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Razer ManO’War Testbericht: Plastikbomber mit Qualitäten

Als Gamer bist du nicht nur auf eine gute Grafik angewiesen, sondern benötigst genauso auch einen guten Sound. Vor allem Shooter-Gamer sind auf eine genaue Ortung der Gegner angewiesen, doch über einen guten Sound freut sich natürlich jeder. Da hört es aber nicht auf: Auch das Mikrofon muss gut sein, denn heutzutage unterhält man sich immer öfter während des Zockens mit seinen Freunden. Die Lösung ist für viele ein Headset.

Das Razer ManO’War bietet dir als kabelloses Headset eine hohe Reichweite und virtuellen 7.1 Sound. Warum das Gesamtpaket im Wert von 199,99 Euro UVP nur teilweise überzeugen kann, erfährst du im Folgenden.

Lieferumfang

Hast du schon mal ein Razer Produkt ausgepackt? Dann wirst du beim Razer ManO’War einer ähnlichen Verpackung begegnen. Die Razer-typischen Farben und ein schickes Design.

Razer ManO'War

Im Karton finden wir dann neben dem Headset noch ein Ladekabel (1m lang) sowie eine Dockingstation (2m Kabellänge). Die erste Frage kommt auf: Wo ist das USB-Funkmodul? Ah, es steckt im Headset. Der USB-Sender kann einfach im Headset versenkt werden und somit mitgenommen werden ohne verloren zu gehen. Keine nervigen Kabel oder mehrere Teile. Einfach nur das Headset einpacken und los geht’s zur nächsten LAN-Party (falls du solche noch machst).

Razer ManO'War

Leider ist das Ladekabel ein wenig kurz, während des Zockens laden ist damit kaum möglich. Doch das empfiehlt Razer auch nicht, da es dann zu wärmeren Ohren kommt, was sich unangenehm anfühlen kann.

Technische Daten

Treiber 50 mm Neodynium Treiber
Empfindlichkeit 112dB(A)
Frequenzbereich 20 Hz – 20 KHz
Impedanz 32 Ω @ 1 kHz
Anschluss kabellos per 2,4 GHz USB-Funkmodul
Mikrofon Empfindlichkeit 38 dB
Mikrofon Frequenzbereich 100 Hz – 10 kHz
Akku-Laufzeit bis 14 h mit Chroma, bis 20 h ohne Chroma
Gewicht 375 g
UVP 199,99 €

Verarbeitung & Tragekomfort

Das Razer ManO’War ist komplett in schwarz gehalten. Neben ein wenig Hochglanz-Plastik, gibt es auch noch mattes. Auch die Ohrmuscheln aus Kunstleder sind in schwarz gehalten. Das Headset ist also absolut unauffällig – bis man es einschaltet. Dann leuchten, je nach Einstellung, auf der linken und rechten Ohrmuschel die Razer-Logos in 16,8 Millionen unterschiedlichen Farben.

Razer ManO'War

Die Ohrmuscheln sind, wie bei den meisten Gaming-Headsets, mit 50-mm-Neodym-Treibern ausgestattet und somit relativ groß. Sie umschließen die Ohren angenehm ohne für heiße Ohren zu sorgen. Die halboffene Bauweise sorgt für einen Temperaturaustausch, trotz der großen Kunstlederpolster. Dadurch sind die Ohren auch nicht komplett von der Außenwelt abgeschottet, sondern man bekommt noch ein bisschen mit. Sehr gut gefällt mir an den Ohrmuscheln auch, dass sie einfach abgenommen werden können. Leider gibt es momentan im Razer Shop jedoch noch keinen Ersatz. Vermutlich werden die Ersatzpolster so wie bei den anderen Headsets preislich bei 14,99 Euro liegen.

Razer ManO'War

Neben der Kunstleder-Polsterung der Ohrmuscheln, ist natürlich auch der Bügel gepolstert. Auch hier kommt Kunstleder zum Einsatz, das sich sehr angenehm anfühlt.

Mit 375 Gramm gehört das ManO’War nicht unbedingt zu den leichteren Headsets, insgesamt ist es auch groß und wirkt ein wenig klobig. Da die Größe verstellbar ist, hätte es meiner Meinung nach auch ein wenig kleiner sein können. Ich habe Helmgröße L, also einen mittelgroßen Kopf, mir rutscht das Headset jedoch manchmal ein wenig vom Kopf. Nichts desto trotz sitzt es jedoch eigentlich ganz gut, denn es ist sehr flexibel und passt sich jeder Kopfform an. Belastungstests würde ich jedoch nicht unbedingt damit machen, denn die Verarbeitung wirkt nicht so hochwertig wie beispielsweise bei der Creative SoundBlaster X H-Reihe, die einen Aluminium-Bügel besitzt. Das Razer ManO’War ist da eher bruchgefährdet.

Razer ManO'War

Man merkt dem ManO’War einfach an, dass es aus Plastik besteht. Es knarrt bei zuviel Belastung und klackert ein wenig beim Schütteln.

Sehr gut gelungen ist dafür wiederum das Mikrofon. Es kann einfach aus der linken Ohrmuschel herausgezogen oder wieder versenkt werden.

Außerdem gefallen mir die Bedienelemente direkt am Headset. Auf der linken Seite ist ein Drehrad für die Mikrofonlautstärke und auf der rechten Seite ist eins für die Wiedergabelautstärke. Die Drehräder haben ein angenehmes haptisches Feedback und man merkt die Drehstufen. Des Weiteren können sie gedrückt werden, um Mikrofon oder Lautsprecher direkt zu muten.

Soundqualität

Das Razer ManO’War kann sich hören lassen. Die 50-mm-Neodym-Treiber bringen zwar keinen herausragenden Sound heraus, sind jedoch durchaus auch für Musik nutzbar. Eine hohe Soundqualität wird jedoch leider nicht geliefert, so wie bei den meisten Gaming-Headsets.

Die Tiefen werden mit dem Bass-Boost ordentlich verstärkt und man erhält einen kraftvollen Sound. Besonders Shooter-Freunde werden ihren Spaß daran haben. Nicht aktivieren sollte man jedoch die Audionormalisierung, wenn man mit dem Headset Musik hören möchte. Denn dann hört sich die Musik leider sehr langweilig an. Es wirkt so, als ob alle Tonhöhen- und -tiefen der mittleren Frequenz angenähert werden.

Stimmen über Discord oder Teamspeak werden klar übertragen und man kann sich sehr gut unterhalten. Auch die eigene Stimme wird für ein Headset verhältnismäßig sehr gut aufgenommen. Hört euch dafür einfach mal mein kurzes Audiosample an.

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Den virtuellen 7.1 Sound kann man zu Beginn noch einrichten und man merkt tatsächlich, aus welcher Richtung der Sound kommt. Dieser funktioniert jedoch nur am PC, mit Razer Synapse. Ansonsten gibt es nur Stereo-Sound, sowohl am PC und der PS4.

Anschluss & Software

Razer ManO'War Mit dem PC oder der PS4 verbunden wird das Gaming-Headset einfach über den kleinen USB-Sender. Dieser kann jedoch auch in die mitgelieferte USB-Dockingstation gesteckt werden. Eine Anschlussmöglichkeit über Klinke oder Bluetooth an andere Geräte wie das Smartphone gibt es leider nicht.

Das Ladekabel und die Dockingstation haben stoffummantelte Kabel, wie es bei Gaming-Zubehör schon fast üblich ist. Leider ist das Ladekabel jedoch nur einen Meter lang, wodurch sich das Laden während der Betriebs zumindest mit dem mitgelieferten Kabel nicht anbietet. Da es während des Ladens jedoch zu Fiebgeräuschen kommt und die Kopfhörer ein wenig wärmer werden, empfiehlt sich das sowieso nicht.

Nachdem der USB-Sender steckt, kann es auch schon losgehen. Das Headset funktioniert per Plug&Play und muss nur eingeschaltet werden. Sofern der Razer Synapse Treiber nicht installiert ist jedoch nur mit Stereo-Sound. Der virtuelle 7.1 Sound wird über Razer Synapse erzeugt.

In der Software gibt es umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Zunächst wird der Raumklang kalibriert, und man erhält einen ersten Eindruck des 7.1 Sounds. Danach kann man sich an Equalizer, Sound- und Mikrofon-Einstellungen machen. Auch die Beleuchtung der Logos an den Ohrmuscheln kann eingestellt werden.

Die Akkulaufzeit gibt Razer mit etwa 14 Stunden an, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eher ein bisschen weniger ist. Wenn man die Beleuchtung ausstellt, lässt sich natürlich noch ein bisschen Laufzeit rauskitzeln. Nach 10 Minuten ohne Soundausgabe schaltet sich das Headset automatisch ab, was teilweise ein wenig nervig ist. Vor allem für YouTuber, die Selbstgespräche halten und keinen Sound übers Headset ausgeben, eignet es sich deshalb nicht. Da kann man soviel man will ins Mikrofon sprechen.

Über die Reichweite lässt sich nicht klagen. Ich konnte auch drei Zimmer weiter noch problemlos Gespräche über Discord führen.

Fazit zum Razer ManO’War

Insgesamt hat mich das Razer ManO’War nicht komplett überzeugen können.

Positiv hervorzuheben ist neben dem virtuellen 7.1 Sound auf jeden Fall das sehr gute Mikrofon. Der Sound ist in Ordnung, doch wenn man Musik hören möchte, sollte man unbedingt die Audionormalisierung deaktivieren. Die Reichweite und die Akkulaufzeit sind ausreichend.

Ein wenig enttäuscht hat mich das viele Plastik – bei einem 200 Euro Headset hätte ich eine bessere Materialwahl erwartet. Außerdem vermisse ich eine Anschlussmöglichkeit fürs Smartphone.

Das Razer ManO’War ist für PC-Gamer aufgrund des guten Mikrofons und der 7.1 Ausgabe zu empfehlen. Wer sein Headset gerne im Gefecht gegen die Wand wirft, sollte sich jedoch eventuell eine Alternative suchen.

Bewertung80

Razer ManO'War

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Anschluss & Software

Filigraner Plastikbomber

Das Razer ManO'War Gaming-Headset kann durch eine hohe Reichweite, lange Akkulaufzeit und eine gute Aufnahmequalität überzeugen. Leider ist das 200 Euro Headset jedoch aus Plastik und die Wiedergabequalität bei Musik könnte auch besser sein.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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