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InnoCN 27C1U Test: Simpler 4K-Monitor mit Stärken und Schwächen

Dass ein überzeugender Monitor mit 4K-Auflösung und exzellenter Farbdarstellung nicht unbedingt ein riesiges Loch in dein Portemonnaie reißen muss, will Hersteller InnoCN mit seinem Display beweisen, den man auf der Verpackung lediglich als „27 Zoll Monitor for Art“ betitelt. Eine Farbabweichung von Delta E<2, DisplayHDR 400 und USB-C-Betrieb klingen verheißungsvoll. Und tatsächlich liefert der Monitor im InnoCN 27C1U Test eine überzeugende Vorstellung ab.

Technische Daten

Display-Größe 27 Zoll / 68,58 cm
Auflösung 4K Ultra HD / 3840 x 2160 Pixel
Bildschirmaktualisierungsrate 60 Hz
Panel-Typ IPS
Bildschirmoberfläche Non-Glare
Bildformat 16:9
Helligkeit 400 cd/m²
Kontrastverhältnis 1000:1
Farbraum 100 % sRGB
96 % AdobeRGB
98 % DCI-P3
Betrachtungswinkel H: 178° / V: 178°
Krümmung keine
Reaktionszeit unbekannt
Anschlüsse 1x DP 1.4
2x HDMI 2.0
1x USB Typ C PD (Video/Data/PD 65 W)
1x USB Typ B
2x USB Typ A
Audio 1x Audio out (3,5mm-Klinke)
Integrierte Lautsprecher 2x 5 Watt
Farbe Rückseite: schwarz
Standfuß: schwarz
Abmessung (ohne Standfuß) 613,3 x 367,3 x 55,7 mm
Abmessung (mit Standfuß) 613,3 x 543,4 x 194,3 mm
Neigungswinkel -5°~20°
Hoch/runter 120 mm
Links/rechts 45°
VESA-Aufhängung 75 x 75 mm
Gewicht (gesamt) 5,66
Preis: € 449,00 *

InnoCN 27C1U Test: Der Lieferumfang

Mit dem InnoCN 27C1U konzentriert man sich auf das Wesentliche. Das wird bereits beim Anblick des schlichten, weißen Kartons offensichtlich. Dennoch fällt der Lieferumfang, nicht nur in dieser Preisklasse, üppig aus.

Neben dem Monitor selbst finden wir im fein säuberlich unterteilten Karton den zweiteiligen Standfuß, das vergleichsweise riesige Netzteil samt Stromkabel, sowie ganze drei Kabel. Ein DisplayPort- und USB-Type-C-Kabel für die Bildwiedergabe, sowie ein USB-A- auf USB-B-Upstream-Kabel.

InnoCN 27C1U Lieferumfang

Eine Anleitung, sowie ein Kalibrierungs-Datenblatt runden den Lieferumfang ab. Etwas schade: Die Kabel sind mit rund einem bzw. 1,5 Metern Länge recht kurz gehalten.

Zusammenbau und Inbetriebnahme

Der Aufbau des InnoCN 27C1U ist kinderleicht. Das liegt daran, dass der Standfuß ohne Werkzeug montiert werden kann. Einfach Basis und Standfuß mithilfe der Rändelschraube verbinden und das Duo in die dafür vorgesehene Öffnung an der Rückseite des Monitors einstecken. Fertig.

Das Display selbst verfügt praktischerweise über eine Schnellfreigabe-Taste, mit der du auf Wunsch den Standfuß schnell wieder abnehmen kannst. Beispielsweise, um den 27C1U per VESA-Halterung (75 x 75 mm) an der Wand zu befestigen. Entsprechende Schrauben liegen dem Monitor allerdings leider nicht bei. Anders als beispielsweise im Falle des LC-Power LC-M27-4K-UHD-144-V2 (unser Test).

Design und Verarbeitung

Hinsichtlich des Designs präsentiert sich der InnoCN 27C1U eher schlicht und fokussiert. Ja man könnte fast schon sagen: langweilig. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Es ist ein schlichter, vollständig in schwarzer Farbe gehaltener Monitor mit einer flachen Rückseite.

Angenehm empfinde ich, dass es oben, sowie an den beiden Seiten nahezu keine Displayränder gibt (weniger als 0,2 mm). Der Rand an der Unterseite fällt mit knapp 18 mm schon etwas breiter aus und trägt in der Mitte den Herstellerschriftzug.

Löblich: Am rechten Rand der Front finden wir Symbole, die die Position und Nutzung der an der Unterseite verbauten Tasten aufzeigen. Die Basis des Standfußes, Höhenverstellung und Front des Standfußes weisen zudem Zahlen auf, an denen sich der Winkel der Drehung oder die Höhe schnell ablesen lässt. Ein nettes und durchaus praktisches Detail. Die Zahlenreihe (in 2er Schritten von 0 bis 20) an der Vorderseite erschließt sich mir jedoch nicht.

Der Standfuß weist im unteren Drittel ein großes Loch auf, durch das sich Kabel platzsparen führen lassen. An der Unterseite finden wir, in mittiger Position, die verschiedenen Anschlüsse. Am rechten Rand hingegen sitzen die fünf Tasten, mit denen der Monitor bedient wird. Die Power-Taste (ganz rechts) leuchtet im eingeschalteten Zustand zudem blau, bei der Bilddarstellung weiß.

Als angenehm empfinde ich zudem die quadratische Basis, auf der der InnoCN 27C1U ruht. So kommen wir insgesamt auf eine Tiefe von 194 mm, womit der Monitor auch auf schmaleren Ablageflächen Platz findet und zudem gut ausbalanciert ist.

Verarbeitung des InnoCN 27C1U

Die Verarbeitungsqualität geht, gemessen am niedrigen Preis, in Ordnung. Der Großteil der Konstruktion ist aus Plastik gefertigt. Das passt größtenteils, allerdings knarzt unser Testexemplar am linken Rand unter leichtem Druck etwas besorgniserregend. Ansonsten stechen zwei minimale Verarbeitungsfehler in den beiden oberen Ecken des Bildschirms ins Auge.

Beim Heranzoomen mit der Kamera fördern sie ein „+“ und ein „-“ Symbol zu Tage. Vielleicht doch beabsichtigt? Man weiß es nicht. Wirklich tragisch ist das alles nicht. Die Verarbeitung geht voll in Ordnung.

InnoCN 27C1U Verarbeitung
Stark herangezoomt stellen sich die vermeintlichen Pixelfehler als Symbole heraus.

Ausstattung und Ergonomie

Die Anschlussvielfalt des InnoCN 27C1U kann sich durchaus sehen lassen. So wartet die Unterseite des Monitor mit den folgenden Ports auf:

  • 2x HDMI 2.0
  • 1x DisplayPort 1.4
  • 1x USB-Type-C
  • 1x USB-Type-B
  • 2x USB-Type-A
  • 1x 3,5-mm-Klinke
  • 1x DC-Stromanschluss

Die Darstellung des Bildes ist über HDMI, DP und USB-C jeweils in 4K-Aufösung mit maximal 60 Hertz möglich. Gleichzeitig dient der USB-C-Port aber auch der Datenübertragung zwischen einem daran verbundenen Gerät mit einem Gerät an einem der anderen USB-Anschlüsse.

Dank PowerDelivery kannst du zudem Geräte wie beispielsweise dein Notebook oder ein Smartphone am USB-C-Anschluss mit maximal 65 Watt aufladen. Bei der Verbindung mit dem Notebook können die zusätzlichen USB-Ports zudem für die Verbindung mit Peripheriegeräten genutzt werden.

InnoCN 27C1U
Die Auswahl an Anschlüssen und deren Funktionsumfang gefallen.

Zu meinem Erstaunen musste ich jedoch feststellen, dass der InnoCN 27C1U als bislang einziger Monitor den ich getestet habe nicht in der Lage ist, das Bild über mein präferiertes USB-C- auf DisplayPort-Kabel zu übertragen.

Wer, wie ich, ein Notebook ohne DisplayPort-Anschluss nutzt und stattdessen über Thunderbolt einen externen Monitor betreibt, bei einem entsprechenden Kombi-Kabel in die Röhre. Das Bild auf dem Monitor bleibt schwarz. Warum das so ist, kann ich mir nicht erklären, da ich bislang noch bei keinem Display derlei Probleme hatte. Ärgerlich, aber zum Glück klappt die Darstellung mithilfe des beiliegen USB-C-Kabels problemlos.

Ergonomie des InnoCN 27C1U

Bei den Ergonomie-Funktionen lässt der InnoCN 27C1U hingegen keinerlei Wünsche offen. So lässt sich das Display zwischen -45 Grad und 45 Grad nach links und rechts drehen, zwischen -5 Grad und 20 Grad nach oben und unten neigen und zwischen 0 bis 120 mm in der Höhe verstellen.

Geboten wird zudem eine Pivot-Funktion, mit der du den Bildschirm um 90 Grad drehen und so das Bild vertikal darstellen kannst. Besonders praktisch: Dank verbautem Schwerkraftsensor erkennt der Monitor selbstständig, wenn du in den vertikalen Modus wechselst, und dreht das Bild (nach kurzer Verzögerung) automatisch mit. Der Weg in die Bildeinstellungen entfällt somit.

InnoCN 27C1U Pivot
Die Pivot-Funktion ist praktisch. Das Bild schautet automatisch in den vertikalen Modus. Zudem kommt man leichter an die Ports.

Die Bildqualität des InnoCN 27C1U

Die Bildqualität haben wir mit dem Messgerät Datacolor SpyderX Elite auf Herz und Nieren überprüft und dem Monitor natürlich auch ausgiebig im Prämiensatz ausprobiert. Rein technisch bekommen wir es mit einem matten, flachen IPS-Panel zu tun, das das typische Kontrastverhältnis von 1.000:1 vorweist.

Die maximale Auflösung liegt, wie bereits erwähnt, bei 3.840 x 2.160 Pixeln, also 4K. Die Helligkeit beträgt 400 cd/m², was dem InnoCN 27C1U eine VESA DisplayHDR 400-Zertifizerung einbringt. Die maximale Bildwiederholrate beträgt 60 Hz. Details zur Reaktionszeit liefert der Hersteller nicht, diese fällt allerdings recht hoch aus, womit sich der Monitor nur bedingt für den Gaming-Einsatz eignen dürfte.

InnoCN 27C1U Bild

Dabei soll sich der Monitor besonders für professionelle Farb-, Foto- und Videoarbeiten und den Office-Betrieb eignen. Dafür spricht auch eine vergleichsweise hohe DCI-P3-Farbraumabdeckung von 98 Prozent und im Durchschnitt eine Farbabweichung von DeltaE < 2. Klingt vielversprechend, also rein in den Test.

Labortest

Los geht es im Labortest mit der Farbraumabdeckung. Das Ergebnis ist nicht ganz so rosig wie vom Hersteller versprochen. Am Ende landen wir dennoch bei sehr guten 100 Prozent sRGB, 96 Prozent AdobeRGB und 96 Prozent DCI-P3.

InnoCN 27C1U Farbraumabdeckung
100 Prozent sRGB, 96 Prozent AdobeRGB und 96 Prozent DCI-P3. Die Farbraumabdeckung gefällt.

Nächster Tagesordnungspunkt: Tonwertdarstellung. Hier hält sich der 27C1U hervorragend an der Gamma 2.2-Kurve und weicht nur im mittleren RGB-Eingangsbereich minimal ab. Das passt.

InnoCN 27C1U Tonwertkurve

Auch die Helligkeits- und Kontrastwerte sehen sehr gut aus. Maximal messen wir bei 100 Prozent Helligkeit einen Wert von 452,6 cd/m² und damit nochmal deutlich mehr als die versprochenen 400 cd/m². Auch die Kontraste liegen oberhalb der angepeilten 1000:1er Marke.

InnoCN 27C1U Helligkeit und Kontrast

Etwas größere Abweichungen zeigen sich bei der Farbhomogenität des Monitors. Vor allem das untere Drittel, allem voran das Quadrat in der linken untere Ecke, weicht mitunter recht stark vom angepeilten Wert ab. Oben recht ist die Darstellung hingegen perfekt.

Die Luminanzhomogenität liegt ebenfalls auf sehr gutem Niveau, zeigt allerdings im mittleren Quadrat am linken Rand die größte Abweichung mit teils bis zu 11 Prozent (bei 50 Prozent Helligkeit). Im Zentrum sieht es hingegen deutlich besser aus.

Wirklich gut fällt allerdings die Farbtreue der werksseitigen Kalibrierung aus. Hier erreichen wir einen absolut beeindruckenden Mittelwert von DeltaE 0,49 und kommen selbst bei maximal gemessenen Wert nicht über DeltaE 0,93. Hervorragend.

InnoCN 27C1U Farbtreue
Hier hat der Hersteller nicht zu viel versprochen. Die Farbtreue ist, durch die Bank, herausragend.

Bildtest in der Praxis

Schöne Werte also, mit denen der InnoCN 27C1U auch im Praxistest zu überzeugen mag. Egal ob bei der Bildbearbeitung mit Photoshop, dem Arbeiten mit Office, Anschauen von Websites oder Videos: Das Display punktet mit satten Farben und, für IPS-Verhältnisse, überzeugenden Kontrasten.

Was allerdings überhaupt nicht passt, ist die HDR-Darstellung. Aktivieren wir HDR (High dynamic range) in den Windows-Einstellungen, wird das Bild grau und wirkt kontrastlos und ausgewaschen. Ebenfalls ärgerlich: Adaptive FreeSync wird zudem nicht unterstützt. Obwohl der Hersteller dies auf der eigenen Homepage anpreist.

InnoCN 27C1U HDR
Mit aktiviertem HDR wirken die Farben ausgewaschen, die Kontraste schwach.

Im Gaming-Betrieb machen sich allerdings die vergleichsweise niedrige Bildrate und die recht hohe Reaktionszeit schnell bemerkbar. Gerade bei schnelleren Games wie Rennspielen oder Shootern. Entsprechend kommt es ab und zu zu unschönem Tearing.

Nette Dreingabe aber wenig überzeugend fallen zudem die verbauten 5-Watt-Stereo-Lautsprecher aus. Sie können klanglich nicht wirklich überzeugen. Das Klangbild wirkt dumpf und monoton, vor allem Höhen werden fast gänzlich verschluckt. Vorhanden? Ja. Brauchbar? Eher weniger. Hier zeigt unter anderem LC-Power, wie es besser geht.

InnoCN 27C1U Bild Praxis

Als etwas nervig empfinde ich persönlich zudem, dass ich das Display erst nach zweimaliger Betätigung des Power-Buttons ausschalten kann. Das mag zwar durchaus praktisch sein, um eine versehentliche Deaktivierung zu vermeiden. Mir gefällt es jedoch nicht.

OSD-Einstellungen

Im On-Screen-Display des InnoCN 27C1U kannst du viele verschiedene Einstellungen vornehmen. Es ist klar strukturiert und mit seinen grauen und schwarzen Farben gut ablesbar. Hier legst du beispielsweise die Bildeinstellungen fest, wählst zwischen verschiedenen Voreinstellungen oder passt die Einstellungen für die Darstellung im Bild-in-Bild- (Picture in Picture) oder Bild-neben-Bild (Picture by Picture)-Modus fest.

Hier kann der Monitor die Signale aus zwei Bildquellen gleichzeitig verarbeiten und darstellen. Außerdem lassen sich hier drei der fünf Tasten mit Hotkey-Funktionen belegen, um beispielsweise schnell die Helligkeit zu erhöhen oder die Lautstärke anzupassen.

Nerviges Problem: Passen wir die Bildeinstellungen an oder ändern den Darstellungsmodus, wird die Helligkeit jedes Mal wieder auf 50 Prozent heruntergeregelt. Dabei scheint es sich um einen Bug zu handeln.

InnoCN 27C1U Test: Fazit

Grundsätzlich gibt der InnoCN 27C1U im Test eine gute Figur ab. Dabei punktet der Monitor vor allem durch eine gute werksseitige Kalibrierung, satte Farben und gute Kontraste (zumindest für ein IPS-Panel). Hinsichtlich der Ergonomiefunktionen lässt der Monitor keine Wünsche offen und punktet durch ein schlankes, schlichtes Design. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein paar Punkte, die mich absolut stören.

Dazu zählen die Bugs mit dem OSD, dank denen ich jedes Mal die Helligkeit manuell wieder hochregeln muss. Oder die ordentliche, aber nicht vollends überzeugende Verarbeitung. Was zur Hölle hat es mit den Pixelfehlern bzw. Plus- und Minus-Symbolen in den oberen Rändern auf sich? Zudem ist die HDR-Darstellung schlicht unbrauchbar. Dasselbe gilt für die verbauten Lautsprecher.

Das Fehlen von AdaptiveSync oder ähnlichen Technologien disqualifiziert den Monitor zudem weitestgehend für all diejenigen, die gerne auch mal Spiele zocken wollen. Das kann man dem InnoCN 27C1U aber nicht vorwerfen, denn darauf ist er nicht ausgelegt. Mal abgesehen davon liefert der Monitor aber in seinem bevorzugten Anwendungsgebiet, der Bild- und Videoverarbeitung, eine wirklich gelungene Leistung ab.

Was bleibt, ist ein Monitor mit sehr guter Farbdarstellung, für den der aufgerufene Preis allerdings etwas zu hoch ausfällt. Gerade wenn man bedenkt, dass vergleichbare Konkurrenz hier bereits für unter 300 Euro zu haben ist.

InnoCN 27C1U Test: Silver Award

InnoCN 27C1U

Verarbeitung
Bildqualität
Features
Preis-Leistungs-Verhältnis

84/100

Einfacher 4K-Monitor mit vielen Anschlüssen und sehr gute Farbdarstellung, aber Schwächen beim Bild, Bugs und einem etwas zu hohen Preis.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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