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Battleborn: Gearbox’s MOBA-Shooter im Test

Wir haben uns das Spiel Battleborn aus dem Hause Gearbox, die ebenfalls Borderlands entwickelt haben, mal etwas näher angeschaut. Battleborn ist ein First-Person MOBA-Shooter im Comic-Style. Mit vier Kameraden (Zusätzlich euch selber 5) könnt ihr gegen andere Spieler oder gegen die KI antreten. Kann Battleborn Overwatch, dem Spiel aus dem Hause Blizzard, Konkurrenz machen?

Gameplay

Battleborn versucht das klassische MOBA-Element mit einem Shooter zu kombinieren, was auch ganz gut funktioniert. Die Frage ist nur, ob man noch mehr MOBAs auf dem Markt gebrauchen kann, da es schon neben den größeren wie League of Legends & Co. viele andere kleine MOBAs gibt.

Am Anfang des Spiels müsst ihr erst den Prolog durchspielen. Dieser hat mich persönlich sehr genervt, da Battleborn einem die Geschichte aufzwingt. Nicht der Gedanke an sich ist das Problem, sondern die 15-minütige Sequenz (Cutscene), welche nicht übersprungen werden kann.

In Battleborn stehen euch drei Fähigkeiten zur Verfügung, die auf den Tasten Q, E und F belegt sind, wobei F eure ultimative Fähigkeit ist. Dabei könnt ihr eure Fähigkeiten durch das Aufsteigen eines Levels, verstärken.

Die Kämpfe sind flüssig, man hat jedoch manchmal das Gefühl, als ob man trotz Sprinten und Springen doch etwas langsam unterwegs ist. Die verschiedenen Klassen und die stark individuellen Fertigkeiten bieten auf jeden Fall genug Vielfalt, sodass für jeden etwas dabei ist. Die First-Person-Ansicht selbst ist beim Agieren im Kampf auch gut gelungen, schafft aber auch ein Übersichtsproblem. Anzeigen wie die Map oder verstorbene Mitspieler sind zu uneinsichtig und wurden durch eine Ansagerin ersetzt. Das nimmt jedoch die Schwierigkeit aus dem Spiel, da MOBAs immer die Voraussetzung haben, dass ein Spieler den Überblick über die Situation behält.

Battleborn ist kein typisches MOBA, welches unterschiedliche Lanes, wie den Jungle besitzt. Außerdem kauft ihr euch im Laufe des Spiels keine Items oder Karten, wie man es von anderen Spielen kennt.

Nun kommen wir zu den Helden. Ich werde euch zwei bis drei Helden aus Battlborn mit deren Fähigkeiten vorstellen, damit ihr einen kleinen Einblick in das Spiel habt.

Caldarius:

Caldarius ist ein ehemaliger Gladiator aus den Arenen des Jenneriten-Imperiums. Er trägt eine Jetpack-Rüstung, mit der er blitzschnell in den Kampf springt und dort seine Feinde brutal zerlegt.

Die „E“ Fähigkeit ist ein Schwertkraftschub, der einen Sturmangriff auf den Gegner ausführt und hohen Schaden verursacht. Die „Q“ Fähigkeit ist eine Blendgranate, die Schaden verursacht und die Gegner blendet. Die „F“ Fähigkeit ist ein Luftkampfangriff. Caldarius fliegt hoch in die Luft. Bei erneutem aktivieren der Fähigkeit, lässt diese Caldarius mit hohen Schaden landen. Zu guter Letzt kommt die Passive Fähigkeit namens „Schwertmanipulation“, welche euch einen Doppelsprung ermöglicht.

Deande:

Deande ist eine ehemalige Spionin des Jenneriten-Imperiums und Mitglied von Rendains engsten Beraterkreises. Jetzt ist sie die Speerspitze der Jennerithen-Rebellion. Deande ist schnell, leise und überaus tödlich. Das macht sie zu den gefährlichsten Attentätern die dem Imperiums jemals entsprungen ist.

Die „E“ Fähigkeit nennt sich Holozwilling, durch die sich Deande tarnen kann und durch einen Köder ersetzt, der für sie kämpft und beim Ableben oder Ablauf explodiert. Die „Q“ Fähigkeit ist der Salven-Vorstoß, welcher ein Sturmangriff ist, der Gegnern schadet und zurückstößt. Außerdem verursachen getroffene Gegner weniger Schaden. Die „F“ Fähigkeit ist ein Blinzelsturm, welcher ein Salvenangriff ausführt, der Gegner betäubt. Zu guter Letzt kommt die Passive Fähigkeit „Überraschungsmoment“, welche es Deande ermöglicht, nach dem Enttarnen mehr Schaden zu verursachen.

Ambra:

In der Vergangenheit diente Ambra den Schwestern der Jennerithen. Diese Priesterinnen verwoben die Geheimnisse der Sterne zur “Erhabenheit” – einem verlängerten Leben. Ambra wurde von Rendain verraten kämpft nun mit den Battleborn mithilfe ihrer starken Heilfertigkeiten und brennenden Schaden der Sonnenanomalien.

Ambra’s „E“ Fähigkeit nennt sich Sonnenfleck, welcher ein Flächenangriff ist und der nahen Feinden Schaden zufügt und Verbündete auf Kosten der eigenen Gesundheit heilt. Dabei können zwei Sonnenflecken gleichzeitig aktiv sein. Die „Q“ Fähigkeit trägt den Namen Sonnenwind, welcher ein Strahlenangriff ist, der Feinden vor euch Schaden zufügt. Die „F“ Fähigkeit nennt sich Vernichtung und ist ein Bereichsangriff, der Schaden verursacht und durch einen verbrannten Fleck am Boden Schaden über Zeit zufügt. Zu guter Letzt kommt die Passive Fähigkeit „Flammenschild“, die bei niedriger Gesundheit euch einen Überschild in Form eines Flammenschildes gibt.

Nun kommt noch eine entscheidende Frage, wie lange sind denn die Wartezeiten und ist das Matchmaking gut? Leider mussten wir feststellen, dass das Matchmaking bisher nicht so gut funktioniert. Wir durften gegen Gegner spielen, die schon sehr viel Erfahrung in dem Spiel sammeln konnten und somit ein höheres Level als wir hatten. Die Wartezeiten sind betragen meistens 1-3 Minuten, man kann aber auch schon Mal 5 Minuten warten.

Grafik

Man merkt sofort, dass hier die Macher von Borderlands am Werk waren. Der exzessive Komikstil wird hier wieder verwendet, jedoch wirken die verwendeten Farben etwas
schriller. Insgesamt sind im Spiel drei verschiedene Perspektiven zu sehen: Die Film-Szenen, die Spiel-Szenen und die Ingame-Szenen. Die Ingame-Farben sind gut getroffen und die
detailreiche Umgebung und Fertigkeiten sehen sehr ansprechend aus. Besonders bei der First-Person-Ansicht wurde extrem darauf geachtet, dass die Bewegungen authentisch wirken.
So sieht man beim Laufen immer eine wackelnde Hand mit Schwert oder auch beim Springen mal die flatternden Klamotten.

Performance

Battleborn schlägt sich von der Perfomance sehr gut. Wir haben auf zwei unterschiedlichen Systemen, einem guten Rechner und einem mittelmäßigem Rechner, dass Spiel getestet. Auf dem mittelmäßigem Rechner lief alles, außer die Cutscenes, flüssig. Auf dem gut ausgestattetem Rechner lief das Spiel auf höchsten Einstellungen überall flüssig. Auch in Gefechten konnten wir keine Frame-Einbrüche oder ähnliches, welches das Spielerlebnis beeinflusst, feststellen.

Spielerklärung (auch Spielmodi)

Die Story von Battleborn lässt sich entweder alleine oder mit bis zu vier Freunden spielen. Jedes Level bietet zwei Schwierigkeitsgrade und hat ungefähr eine Dauer von
30-45 Minuten. Es ist von Vorteil die Story wenigstens einmal gespielt zu haben, da man hier verschiedene Charaktere automatisch im Verlauf der Story freischaltet.

Battleborn ist, wenn man es genau nimmt, ein First-Person-Shooter. Neben dem Laufen, Schießen, Sprinten und den Fähigkeiten kommen jedoch noch MOBA-Elemente hinzu.
Man wählt jede Runde einen Charakter, den man spielt und von Level 1 hochlevelt. Es sind überall Kristalle auf der Map verteilt. Diese kann man Sammeln und davon
fest platzierte Türme auf den Wegen zu kaufen. Das weicht zwar etwas vom original Stil der MOBAs ab, ist diesen jedoch auf jeden Fall nachempfunden.

Die Spielmodi

Capture: Der Spielmodus Capture ist eine Mischung aus Deathmatch und Domination. Beide Teams haben ein Punktekonto, welches dadurch gefüllt werden kann die verschiedenen
Punkte auf der Karte zu halten oder auch mit Kills für das Team zu punkten. Das Team, dass zuerst 1000 Punkte gesammelt hat oder bei Ablauf der Zeit die höhere
Punktzahl hat, gewinnt die Runde.

Teamwork und Strategie stehen in diesem Spielmodus im Hintergrund, jedoch ist er genau richtig für entspanntes Spielen und zum „abschalten“.

Überfall: Der Überfall ist wohl der Modus, der am nächsten an das klassische MOBA heranreicht. Ziel ist es jeweils den gegnerischen Roboter im Lager zu zerstören. Der
Unterschied zum normalen MOBA: Der Roboter kann sich mit Schilden selbst verteidigen und greift auch an. Beim vorrücken hat man natürlich mit Vasallen zur Hilfe,
kann sich Verstärkung holen in dem man die Leibeigenen am Kartenrand besiegt und wie in den andren Modi auch kann man hilfreiche Türme für Kristalle kaufen.

Hierbei geht es schon viel strategischer zu und der einzelne Spieler ist auf sein ganzes Team angewiesen. Man kann nur mit guten Absprachen und einem guten Gefühl für
das Timing von Angriff oder Verteidigung gewinnen. Jeder der sich im MOBA-Genre zuhause fühlt, ist hier richtig.

Schmelze: Der Schmelze-Modus erinnert ein wenig an ein Tower-Defense-Spiel mit aktiven Kämpfen. Ziel des Modus ist es, seine Vasallentruppen in die Schmelze zu geleiten, die
natürlich im Gebiet des Feindes steht. Die selbe Aufgabe hat auch das Gegnerteam, somit muss man auch hier eine gute Balance für Angriff und Verteidigung finden.
Das Team, dass zuerst 500 Punkte hat gewinnt die Runde.

Der Modus ist gut gelungen. Er ist strategisch nicht Anspruchslos und bietet doch genug Freiraum um einfach mal herumzuballern und drauf zuhalten.

Fazit

Durch die mehreren Spielmodi, die Battleborn bietet, bekommt man ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Gameplay geboten. Jeder der den Humor und das Aussehen von Borderlands schon mochte, ist auch hier gut bedient. Trotz des guten Designs und der hohen Detailgenauigkeit, ist das Spiel performant genug und lässt sich auch auf mittelmäßigen Rechnern flüssig spielen. Der Schwerpunkt liegt hier definitiv auf PvP, dennoch ist durch den eingebauten Storymodus auch rund sieben Stunden für Einzel- und Koopliebhaber dabei.

Trotz des Potentials steht hier noch die Frage im Raum, ob Battleborn genug Spieler halten kann um sich langfristig zu etablieren, da es fast zeitgleich mit seinem Konkurrenten Overwatch erscheint und der Hype dafür riesig ist.

Das Spiel selbst gefällt uns sehr gut, aber ob der stolze Preis von 49,99 € hier lohnt muss jeder für sich entscheiden.

Bewertung88

Pro
Contra
Grafik
90%
  • Liebevolle Comic-Grafik
  • Auf Details wurde geachtet
Sound
100%
  • Gewohnter Sound
Inhalte
70%
  • Unterschiedliche Spielmodi
  • Große Auswahl an Helden
Balance
40%
  • Matchmaking ist nicht sehr gut
  • Kleinere Balance-Probleme
Steuerung
100%
  •  Einfache Steuerung

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