Spiele für PC & Konsole

PC Building Simulator im Test

Der etwas andere virtuelle Simulator

Ob im Beruf oder aus Spaß: virtuelle Simulationen lassen unserer Kreativität große Spielräume und heben Beschränkungen durch Zeit und Ort sowie Wissen und Geld auf. Ein ziemlich neuer und einzigartiger Simulator für den Computer ist der PC Building Simulator. Er vereint Hobby mit Fachwissen, wenn es darum geht, einen Computer aufzubauen und eine Art „Computer Shop“ zu führen.

PC Building Simulator – heute baue ich mir einen Computer

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Menschen mit der Leidenschaft zu Computern, irgendwann ihren eigenen zusammenbauen wollen. Dieser Wunsch tritt alterstechnisch betrachtet immer früher ein. Entsprechend gefordert oder überfordert sind die Eltern. Der PC Building Simulator soll mitunter hierfür Abhilfe schaffen, wie es der Programmierer „Claudiu“ selbst beschreibt. Er möchte mit seiner Software spielerisch das Fachwissen um den Zusammenbau eines Computers vermitteln, ohne direkt viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Dazu kommen eine Portion Grafik und wie es zu einer Simulation ebenfalls gehört, Aufgaben, die es zu bewältigen gibt. Natürlich gibt es auch zahlreiche Anleitungen im Internet, die dabei helfen einen PC selber zu bauen.

Der PC Building Simulator im Test

Die erste frühe Entwicklungsphase des Simulators wurde im Sommer 2017 veröffentlicht. Nach über einem halben Jahr hat sich einiges getan, sodass der PC Building Simulator bei Steam für 19,99 Euro erworben und installiert werden kann.

PC Building Simulator - Main Menu

Das Spiel ist kompakt in seinen Einstellmöglichkeiten und derzeit nur auf englisch verfügbar. Es startet schnell, kommt mit modernem Sound daher und besticht mit ansprechender Grafik. Dem Benutzer stehen der Karrieremodus, ein Tutorial und ein Sandkastenmodus zur Verfügung. Um sich mit der Bedienung vertraut zu machen, empfiehlt es sich, das Tutorial durchzuspielen.

PC Building Simulator – Tutorial „How to Build a PC“

Im Tutorial wird der Benutzer mit kurzen und bündigen Informationen und Anweisungen versorgt, um einen Computer fertigzustellen. Die Komponenten werden dabei in ihrer Art und Reihenfolge des Verbaus vorgegeben. Somit erhält der Spieler einen ersten Eindruck in die Bedienung, Grafik und Ablauf.

 

Sobald der PC vollständig ist, wird er gestartet und der Spieler landet in einer netten Animation zurück im Hauptmenü.

PC Building Simulator – Karriere starten

Im Karriere-Modus geht es langsam los. Der Spieler befindet sich in einem Zimmer und kann sich umschauen. Ein Regal mit ein paar Ersatzteilen, abgedunkelte Fenster, ein Schreibtisch und ein Computer stehen zur Verfügung. Weitere Schreibtische und Staumöglichkeiten können mit dem Aufstieg in höhere Levels freigespielt werden und sind bereits von Anfang an „halbdurchsichtig“ ersichtlich.

PC Building Simulator - Raum

In dem der Spieler den Computer anklickt, befinden sich im Mailpostfach die ersten Instruktionen und die Hintergrundgeschichte. Die Karriere beginnt mit einer E-Mail vom Onkel Tim, der einem das PC-Geschäft übereignet. Folglich rutscht der Spieler in die „Geschäftsführerrolle“ und die Simulation erzeugt den Eindruck, wie manch Karriere, in einem kleinen Zimmer oder der Garage entstanden zu sein.

Realisitisch ist dabei ebenfalls, dass der Spieler keinerlei Anfangskapital hat. Er startet sogar im (dezenten) Minus. Doch der erste Auftrag liegt bereits in einer weiteren E-Mail vor.

Der erste Spieltag

Jeder Auftrag kommt per Mail ein und hat seine eigene Schreibart. Der Spieler bestätigt ihn und der Computer des Kunden, ob defekt, aufzurüsten oder einfach nur verdreckt, geht in den Versand.

Je nach Auftrag kann bereits für die Lieferung des Computers, welche immer an nächsten Tag erfolgt, Hardware aus dem Store bestellt werden. Der Store ist über den gleichen Computer zugänglich und ähnelt im weitesten einem Onlineshop. Die Preise sind in Dollar, der Benutzer entscheidet über die Lieferbedingungen, je nach verfügbaren Budget.

Am ersten Spieltag gibt es folglich nicht allzuviel zu tun, weshalb der Spieler zur Tür geht und dort wie im richtigen Leben den Arbeitsort verlässt. Dabei sieht er einen Kalender, der ausstehende Lieferungen und wichtige Zahlungserinnerungen enthält, denn auch der Spieler muss Miete und Stromkosten bezahlen.

PC Building Simulator - Kalender

Aufträge bearbeiten und Computer reparieren

Am nächsten Arbeitstag stehen dem Spieler magisch die Computer der Kunden und, wenn getätigt, die bestellten Hardwarekomponenten im Flur zur Verfügung. Letztere werden mit einem Klick automatisch ins Inventar zugefügt. Der Computer muss händisch zum Arbeitsschreibtisch gebracht und bedient werden. Auf einem Tisch kann nur ein Gerät stehen. Die anderen kann der Spieler zwar bewegen, aber nur im Flur abstellen.

Jede Komponente, die entfernt werden soll, wird farblich und mit dem Namen der Komponente hervorgehoben, sodass nicht etwas Falsches entfernt wird  Die farbliche Hervorhebung ist in den Ampelfarben gehalten und hilft dem Spieler, sollte eine Komponente nicht direkt entfernt werden können, da z.B. vorher Kabel abgestöpselt werden müssen. So startet jeder Auftrag, wo Hardware benötigt wird, mit dem Entfernen einer Seitenblende und der dazugehörigen Schrauben.

PC Building Simulator - Computeransicht Nachdem erfolgreichen Tausch von Komponenten und dem Schließen der Blende, wird der Computer testweise gestartet. Dazu steckt der Spieler vier Kabel an den Computer, um ihn mit Strom, Bildschirm sowie Maus und Tastatur zu verbinden. Zum Glück dauert der Startprozess des „Omega-OS“ wenige Sekunden. Wenn keine Software getestet oder installiert werden muss, kann der Spieler den fertig reparierten Computer nehmen und in den Flur stellen. Seine Bezahlung erhält er, indem er sie sich in der E-Mail des Kunden abholt. Der Kunden-Computer verschwindet ebenso magisch aus dem Flur, wie er gekommen ist.

Levelaufstieg

Wie in anderen Simulationen identisch, steigt der Spieler nach erfolgreichen Aufträgen nach und nach in den Leveln auf. Mit Aufstieg kommen andere Anfragen, teils mit Deadline hinzu. Der Spieler kann sich zuzüglichen Arbeitsplatz in Form von weiteren Schreibtischen kaufen. Weiter wird der Webshop mit neuen Komponenten, auch von namhaften Herstellern wie Intel, gefüttert.

Fazit

Die Idee des Simulators ist lustig und einzigartig. Die Grafik besticht ansprechend, sodass sogar kleine Staubkörnchen, die in der Luft fliegen, zu sehen sind. Das Spiel ist mit moderner Musik und realitätsnahen Geräuschen, z. B. beim Entfernen von Schrauben, unterlegt.

Der Hersteller hat sich eine schlichte Story einfallen lassen, die einer möglichen Realität entspringen könnte. Die Anfragen der Kunden sind unterschiedlich in ihrem Schreibstil und bieten somit denjenigen, die nicht nur die Aufgaben lesen, eine nette Unterhaltung. Vorausgsetzt, der Spieler kann englisch, da derzeit keine deutsche Übersetzung des Spiels existiert. Diese soll jedoch zwei Wochen nach Release erhältlich sein.

Der Shop ist schlicht und die Preise wenig realitätsnah im Vergleich zu deutschen Preisen, sowohl hinsichtlich der Komponenten als auch der Lieferbedingungen.

Das Spiel macht auf Anhieb Spaß und ist leicht verständlich. Jedoch verliert es schnell seine anfängliche Wirkung. Die Bedienung ist sehr fummelig und ungenau. Die Musik ist zwar modern, jedoch wiederholt sie sich sehr häufig. In den ersten Levels sind maximal 3 Aufträge gleichzeitig vorhanden, ablehnen ist nicht möglich. Da der Ablauf vom Angebot annehmen über die Reparatur bis zum Abschluss immer der gleiche ist, entgeistert die Monotonie einen schnell.

Da das Spiel noch sehr jung ist, hat es viel Potential nach oben. An der Grafik kann immer etwas verbessert werden, obwohl ich diese bereits gut gelungen sehe. Unterschiedliche Tageszeiten oder die Einbindung von Jahreszeiten passend der tatsächlichen Gegebenheiten wären wünschenswert und ein kleiner Hingucker. Abwechslungsreichere Musik, vielleicht die Einbindung eigener wären eine Idee. Bei der Bedienung sollte sich der Programmierer aber am meisten etwas überlegen. Ebenso mehr Abwechslung und Herausforderungen.

Einen Ersatz, einen eigenen Computer zusammenzubauen, sehe ich in diesem Simulator nicht. Vielleicht jedoch eine erste Vorstufe, um das Interesse zu vertiefen. Was ich mir jedoch sehr gut vorstellen könnte, wäre eine Integrierung in manche realen Onlineshops, die den Simulator als ihre Konfigurationssoftware nutzen und mit den gelisteten verfügbaren Komponenten pflegen. Somit schafft ein Onlineshop ein individuelles Kauferlebnis mit der Möglichkeit zur Prüfung, ob die Komponenten zusammen passen. IKEA macht es mit seinen Planern bereits vor. Somit wäre es für die einen ein netter Zeitvertreib und für andere eine Kaufhilfe.

PC Building Simulator

Grafik
Sound
Spielspaß
Bedienung
Umfang

Netter Zeitvertreib für nebenbei, jedoch ausbaufähig.

Das Spiel macht auf Anhieb Spaß und ist leicht verständlich. Jedoch verliert es schnell seine anfängliche Wirkung.

Dawina Gaebler

Mein Name ist Dawina, ich bin Berlinerin und arbeite als Sachbearbeiterin IT. Computer und Technik haben mich schon seit meiner Kindheit fasziniert. In meiner Freizeit spiele ich gerne Computerspiele, bin ansonsten Apple-Userin und selbst im Urlaub brauche ich für meine Spielerein eine Verteilerdose.

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AndiBil

Neues Mitglied

22 Beiträge 14 Likes

Ich finde das Spiel sehr Interessant, da ich demnächst mir einen Pc selber bauen will.

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a
andrey

Neues Mitglied

3 Beiträge 0 Likes

Ich glaube nicht das es so realistisch sein kann

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P
PHGaming

Neues Mitglied

4 Beiträge 0 Likes

Es ist zwar nur ein Simulator, aber du bist heilfroh, wenn dort etwas kaputt geht, als bei einer kleinen Platine von mehreren hundert Euro.

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