Mobilgeräte Testberichte

Xperia Z5 im Alltagstest – Wie gut ist das Beste von Sony 2016

Performance, „it’s over 9000“

Das Sony Xperia Z5
Die Vorderseite des Z5 ist schlicht gehalten.

Die Ausstattung des Mobiltelefons ist umfangreich. An Bord befinden sich alle relevanten Funktechnologien wie Bluetooth Smart, W-LAN AC und LTE/4G. Der verbaute Snapdragon-810-Prozessor sorgt in Verbindung mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher für mehr als genug Performance. Das meine ich übrigens wörtlich, kaum eine Anwendung ist in der Lage, aktuelle Smartphones in die Nähe ihrer Leistungsgrenzen zu bringen. Erfreulicherweise hat Sony das Energiemanagement des Prozessors gut im Griff. So erreicht die verbaute Hardware im Schnitt rund 52.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark-Test, im Geekbench 3 sind es 4269 im Multicore und 1349 im Singlecore-Test. Das Äußere erwärmt sich dabei nur punktuell. Nicht so erfreulich ist die Akkulaufzeit des Geräts, über einen ganzen Tag kommt man nur mit viel Disziplin.  Im Standby ist der Verbrauch fast null, das ist gut. Wird das Gerät eingeschaltet, gibt es kein Halten mehr. Wer mehr als 2-3 Stunden „Screen-on-Time“ pro Tag benötigt, ist auf Nachladen angewiesen. Diese Ergebnisse überraschen, denn mit 2.900 mAh ist der Akku sehr groß bemessen. Das Update auf Android 6.0 brachte hier zwar einige Verbesserungen, aber gelöst ist das Problem zum Zeitpunkt dieses Tests noch nicht. (Anmerkung: Da viele Medien die Akkulaufzeit besonders loben, handelt es sich möglicherweise um einen Fehler unseres Testgeräts.) Der Empfang und die Sprachqualität sind ebenfalls gut. Während der zwei Wochen des Tests traten keine Probleme auf. Mein Gegenüber konnte mich stets gut verstehen, die Sprachqualität ist in beiden Richtungen im oberen Durchschnitt.

Multimedia

Die Kamera des Z5
Die Kamera des Z5 schließt mit dem Gehäuse glatt ab.

Gut gefallen haben mir außerdem die multimedialen Fähigkeiten des Z5. Hier ist Sony natürlich traditionell sehr erfahren. Der Klang des Z5, über Kopfhörer ist wirklich großartig. Details kommen schön zur Geltung, der Bass ist differenziert und klar. Wer möchte, hat zudem verschiedene Möglichkeiten, den Sound an die eigenen Vorlieben anzupassen. Neben einem Equalizer mit Bassboost finden sich einige erweiterte Möglichkeiten, um etwa den Stereoeffekt zu verstärken. Ob man diese verwenden möchte, ist natürlich Geschmackssache. Wenn Kopfhörer, wie etwa unter der Dusche, keine Option sind, stehen zwei Frontlautsprecher zur Verfügung. Diese sind laut genug, um einen kleinen Raum zu beschallen, aber der Sound ist natürlich trotzdem Handysound. Da Sony ein microSD-Slot verbaut hat, steht einem scheinbar endlosem Musikvergnügen kaum etwas im Wege. Ohne Speicherkarte kann es hingegen etwas eng werden, von den verbauten 32GB stehen dem Nutzer nur etwa 20GB zur Verfügung. Mit Fotos, Videos, Musik und Apps sind die schnell verbraucht.

Das Display des Z5 ist mit 5,2 Zoll sehr groß und löst mit FullHD auf. Die Farbdarstellung variiert zwischen eher farbenfroh und neutral, je nachdem, ob man die sogenannte „Bravia-Engine“ aktiviert oder nicht. Erfreulicherweise ist das Display auch bei Sonnenschein noch hell genug, um das Meiste erkennen zu können.

Auch die Kamera ist spitze. Es lassen sich wirklich tolle Aufnahmen anfertigen, natürlich sind alle Funktionen, die in einem solchen Gerät zu erwarten sind an Board. Die Kamera beherrscht 4k, Slowmotion, HDR, Panoramaschwenks, alles schön und gut, aber nicht innovativ. Einen besonderen Trick kennt das Z5 aber schon. Die Auflösung der Kamera beträgt 23 Megapixel. Obwohl die Kamera-App standardmäßig mit „nur“ 8 Megapixeln arbeitet. Dies erlaubt Digitales Zoomen ohne deutlichen Verlust der Bildqualität. Die Kamera verwendet einen 1/2.3-Zoll Exmor RS Sensor mit 24mm Linse und f/2.0 Blende. Auf der Vorderseite hat Sony eine passable Selfiekamera mit 5 Megapixeln verbaut, welche für Videotelefonie oder einfache Selfies völlig ausreicht. Neue Horizonte eröffnet Sony in diesem Fall jedoch nicht. Der verbaute Blitz wird durch eine normale weiße LED verkörpert, auf ein Dual-Tone System hat Sony hierbei verzichtet. Ihre Aufgabe erfüllt die Technik trotzdem ohne besondere Auffälligkeiten. Nachfolgend einige Testaufnahmen. Bilder bitte durch Anklicken vergrößern:

Die Videoqualität des Z5 kann meistens überzeugen. Aufnahmen mit bis zu 4K Auflösung sind zwar möglich, leider führt die digitale Bildstabilisierung zu ungewollter Unruhe im Bild, welches zudem sehr dunkel ausfällt. Als zusätzliche Spielerei verfügt die Kamerasoftware über einen sogenannten AR-Modus. In diesem wird eine 2. Ebene mit Spezialeffekten über das Kamerabild gelegt. Leider scheint die Hardware des Z5 damit überfordert zu sein, daher zeigen sich immer wieder Framedrops. Einen eigenen Eindruck könnt ihr durch die obigen Testaufnahmen gewinnen.

Der Lock/on Button des Z5
Der Lock-Button befindet sich seitlich am Gerät und beherbergt den Fingerabdrucksensor.

Ein tolles Feature ist der Fingerabdrucks Sensor, dieser ist in den Lock-Button an der Seite des Geräts integriert. In Anbetracht seiner geringen Größe und Form überrascht es, wie zuverlässig dieser Funktioniert. Dank einer durchdachten Positionierung lässt er sich wirklich gut benutzen. Andere Hersteller können hier etwas lernen. Es können bis zu zehn verschiedene Finger, auch unterschiedlicher Personen, hinterlegt werden.

Das ist nicht so toll

Leider gibt es jedoch auch Dinge, die mir weniger gut gefallen haben. So wirkt die Oberfläche, welche Sony über Android (mittlerweile in Version 6.0) tapeziert hat deutlich uninspiriert. Versteht mich nicht falsch. Ich bin auch kein Fan von Samsungs Ansatz, der ist mir viel zu überladen. Sony geht hier in die gegenteilige Richtung, hat aber offensichtlich das Konzept nicht ganz verstanden. Das Z5 verfügt über einen sehr großen, hochauflösenden 5,2 Zoll Bildschirm, dieser wird aber kaum genutzt. Sony liefert keine Wallpaper, die zeigen was der Screen kann. Keine cleveren Widgets, die den großen Homescreen nutzen. Keine vorinstallierten Apps, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Wobei es gibt vorinstallierte Apps, die meisten davon erfüllen ihren Zweck jedoch mehr schlecht als recht. Bei anderen erschloss sich mir der Zweck wiederum überhaupt nicht. So etwa Xperia Lounge, welche wohl so etwas wie eine Liste mit besonders empfehlenswerten Apps aus dem Playstore darstellen sollte jedoch leider keine nennenswerten Empfehlungen beinhaltete. Oder eine App namens Privilege, in der ich mir 3 Filme zum kostenlosen Streamen aussuchen konnte, die Auswahl ist ganz okay, beinhaltet jedoch nur etwa 15 Filme. Oder eine App namens Sociallife, welche ähnlich wie ein News-Republic Klon News aus verschiedenen Quellen darstellt. Bei dem Namen Sociallife hätte ich ja mit so etwas wie Facebook oder Twitter Integration gerechnet. Aber Nö, einfach News. Fairerweise muss hier erwähnt werden, dass sich die 3rd-Party Bloatware wenigstens in Grenzen hält.

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Milan Stuhlsatz

Ich bin Milan und seit Anfang 2015 bei Basic-Tutorials. Wie die meisten hier interessieren mich Technik, Hardware, Software und Gaming. Daher auch meine Entscheidung Informatik zu studieren. Ich bin gebürtiger Kölner, lebe jedoch momentan in Lübeck und genieße das Studentenleben.

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