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5G-Ausbau: Gibt es bald ferngesteuerten Zugverkehr?

Die Netzabdeckung Deutschlands macht vielen zu schaffen. Vor allem Bewohner ländlicher Regionen können von schnellem 5G nur träumen. Sie freuen sich, wenn sie überhaupt Zugang zu mobilem Internet erhalten. Nun möchte Vodafone mit dem Erzgebirge in Sachsen eine eben solche Region mit schnellem 5G versorgen. Dabei hat der Internet-Provider allerdings ein ganz anderes Ziel vor Augen, als für die Bewohner der Region schnelles Netz zu gewährleisten. Stattdessen möchte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz einen ferngesteuerten Zugverkehr erproben.

Erzgebirge soll schnellstes mobiles Internet Europas erhalten

Derzeit müssen wieder viele Arbeitnehmer coronabedingt von Zuhause aus arbeiten. Doch es gibt Berufe, die man einfach nicht von Zuhause erledigen kann. Neben Polizisten und Ärzten gehören auch Lokführer zur Berufsgruppe derjenigen, die ihre eigenen vier Wände für die Arbeit verlassen müssen. Doch wenn es nach einem Forschungsteam der TU Chemnitz geht, soll Homeoffice in Zukunft auch für Lokführer möglich sein. Um die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, arbeitet die Universität mit dem Internetanbieter Vodafone zusammen. Auf einer 25 km langen Teststrecke möchte man 5G installieren, um das Fundament für einen ferngesteuerten Zugbetrieb zu schaffen. Im sächsischen Erzgebirge, genauer gesagt zwischen den idyllischen Orten Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg, möchte man die möglicherweise wegweisende Technologie erproben.

Automatisierter Zugverkehr ist die Zukunft

Züge, die von Geisterhand fahren, kennen wir bislang vor allem aus Fernost. Doch es wird wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, bis wir auch hierzulande von einem automatisierten Zugbetrieb profitieren können. Beim sogenannten „Project Smart Rail Connectivity Campus“ soll aber nicht nur unter die Lupe genommen werden, inwiefern man den Zugverkehr in Zukunft automatisieren könnte. Auch die allgemeine Digitalisierung des Bahnverkehrs steht dabei im Fokus. Die Grundvoraussetzung für das Projekt ist natürlich ein schnelles Internet. Dies hat auch der Deutschland-Chef von Vodafone, Hannes Ametsreiter in einem Statement deutlich gemacht:

„Um Züge aus der Ferne zu steuern, braucht es neben hohen Band­breiten vor allem den Daten­aus­tausch in Echt­zeit. Mit 5G-Stand-alone bringen wir das modernste Netz zu den modernsten Zügen“

Zugsteuerung vom heimischen Schreibtisch

Sollte es Vodafone tatsächlich gelingen ein „Echtzeit-Netz“ an den Start zu bringen, könnten Lokführer ohne Delay einen Zug auch von Zuhause aus steuern. Um die Möglichkeiten einer ferngesteuerten Zugbedienung gänzlich untersuchen zu können, hat Vodafone eigens für das Experiment ein eigenes 5G an den Start gebracht. Dieses bestehe unabhängig des bereits vorhandenen Netzes, um gegenseitige Störungen zu vermeiden. Mithilfe eines stabilen mobilen Internets soll aber nicht nur die automatisierte und ferngesteuerte Bedienung von Zügen erprobt werden.

Auch andere Vorteile würden aus „smarten“ Zügen resultieren. So könnte man beispielsweise eine weit bessere Vernetzung zwischen Zügen und bedeutsamen Orten wie Bahnübergängen schaffen. Man stelle sich nur vor, dass ein Fahrzeug an einem unbeschrankten Bahnübergang auf den Schienen stünde. Würde man eine passende Kamera ins gemeinsame Netz einspeisen, würde der Zug bereits frühzeitig auf die Gefahr hinweisen können oder gar selbstständig reagieren und die Geschwindigkeit reduzieren. Das schafft mehr Sicherheit und könnte Zugunglücke effektiv vermeiden.

Schnelleres Netz auch für Fahrgäste

Doch Züge sollen durch das Highspeed-Internet nicht nur smarter werden. Auch die Fahrgäste sollen hiervon profitieren. So möchte Vodafone im Rahmen seines Versuchsaufbaus auch das Netz rund um die Bahntrasse beschleunigen. Das soll nicht nur die möglichen schnelleren Internetgeschwindigkeiten für Fahrgäste auf die Probe stellen. Obendrein dürften die Anwohner der Testregion von dem neuesten Mobilfunkstandard profitieren können. Diese werden sich sehr wohl darüber freuen. Schließlich ist 5G insbesondere in Regionen wie dem eher ländlichen Erzgebirge alles andere als selbstverständlich.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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