PC- & Konsolen-Peripherie

Elgato Wave DX Test: Professionelles Streaming- und Podcast-Mikrofon

Hersteller Elgato bietet in seinem Line-up alles, was das Herz eines Content Creators begehrt. Von der Webcam über Capture Cards, Green Screens bis hin zu Beleuchtung und dem fast schon legendären Stream Deck. Eines fehlte im Portfolio allerdings bislang noch: ein professionelles XLR-Mikrofon. Diesen Umstand behebt man nun und reicht nach den USB-Mikrofonen Elgato Wave:3 (unser Test) und Wave:1 ein XLR-Modell nach. Was das auf dem Kasten hat und ob sich die Anschaffung lohnt klärt unser Elgato Wave DX Test.

Technische Daten

Abtastrate 96.000 Hz
Bitrate 24 Bit
Anbindung XLR (3-polig)
Impedanz 600 Ohm
Empfindlichkeit 2.5 mV/Pa, -52 dbV/Pa
Richtcharakteristik Kardioide
Frequenzbereich 50 Hz – 15 kHz
Abmessungen (H x B x T) 146 mm x 53 mm x 53 mm
Gewicht 440 Gramm
Preis € 119,99 *

Elgato Wave DX Test: Der Lieferumfang

Das Elgato Wave DX Mikrofon kommt, wie mittlerweile sämtliche Peripherie des Herstellers, in einem schlichten und schicken blauen Karton samt weißer Schrift daher. Wie für Elgato üblich, präsentiert sich der Lieferumfang schön sauber unterteilt und aufgeräumt.

Umso erstaunter waren wir über den Umstand, wie wenig sich eigentlich in dem Karton befindet. Denn neben dem eigentlichen XLR-Mikrofon legt man lediglich eine Schnellstart-Anleitung, sowie die obligatorischen Sicherheitshinweise bei.

Ein Kabel oder eine Tischhalterung, um das Mikrofon überhaupt erst nutzen zu können, suchst du vergeblich und musst diese – sofern nicht bereits vorhanden – nachkaufen und wirst zusätzlich zur Kasse gebeten.

Bedeutet: Mit dem, was sich du im Lieferumfang findest, kannst du das Mikrofon also noch gar nicht nutzen. Für unseren Test hat uns der Hersteller zwar zusätzlich mit dem Wave XLR Audio-Interface, dem flachen Low-Profile Mikrofonarm Wave Mic Arm LP und dem Elgato XLR-Kabel ausgestattet, ab Werk musst du das alles aber separat dazukaufen – vorausgesetzt du hast noch nichts davon in deinem Setup.

Design und Verarbeitung

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Minimalistisches Design
  • Mikrofon ohne jegliche Knöpfe oder Bedienelemente

Simpel und minimalistisch präsentiert sich das Design des Elgato Wave DX, das im Groben das Auftreten der USB-Geschwister aus der Wave-Serie aufgreift. Dich erwartet also ein aus schwarzem Metall gefertigtes Mikrofon, dessen Body zu zwei Dritteln mit einem Metallgitter überzogen ist, hinter dem die Mikrofonmembran Platz findet.

An der Vorderseite darunter das in weißer Farbe abgesetzte Herstellerlogo. Sieht aus wie ein Knopf, ist aber keiner. Schade. Auf der Rückseite findet die Montagehalterung Platz, mit dem du das Mikrofon mittels 1/4“-, 3/8“- oder 5/8“-Gewinde an einem Standfuß, Mikrofonarm oder ähnlichem anbringst.

Dieser ist ebenfalls aus Metall gefertigt, fällt sehr robust aus und lässt sich auf Wunsch sogar abnehmen. Ein 3/8“- und 5/8“-Gewinde-Adapter sollen sich, laut Verpackung, im Lieferumfang befinden – bei unserem Testmodell war dies allerdings aus unerklärlichen Gründen nicht der Fall.

Insgesamt bringt das Elgato Wave DX, ohne Kabel, satte 440 Gramm auf die Waage – was für eine robuste Verarbeitung spricht. Das reine Mikrofon ist 144 mm hoch, 53 mm breit und 53 mm tief. Der Anschluss für das XLR-Kabel befindet sich an der Unterseite.

Bedienelemente oder ein Lautstärkerad bietet das Mikrofon keine und verlässt sich damit vollends auf ein XLR-Audio-Interface wie Elgatos rund 170 Euro teures Wave XLR. Die Verarbeitung des Mikrofons fällt jedenfalls hochwertig aus. Alles wirkt wie aus einem Guss.

Elgato Wave DX
Anschluss findet das Elgato Wave DX ausschließlich über einen 3-PIN-XLR-Anschluss.

Inbetriebnahme und Bedienung

  • Einfache Inbetriebnahme
  • Durchdachte, intuitive Bedienung mit Wave XLR Audio-Interface

Die Inbetriebnahme des Elgato Wave DX ist in Kombination mit dem Wave XLR ein Kinderspiel. Zunächst verbindest du das Audio-Interface via USB-C- auf USB-A-Kabel mit PC oder Notebook und schließt das Mikrofon mittels XLR-Kabel an die Rückseite an. Schon ist das Audio-Duo einsatzbereit, ohne dass du Treiber installieren müsstest.

Optional empfiehlt sich der Download der Wave Link-Software des Herstellers, mit der du weiteren Einfluss auf die klanglichen Eigenschaften nehmen kannst, doch dazu später mehr.

Praktisch: An die Rückseite des Wave XLR kannst du via 3,5-mm-Klinke auch einen Kopfhörer oder ein Headset anschließen, das du zum Mic-Monitoring nutzen kannst. Und das ganz ohne Verzögerung. Dabei lässt sich das Wave XLR auch mit sämtlichen anderen XLR-Mikrofonen wie beispielsweise dem erst im Juli von uns getesteten FDUCE SL40 verwenden.

Das Audio-Interface findet dabei dank einer gummierten Unterseite sicher auf dem Schreibtisch Halt und wartet mit einigen praktischen Funktionen auf. So bietet es beispielsweise eine rauscharme Mikrofonverstärkung von bis zu 75 dB und ist dank Clipguard in der Lage, unschönes Sound-Clipping zu verhindern.

Sprichst du also zu laut, sodass es beim Pegel zu Verzerrungen kommen würde, leitet Clipguard den Sound auf einen zweiten Signalweg mit geringerer Lautstärke um, um so jederzeit eine saubere Akustik zu gewährleisten.

Elgato Mikrofonarm
Mit dem Low-Profile-Mikrofonarm ist das Setup schnell einsatzbereit.

Durchdachte Bedienung

Es dient auch der Bedienung des Elgato Wave DX-Mikrofons. In der Mitte findest du einen großen Drehknopf, dem mehrere Funktionen innewohnen. Per Druck wechselst du zwischen der Einstellung der Eingangsverstärkung (Gain), der Ausgangslautstärke für das Monitoring und kannst zwischen Mikrofon- und PC-Mix überblenden.

Das alles wird durch einen Leuchtring aus LED-Punkten um den Drehknopf herum angezeigt. Je mehr LEDs leuchten, desto höher ist die Verstärkung oder Lautstärke. Hältst du die Taste gedrückt, kannst du zudem die 48V-Phantomspeisung ein- und ausschalten. Die ist – kurz gesagt – dazu da, ein Kondensatormikrofon aufzuladen, um es nutzen zu können. Im Falle des Wave DX benötigst du diese allerdings nicht.

Über eine kapazitive Mute-Taste an der Oberseite des Audio-Interface kannst du zudem das Mikrofon schnell stummschalten, während du due LED-Beleuchtung über die Begleit-App farblich verändern kannst. Anschluss und Bedienung fallen damit denkbar simpel aus, nun musst du dich also nur noch um einen Standfuß oder Mikrofonarm kümmern.

Aufnahmequalität des Elgato Wave DX

  • Hervorragende, dynamische und warme Stimmwiedergabe
  • Hohe Lautstärke und Pegelfestigkeit

Das dynamische Kapselmikrofon Elgato Wave DX nimmt mit einem Kardioiden-Klangmuster auf und sollte damit die eigene Stimme hervorragend isolieren und Umgebungsgeräusche einblenden. Dafür ist es allerdings nötig, front bzw. in die Oberseite des Mikros zu spreche. Elgato empfiehlt hier einen Abstand von rund 8-12 cm zwischen Wave DX und Mund.

Abgedeckt wird ein Frequenzbereich von 50 Hz bis 15.000 Hz und das bei einer eindrucksvollen Sensibilität von 2.5 mV/Pa, -52 dbV/Pa. Der Hersteller verspricht zudem eine Sprach-Optimierung, die eine besonders warme und natürliche Darstellung erlaubt. Der Pop-Filter, der scharfe S- und Plosiv-Laut abmildert, ist zudem direkt in das Mikrofon integriert.

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Ein Vorteil eines analogen XLR-Mikrofons liegt natürlich in der Modularität des Systems. Denn anders als bei einem USB-Mikrofon, kannst du hier Mic, Verstärker und Wandler getrennt voneinander auswählen und damit direkten Einfluss auf die Soundqualität nehmen. Doch wie gut klingt das Elgato Wave DX denn nun überhaupt?

Die kurze Antwort: Hervorragend. Mit einer maximalen Qualität von 24-Bit und 96.000 Hz erreicht es Studioqualität und schnell wird klar, dass der Hersteller hier nicht zu viel versprochen hat. Besonders der Dynamikumfang, mit dem das Mikrofon die Stimme aufnimmt, ist hervorragend.

Auch die maximale Lautstärke, gerade in Kombination mit dem im Interface integrierten Verstärker, kann auf ganzer Linie überzeugen und nimmt die Stimme auch problemlos aus 2-3 Metern Entfernung noch immer kristallklar und ohne Hall oder Rauschen auf.

Software-Anbindung: Elgato Wave Link

  • Übersichtliche Software
  • Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten durch VST-Plugins

Nicht zwingend notwendig, aber sehr praktisch fällt zudem die Begleit-Software Elgato Wave Link aus, die mit einem klaren, übersichtlichen Interface aufwartet. Hier nimmst du beispielsweise Firmware-Updates für das Elgato Wave DX vor, passt die Samplerate bzw. Qualität an und stellst verschiedene Audioverbesserungen ein.  Außerdem lässt sich hier die RGB-Beleuchtung einstellen und direkt auf der Hardware abspeichern.

Gleichzeitig erlaubt die Software aber auch das Audio-Mixing aus bis zu acht Audioquellen – was vor allem dann wichtig wird, wenn du professionell arbeiten willst. Außerdem kannst du wahlweise verschiedene VST-Plugins installieren, die dir zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

So stehen dir beispielsweise umfangreiche Equalizer, Kompressoren, KI-gestützte Rausch-Reduktionsplugins oder kleine Tools zur Verfügung, mit denen du deine Stimme mit zusätzlichen Effekten versehen kannst. Sehr praktisch, um wirklich das Maximum aus deinem Mikrofon herauszuholen.

Elgato Wave DX Test: Fazit

Mit dem Elgato Wave DX bringt der Hersteller die Expertise aus seinen gelungenen USB-Mikrofonen nun endlich auch in das analoge XLR-Mikrofon-Segment. Technisch leistet das Wave DX einen hervorragenden Job und kann klanglich mit einer warmen, detaillierten und angenehm lauten Stimmübertragung punkten.

Besonders im Elgato-Ökosystem, in Verbindung mit dem Wave XLR und der entsprechenden Software, ergeben sich schier unendliche Möglichkeiten, auf den Klang Einfluss zu nehmen.

In Verbindung mit den smarten Funktionen und der einfachen Bedienung des Wave XLR schnürt Elgato hier ein stimmiges Gesamtpaket, das letztlich aber vergleichsweise teuer ausfällt. Wer aber ohnehin bereits im Ökosystem unterwegs ist oder künftig auf weitere Elgato-Produkte setzen will, kann bedenkenlos zugreifen und wird sich garantiert an der Audioqualität erfreuen.

Elgato Wave DX Test: Silver Award

Elgato Wave DX

Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

87/100

Hochwertig verarbeitetes und sehr gut klingendes XLR-Mikrofon, das sich im Elgato-Ökosystem besonders wohl fühlt. Der Preis fällt für den gebotenen Lieferumfang allerdings deutlich zu hoch aus.

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