen. Die Flachband-Kabel des Netzteils waren hier definitiv von Vorteil.

Der Einbau der Datenträger ist gut gelöst. Sämtliche Trays und der HDD-Käfig sind modular aufgebaut und können bei Bedarf komplett entfernt werden. Im HDD-Käfig erfolgt die Montage der Kunststoffrahmen mit eingebauten Gummiringen zur Entkopplung. Diese Rahmen unterstützen die werkzeuglose Montage von 3,5″-Datenträgern oder die Verschraubung von 2,5″-SSDs. Die Trays auf der rechten Gehäuseseite unterstützen jeweils ein 2,5″-Gerät. Durch die einseitige Verschraubung wackelt der verbaute Datenträger aber leider etwas hin und her.

Wie bei jedem Review darf natürlich auch der Temperaturtest nicht fehlen. Dazu wurde bei einer Raumtemperatur von 20 °C 15 Minuten lang Prime95 und Furmark ausgeführt und mit dem CPUID HWMonitor anschließend die Temperatur von Prozessor und Grafikkarte ermittelt. Der Test wurde in vier verschiedenen Szenarien durchgeführt und in der nachfolgenden Tabelle abgebildet.

Lüftergeschwindigkeit
Temperatur
CPU: 100%
Gehäuselüfter Front: 100%
CPU: 76 °C
GPU: 70 °C
CPU: 100%
Gehäuselüfter Front: 100%
Gehäuselüfter Heck: 100%
CPU: 71 °C
GPU: 70 °C
ohne Frontpanel
CPU: 100%
Gehäuselüfter Front: 100%
CPU: 68 °C
GPU: 68 °C
ohne Frontpanel
CPU: 100%
Gehäuselüfter Front: 100%
Gehäuselüfter Heck: 100%
CPU: 66 °C
GPU: 65 °C

Der Test zeigt, dass das Frontpanel zumindest in Bezug auf die CPU-Temperaturen einen negativen Effekt hat und den Airflow merkbar reduziert. Außerdem kann man erkennen, dass ein nachträglich installierter Hecklüfter die Temperaturen im CPU-Bereich bei angebrachten Frontpanel spürbar senkt. Denkt man über den Erwerb des Level 20 VT nach, dann sollte man also mindestens noch einen weiteren Lüfter mit in den Warenkorb legen. Ein Airflow-Wunder ist dieses Cube-Gehäuse dann aber immer noch nicht.

Fazit zum Thermaltake Level 20 VT Test

Eines ist beim Thermaltake Level 20 VT klar: es ist ein auffälliges Gehäuse in dem man seine High-End-Komponenten sehr gut zur Schau stellen bzw. beleuchten kann. Durch die vier Elemente aus gehärtetem Glas hat man fast aus jeder Position einen guten Blick auf die Innereien. Was jedem Interessenten vor dem Kauf aber auch klar sein sollte, ist die Tatsache, dass das Level 20 VT mit einem Innenvolumen von 50 Litern nicht gerade klein ist und auf dem Schreibtisch doch recht wuchtig wirkt. Die Herstellerbezeichnung „Pocket Rocket“ ist also in unseren Augen etwas irreführend. Dafür passen aber selbst größte Komponenten und eine potente Wasserkühlung in dieses Cube-Gehäuse. Kombiniert man das mit RGB-Elementen erhält man einen gut verarbeiteten Hingucker. Durch die restriktive Front sollte man aber definitiv in weitere Lüfter investieren und die Temperaturen im Auge behalten.

Mit einem Preis von € 84,95 * hat der Cube aber auch viel Konkurrenz. Diese bieten zwar nicht dasselbe Cube-Format und keine vier Glaselemente, dafür sind die Konkurrenten teilweise aber günstiger und unterstützen zudem ATX-Boards.

Thermaltake Level 20 VT

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein echtes Show-Case mit viel Platz und Glas, aber einem begrenzten Airflow.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Der Hersteller wirbt für die „Pocket Rocket“ mit einer Premium-Verarbeitung, einem guten Airflow und einer herausragenden Kompatibilität für Wasserkühlungs-Komponenten. Diese ganzen Features wurden laut Thermaltake in einem einzigartigen und platzsparenden Gehäuse mit einer einem ultra-modernen Design verpackt. Ob das Thermaltake Level 20 VT diesen Lobeshymnen gerecht werden kann und wie es allgemein abschneidet, werden wir in diesem Review für euch herausfinden.
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