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Gravastar Sirius Pro im Test – Extravagante In-Ears mit klarer Zielgruppe

Wenn neue Kopfhörer auf dem Wunschzettel stehen, dann geht es meist in erster Linie um Eigenschaften wie die Klangqualität oder eine gute Geräuschunterdrückung. Von der Optik ist oft nur untergeordnet die Rede, und so kommen die meisten In-Ears in Kunststoffgehäuse daher, die zurückhaltend in schlichten Formen und Farben gestaltet sind.

In eine ganz andere Richtung gehen hingegen die Sirius Pro von Gravastar, die sich heute bei uns im Test befinden. Das Unternehmen Gravastar hat sich auf Audio-Produkte mit extravaganter Sci-Fi-Optik spezialisiert, und so setzen die In-Ears auf einen futuristischen Look mit einem extravagant geformten Metallgehäuse, das in fünf verschiedenen Farbkombinationen angeboten wird.

Abseits davon präsentiert Gravastar hingegen etwas klassischere Werte: Geworben wird mit einem starken Bass sowie „3D-Sound“. Darüber hinaus sollen die In-Ears über eine Ohrenerkennung sowie eine Touch-Steuerung, eine RGB-Beleuchtung, eine IPX5-Zertifizierung und einen am Gehäuse untergebrachten Flaschenöffner verfügen.

Für dieses Gesamtpaket werden vom Hersteller zwischen 130 und 150 US-Dollar verlangt – je nachdem, welche Farbkombination ausgewählt wird. Für den günstigeren Preis gibt es die In-Ears wahlweise in Schwarz, Grau oder Neongrün; und für den besagten Aufpreis wird das Gerät noch im „Used-Look“ in Dunkelgrau und Gelb angeboten.

Bei uns heute im Test befinden sich die Gravastar Sirius Pro dabei in der grauen Variante. In dieser Farbkombination werden die In-Ears aktuell für € 129,95 * [Testzeitpunkt: 130 Euro ] bei Amazon angeboten werden. Ob und für wen sich Gravastars Sirius Pro für diesen Preis lohnen, klären wir im folgenden Test.

Technische Details (Herstellerangaben)

Anbindung: USB-C, Bluetooth 5.2
Akku: 4 h (In-Ears), + 12 h (Gehäuse), 400 mAh, Li-Ion
Gewicht: 6 g (pro Hörer)
Besonderheiten: RGB-Beleuchtung, (ENC)
Varianten: Matt Black, Space Gray, Neon Green, War-Damaged Yellow*, War-Damaged Gray*
Preis € 129,95 *

Lieferumfang

Bereits an der Verpackung erkennt man direkt, dass sich die Sirius Pro anders präsentieren als die meisten In-Ears: Anstatt in einem Pappkartons werden die Kopfhörer in einer in Folie eingeschweißten Kunststoffbox angeliefert, die über ein durchsichtiges Fenster verfügt und damit direkt einen Blick auf die In-Ears ermöglicht. Optisch gibt die Verpackung mit ihrem Sci-Fi-Look dabei bereits einen Vorgeschmack auf die In-Ears und das Ladeetui – dazu im nächsten Abschnitt mehr.

In dem Kunststoffgehäuse, das sich durch die Betätigung des grünen Verschlusses öffnen lässt, befinden sich wie bereits erwähnt die In-Ears und das Ladegehäuse. Dazu liefert Gravastar außerdem sechs zusätzliche Aufsatzkappen, ein knapp 20 cm langes USB-C-Ladekabel und eine Metallkette mit. Letztere kann man über ein ebenso beiliegendes Verbindungsstück aus Gummi am Ladegehäuse unterbringen und dieses damit befestigen.

Design & Verarbeitung

  • Viel Metall
  • Ausgefallenes Design
  • Keine Mängel

Direkt beim Herausnehmen aus der Packung merkt man, dass sich die In-Ears in puncto Design und Bauweise deutlich von der Konkurrenz abheben. Während dort meistens (Hochglanz-)Kunststoffgehäuse zum Einsatz kommen, setzen die Sirius Pro überwiegend auf Metall – laut Gravastar kommt dafür eine Zinklegierung zum Einsatz. Haptisch kommen die Sirius Pro dadurch sehr hochwertig rüber, und auch die Umsetzung des Designs ist gut gelungen.

Ob einem die futuristische Optik des Gehäuses zusagt ist natürlich eine Sache der persönlichen Präferenz, doch zumindest die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben: Kunststoff ist nur an der Ober- und Unterseite sowie am seitlichen Öffnungsrad zu sehen, ansonsten setzt Gravastar für den gesamte Korpus und auch am „Deckel“, der aus zwei schwarzen Haltearmen besteht, auf Metall. Dieses ist dabei ohne fühl- oder sichtbare Mängel, und auch die Aufdrucke sind sauber und fehlerfrei. Hier lässt sich nichts bemängeln.

Auch funktional ist das Ladeetui gut umgesetzt: Die In-Ears werden durch einen Bügel in ihren Ladesockel gehalten. Geöffnet werden kann dieser Bügel dabei über den besagten Kunststoffknopf an der Seite: Wird dieser betätigt, löst ein Federmechanismus aus, der die Haltearme nach oben schnallen lässt. Dann können die In-Ears entnommen und das Gehäuse wieder verschlossen werden.

Wie andere In-Ear-Gehäuse bietet auch das Ladeetui der Sirius Pro eine Funktionstaste, die sich an der Unterseite befindet. Durch diese können die In-Ears zurückgesetzt und die integrierte RGB-LED-Beleuchtung gesteuert werden: Durch ein einfaches Drücken können sechs Farben (Orange, Cyan, Blau, Rot, Grün, Lila) durch gewechselt oder durch einen Doppelklick die Beleuchtung ganz deaktiviert werden. Bei einer aktivierte Beleuchtung leuchtet dabei dauerhaft ein LED-Streifen im „Durchbruch“ des Gehäuses. Wirklich notwendig ist dieses Feature dabei natürlich nicht – zumal es die Akkulaufzeit belastet – aber die Beleuchtung fügt sich stimmig in das futuristische Design der Sirius Pro ein – und dieses ist ja schließlich das große Alleinstellungsmerkmal.

Während das Ladeetui durch den Einsatz von Metall und das ausladende Design auf ein recht hohes Gewicht von 93 Gramm kommt, sind die beiden In-Ears mit einem Gewicht von rund 5 Gramm sehr leicht. Im Vergleich zum Ladeetui setzen die Hörer dabei auf Kunststoff als Material, der aber ebenso gut verarbeitet ist. Zudem sind auch hier die Aufdrucke sauber: Seitlich werden die Hörer durch das Herstellerlogo verziert, und an der Außenseite ist ein weiteres Produkt von Gravastar aufgedruckt: Die Gravastar Mars Pro.

Praxis, Tragekomfort & Akkulaufzeit

  • Angenehm zu tragen
  • Mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Zuverlässige Bedienung mit Verbesserungspotential

Mit einem ansprechenden Design und einer tadellosen Verarbeitungsqualität können die Sirius Pro bei ihrer auffälligsten Eigenschaft bereits Punkten. Natürlich müssen sie aber auch bei üblichen In-Ear-Qualität etwas bieten. Mit mit Hinblick auf den Tragekomfort tun sie das: Die In-Ears lassen sich leicht einsetzen, sind aufgrund ihrer Form und des geringen Gewichts kaum spürbar und sitzen zudem so stabil, dass sie sich selbst bei starken Kopfbewegungen nicht lockern. Durch die insgesamt vier Kappen-Größen sind die Hörer zudem recht flexibel, sodass sie die Ansprüche der meisten Nutzer problemfrei erfüllen dürften.

Nicht ganz so gut schneiden die Sirius Pro hingegen bei der Bedienung ab. Wie so oft werden auch diese In-Ears über eine Touch-Steuerung an der Außenseite bedient, die alle notwendigen Funktionen wie beispielsweise Lauter, Leiser, Pause und einen Songwechsel ermöglichen. Die Bedienung funktioniert dabei gut und nach einer kurzen Eingewöhnung an das „Tempo“ von Doppel- und Dreifachklicks auch zuverlässig, doch hätten wir uns eine etwas bessere Umsetzung der Lautstärkeeinstellung gewünscht.

Immer wenn bei den Sirius Pro am Gerät die Lautstärke angepasst wird, setzt der Ton kurz aus und wechselt erst nach einem kurzen Piepton auf die neue Lautstärke. Der Aussetzer ist dabei zwar sehr kurz, doch wird durch die kurze Unterbrechung das Hörgefühl doch beeinträchtigt – man wird aus der Immersion geworfen. Hier wäre ein entsprechendes Softwareupdate wünschenswert, damit bei einer Veränderung der Lautstärke ein flüssiger Wechsel stattfindet. Denn ansonsten ist das Bedienkonzept der Sirius Pro durchaus gelungen.

Zumindest für Bestandskunden dürfte das Aufspielen eines solchen Softwareupdates allerdings zu spät kommen, denn zumindest derzeit gibt es von Gravastar keine App, mit der ein solches aufgespielt werden könnte. Die gesamte Konfiguration der In-Ears erfolgt über diese selbst. Ob das Fehlen einer App dabei ein Nachteil, neutral oder eher sogar ein Vorteil ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Mit Hinblick auf die Akkulaufzeit wirbt Gravastar mit einem im Ladegehäuse integrierten Akku mit 400 mAh Kapazität, der für drei volle Aufladungen reichen soll. Jede einzelne Ladung soll dabei für vier Stunden ausreichen, die bei niedrigen Lautstärke wohl auch tatsächlich erreicht werden. Bei einer üblichen Reiselautstärke kamen die In-Ears in unserem Test hingegen auf eine Laufzeit von rund dreieinhalb Stunden. Im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten sind die In-Ears damit recht kurzatmig: Für längere Reisen muss man mit Hörpausen leben.

Interessanterweise erlaubte das Ladeetui bei uns dabei eine Aufladung mehr als beworben: In unserem Test konnten die In-Ears vier mal aufgeladen werden, wobei sie drei Mal wieder die besagten dreieinhalb Stunden und einmal immerhin noch drei Stunden durchhielten. Insgesamt kann man mit den In-Ears und dem Gehäuse somit rund 17 Stunden Akkulaufzeit erwarten.

Aufnahme- und Wiedergabequalität

  • Solider Klang
  • Sehr guter Bass
  • Mäßige Aufnahmequalität

Verarbeitungsqualität, Bedienung und Akkulaufzeit – alles schön und gut, aber am Ende ist insbesondere auch die Klangqualität für In-Ears wichtig. Punkten können die Sirius Pro dabei insbesondere beim Bass: Dieser setzt mit rund 30 Hertz bereits sehr früh ein und sorgt bei den richtigen Liedern für mächtig Laune: Die Schläge sind knackig und voluminös, ohne Überhand zu nehmen. Hier kommt man voll auf seine Kosten.

Weniger gut schneiden die In-Ears klanglich hingegen in den übrigen Frequenzbereich ab: Angesichts der angestrebten Preisklasse vermissten wir bei den Mitten und Höhen einen höheren Detailgrad, und bei der Räumlichkeit reicht es allenfalls für eine Durchschnittswertung. Daran ändert auch der alternative „Movie Mode“ nichts, bei dem hohen Frequenzbereiche zugunsten von Tiefen und Mitten in den Hintergrund treten.

Insgesamt bleiben die Sirius Pro klanglich somit hinter den üblichen Ansprüchen der Preisklasse zurück, was angesichts des Fokus auf Optik und Verarbeitungsqualität sowie der vermutlich vergleichsweise niedrigen Stückzählen zumindest nachvollziehbar, aber natürlich auch schade ist. Immerhin: Störend ist der Klang nie, und zudem ist die Wiedergabe auch stets rauschfrei. Und gerade wer die In-Ears nur draußen, etwa beim Sport oder bei dem Weg zur Arbeit nutzt, dürfte von einer höheren Klangqualität ohnehin nicht wirklich profitieren.

Insbesondere mit Hinblick auf laute Umgebungen vermissen wir dabei allerdings ein richtiges, aktives Noise-Cancelling: Die Sirius Pro halten zwar recht dicht und blenden Geräusche somit einigermaßen aus, doch mit richtigem ANC ist das natürlich nicht zu vergleichen. Zudem ist auch kein Transparenzmodus vorgesehen.

Als letzte zu bewertende Disziplin bleibt noch die Aufnahmequalität. Hier können die Sirius Pro leider kaum überzeugen: Für eine Verständigung reicht der gebotene Klang zwar aus, doch wird die Stimme teils deutlich verzerrt. Für kurze Telefonate lassen sich die In-Ears somit verwenden, doch für längere Gespräche oder gar Videokonferenzen sollte man auf andere Produkte ausweichen.

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Gravastar Sirius Pro: Test-Fazit

Für € 129,95 * [Testzeitpunkt: 130 Euro ] bietet Gravastar mit den Sirius Pro In-Ears an, bei denen die Endwertung selten schwer fällt. Einerseits stechen die In-Ears durch ihre Optik und Modellvielfalt zweifellos hervor, und sind in diesem Punkt quasi konkurrenzlos – zumal auch die Verarbeitungsqualität, mit dem großzügigen Einsatz von Metall, hervorragend ist.

Weniger gut sieht es hingegen bei der übrigen Umsetzung aus. Während die Touch-Steuerung sowie die Ohrenerkennung prinzipiell einwandfrei funktionieren, hätten wir uns bei der Lautstärkeeinstellung eine Option gewünscht, die die Wiedergabe nicht bei jeder Eingabe unterbricht. Zudem ist die Akkulaufzeit mit rund dreieinhalb Stunden pro Einsatz und 17 Stunden insgesamt unterdurchschnittlich, und auch klanglich können die Gravastar nur bedingt hervorstechen. Während die Aufnahmequalität eher rudimentär ist, haben die In-Ears zumindest beim Bass einen echten Vorteil: Die tiefen Frequenzen machen mit den Sirius Pro richtig Spaß. Darüber wäre eine noch etwas höhere Detailvielfalt schön gewesen.

Für die Kunden, die die Zielgruppe der Sirius Pro sind, sind die genannten Punkte aber wohl nur bedingt wichtig, denn wie bereits erwähnt sind die In-Ears durch ihre besondere Optik quasi konkurrenzlos – und als Kopfhörer können sie problemlos verwendet werden. Kurzum: Wer das Design haben möchte, der kann sich die In-Ears durchaus zulegen und mit ihnen viel Spaß haben. Für die Anschaffung sollte man aber idealerweise auf eine Rabattaktion warten. Beispielsweise wurden die In-Ears auf Amazon vor kurzem bereits für knapp unter 100 Euro angeboten.

Gravastar Sirius Pro: Silber-Award

Gravastar Sirius Pro

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

81/100

Klanglich zurückhaltende In-Ears mit herausragender Optik und Haptik

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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