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„NBA Live 18“ im Test – Alles auf Anfang?

NBA Live verkörpert seit jeher eingängigen Basketball und ist nur eines von vielen namhaften Sportsimulationen aus dem Hause EA Tiburon. Zwei Jahre ruhte die erfolgreiche Serie und wird nun mit einem weiteren Basketballgiganten NBA Live 18 erweitert. Ob die Entwickler aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und die Korbjagden zu gefallen wissen, erfahrt ihr in unserem folgenden Test.

Story: Wie wäre es wohl „The One“ zu sein?

Wie bereits aus vergangenen Titeln der Reihe basiert auch bei NBA Live 18 das erzählerische Konstrukt auf einem eigens dafür vorgesehenen Storymodus – hier mit „The One“ benannt. Ihr schlüpft in die Rolle eines bedeutungslosen Hobby-Basketballers, der von den großen Stadien der Welt träumt, um dort als „The One“ gefeiert zu werden. Wenn auch der Weg eures Charakters lang und steinig ist, lässt er sich ganz nach eurem Gusto gestalten. Startet ihr zunächst auf der Strasse, stellt ihr euch bald schon ersten Matches in kleinen Hallen und legt damit den Grundstein für die langersehnte NBA-Karriere. Und eines ist sicher: Jeder Korb bringt euch eurem Traum einen entscheidenden Schritt näher.

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Gameplay I: Der Weg zum Ruhm ist lang

Bereist nach wenigen Spielminuten ist erkennbar, wie resolut sich NBA Live 8 auf dem Platz zeigt und wie sehr vor allem James Harden, der dem Cover bereits sein Gesicht lieh, zur Immersion beiträgt. Obwohl das Gameplay vergleichsweise arcadig ausfällt, schaffen es die Entwickler dennoch, ein rundes und realistisches Spielgefühl zu erzeugen. So stehen euch eine ganze Bandbreite ausgefeilter Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Bewegungsabläufe eurer Spieler zu beeinflussen und vor allem Passlücken in der Offensive geschickt auszunutzen. Auch die Defensive ist für jeden Angriff gerüstet und erlaubt euch allerlei Spielzüge, um stets nah am Ball zu bleiben. Insbesondere beim Dribbeln reagiert das Game besonders sensibel auf jeden Tastendruck, sodass sich einige rasante Moves auf dem Court umsetzen lassen. Das wirkliche Highlight des Games ist jedoch zweifelsohne der Karrieremodus The One, der immer wieder dazu motiviert, einen unbedeutenden Sportler an die Spitze der NBA zu dribbeln und damit ein umfangreiches Spielvergnügen garantiert. Mit einer Reihe interessanter Zwischensequenzen und einem ganzen Sammelsurium abwechslungsreicher Aufgaben, ist nicht nur stundenlange Dauerbespassung, sondern vor allem Neulingen der Serie der optimale Einstieg geboten. Selbstredend könnt ihr euch auch in Versus-Matchen einen vorderen Platz auf den Ranglisten sichern oder euch im Dynastie-Modus darin versuchen, euer eigenes Team zu formen, managen und dem Erfolg näherzubringen.

Gameplay II: Basketball in Perfektion

Erstmals ist auch die Lienz der WNBA mit an Bord und damit das komplette Rechtepaket für alle zwölf Teams samt Spielstätten. Dies ist nicht nur für weibliche Zockerinnen ein enormer Zugewinn, sondern erzeugt auch ein angenehm konträres Spielgefühl zu dem männlichen Pendant. Doch ganz egal welchen Herausforderungen ihr euch stellt, im Kern geht es stets darum, euren Spieler gemäß eurer Vorstellungen zu formen und voranzutreiben. So lassen sich Fertigkeiten, wie Ballbeherrschung, Passgenauigkeit oder Schnelligkeit stetig verbessern und so der eigene Spielstil nachhaltig perfektionieren. Neben interessanten Spezialfähigkeiten sind auch eine Vielzahl anpassbarer optischer Merkmale vertreten, die euch in Sachen Individualität nahezu keine Grenzen setzen. Doch wenn auch NBA Live 18 im Gegensatz zum Vorgänger deutlich ausgereifter scheint, schwächelt der Titel mit einem vergleichsweise trägen Spielablauf und lässt streckenweise immer wieder einiges an Substanz vermissen. Trotz des stimmigen Grundgerüsts fehlt es immer wieder an Tempo und insbesondere die recht schwachen KI-Gegner lassen sich doch zu leicht den Ball abluchsen oder verpassen gar entscheidende Momente.

Balance: Hier kommen auch Anfänger sehr weit

Zugegeben, die sehr wechselhaften KI-Gegner werden Einsteiger durchaus willkommen heißen, da sie dem Spieler sehr gute Ballchancen einräumen. Auch bieten Anzeigehilfen immer wieder nützliche Unterstützung, sodass man auch ohne große Eingewöhnung unmittelbar auf dem Court starten kann. Profis der Serie werden sich jedoch schnell unterfordert fühlen und die „künstliche Intelligenz“ nur allzu schnell in die Tasche stecken.

Steuerung: Punktgenau und geschmeidig

Wirklich nichts zu meckern gibt es hingegen an der ausgesprochen präzisen Steuerung, die vor allem bei schnellen Ballwechseln punktgenau reagiert und für ein geschmeidiges Spielgefühl sorgt.

Grafik und Sound: Sind wir schon im Stadion?

In Sachen Design macht sich die Frostbite Engine wieder einmal bis in kleinste Detail bemerkbar und sorgt vor allem bei den NBA-Stars für einen sofortigen Wiedererkennungswert. Sämtliche Mimiken sind sauber und realistisch umgesetzt und auch die Matchpräsentationen ist denen aus den großen TV-Stadien beinahe 1 zu 1 nachempfunden. Akustisch liefern vor allem die euphorischen Rufe der Fans und Spieler einen stimmungsvollen Klangteppich, während die Kommentatoren die Spielsituationen immer wieder mit treffsicheren Worten untermauern. Leider fallen die anfangs humoristischen Sprüche sehr generisch aus, sodass die immergleichen Floskeln in Dauerschleife schon bald überaus nervig ausfallen.

Fazit: Nicht der ganz große Wurf, aber dennoch passgenau

Mit NBA Live 18 präsentiert EA Tiburon ein gelungenes Basketballspektakel, welches trotz seinem arcadigen Spielgefühl nichts an Authentizität vermissen lässt. Neben einer gelungenen Gesamtpräsentation weiß vor allem der Karrieremodus The One über viele Stunden zu fesseln. Aber trotz des runden Gameplays und vieler gelungener Details fehlt es dem Game an dem notwendigen Tempo und wirklich beinharten Gegnern. Hier bleibt zu hoffen, dass die Entwickler für den nächsten Titel nochmal so manche Stellschrauben nachziehen, um sich damit endlich den ersten Platz auf dem Siegertreppchen zu sichern.

Pro
Contra
Story
75%
+ packender Karrieremodus liefert interessante Storyline – eher oberflächliche Dialoge
Gameplay
85%
+ umfangreiche Teams dank Lizenzen für NBA und WNBA
+ spannendender Karrieremodus mit vielfältigen Aufgaben
+ umfangreiche Individualisierung des eigenen Charakters
+ vielfältige Spielzüge in der Offensive und Defensive
– streckenweise fehlt es den Matches an Tempo
Balance
80%
+ nützliche Hilfen für Einsteiger – schwache KI-Gegner
Steuerung
90%
+ präzise und punktgenaue Steuerung
Grafik & Sound
85%
+ Frostbite Engine sorgt für authentische Darstellung aller Spieler und Matches
+ stimmungsvolle Akustik
– generische Kommentatoren

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