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Sony WH-1000XM2: Noise-Cancelling und Sound der Königsklasse

In dem Eingangsbereich eines Großstadtbahnhofs stehen und sich vorkommen wie in einem Film… Um einem herum hektisches Treiben, das man nur noch sehen oder riechen kann. Noise-Cancelling raubt den Nutzern den Hörsinn – zugunsten von Stille und ungestörten Musikgenuss. Es ist erstaunlich, wie viel ungewollten Lärm man etwa im alltäglichen Pendlerdschungel aufnimmt. Die Sony WH-1000XM2 nach einer Stunde Hörzeit einmal abnehmen, und dann wird einem diese Situation erst einmal bewusst. Ein vergleichbares Schockerlebnis, wie wenn man einen dunklen Raum verlässt und in grelles Licht blickt. Geräuschunterdrückung ist heutzutage D A S Feature für Kopfhörer, nicht nur für die Oberklasse.

Die Sony WH-1000XM2* sind nach wie vor eine der beliebtesten Kopfhörer der oberen Preisklasse. Sie legen einen besonderen Wert auf Noise-Cancelling und innovative Bedienung für den Alltag. Ich habe sie für Basic Tutorials einen Monat lang getestet.

Out of the box

Für derzeit € 149,99 * kann der Käufer die Kopfhörer sein Eigen nennen. Zu den Kopfhörern gibt’s ein Hard-Case für Transport oder Aufbewahrung, ein hochwertiges Aux-Kabel, einen Flugzeugadapter und entsprechende Literatur. Der Akku der Bluetooth-Kopfhörer soll ca. 30 Stunden halten. Die Zielgruppe ist, wie auch das Marketing sehr prägnant veranschaulicht, der Upper-Class-Bereich. Unser Test wird jedoch zeigen, dass die Bluetooth-NC-Kopfhörer nicht nur für „Vielflieger“ geeignet sind, sondern sich auch super im Alltag integrieren.

Design und Qualität

Die Kopfhörer haben eine schöne dunkelgraue Oberfläche aus Hartplastik, der Bügel ist aus Aluminium. Farblich sind die Kopfhörer in einem schlichten dunkelgrau und schwarz gehalten. Für meinen Geschmack sind sie zu unscheinbar, ein paar farbige Ornamente (wie beim Nachfolger XM3) würden den Kopfhörern gut stehen.

Die äußeren Ohrmuscheln
Die äußeren Ohrmuscheln

Die Außenbeschichtung der Ohrmuscheln gefällt mir persönlich nicht gut, sie zerstört das wertige Design. An den Ohrmuscheln fallen aber keine störenden Knöpfe auf. Trotz intensiver Testnutzung und mehrerer Vortester gibt es nur wenige Kratzer auf der Oberfläche, was für die Qualität spricht.

Die Gelenke quietschen nicht und lassen sich angenehm bewegen. Sie ermöglichen das Einklappen und Eindrehen einer Ohrmuschel, sodass sie in dem Case platzsparend verstaut werden können. Die Größenverstellung ist mehr als ausreichend und hat zahlreiche Punkte, an denen sie einrastet. Dank Aluminiumschiene überstehen die Kopfhörer den Biegetest ohne Probleme.

Das unscheinbare Design bekommt einige -subjektive- Kritikpunkte. Es ist in beiden Farbvarianten ein Glaubenskampf: Langweilig oder schön schlicht, das muss im Endeffekt jeder für sich selber entscheiden. An der Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden.

Sony WH-1000XM2 in Gold
Sony WH-1000XM2 in Gold

Nach dem „Oberflächlichem“ geht’s mit den Kernpunkten weiter…

Tragekomfort

Die Sony Kopfhörer sind sehr bequem, die geschlossenen Ohrmuscheln passen sich den Konturen super an. Das Gewicht ist mit 275 g leicht, sie drücken kaum. Die Ohren werden nicht ganz umschlossen, ein kleiner Teil liegt in den Ohrpolstern.

Die Kopfhörer rutschen nicht und sitzen, obwohl sie so bequem sind, auch bei Bewegungen gut am Kopf auf. Für Sport sind sie daher allemal geeignet. Auch Brillenträger kommen bequem weg.

Absolute Stille

Das Noise-Cancelling der Kopfhörer ist Spitzenklasse, sie machen Bose starke Konkurrenz. Das Gesamtpaket der verschiedenen Konfigurationsstufen gepaart mit einer der am besten entwickelten NC-Leistungen überzeugt in unserem Test.

Portrait Model im Flugzeug, Quelle: sony
Portrait Model im Flugzeug, Quelle: Sony

Zusätzlich ist die „Adaptive Geräuschunterdrückung“ ein nützliches Feature. Die Kopfhörer müssen sich hierfür zwar immer neu verbinden, was im Hörfluss nervt, jedoch ist das NC dann perfekt. Die Mikrofone fassen hierbei alle Geräusche auf und passen das NC (Noise-Cancelling) intelligent an sie an. Wenn man etwa in die Bahn einsteigt, nehmen die Kopfhörer die veränderte Geräuschkulisse wahr und wählen den dafür geeigneten Unterdrückungsmodus aus. Das hat im Test auch gut geklappt, wobei die Unterbrechungen störten.

Leider fangen die Kopfhörer wegen der bequemen Ohrmuscheln wenig Hörgeräusche nach außen ab. Der Sitznachbar hört folglich schon bei mittlerer Lautstärke mit.

Die Funktion, Umgebungsgeräusche durchzulassen, funktioniert sehr gut. Die Qualität ist hier besser, als bei jeder Konkurrenz. Möchte man also mal mehr hören, geht das. Um etwa für ein kurzes Gespräch umzuschalten, genügt das Auflegen der Hand auf der Ohrmuschel – praktisch! Man hat hiermit quasi eine Hörgerätfunktion mit im Petto. Kommen wir nun aber zur wichtigsten Eigenschaft für Kopfhörer…

Klang

Die Klangqualität ist trotz doppelt so hohem Frequenzbereich (4 – 40.000 Hz) mit Klinke-Anschluss und Verstärkern nicht merkbar besser als über Bluetooth. Das spricht zunächst für die kabellose Verbindung. Die Klangbewertung ist entsprechend der Preisklasse kritisch.

Der Bass kommt für den Preis zu dumpf, unpräzise und zu schwach. Die Equalizer-Funktion der App verschiebt die Schwachpunkte nur unterschiedlich. Die Mitten sind kräftig und satt, die Höhen wiederum schwächer. Die starken Mitten können das Klangbild auffangen, was es insgesamt jedoch unnatürlich wirken lässt. Die Schwachstelle wird bei stilleren Musikgenres deutlich. Dennoch: Die Chassis liefern mit dem 40 mm Treiber eine solide Klangqualität. Der Klang lässt sich trotz der Kritikpunkte als gut bewerten.

Seitliche Ansicht
Seitliche Ansicht

Die Sony-Kopfhörer bügeln dank der DSEE HX-Funktion in der Regel mehr weg als andere Kopfhörer. Das Optimieren von Musikdateien hierdurch zieht eine Verfälschung der Audioquelle mit sich. Das kann gut sein, weil sie auch mit schlechteren Quelldateien einen brauchbaren Klang liefern, jedoch ist der Sound im höheren Niveau unnatürlich. Wenn man den Klang isoliert betrachtet, muss man eingestehen, dass etwa Bose, Beyerdynamic, Bowers & Wilkins, Teufel und Sennheiser in dem Preissegment die Nase vorne haben. Das kräftige NC stört den Klang der Sony-Kopfhörer ein wenig. Ob man das im Alltag jedoch mit jeder Musik auch spürbar hört? – ich denke nicht. Deshalb werden viele mit dem Klang dieser Kopfhörer sehr zufrieden sein. Wichtig an dieser Stelle ist aber zu benennen, dass es noch Luft nach oben gibt, meistens aber auch beim Preis. Bis man ein besseres Vergleichsstück auf den Ohren hat, sollte man mit dem Klang voll zufrieden sein. Wenn man andere Features wie Noise-Cancelling, Bluetooth-Funktion etc. nicht braucht, dann kommt man jedoch mit anderen Modellen der gleichen Klangleistung besser davon.

Besonderheiten

Die Kernelemente Klang, Noise-Cancelling und Verarbeitung reichen bei uns für das Label „Ausgezeichnet“ noch nicht aus. Kopfhörer müssen heutzutage auch weitere Funktionen bieten, um sich im umkämpften Markt zu behaupten. Auf diese wird im Folgenden eingegangen…

Das Case
Das Case

Bedienung

Die Bedienung ist eine der zentralen Stärken des Sony WH-1000XM2. Die Steuerung erfolgt primär über Berührungssensoren, die man mit der Hand an der rechten Ohrmuschel betätigt. Eine spannende Sache, wenn man jedoch haptische Knöpfe bevorzugt, wird man enttäuscht.

Für Pause/Play, Anrufsteuerung muss man die Ohrmuschel 2x antippen, für die Lautstärke, Lied vor- und zurück zu einer entsprechenden Seite wischen. Das Hören der Umgebungsgeräusche ist wie beim NC beschrieben mit Handauflegen möglich.

Bedienung Quelle: sony.de
Bedienung Quelle: sony.de

Man muss sich hieran zunächst ein wenig gewöhnen. Zu Beginn habe ich öfters aus Versehen die Ohrmuschel berührt und eine Aktion ausgeführt, die so nicht geplant war. Nach ein paar Tagen klappt’s aber gut. Für die Öffentlichkeit kann es unter Umständen etwas doof aussehen, wenn sich jemand gegen sein Ohr zu schlagen scheint. Andererseits hat es aber auch futuristischen Stil, die Kopfhörer durch Antippen zu bedienen.

Das Quickstart ist sehr ansprechend gestaltet und weist mit Bildern schnell in die Bedienmöglichkeiten und alle wichtigen Funktionen ein. Die zu Deutsch „Referenzanleitung“ ist dagegen benutzerunfreundlich. Das Sprachfeedback kommt leider mit einer schlecht aufgelösten Stimme.

Bluetooth

An der Bluetooth-Funktion gibt es nichts auszusetzen. Die Kopfhörer decken einen Verbindungsbereich von ca. 10 m mit 2,4 GHz-Band ab. Sie unterstützen alle modernen und gängigen Audioformate. Die Verbindung ist während des Testzeitraums kaum unterbrochen worden.

Case

Seine Kopfhörer kann man sicher in dem schwarzen Hard-Case verstauen, das im Lieferumfang enthalten ist. Dieses ist gut verarbeitet und bietet einen guten Schutzraum für die wertigen Kopfhörer. Die müssen jedoch zusammengefaltet werden, damit sie hineinpassen. Da das ganze Prozedere mit dem Umklappen, Falten, passend in die Form reinlegen und Reißverschluss zumachen länger dauert, ist es im Alltag unpraktisch. Ich bin eher ein Fan von „einfach rein da“. Dank eines kleinen Henkels kann die Tasche mit einem Finger getragen oder an etwas festgemacht werden.
Die Tasche ist leider etwas unpraktisch, aber funktionell und eine schicke Beigabe.

Die Kopfhörer im Case
Die Kopfhörer im Case

App

Was wäre ein Upper Class Technik-Produkt heutzutage noch ohne App? Das hat sich offenbar auch Sony gedacht und bietet daher eine App für Android und iOS an, die die Kopfhörer zusätzlich aufwerten soll. Die Sony Headphones App hat einen hohen Funktionsumfang. Die Verbindung mit ihr läuft bei dem Testobjekt zuverlässig, dieses muss mit Bluetooth verbunden sein.

Das Ändern des Klangmodus ist leider immer an eine Neuverbindung geknüpft, was in der Praxis stört. In der Equalizer-Funktion kann der Nutzer zwischen voreingestellten Konfigurationen wählen oder eigene Presets einstellen. Die Akkuabfrage in der App rundet unpräzise auf bzw. ab.

Die Anwendung ist schön gestaltet und bietet viele Funktionen, die aber nicht alle gleich nützlich sind. Viele  Konfigurationsmöglichkeiten „verschlimmbessern“ die Kopfhörer.

Unser Fazit zum Sony WH-1000XM2 Test

Die Kopfhörer setzen in den Bereichen innovative Bedienung, Noise-Cancelling und Tragekomfort Maßstäbe. Sie haben einen guten Klang und machen in unserem Test einen ausgezeichneten Gesamteindruck. Hierzu tragen auch zahlreiche Zusatzfeatures bei. Für Sport und längere Hörbuchsessions sind sie ebenso geeignet wie für den Alltag. Sie sind Allrounder. Man sollte sich bewusst sein, hier nicht nur in Klang, sondern auch in viel Technik zu investieren. Wer daher nicht super peniblen Wert auf Klang legt, ist mit den Sony WH-1000XM2* optimal aufgestellt. Wir können guten Gewissens auch aufgrund der Preisdifferenz gegenüber dem Nachfolgemodell eine Kaufempfehlung aussprechen.

Sony WH-1000XM2

Soundqualität
Design
Verarbeitung
Features
Preis-Leistungs-Verhältnis

Sehr gut!

Elegante Bedienung, guter Klang und bestes NC. Sony platziert sich mit dem WH-1000XM2 ganz weit oben. Die Kopfhörer überzeugen in unserem Test und liegen mindestens gleichauf mit der Konkurrenz der Königsklasse. Einige Kritikpunkte finden wir aber trotzdem.

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Marlon

Meine Begeisterung für Gaming und meine Neugierde für Hardware führten mich 2015 zu Basic-Tutorials. Neben eigenen Projekten im Bereich CS:GO entwickelte ich Interesse am Verfassen einiger Beiträge für den Blog. Dieser gibt mir fortan eine Plattform, um unverfälschte Produkttests und News über für mich ansprechende Themen zu verfassen. Ich gebe gerne Hilfestellungen und entwickle eigene Rezensionen.

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skyline-

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In dem Eingangsbereich eines Großstadtbahnhofs stehen und sich vorkommen wie in einem Film… Um einem herum hektisches Treiben, das man nur noch sehen oder riechen kann. Noise-Cancelling raubt den Nutzern den Hörsinn – zugunsten von Stille und ungestörten Musikgenuss. Es ist erstaunlich, wie viel ungewollten Lärm man etwa im alltäglichen Pendlerdschungel aufnimmt. Die Sony WH-1000XM2 nach einer Stunde Hörzeit einmal abnehmen, und dann wird einem diese Situation erst einmal bewusst. Ein vergleichbares Schockerlebnis, wie wenn man einen dunklen Raum verlässt und in grelles Licht blickt. Geräuschunterdrückung ist heutzutage D A S Feature für Kopfhörer, nicht nur für die Oberklasse.
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