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Sennheiser XSW-D Portable ENG Drahtlosmikrofonset im Test

Wer sich im Audiobereich bewegt, kommt kaum um Sennheiser, einen der Marktführer, herum. Das deutsche Unternehmen wartet immer wieder mit hochwertigen Lösungen auf und scheut sich nicht, neue Wege zu beschreiten. Entsprechend groß ist die allgemeine Aufmerksamkeit, die neuen Errungenschaften des Unternehmens regelmäßig zuteilwird. Wir stellen in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar, weshalb es kaum verwunderlich sein dürfte, dass auch wir uns das hochgelobte Mikrofonset XS Wireless Digital Portable ENG genauer angesehen haben.

Lieferumfang

Der Karton, in dem die Einzelteile des Sets geliefert werden, ist erstaunlich klein. Nach dem Öffnen erklärt sich dieser Umstand: Die Einzelteile sind allesamt unglaublich schlank. Im Karton finden sich zwei Sender mit XLR-Stecker und 3,5-mm-Klinkenbuchse, ein Empfänger, ein Lavliermikrofon, eine Mikrofonhalterung, ein USB-C-Ladekabel, ein Gürtelclip, ein Spiralkabel, eine Empfängerhalterung zur Montage an einer Kamera, eine Schnellstartanleitung und ein Papier mit Sicherheitshinweisen. Das Set enthält damit alles, was nötig ist, um sinnvoll betrieben werden zu können. Sender und Empfänger präsentieren sich vergleichsweise unauffällig, was einerseits auf die geringe Größe, andererseits auf die schlichte Gestaltung mit sehr dezentem Sennheiser-Logo zurückzuführen ist.

Technische Daten

Farbe Schwarz
Lieferumfang 2 Sender, Empfänger, Lavalier-Mikrofon, Gürtelclip, USB-C-Kabel, Mikrofonhalterung, Spiralkabel, Empfängerhalterung zur Befestigung an einer Kamera
Ladezeit ca. 3 Stunden
Akkulaufzeit ca. 5 Stunden
Audioausgang max. 12 dBu
Geräuschpegelabstand ≥ 106 dB
Frequenzbereich 2.400-2.483,5 MHz
Spannung 3,7 V
Latenz unter 4 ms
Temperaturbereich 0 bis 60 Grad Celsius
Preis € 364,15 *

Design & Verarbeitung

Gefertigt sind die beiden Sender und der Empfänger aus robustem schwarzen Kunststoff. Den Belastungen des praktischen Einsatzes sollten sie damit gut standhalten können. Durch einen Aufkleber an der Rückseite der Geräte kann man dabei immer den jeweiligen Einsatzzweck erkennen. Das ist besonders wichtig, da der Sender des Laveliermikrofons äußerlich baugleich zum Empfänger ist. Beide besitzen einen Klinkenanschluss, an den das entsprechende Anschlusskabel angeschraubt werden kann. So wird verhindert, dass während der Übertragung die Verbindung unterbrochen wird. Verarbeitungstechnisch haben wir nichts zu bemängeln. Sennheiser hat hier einen wirklich guten Job gemacht.

Das im Set enthaltene Mikrofon macht optisch ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Es präsentiert sich als typisches Ansteckmikrofon und ist entsprechend klein und zurückhaltend gestaltet. Auch hier können wir also eine ausgezeichnete Verarbeitung feststellen. Ein Popschutz ist jedoch leider nicht vorhanden.

Die Bedientaste ist sowohl am Sender als auch beim Empfänger so angebracht, dass eine versehentliche Betätigung höchst unwahrscheinlich ist. So wird ein versehentliches Abschalten oder Entkoppeln während der Aufnahme verhindert.

Funkverbindung

Die Bedienung ist denkbar einfach: Die Geräte werden über die an ihnen befindlichen Taster eingeschaltet. Sind sowohl Sender als auch Empfänger eingeschaltet, verbinden sie sich nach kurzer Zeit automatisch miteinander. In unserem Praxistest hat dieser Verbindungsaufbau völlig problemlos funktioniert. Bereits wenige Sekunden nach dem Einschalten des zweiten Geräts waren Sender und Empfänger miteinander verbunden. Der Sender muss dann per Stecker mit dem Mikrofon, der Empfänger per Stecker mit der Kamera oder einem anderen Gerät mit 3,5-mm-Klinkeneingang verbunden werden. Danach kann es direkt losgehen.

Selbstverständlich lassen sich auch andere kompatible Geräte verbinden. Hierfür muss der Taster des Geräts beim Anschalten etwa fünf Sekunden lang gedrückt werden. Anschließend lässt es sich mit anderen kompatiblen Sendern oder Empfängern verbinden. Wichtig ist jedoch, dass es nicht möglich ist mehrere Sender gleichzeitig mit einem Empfänger zu verbinden.

Wird der Taster später noch einmal kurz gedrückt, wird das Funksignal des Sets stummgeschaltet. Ein weiterer Druck schaltet es wieder ein und lässt die Aufnahme damit wieder zu. Eine an den Geräten angebrachte LED-Leuchte weist praktischerweise auf den jeweiligen Gerätzustand hin. Sind die Geräte unverbunden, blinkt sie in kurzen Abstand grün. Ist der Akkustand niedrig, blinkt die LED einmal kurz rot auf und ist danach mehrere Sekunden lang durchgehend grün. Ab diesem Zeitpunkt reicht die Akkuladung noch für einen Betrieb von 30 bis 45 Minuten aus. Leuchtet sie durchgehend orange, wurde das Funksignal stummgeschaltet. Die Funktionsweise wird in der Bedienungsanleitung verständlich dargestellt.

Gesendet wird, einem allgemeinen Trend folgend, in der 2,4-GHz-Frequenz, auf der auch WLAN-Geräte senden. Der Grund dafür ist einleuchtend: Diese Frequenz ist weltweit frei nutzbar, was bei sehr vielen anderen Frequenzen nicht mehr der Fall ist. Wer sich ein Gerät anschafft, welches in einer bestimmten anderen Frequenz funkt, läuft also Gefahr, dass diese Frequenz bald schon nicht mehr frei nutzbar sein könnte – die Investition in das Gerät wäre dann umsonst gewesen. Beim 2,4-GHz-Band ist dieser Falle maximal unwahrscheinlich.

Gleichzeitig birgt das Funken in dieser Frequenz auch Risiken: Befinden sich etliche WLAN-Geräte in der Nähe, die in der gleichen Frequenz senden, könnte es zu Einschränkungen der Funkverbindung kommen. In unserem Test war dem nicht so – die Qualität der Funkverbindung war jederzeit und an jedem Ort, an dem wir das Set getestet haben, einwandfrei. Die maximale Reichweite beträgt laut Sennheiser 75 Meter, was in aller Regel mehr als ausreichend sein sollte.

Aufnahmequalität

Zur Aufnahmequalität lässt sich nur wenig sagen. Die Verbindung stand in unserem Test zu jeder Zeit einwandfrei. Auch an der Klangqualität haben wir nichts auszusetzen. Sennheisers Funkset kann qualitativ durchaus auch mit teureren Konkurrenzprodukten mithalten. Wer im semiprofessionellen oder professionellen Bereich tätig ist, dürfte mit diesem Produkt durchaus glücklich werden können. Wir waren mit den Testergebnissen sehr zufrieden.

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In unserer Testaufnahme haben wir für den XLR-Sender ein Sennheiser E835 Mikrofon verwendet. Es lassen sich aber natürlich auch Mikrofone anderer Hersteller verwenden, sofern diese technisch kompatibel sind.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit wird von Sennheiser mit fünf Stunden angegeben. In unserem Test landeten wir tatsächlich bei einer Laufzeit von etwa fünf Stunden. Aufgeladen werden die Akkus der Geräte per USB-C-Kabel. Damit zeigt Sennheiser Zukunftsbewusstsein. Der Aufladeprozess dauert bis zu drei Stunden, was ziemlich lang ist. Glücklicherweise können die Geräte während des Aufladens genutzt werden – was jedoch die Bewegungsfreiheit während der Aufnahme deutlich einschränken würde. Wir finden es schade, dass die Akkus keinen ganzen Arbeits- oder Messetag abdecken.

Fazit

Festhalten lässt sich, dass wir in unserem Test kaum Kritikpunkte finden konnten. Das Funkset aus dem Hause Sennheiser lässt sich sehr leicht bedienen, funktioniert einwandfrei, ist gut verarbeitet und bietet hohe Aufnahmequalität. Ein Popschutz, eine längere Akkulaufzeit, schnelleres Aufladen und das Verbinden von mehreren Sendern mit einem Empfänger hätten das Set perfektioniert. Trotz der Kritikpunkte und des Preises von € 364,15 * können wir das Set empfehlen, denn es bietet eine astreine Funkverbindung und auch das mitgelieferte Laveliermikrofon bietet eine ordentliche Qualität.

Sennheiser XS Wireless Digital Portable ENG Set

Design und Verarbeitung
Funkverbindung
Aufnahmequalität
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein gutes Drahtlosmikrofonset mit einigen Verbesserungsmöglichkeiten.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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ML1984

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Sehr guter Ausführlicher Bericht @Simon ?? Sennheiser hat wirklich eine Gute Qualität ?? Aber der Preis finde etwas zu Teuer und dann noch den geringe Akku Kapazität ?

Weiter so eine Gute Arbeit Basic Tutorials ??

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