Konsumerelektronik, Gadgets & Zubehör

AIPER Surfer S1 im Test: Kristallklares Wasser?

Der AIPER Surfer S1 ist nicht nur ein weiterer Schwimmbadroboter auf dem Markt, sondern speziell für die Reinigung der Wasseroberfläche konzipiert. Die meisten Poolroboter beschränken sich auf den Boden bzw. neuerdings auch auf die Wände. Nur im Premiumsegment sind Roboter zu finden, welche ebenso die Oberfläche mit einbeziehen. Der AIPER Surfer S1 nimmt dies zum Anlass und setzt voll auf diese Nische. Dabei ist der Poolskimmer mit modernster Technik ausgestattet. So erfolgt das Aufladen unter anderem während der Fahrt, da sich auf dem Gehäusedeckel ein großflächiges Solarpanel befindet. Neben einer App-Unterstützung ist auch eine Navigation mit Ultraschallsensoren an Bord.

Heute nehmen wir den AIPER Surfer S1 genauer unter die Lupe und untersuchen dessen Leistung und Handhabung. Es stellt sich die Frage, ob solch eine Investition lohnt oder ob händisches Keschern bereits ausreicht?

Technische Daten

Typ Poolreinigungsroboter
Modell Surfer S1
Farboptionen Dunkelgrau
Ideale Poolart Sowohl Einbau- + Aufstellpool / außer Infinity-Pools aus Glas
Größe des Pools Jede Poolgröße
Geeignetes Poolmaterial Jedes Poolmaterial
Reinigende Flächen
Wasseroberfläche
Wasserbedingung: Temperatur 10 °C – 35 °C
Wasserbedingung: pH-Wert 7,0 – 7,4
Wasserbedingung: Chlor max. 4 PPM
Wasserbedingung: NaCl max. 6.500 PPM
Motor 2x Propeller (bürstenlos), 1x Laufrad (bürstenlos)
Filterart Geschlossener Filterkorb
Filterkorbgröße 5 L
Filtrationsspezifikation 200-μm-Filterkorb
Max. Laufzeit ca. 12 Stunden
Ladezeit ca. 2,5 Stunden
Akku-Größe 4.000 mAh
Lademethode Solar- und Gleichstromladung
IP-Schutzart IPX7
Abmessungen (L x B x T) 560 x 460 x 200 mm
Gewicht 5,8 kg
Preis
€ 799,99 *

Lieferumfang

  • Poolroboter und Netzteil inklusive
  • Bedienungsanleitung in türkisfarbenem Umschlag
  • Keine weiteren Extras

Der Lieferumfang des AIPER Surfer S1 lässt sich ohne große Worte zusammenfassen: Er beschränkt sich auf das Wesentliche. Dazu gehören zunächst der Poolroboter selbst sowie das Netzteil. Die üblichen Unterlagen, u.a. die Bedienungsanleitung, sind in einem gesonderten türkisfarbenen Umschlag enthalten.

Optik & Verarbeitung

  • Optisch wie ein Katamaran
  • Ultraschallsensoren zur Hinderniserkennung und türkisfarbene Propeller
  • Solide Verarbeitung, zeitlose Farbgebung, hochwertiges Aussehen

Optisch zeigt sich der AIPER Surfer S1 in der Welt der Poolroboter von einer außergewöhnlichen Seite. Er ähnelt einem Katamaran. Ein großer Teil der ausziehbaren Abdeckung ist mit einem Solarpanel versehen, das während des Betriebs automatisch den Roboter auflädt. Die Front des Deckels ziert ein bronzefarbener AIPER-Schriftzug. Zur Hinderniserkennung ist der AIPER Surfer S1 zudem mit Ultraschallsensoren ausgestattet. Diese sind an der Vorderseite in Form von Augen sichtbar. Auf der Rückseite finden sich die Bedienelemente und der Ladeanschluss. Unterhalb davon sorgen zwei türkisfarbene Propeller für die Fortbewegung des Roboters.

Hinsichtlich der Verarbeitung bietet der AIPER Surfer S1 ein gutes Gesamtpaket. Alle Komponenten wirken solide verarbeitet und sämtliche Gehäuseteile gehen bündig ineinander über. Auch die Farbgebung macht einen zeitlosen Eindruck und insbesondere der AIPER-Schriftzug in Bronze verleiht dem Poolroboter ein hochwertiges Erscheinungsbild. Darüber hinaus verfügt der Filterkorb über ein erfreulich dickes Gewebe. Dementsprechend ist die Verarbeitung mitsamt der Technik unter der Haube dem Preis angemessen.

Ausstattung

  • Großflächiges Solarpanel und bürstenloser Motor
  • Ultraschallsensoren und UV-beständige Karosserie
  • Großer Filterkorb mit 5 Liter Fassungsvermögen

Neben dem großflächigen Solarpanel auf dem Gehäusedeckel, das wohl auch als auffälligstes Ausstattungsmerkmal in den Fokus rückt, verfügt der AIPER Surfer S1 noch über eine Reihe weiterer technischer Finessen. Dazu zählen der bürstenlose Motor sowie das Schaufelraddesign der Bürste. Der Filterkorb entspricht einem Fassungsvermögen von bis zu 5 Litern und ist damit der Größte, den wir bislang in unserem Blog unter den Poolrobotern getestet haben. Mit einer Akkuladung kommt der AIPER Surfer S1 bis zu 12 Stunden durch den Tag. Vorausgesetzt, die Sonne scheint überhaupt nicht, was im Sommer selten der Fall ist. Ansonsten wird der Akku während des Betriebs aufgeladen.

Um ein Hängenbleiben am Beckenrand oder an der Leiter zu vermeiden, werden einerseits Ultraschallsensoren eingesetzt. Zum anderen sind an der Unterseite auf jeder Seite Stützbalken montiert, die ein Verkanten des Surfer S1 an den Stufen verhindern. Durch Lösen der Verriegelung können diese bei Bedarf nach unten herausgezogen werden. Daneben ist der Roboter mit allen Arten von Pools kompatibel, sowohl mit Herkömmlichen als auch mit Salzwasser- und Naturpools. Auch der Punkt, dass die Karosserie im Laufe der Zeit keine Schwachstellen aufweist, ist besonders im Sommer bzw. an heißen Tagen ausschlaggebend. Aus diesem Grund ist das gesamte Gehäuse UV-beständig. Zum Transport dient der Griff an der Kopfseite.

App-Umfang

  • App für Android und iOS mit Bluetooth- oder QR-Code-Kopplung
  • Steuerung, Reinigungshistorie, Wassertemperaturanzeige und digitale Handbücher
  • Stabile App, aber kleinere Übersetzungsfehler vorhanden

Wahlweise bietet der Hersteller zur Steuerung des AIPER Surfer S1 eine App mit weiteren Funktionen für den Poolroboter an. Dabei steht die App sowohl für Android wie auch für IOS zur Verfügung. Falls man noch keinen Account bei AIPER hat, muss man zunächst einen solchen anlegen. Im Anschluss erfolgt die Kopplung des Surfer S1 mit dem Konto via Bluetooth. Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, auf der Unterseite des Roboters einen QR-Code einzuscannen. Ab jetzt kann der Roboter direkt ins WLAN eingebunden werden. Dabei ist zu beachten, dass nur 2,4 GHz unterstützt wird.

Zum Funktionsumfang der App zählt das Starten und Stoppen des Reinigungsvorgangs genauso wie die manuelle Steuerung des Roboters. Möchte man also den Surfer S1 gezielt zu einer verschmutzten Stelle fahren lassen, so kann das Ganze per Joystick gesteuert werden. Einschränkend ist festzuhalten, dass ein direktes Drehen mit dem Schwimmbadroboter nicht möglich ist. Die Lenkung funktioniert zwar problemlos, aber eine präzise Umsetzung der Lenkung wie beim Auto gibt es selbstverständlich trotzdem nicht. Vorausgesetzt wird hier zudem eine aktive Bluetooth-Verbindung zum Roboter. Genial: Die momentane Wassertemperatur wird ebenfalls gemessen und ist in der App abrufbar!

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich die Reinigungsvorgänge der letzten sieben Tage anzeigen zu lassen. Eine nette, aber aus unserer Sicht sinnvolle Kleinigkeit gibt es unter dem Tab „Unterstützung“. Hier können die Anleitungen aller Poolroboter digital angezeigt werden. Wer also gerne mal Handbücher verlegt oder auf die Schnelle nicht mehr findet, weiß so etwas zu schätzen. Im Falle eines Defekts besteht zudem die Möglichkeit, sich mit AIPER über diesen Weg in Verbindung zu setzen bzw. Garantieansprüche einzureichen.

Insgesamt wirkt die App sorgfältig entwickelt und die Oberfläche durchdacht gestaltet. Eventuelle Abstürze der App haben wir nicht erlebt und auch sonst lief die Bedienung der App immer flüssig. Kleinere Übersetzungsfehler in der deutschen Sprache sind jedoch zu finden.

Praxistest

  • Leise Propeller aber laute Bürste während des Betriebs
  • Gute Navigation, allerdings Blessuren durch hervorstehende Ränder
  • Solarpanel lädt Akku zuverlässig, Netzteil daher oft unnötig

Die Testumgebung

Für unseren Test dient ein Rundbecken, welches mit einer Stahlwand umgeben ist. Der Pool hat ein Fassungsvermögen von ca. 19.000 Litern, eine Höhe von 120 cm bei einem Durchmesser von 460 cm. Im Folgenden soll daher untersucht werden, ob der AIPER Surfer S1 in der Lage ist, alle Schmutzpartikel vollständig von der Wasseroberfläche zu entfernen. Oder verbleiben doch einige Fliegen, Blätter oder Ähnliches im Becken?

Inbetriebnahme

Der AIPER Surfer S1 erreichte uns mit 54% Akkuladung laut App. Da der Roboter über ein großflächiges Solarpanel auf dem Dach verfügt und das Wetter gerade sehr sonnig ist, haben wir uns für die umweltfreundliche Variante entschieden. Dementsprechend ging es für den Poolroboter direkt in den Pool. Zum Einschalten genügt es, den Power-Schalter auf der Gehäuserückseite 2 Sekunden lang zu drücken. Ein weiterer Knopfdruck auf den mittleren Start/Stop-Taster startet den Reinigungsvorgang.

Natürlich ist auch ein simples Aufladen per Netzteil möglich. Der Ladeanschluss des Surfer S1 befindet sich ebenfalls auf der Rückseite und ist durch eine Gummierung verdeckt. Sollte der Poolroboter tatsächlich einmal komplett leer sein, dauert ein Ladevorgang für den 4.000 mAh Akku etwa 2,5 Stunden.

Säuberung der Wasseroberfläche

Im Test überzeugt der AIPER Surfer S1 völlig und saugt zahlreiche Insekten von der Wasseroberfläche auf. Dabei hilft die großflächige Lamellenbürste im Inneren des Roboters, welche sämtliche Partikel in den Filterkorb befördert. Hörbar ist der Poolroboter allerdings immer, wenn er in Betrieb ist. Die Ursache dürfte aber nicht einmal, wie ursprünglich angenommen, in den beiden Propellern liegen. Diese befinden sich nämlich vollständig im Wasser, was eine dämpfende Wirkung hat. Das Hauptgeräusch stammt demnach von der Bürste selbst.

Die Navigation verläuft recht gut, auch wenn der Roboter kein festes Fahrmuster an den Tag legt. Stattdessen fährt der Surfer S1 konsequent quer durch das Becken und lenkt kurz vor der Wand wieder ein. Dank seiner Ultraschallsensoren kann er auch Menschen im Becken erkennen und gezielt umfahren. Das funktioniert im Test sehr gut. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Sensoren wahrscheinlich nur Hindernisse in direkter Höhe erkennen. In unserem Fall ragt z.B. der Beckenrand etwas heraus, an dem der AIPER Surfer S1 gerne mal anstößt. Die Folge sind einige Kratzer im Lack an den beiden Stirnseiten des Roboters. Gegebenenfalls hätte hier eine Schaumstoffbeschichtung an den Seiten Abhilfe schaffen können, auch wenn dies wahrscheinlich zu Lasten des Designs gegangen wäre.

Wunderbar funktioniert indes das Aufladen während der Reinigung. Während wir mit 54% ins Rennen bzw. ins Becken gegangen sind, waren es nach sechs Stunden Reinigung sogar 82%. Das Spannende daran: Je nach Sonnenstand und umliegender Häuser wird der Pool nicht einmal komplett von Sonnenstrahlen getroffen. Zeitweise war der Himmel auch bewölkt, weshalb wir das Solarpanel auf dem Dach als vollen Erfolg werten. Das Ganze lässt sich über mehrere Tage reproduzieren, sodass wir nie mit leerem Akku dastanden. Man kann also sagen, dass ein Aufladen mit dem Netzteil in den heißen Sommermonaten in der Regel nicht notwendig ist. Einfach den Poolroboter ins Wasser stellen und am Ende des Tages hat der AIPER Surfer S1 eine höhere Akkuladung als vorher.

Reinigung

  • Gehäusedeckel durch türkisen Taster entriegeln und zurückschieben
  • Filterkorb lässt sich mit Gartenschlauch reinigen
  • Anschließend wieder Einlegen und Deckel nach vorne schieben

Die Reinigung des AIPER Surfer S1 ist vergleichbar mit anderen Poolrobotern. Um an den Filterkorb zu kommen, drückt man auf den türkisen Taster auf der Gehäuserückseite, wodurch sich der Deckel entriegelt. Die Abdeckung lässt sich jetzt nach hinten schieben. Dabei ist zu beachten, dass der Deckel sehr weit verschoben werden kann. Der Endpunkt ist erst erreicht, wenn sich der AIPER-Schriftzug hinter dem Filterkorb befindet. Währenddessen klappt der Griff des Filterkorbs bereits nach oben und erleichtert die Entnahme.

Mittels Verschluss auf der Rückseite öffnet sich der Filterkorb und kann einfach mit dem Gartenschlauch ausgespült werden. Das Einlegen erfolgt genau in umgekehrter Reihenfolge, wonach der Deckel wiederum einfach nach vorne geschoben und geschlossen wird. Somit ist die Reinigung einfach und unkompliziert. Auch die Größe des Filterkorbes kann sich sehen lassen und bietet ausreichend Platz für mehrere Tage Nutzung in Folge.

AIPER Surfer S1 Test: Fazit

Betrachtet man die vielen Vorteile des AIPER Surfer S1, kann man dem Poolroboter kaum einen Vorwurf machen. Die Reinigungsleistung ist rundum überzeugend. Besonders das Solarpanel auf dem Dach ist ein cleverer Schachzug und erspart das lästige Aufladen im Sommer. Hinzu kommt die App, die ein sehr guter Begleiter mit nützlichen Funktionen ist und über den aktuellen Reinigungsstatus informiert. Auch die Orientierung funktioniert im Allgemeinen prächtig, wenngleich die Ultraschallsensoren nur auf Augenhöhe arbeiten und höhenmäßig vorstehende Objekte nicht erfassen.

Abschließend stellt sich die Frage, ob sich die Investition in den AIPER Surfer S1 wirklich lohnt. Die Vorteile sprechen natürlich für sich. Auf der anderen Seite dürfte wohl der Preis die meisten Kunden abschrecken. Derzeit ist der Surfer S1 bei Amazon für rund 800 Euro erhältlich. Das ist trotz der enormen Technik unter der Haube sicherlich zu viel, wenn man den eingeschränkten Einsatzbereich bedenkt. Schließlich kann der Roboter nur die Wasseroberfläche reinigen. Für den Boden oder die Wände müsste ein weiterer Poolroboter angeschafft werden. Direkt beim Hersteller ist der Roboter hingegen aktuell zum halben Preis (399,99 $) erhältlich. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Investition zahlt sich allemal aus. Wer aber ohnehin einen kleineren Pool sein Eigen nennt, für den dürfte sich das manuelle Keschern aus dem Baumarkt vermutlich eher rechnen.

AIPER Surfer S1

Design & Verarbeitung
Bedienkomfort
Reinigungsleistung
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Hervorragender solarbetriebener Pool-Skimmer für den Dauereinsatz! Der begrenzte Anwendungsbereich, nämlich nur die Wasseroberfläche, fordert jedoch einen hohen Preis.

Niklas

Als versierter Softwareentwickler kann ich mich für sämtliche Themen rund um den PC vollstens begeistern. Diese Leidenschaft begann schon zu meinen Kindheitstagen und war wegweisend für meine persönliche Laufbahn. In meiner Freizeit bin ich auch dem Gaming nicht abgeneigt und stelle gerne meine Skills in kompetitiven Matches mit Freunden auf die Probe.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"