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Razer Enki – Razers neuer Gaming-Stuhl im Test

Nach dem Iskur, den wir im März vorgestellt haben, bringt Razer mit dem Enki im Oktober 2021 seinen nächsten Gaming-Stuhl aus dem Premium Segment und richtet sich damit an Personen, die besonders lange darin verweilen möchten.

Bewerkstelligen möchte der Hersteller das mit einer optimalen Gewichtsverteilung, ergonomisch geformten Rückenlehne, breiten Sitzfläche und einer Lordosenstütze, welche sich im Gegensatz zum Iskur jedoch nicht anpassen lässt, sondern fest verbaut ist. Dafür kommt der Enki standardmäßig mit einer Kopfstütze und bietet wie der Iskur auch vierfach verstellbare Armlehnen, eine neigbare Rückenlehne und Sitzfläche und ist selbstverständlich höhenverstellbar.

Erhältlich ist der Enki auch in einer abgespeckten Version namens Enki X, auf welche wir in einem kurzen Abschnitt ebenfalls eingehen.

Während unseres ausgedehnten Tests über mehrere Wochen konnten wir ausreichend Eindrücke von der Bedienfreundlichkeit und Ergonomie des Enkis sammeln und haben diese für euch wie immer detailliert ausgeführt. Wir wünschen euch viel Spaß beim lesen und hoffen, dass der Artikel euch bei der Suche des passenden Gaming-Stuhls unterstützt!

Technische Eigenschaften

Dimensionen Breite: 67 cm,
Länge: 68 cm,
Höhe: 131 – 141 cm
Gewicht 24,1 kg
Empfohlenes Körpergewicht <136 kg
Empfohlene Körpergröße 166 – 204 cm
Sitzbezug Farben Grün, Schwarz, Quarz
Sitzbezug Material EPU Synthetisches Leder
Basis Aluminium
Rahmen Stahl
Armlehnen 4D metallverstärkt
Laufrollen 60mm PU ummantelt
Gaslift Klasse Klasse 4
Polster Typ hochverdichteter PU Schaumstoff
Maximaler Winkel Rückenlehne 152 Grad
Verstellbare Kopflehne Memory-Schaumstoff-Kissen
Garantie 3 Jahre auf Mechanik und bewegliche Teile
Preis (UVP) 449 € (Enki),
329 € (Enki X)

Lieferumfang und Verpackung

Im Lieferumfang des Enkis befindet sich neben einem robusten Sechskantschlüssel auch ein Paar flexible Stoffhandschuhe in etwa der Größe M bis L für die Montage. Der komplette Lieferumfang setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1x Razer Enki Gaming-Stuhl (zerlegt; 19-teilig)
  • 1x Sechskantschlüssel
  • 1x Paar Montage-Handschuhe
  • 1x Montage-Anleitung
  • 2x Razer Sticker
Enki Verpackung

Aufgrund des großen Gesamtgewichts des Enkis von ca. 24 kg, fällt die Verpackung entsprechend robust aus. So sind die langen Außenkanten und die kurzen Innenkanten des Kartons extra verstärkt. Alle Einzelteile sind dann noch einmal in Karton oder Plastik- bzw. Luftpolsterfolie eingepackt. Beim Öffnen der äußeren Laschen begegnen einem zuerst die Montagehandschuhe und dann eine große Willkommensbotschaft auf Pappe in knalligem Razer-Grün, auf deren Rückseite sich eine bebilderte Montageanleitung befindet.

Montage

Mithilfe der Anleitung gelingt die Montage des Enkis zügig in 15 bis 20 Minuten. Zwar wird vom Hersteller eine weitere Person für den Aufbau empfohlen, doch ist das auch gut alleine zu schaffen.

Zunächst werden der Sitz und die Rückenlehne miteinander verschraubt.

Der solide und schwere Sockel für die Gasdruckfeder, der auch die Hebel für die Wippmechanik und Höhenverstellung beherbergt, kann danach am bequemsten unter den Sitz montiert werden, wenn dieser noch am Boden liegt.

Das Fußkreuz wird ohne Verschraubung mit Rollen, Gasdruckfeder und Feder-Schürze vereint. Das vollständige Fußkreuz wird dann in die Fassung des Sockels gesetzt, was wieder am besten im Liegen funktioniert. Der Stuhl kann nun bereits aufgestellt werden.

Schließlich wird nur noch das Kopfkissen per elastischem Band an der Rückenlehne befestigt. Große Personen nutzen hierfür die obere lange Schlaufe, kleinere Personen die untere kurze Schlaufe des Kissens. Letztere wird zwischen den oberen beiden Schlitzen hindurch geführt, während die längere nur über den obersten Teil der Lehne gespannt wird.

Unserer Meinung nach ging der Aufbau insgesamt relativ leicht von der Hand und war schnell erledigt. Die beiliegenden Handschuhe und der Sechskantschlüssel sind hilfreiche Extras und können hinterher auch gut für andere Arbeiten verwendet werden.

Design und Verarbeitung

Wie bei den meisten Gaming-Stühlen ist auch das Design des Enki deutlich an das von Sportsitzen aus dem Automobilbereich angelehnt. Im Vergleich zum Modell Razer Iskur fallen die Polster und somit der Gesamteindruck trotz ausreichender Sitzfläche optisch wesentlich schlanker aus.

Während die Berührungsflächen von Sitz und Rückenlehne mit einem glatten, weicheren Material versehen sind, welches uns ein wenig schmutzempfindlich erschien, sind die übrigen Polsterflächen für mehr Haltbarkeit mit einem strukturierten, mehrlagigen Kunstleder bezogen. Zwei parallel verlaufende Nähte in auffälligem Neongrün zieren alle Polster-Kanten, das Razer-Logo wiederum prangt auf Kopfkissen und Rückenlehne. Ob es den Enki wie den Iskur auch in anderen Farbausführungen geben wird, ist uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Berührungsflächen der Armlehnen sind hart gepolstert und mit einem fein strukturierten, festen Kunststoff überzogen.

Alle tragenden Teile und Mechanik bestehen aus mattschwarz lackiertem Metall, welches oftmals in ebenso schwarze Hartplastikverschalungen gehüllt ist. Einige freiliegende Metallteile unter dem Stuhl und an den Armlehnen sind hochglänzend. Das Fußkreuz ist aus Aluminium gegossen. Die Rollen bestehen aus laufruhigem Polyurethane-Kunststoff und fühlten sich vor dem Einsatz sehr schwergängig an, was sich hinterher allerdings als optimal für die Stabilität des Stuhls herausstellte. So ließ er sich leise und nicht zu leicht über Laminatboden rollen.

Das Kopfkissenpolster besteht aus Memory-Schaumstoff, welcher zu Beginn einen gewissen Geruch ausdünstete, der mit der Zeit abnahm. Der Kissenbezug ist weich und samtig und lässt sich per Reißverschluss öffnen, was in unserem Fall nur schwerlich vonstatten ging. Die Polster von Sitz und Rückenlehne bestehen aus hochverdichtetem Polyurethane Schaumstoff, dessen Härtegrad mit 60 und 75 angegeben wird.

Die meisten Teile unseres Stuhls waren bei näherem Hinsehen gut bis sehr gut verarbeitet. Manche der robusteren Metallteile unterhalb des Stuhls wiesen leicht unsaubere Kanten auf, was durch die Lackierung und blickabgewandten Lage aber nicht ins Auge fiel.

Zum Testzeitpunkt lagen uns keine Informationen über die Schadstofffreiheit der verwendeten Materialien vor. Entsprechende Siegel haben wir in der Verpackung oder am Stuhl selbst nicht vorgefunden, dafür aber eine Auskunft über die gegebene Feuerfestigkeit der Polster und Bezüge gegenüber Zigaretten und Streichhölzern.

Sitzkomfort und Bedienung

Testperson: 180 cm, 70 kg
Schreibtischhöhe: 75 cm

Der Enki ist laut Hersteller speziell auf eine stundenlange Nutzung ausgelegt. Mit ihm sollte daher langes arbeiten oder zocken am Schreibtisch kein Problem sein. Entsprechend gewählt wurde zum Beispiel der höhere Härtegrad der Polsterungen, eine Lordosenstütze und eine breite Sitzfläche.
Während des Testzeitraums haben wir den Enki auch mal viele Stunden am Stück genutzt und konnten ihn dank der vielen Einstellungsmöglichkeiten immer schnell an unsere aktuellen Wünsche anpassen.

Rückenlehne, Lordosenstütze, Kopfkissen

Sehr häufig nutzten wir den rechts angebrachten und sehr gut erreichbaren Hebel zur Neigung der Rückenlehne. Deren Mechanik ist gefedert und kann daher rein durch das Vor- und Zurückbeugen des Oberkörpers in die gewünschte Position gebracht und dann darin fixiert werden.

Die Rückenlehne ist darüber hinaus in einem für den Rücken sehr anschmiegsamen 110 Grad Bogen gekrümmt und verfügt auf Höhe der Lendenwirbelsäule über eine nicht verstellbare Krümmung, die sogenannte Lordosenstütze. Eine aufrechte zurückgelehnte Sitzposition war aufgrund dieser Eigenschaften auch über einen längeren Zeitraum bequem möglich, denn die Wirbelsäule wurde dabei spürbar unterstützt.

Als sehr hilfreich empfanden wir während des gesamten Testzeitraums das Kopfkissen aus Memoryschaumstoff, welches sich ganz unkonventionell mit elastischem Spanngurt an der Rückenlehne befestigen ließ. Das Kissen unterstützte die Halswirbelsäule und passte sich weich der Kopfform an.

Insgesamt fanden wir die Rückenlehne ergonomisch gut durchdacht.

4D-Armlehnen

Ebenfalls öfter nutzten wir die quasi stufenlose Höhenverstellung der 4D-Armlehnen, was gerade beim Arbeiten am Schreibtisch sehr praktisch war. Die Hebel hierfür sind leichtgängig und sehr gut erreichbar jeweils außen an der Lehne platziert. So ließ sich die Höhe beispielsweise auf das Niveau unseres Tisches anheben, wodurch sich die Arbeitsfläche vergrößerte, oder aber niedriger, um die Arme komplett auf dem Tisch ablegen zu können.

Die übrigen „Dimensionen“ der Armlehnen benötigten wir im Grunde nicht oder nur einmalig zu Beginn. Mit einem mittig unter den Lehnen angebrachten Schalter lassen sich ihre Flächen etwa horizontal verschieben.
Mit einem weiteren Schalter, der vorne an beiden Lehnen angebracht ist, lassen sich diese vor und zurück schieben und gleichzeitig ihre Gierung verstellen.

Alle Hebel und Schalter sind sehr gut erreichbar und waren bis auf eine Ausnahme leichtgängig verstellbar. In manchen Situationen hätten die Armlehnen nach hinten hin gerne etwas länger sein können.

Neigbare Sitzfläche, Wippmechanik

Einmal daran gewöhnt, will man die Wippmechanik nicht mehr missen, da sich hierdurch von selbst die optimale Neigung der Sitzfläche basierend auf der Lage des Oberkörpers und dem eingestellten Widerstand ergibt. Dieser lässt sich mit einem Stellrad anpassen, welches sich ebenfalls mittig unter dem Sitz befindet.
Sehr angenehm für den Rücken war auch die gelegentliche Einnahme einer quasi liegenden Position mit gleichzeitig maximal geneigter Rückenlehne. Hierbei vermissten wir jedoch schnell eine Ablage für die Beine, auch Fußstütze genannt, welche einige andere Gaming-Stühle beispielsweise bieten. Für zukünftige Modelle könnte Razer sich hier ein Beispiel nehmen.

Eingestellt wird die Wippmechanik durch das Lösen des linken Hebels unter dem Sitz. Gelegentlich muss erst durch Verlagerung des Gewichts vor oder zurück die Arretierung der Mechanik gelöst werden, woraufhin sich die Neigung durch das eigene Körpergewicht dem Wunsch gemäß anpassen lässt und dann durch erneute Betätigung des Hebels wieder arretiert oder fortwährend fließend genutzt werden kann.

Die Polsterhärte der Sitzfläche empfanden wir zwar als nicht immer sehr bequem. Da zu weiche Polster allgemein als der Ergonomie nicht zuträglich angesehen werden, ist die Polsterhärte durch Razer jedoch, was die Langzeitnutzung betrifft, vermutlich angemessen gewählt worden. Razer ermittelte in einem eigenen Vergleich zu Modellen zweier anderer Hersteller zudem eine teils etwas bessere Gewichtsverteilung auf der Sitzfläche.

Höhenverstellung

Die Höhenverstellung des gesamten Stuhls funktioniert wie bei anderen Modellen auch über eine Gasdruckfeder. Der Hebel hierfür befindet sich gut erreichbar rechts unter dem Sitz. Um die optimale Höhe zu finden haben wir den Stuhl zunächst auf die maximale Höhe angehoben und diese dann sitzend so weit wie gewünscht reduziert, was gewohnt gut funktionierte.

Enki X – Die abgespeckte Version

Der Enki X verzichtet im Vergleich zur 120 € teureren Vollpreisversion auf das ein oder andere Feature. Ob dieses vermisst wird oder nicht, kommt letztendlich auf die persönlichen Präferenzen und physischen Eigenschaften der nutzenden Person an. Unter anderem verfügt der Enki X über keine Wippmechanik. Diese nutzten wir bei der Vollversion durchgehend und schätzen sie auch als wichtig für die Gesamtergonomie ein.

Nutzerinnen und Nutzer der Sparversion müssen außerdem auch ohne Kopfkissen auskommen, welches gerade beim aufrechten zurückgelehnten Sitzen den Kopf spürbar entlastet und stützt und das deutlich weicher als die vergleichsweise harte Rückenlehne. Das Kopfkissen ist separat im Razer Store erhältlich und kostet stolze 50 €.

Schlussendlich können die Armlehnen des Enki X lediglich auf zwei anstelle von vier Arten verstellt werden. In welchen Dimensionen sich die 2D-Armlehnen verstellen lassen, war uns zum Testzeitpunkt nicht bekannt. Die vierfach verstellbaren Armlehnen der Vollversion können sich zwar sehen lassen, doch verstellten wir meist tatsächlich nur die Höhe und ließen die übrigen drei Dimensionen nach der Ersteinrichtung unangetastet. In speziellen Situationen kann die Möglichkeit diese zu verstellen wohl praktisch sein, wir halten sie aber nicht für notwendig und würden sie wohl auch nicht unbedingt vermissen.

Fazit

Zusammengefasst hat uns der Razer Enki überwiegend sehr gut gefallen. Er ließ sich schnell aufbauen, auch ohne Hilfe. Dank seiner Eigenschaften und vielen Einstellungsmöglichkeiten lässt er sich in einem gewissen Rahmen an viele Situationen anpassen und bietet dadurch ein hohes Maß an Ergonomie und Komfort, auch bei längerer Nutzung und trotz (oder gerade wegen) des höheren Härtegrades der Polsterungen.

Sehr oft, beziehungsweise durchgehend, nutzten wir das Kopfkissen, die Wippmechanik, die neigbare Rückenlehne und die Höhenverstellbarkeit der Armlehnen. Weniger wichtig fanden wir die restlichen „Dimensionen“ der Armlehnen, welche wir außerdem gelegentlich als nach hinten hin zu kurz empfanden. Vermisst haben wir definitiv eine Fußstütze, welche den bereits guten Liege-Komfort auf das Maximum angehoben hätte. Hier sehen wir definitiv noch Potential für zukünftige Modelle oder gar eine Nachrüstung.

Das Preisleistungsverhältnis des Enki ist dank seiner Ausstattung gut, er bietet sogar ein wenig mehr als vergleichbare Modelle der Konkurrenz zum gleichen Preis. Was den 120 € günstigeren Enki X angeht, bevorzugen wir ganz klar die Vollversion, allein schon wegen des hohen Nachkauf-Preises von 50 € für die dann nicht vorhandene Kopfstütze.

Die verbauten Materialien haben eine überwiegend hochwertige Qualität und sind dort wo es drauf ankommt robust gewählt. Kleinere optische Mängel, die nicht ins Gewicht fallen, fanden wir nur beim genauen Hinsehen unterhalb des Sitzes.

Eine Kaufempfehlung ist der Enki besonders für Langzeitnutzerinnen und -nutzer, weil diese am ehesten von den vielen Einstellungsmöglichkeiten profitieren.

Razer Enki

Design und Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie und Sitzkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Ein bequemer und ansehnlicher Gaming-Stuhl, der für die stundenlange Nutzung ausgelegt ist und nur durch eine Fußstütze noch komfortabler hätte sein können. Kleinere Mängel täuschen nicht über die zahlreichen Funktionen und solide Bauweise in guter Qualität hinweg, die eine lange Haltbarkeit verspricht.

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Sascha

Seit über 20 Jahren leidenschaftlich am PC unterwegs und seitdem viel Erfahrung mit Hard- und Software gesammelt. Immer auch an Fotografie, Gaming und Unterhaltungs-Elektronik interessiert.

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