PC- & Konsolen-Peripherie

Speedlink Lunera im Test – Ein günstiges Gaming-Kit für Einsteiger

Wenn man sich einen Computer und die passende Peripherie zulegen möchte, dann kommen hohe Ausgaben auf einen zu. Genau hier möchte Speedlink mit dem Gaming-Set „Lunera 4 in 1 Illuminated“ ansetzen: Das Unternehmen verkauft eine Kombination aus Tastatur, Maus, Mauspad und Headset für den günstigsten Preis von nur € 59,99* [Testzeitpunkt: 60€], und spricht damit wohl vor allem Einsteiger mit engem Budget an. Wir haben uns die Produkt-Kombination angesehen und getestet, ob sie diesem Anspruch gerecht wird.

Lieferumfang

Speedlinks Lunera-Kit wird in einem großen, bunt bedruckten Karton geliefert. In dessen Inneren befindet sich ganz oben die Tastatur, darunter das Mauspad und ganz unten Maus und Headset. Auf Zubehör wird dabei weitgehend verzichtet: Abseits der jeweiligen Geräte gibt es lediglich noch zwei kurze Anleitungen.

Tastatur

Abmessungen: 490 x 168 x 40 mm
Gewicht: 720g
Anschluss: USB, 1,5m
Beleuchtung: Mehrfarbig
Switches: Rubberdome

Als Tastatur gibt es im Lunera-Set ein typisches Rubberdome-Modell mit mehrfarbiger Hintergrundbeleuchtung. Das Gehäuse besteht dabei größtenteils aus mattschwarzem Kunststoff, die von oben sichtbare Abdeckung mit den Verzierungs-Ausschnitten besteht aber aus Metall. Die Verarbeitungsqualität ist dabei akzeptabel: Biegt man die Tastatur absichtlich, so knarzt sie merklich, und das Metallblech ist recht dünn. Große Mängel konnten wir an dem Gerät aber keine finden – einzig die Beschriftung der Enter-Taste im Nummernblock ist bei unserem Modell nicht ganz vollständig.

Die Tastatur setzt auf ein 100%-Standardlayout ohne Zusatztasten. Spezialfunktionen werden stattdessen durch eine FN- und eine Beleuchtungs-Taste realisiert. So kann man beispielsweise Einstellungen an der Musikwiedergabe vornehmen, die Windows-Taste sperren oder die Beleuchtung konfigurieren. Bei dieser setzt Speedlink dabei auf einige LEDs im Gehäuse, die den weißen, leicht transparenten Kunststoff unterhalb der Tasten anleuchten und somit zwar keine homogene Ausleuchtung erzielen, aber doch zumindest den gesamten Bereich anleuchten.

Der auf den Bildern sichtbare Farbverlauf ist dabei fest vorgegeben. Als Effekte gibt es dementsprechend nur ein Atmen sowie eine dreistufige Helligkeitseinstellung. Optional lässt sich die Beleuchtung außerdem auch ganz deaktivieren.

Mit Hinblick auf die Praxis präsentiert sich die Tastatur wie auch viele andere Geräte: Eine nennenswerte Handballenauflage gibt es nicht, dafür aber die üblichen Aufstellfüßchen an der Unterseite. Diese sind an den Enden gummiert, sodass die Tastatur im hochgestellten Modus etwas rutschfester ist. Flach lässt sich das Gerät hingegen sehr leicht verschieben.

Tippen lässt es sich auf der Speedlink-Tastatur aber in jedem Fall, auch wenn sich die verbauten Rubberdome-Taster, wie bei dieser Bauart meist, recht schwammig anfühlen. Dafür ist die leicht raue Oberfläche der Tastenkappen angenehm, und zur Reinigung lassen sich diese auch recht leicht abziehen. Mehr wäre für den angestrebten Preisbereich sicher nicht zu erwarten gewesen.

Wirklich gewünscht hätten wir uns bei der Lunera-Tastatur aber doch etwas, denn sie verfügt über kein N- oder 6-Key-Rollover. Wer es darauf anlegt kann daher bei vielen gleichzeitigen Tastendrücken Fehleingaben erzeugen. Beim Spielen mit dem Gerät ist uns das zwar nicht passiert, doch bei exzessiver Hotkey-Nutzung ist das zumindest nicht auszuschließen.

Maus & Mauspad

Abmessungen: 125 x 65 x 40 mm
Gewicht: 85g
Anschluss: USB, 1,5m
Beleuchtung: RGB
Sensor: Unbekannt, 800 / 1.200 / 2.400 / 3.200 DPI
Tasten: 4 + DPI + Mausrad

Die Lunera-Maus setzt auf ein typisches symmetrisches Layout mit einseitig platzierten Daumentasten für die Vor- und Zurück-Funktion sowie einer DPI-Taste hinter dem gummierten Mausrad. Das Gehäuse besteht dabei vollständig aus schwarzem Kunststoff, der an den Seitenflächen strukturiert und am Mausrücken gummiert ist. Die letztgenannte Oberfläche fühlt sich dabei leicht speckig an, insgesamt ist die Maus haptisch aber in Ordnung.

Angenehm ist zudem das von Speedlink mitgelieferte, einfache Kautschuk-Mauspad. Dieses ist schlichte Standardware: Mäuse gleiten leicht über die Oberfläche und mit der Fläche von 24 auf 31,5 cm dürfte das Mauspad für die meisten auch groß genug sein. Zu bedenken ist lediglich, dass das Mauspad leicht eingeknickt geliefert wird. Nach einigen Tagen auf einer glatten Oberfläche ist das Pad aber wieder flach.

Mit Hinblick auf die Ergonomie ist die Lunera-Maus in unseren Augen kein Wunderwerk: Der Fingertip- und Palm-Grip klappt nur bei kleinen bis normal-großen Händen, der Fingertip-Grip geht hingegen immer. Dabei kann man zwar durchaus auch längere Zeit mit ihr arbeiten und spielen, doch im Vergleich zu so manch höherpreisigem Model empfanden wir das als etwas anstrengender. Das könnte aber auch subjektiv sein. In jedem Fall lassen sich die Tasten der Lunera-Maus gut erreichen, und eine präzise Kontrolle ist prinzipiell möglich.

Die Druckpunkte der verbauten Tasten sind gut: Zwar lässt sich die Zurück-Taste gefühlt etwas weiter drücken als die Vorwärts-Taste, doch war das für den Preis auch nicht anders zu erwarten. Dasselbe gilt auch für die Beleuchtung und den verbauten Sensor: Erstere ist aufgrund nur weniger LEDs nicht gerade homogen, und der Sensor mit 800 bis 3.200 DPI alles andere als ein High-End-Modell. Spielen kann man mit dem Sensor aber trotzdem. Im Kopf behalten sollte man aber das dauerhaft aktivierte Angle-Snapping. Ob dieses positiv oder negativ auffällt ist schlicht Geschmackssache.

Headset

Abmessungen: 185 x 200 x 90 mm
Gewicht: 250g
Anschluss: 3,5 mm Klinke, 1,8m
Treiber: 40 mm
Frequenzbereich: 20 – 20.000 Hz
Impedanz: 32 Ω
Schalldruckpegel: 105 +- 3 dB @ 1 kHz
Impedanz (Mikrofon) 2.2 klΩ
Empfindlichkeit (Mikrofon) -58 +- 3 dB @ 1 kHz

Zuletzt liegt dem Lunera-Set noch ein Headset bei, und auch hier beschränkt sich Speedlink in vielen Punkten auf das Wesentliche. Das Headset setzt auf einen geschlossenen Aufbau und besteht im fast vollkommen aus (Hochglanz-)Kunststoff, der an den Ohren sowie am Kopfbügel gepolstert und mit Kunstleder bezogen ist.

Am linken Hörer befinden sich sowohl als ausklappbare Mikrofon als auch das fest installierte und gesleevte Anschlusskabel. Dieses verfügt wiederum über eine einfache Lautstärkeregelung über ein Potentiometer und über zwei dreipolige Klinkenstecker. Ohne zusätzlichen Adapter kann das Headset somit an Desktop-PCs, nicht aber an Notebooks oder Smartphones verwendet werden.

Die Verarbeitungsqualität ist dabei, wie schon die der vorherigen Geräte, lediglich zweckdienlich. Allzu hochwertig fühlt sich das Headset nicht an, doch der Grundaufbau wirkt stabil. Sichtbar unsauber sind lediglich die Nähte am Kopfpolster: Hier sind bei unserem Modell zwei abstehende Fäden zu sehen. Von selbst dürften sich diese aber nicht weiter auslösen, ein Haltbarkeitsproblem ist das also nicht.

Mit Hinblick auf die Ergonomie bietet das Lunera-Headset eine Höheverstellung um gute 2 cm. Eine potentielle Drehung und Neigung wird über den nachgiebigen Kopfbügel ermöglicht. Somit lässt sich das Headset zwar über mehrere Stunden hinweg tragen. Teurere Modelle – sei es mit zusätzlichen Gelenken oder einfach einer höherwertigen Konstruktion – sind aber bequemer. Zudem ist uns aufgefallen, dass die Polsterung an den Ohren etwas härter als bei den meisten anderen Headsets ist. Gestört hat uns das allerdings nicht. Hier entscheidet die eigene Vorliebe.

Der Preis des Lunera-Headsets macht sich leider auch bei der Klangqualität bemerkbar. Dieses ist weder sonderlich differenziert noch räumlich. Der Bass wird bei knapp über 40 Hertz hörbar und ist im Klangbild gut genug vertreten, dafür kommen aber in höheren Frequenzbereichen nicht sonderlich viele Details rüber. Im Vergleich zu Einstiegs-Headsets im Bereich um 30 Euro kann das Headset somit nicht mithalten, doch sind diese natürlich auch deutlich teurer. Zudem gibt es am Lunera-Headset keine grundlegenden Probleme wie ein Grundrauschen oder dergleichen, sodass man sich zumindest an die mäßige Klangqualität gewöhnen kann – sofern man sie nicht mit höherwertigen Headsets vergleicht.

Besser sieht es hingegen bei der Aufnahmequalität des Headsets aus. Dieses hat zwar ein leises, dumpfes Grundrauschen, doch gut verständlich ist man mit dem verbauten Mikrofon trotzdem. Für den gelegentlichen Voicechat mit Freunden ist das Headset somit gut gerüstet.

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Fazit

Mit dem Lunera bietet Speedlink ein Gaming-Set an, das insbesondere mit seinem sehr günstigen Preis von nur € 59,99* [Testzeitpunkt: 60€] hervorsticht. Dabei ist aber durchaus anzumerken, dass Speedlink an vielen Punkten den Rotstift ansetzen musste, um die vier Komponenten – Mauspad, Maus, Headset und Tastatur – im Budget zu halten.

Trotzdem ist es dem Unternehmen in unseren Augen gelungen, einen zumindest in vielen Punkten sinnvollen Mittelweg zwischen günstigem Preis und brauchbarer Funktionalität zu finden. So verfügt die Tastatur beispielsweise über eine gut umgesetzte FN-Funktion, die Maus hat eine Vor- und Zurück-Taste – was im unteren Preisbereich leider nicht selbstverständlich ist – und das Headset ist mit dem verbauten Mikrofon für Telefonate zumindest ausreichend. Wunder darf man natürlich nicht erwarten, und in unseren Augen hätte man insbesondere dem Headset noch ein paar Euro mehr spendieren können, um die Wiedergabequalität zu verbessern. Für sehr preisbewusste Einsteiger, die sich auf einen Schlag ihr komplettes Equipment zulegen wollen, kann das Lunera-Set aber trotzdem eine gute Lösung sein. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, der sollte dieses aber auch verwenden.

Speedlink Lunera 4 in 1

Verarbeitung
Ausstattung
Praxis/Ergonomie
Preis-Leistungs-Verhältnis

71/100

Ein Gaming-Set, das sich insbesondere durch seinen Preis auszeichnet.

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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