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Razer BlackWidow X Chroma: Mechanische Tastatur im Test

Razer hat mit der BlackWidow X Chroma dieses Jahr eine Alternative zur beliebten BlackWidow Chroma herausgebracht. Der sofort auffällige Unterschied ist die Aluminum-Oberfläche sowie die freistehenden Schalter. Die BlackWidow X Chroma kommt mit RGB-Beleuchtung und ist somit ein wahrer Augenschmaus. In unserem Test erfahrt ihr, wie sich die Tastatur fürs Zocken und gelegentliche Office-Arbeiten eignet.

Verarbeitung

Das Tastaturgehäuse besteht aus Aluminium, was sich sehr gut und wertig anfühlt. Dadurch wird auch das relativ hohe Gewicht von 1.360 g erreicht. Es ist kein billiges Plastik, sondern ihr habt mit der Razer BlackWidow X Chroma wirklich ein Stück Metall auf eurem Schreibtisch liegen. In Zusammenspiel mit den Gummifüßen, die auch aufstellbar sind, verrutscht die Tastatur nicht und hat einen absolut sicheren Stand. So eine rutschfeste Tastatur hatte ich vorher noch nie. Das schwarze Aluminium sieht schlicht und schick aus.

Was sofort auffällt sind die freistehenden Tasten, denn die meisten Tastaturen setzen bekanntlich auf eingelassene Tasten. Hier sind sie drauf gesteckt und stehen frei. Dadurch kann man die Tasten sehr einfach abnehmen und reinigen. Doch auch während der Nutzung hat Schmutz eine kleinere Chance sich anzusammeln als bei anderen Tastaturen. Krümel fallen einfach heraus und man muss die Tastatur nicht umständlich auf den Kopf stellen und mehrere Minuten schütteln. Das ist auf jeden Fall sehr angenehm.

Auffällig ist in Bezug auf die Tasten natürlich auch die RGB-Beleuchtung, die in 20 Stufen regelbar ist. Die Tasten sind gut beleuchtet, man kann die Buchstaben und Zahlen sehr gut lesen. Auch der Beleuchtungseffekt um die Tasten herum ist schön anzusehen. Durch die transparenten Buchstaben leuchten diese auch, allerdings nur die Hauptbelegung. Betrachten wir beispielsweise die Zahlenreihe, sind nur die Zahlen beleuchtet, die Sonderzeichen jedoch nicht. Die Anzahl der Tasten ist aufs Wesentliche reduziert um Gamern höchste Konzentration zu ermöglichen. So gibt es keine dedizierten Makro-Tasten oder ähnliches. Lediglich Multimedia-Tasten sind vorhanden, jedoch auch nur als zweite Funktion der F-Leiste mit Hilfe einer FN-Taste. Fehlgriffe im Spiel sind dadurch kaum möglich, unterstützt wird das noch mit der F-Tastenreihe. Diese befindet sich nah am Haupttasten-Feld und ist leicht angeschrägt, um sich von den Haupttasten abzuheben. Durch die Nähe zu den Haupttasten-Feld erreicht man diese jedoch besser als bei anderen Tastaturen.

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Kommen wir nun zu den Anschlüssen der Razer BlackWidow X Chroma. Das Kabel hat eine Länge von etwa 210 cm und ist mit Stoff ummantelt, um robuster zu sein. Der USB-Stecker ist vergoldet. Das war es leider schon zu den Anschlüssen, denn auf USB-Ports oder Audio-Anschlüsse müssen Nutzer der BlackWidow X Chroma leider verzichten. Es wurde sich wirklich auf das Wesentliche beschränkt. Dafür gibt es auf der Unterseite für das eine Kabel noch einen Kabelkanal, der nach hinten, rechts oder links führt.

Insgesamt kann die Verarbeitung der Razer BlackWidow X Chroma beinahe komplett überzeugen. Denn die Verkleidung des beleuchteten Logos lässt ein wenig Licht durchschimmern, was einfach nicht gut und schlecht verarbeitet aussieht. Ich habe bei Razer nachgefragt und mein Kontakt hatte das Problem auch, daher gehe ich hier von keinem Einzelfall aus. Schade, da kann Razer noch nachbessern. Ansonsten passt aber alles an der Verarbeitung.

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Ausstattung

Angeschlossen wird die Tastatur über USB. Dabei setzt Razer auf die inzwischen standardmäßige, maximale Polling-Rate von 1.000 MHz. Ihr werdet also keine Verzögerung bei den Tastatureingaben feststellen können, denn diese liegt bei 1 ms. Da ihr als Hardcore-Gamer eure Tastatur vermutlich nicht teilen wollt, unterstützt die BlackWidow X Chroma kein N-Key-Rollover, sondern nur bis 10 gleichzeitige Tastendrücke.

Wie bereits angesprochen, besitzt die Razer BlackWidow X Chroma eine RGB-Beleuchtung mit 20 Helligkeitsstufen. Über die Software „Synapse“ kann die Beleuchtung geregelt werden. Leider gibt es keinen großen internen Speicher, um Profile oder Makros zu speichern, sondern nur der aktuelle Lichteffekt wird auf der Tastatur gespeichert.

Bei den Tasten setzt Razer auf eigene Razer Green Schalter, welche ein akustisches und haptisches Feedback bieten. Die Tasten müssen nicht komplett angeschlagen werden, sondern haben ihren Druckpunkt etwa bei halbem Anschlag. Bei etwa 50 g Belastung lösen die Tasten aus. Laut Razer sind die Razer Green Switches besonders fürs Gaming optimiert und bieten im Vergleich zu Cherry MX Switches bis zu 80 Millionen Tastenanschläge. Cherry MX Switches bieten dagegen nur 60 Millionen Tastenanschläge.

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Mir persönlich geben die Razer Green Switches ein zu lautes akustisches Feedback, allerdings wird die Razer BlackWidow X Chroma sicherlich auch noch mit Razer Orange Switches auf den Markt kommen, die ein wenig leiser sind und einen noch leichteren Druckpunkt haben.

Razer hat das Motto „For Gamers. By Gamers“ – auch die Razer BlackWidow X Chroma ist wieder extra für Gamer entworfen. Es gibt eine Taste zum Abschalten der Windows-Taste. So kann man nicht mehr einfach aus dem Spiel fliegen, wenn man Mal wieder versehentlich auf die Windows-Taste kommt.

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Außerdem gibt es 6 Multimedia-Tasten, die über eine FN-Taste steuerbar sind. Die Multimedia-Tasten sind als Doppelbelegung auf F1 bis F3 und F5 bis F7. Eigentlich keine ungewöhnliche Position, mir gefiel jedoch nicht, dass die FN-Taste auf der rechten Seite der Leertaste ist. So kann man mit der linken Hand zwar gut vor- und zurück skippen sowie pausieren, die Lautstärkeregelung ist jedoch nur mit zwei Händen greifbar. Wenn man mit der rechten Hand versucht die Multimedia-Tasten zu bedienen, bekommt man sofort ein Krampf in der Hand.

Zusätzlich gibt es, ebenfalls über die FN-Taste als Doppelbelegung erreichbar, noch eine Taste zum Makro-Aufnehmen. Dedizierte Tasten für die Makros gibt es jedoch nicht. Die Beleuchtungsstärke der RGBs kann auch direkt in der F-Leiste gesteuert werden.

Bei dem stolzen Preis der Razer BlackWidow X Chroma kann man eigentlich einiges erwarten. Leider wird man jedoch enttäuscht. So gibt es keine austauschbaren Tasten, um beispielsweise die Tastatur auf Mac-Layout umzustellen, noch gibt es ein Tool zum Entfernen der Tasten. Es wird lediglich die Tastatur geliefert.

Ein nettes Feature ist noch der Stromsparmodus, denn ihr könnt einstellen, dass die Tastaturbeleuchtung gemeinsam mit dem Monitor ausgeht.

Ergonomie

Kommen wir nun zum, meiner Meinung nach, wichtigsten Punkt einer Tastatur: Der Ergonomie. In diese Bewertung fließen viele subjektive Kriterien ein, bei euch kann die Tastatur daher ganz anders ankommen. Ich versuche euch dennoch einen sehr genauen Eindruck zu vermitteln, damit ihr es auch für euch abschätzen könnt.

Das erste Auffällige ist, dass es keine Handballenablage gibt. Die Tastatur kostet 190 Euro und bietet ein solches Komfort-Feature nicht – das finde ich schon krass. Klar, Gamer legen darauf nicht soviel wert wie Vielschreiber, dennoch finde ich, dass diese optional dabei sein sollte. Corsair macht das bei seinen hochpreisigen mechanischen Tastaturen auch. Bei dem Preis sollte die meiner Meinung nach nicht fehlen.

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Wenigstens der Neigungswinkel ist verstellbar, auch wenn man dort auch nur die Wahl zwischen ein- und ausgeklappt hat. Eine Zwischenstufe gibt es hier nicht. Doch auch mit ausgeklappten Füßen steht die Tastatur noch sehr fest und sicher auf dem Schreibtisch, auch bei eskalierenden Gaming-Sessions ist die Tastatur also nicht in Gefahr.

Zur Orientierung befinden sich auf der Tastatur zwei kleine Noppen auf den Tasten der Buchstaben „f“ und „j“. Somit kann man sich auch blind schnell orientieren und findet die richtigen Tasten. Ich persönlich brauche die Noppen zwar eigentlich nicht, sie sind jedoch für manche sicherlich hilfreich um besser zu tippen.

Die BlackWidow X Chroma besitzt zwar ein Standardlayout, die Multimedia-Tasten durch die Doppelbelegung sind jedoch nicht so gut zu erreichen, so wie ich es bereits angesprochen habe. Ansonsten gibt es aber keine Probleme, eine Eingewöhnungszeit entfällt.

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Durch das akustische und haptische Feedback kann man sehr gut und schnell tippen, ohne die Tasten komplett anschlagen zu müssen. Das kommt besonders Vielschreibern zu Gute, doch auch Gamer werden sich über das schnelle Erreichen des Druckpunkts freuen. Mir persönlich hat das Feedback der Razer Green Switches sehr gut gefallen, nur die Lautstärke war mir zu hoch. Auf dem Teamspeak 3 oder Discord Server habe ich öfters eine Rückmeldung bekommen, wenn ich angefangen habe etwas zu schreiben oder es Ingame zur Sache ging. Für Nutzer sind die Schalter angenehm, für Zuhörer dagegen nicht.

Software

Durch die Cloud-basierte Synapse-Software von Razer kann die BlackWidow X Chroma umfangreich eingestellt werden. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt.

Die RGB-Beleuchtung besitzt 20 Helligkeitsstufen und jede Taste kann einzeln angesprochen werden. Ihr habt also die Wahl zwischen verschiedenen Beleuchtungsprofilen, welche ihr im Video sehen könnt, oder macht einfach euer eigenes Ding.

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Jede Taste kann eine eigene Farbe zugewiesen bekommen. Neben den Razer-eigenen Profilen könnt ihr auch eigene anlegen, oder euch der Community bedienen. Auch dort findet ihr weitere Vorlagen. Besonders cool ist die Möglichkeit, Spielen Zugriff auf die Beleuchtung zu geben. So können die sogenannten Chroma-Apps euch Infos aus dem Spiel auf eurer Tastatur anzeigen. In Shootern kann sich so beispielsweise die Beleuchtung je nach verbleibenden Schüssen ändern. Im Chroma Workshop findet ihr ganz viele Vorlagen.

Doch nicht nur die Beleuchtung der Tasten kann geändert werden, auch die Tastenfunktion ist anpassbar. So könnt ihr entweder durch eine Doppelbelegung per FN-Taste Makros nutzen, oder die ganz normalen Tasten mit einer anderen Funktion belegen. Da man auch je nach Spiel ein anderes Profil nutzen kann, ist das ganze schon ganz praktisch. Warum legt ihr eure nächste Skillkombi nicht auf eine Taste eurer Wahl?

Bei der Makro-Aufzeichnung sind euch auch keine Grenzen gesetzt. Neben Tastatureingaben werden auch Mausklicks erfasst. Ihr könnt die Verzögerungen frei einstellen und die Makros so gestalten, wie ihr es braucht.

Ein cooles Feature sind die Statistiken und Heatmaps, die jedoch leider nur innerhalb von Spielen erfasst werden. Was ihr außerhalb eures Zockerdaseins am PC treibt, wird also nicht erfasst. Das könnt Razer noch ergänzen, ist für die meisten aber wahrscheinlich auch nicht so wichtig.

Die Einstellungen in Synapse können leider nicht lokal gesichert werden, sondern könnt nur mit Cloud-Account getätigt und dort gespeichert werden. Für Datenschutz-Fanatiker wohl nicht ganz das Richtige.

Fazit

Insgesamt ist die Razer BlackWidow X eine solide mechanische Tastatur. Die Verarbeitung ist bis auf eine kleine Ausnahme super, es fehlen jedoch die Extras, die den Preis von knapp 200 Euro rechtfertigen würden.

Durch das Aluminumgehäuse und das hohe Gewicht ist die Tastatur rutschfest und fühlt sich wertig an, was noch durch die gute RGB-Beleuchtung unterstützt wird, doch ich vermisse einfach zu viel. Es gibt keine USB-Ports, kein Audio-Anschluss wird durchgereicht und eine Handballenablage für die Ergonomie fehlt auch.

Wer darauf verzichten kann und eine wertige Tastatur mit guten Switches sucht, ist bei der Razer BlackWidow X Chroma jedoch gut aufgehoben. Mir persönlich ist es den Preis jedoch nicht Wert, ich sehe die Tastatur eher im Preisrahmen von 150 Euro.

Bewertung72

Razer BlackWidow X Chroma

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Software
Preis-/Leistungsverhältnis

Gaming approved.

Für Razer BlackWidow X Chroma ist eine hochwertig verarbeitete Tastatur ohne viel Schnickschnack. Wer eine schicke Tastatur ohne Ablenkung sucht, ist hier richtig.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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