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7er BMW kommt mit Verbrenner- und E-Motor aber nur einem Design

Während die Konkurrenz ihren Fahrzeugmodellen größtenteils eine Frischzellenkur verpasst, setzt BMW auf Altbewährtes. Dies gilt zumindest für den 7er BMW. So möchte der traditionsreiche Autohersteller trotz riesigen Elektroauto-Booms seine Edel-Limousine mit drei unterschiedlichen Motorentypen und nur einem Design an den Start bringen. Neben zeitgemäßem Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Motor soll dabei sogar ein mittlerweile weitestgehend verpönter Dieselmotor zur Wahl stehen.

Elektroantrieb bekommt kein eigenes Design

Was bei Mercedes die S-Klasse symbolisiert, ist auf Seiten BMWs der 7er. Beide gelten als Flaggschiff-Limousine des jeweiligen Herstellers. Doch auch, wenn beide Unternehmen bei der Konzeption ihrer edlen Limousinen bislang immer einen sehr ähnlichen Weg gegangen sind, sieht es nun anders aus. Während Mercedes seine S-Klasse nämlich als EQS in einem eigenen Design anbietet, welches sich deutlich von der Verbrenner-Version unterscheidet, setzt BMW auf eine Karosserie für alle drei möglichen Antriebsarten. Dies wirkt so altbacken, dass man es fast schon wieder innovativ nennen muss. Schließlich herrscht derzeit auf dem Markt der Elektroautos Einigkeit darüber, dass man mithilfe einer angepassten Karosserie das Maximum aus Batterie und Antrieb herausholen kann.

Umdenken bei BMW

Ein wenig verwundert die Strategie von BMW dann doch, wenn man sich einmal vor Augen führt, welche Bedeutung der Hersteller im Bereich der Elektromobilität hat. Schließlich hat das bayerische Traditionsunternehmen mit seinem BMW i3 wohl eines der ersten ikonischen Elektroautos Deutschlands in den Handel gebracht. Beim Design des kompakten E-Flitzers scheiden sich zwar bis heute die Geister, fest steht allerdings, dass es nach Zukunft aussieht. Daraus resultiert noch heute eine erfreulich gute Effizienz. Doch offenbar scheint es BMW wichtiger zu sein, ein einheitliches Design zu haben als die maximale Reichweite aus einem Elektroauto herauszuholen.

Bild: BMW

So vorteilhaft das energieeffiziente Design des i3 auch gewesen sein mag, so aufwendig war es für den Autohersteller. Schließlich zahlte es sich für BMW wirtschaftlich nicht wirklich aus. Möglicherweise spielt auch das mit hinein, wenn es um die einheitliche Formgebung des 7er BMW geht. Da die Konkurrenz von Mercedes, Audi und VW mit ihren E-Autos weit höhere Absatzzahlen auf dem internationalen Markt feiern, lohnt sich bei diesen auch ein separates Design für die Elektromodelle. BMW scheint zumindest bei seinem neuen 7er keine Lust mehr auf dieses risikoreiche Geschäft zu haben. So können die bayerischen Motorenwerke nämlich kurzerhand alle Versionen des 7er BMW in nur einer Produktionsstätte und Dingolfing fertigen.

Elektroversion soll als erstes kommen

Dass BMW seinem 7er mit Elektromotor die größte Bedeutung beimisst, wird dann aber doch deutlich. Schließlich möchte der Hersteller die Luxus-Limousine mit Elektromotor unter der Haube als aller erstes an den Start bringen. In Anbetracht des identischen Designs ist nicht nur die Karosserie beim kommenden BMW i7, sondern auch bei den beiden anderen Versionen gewachsen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass BMW auf dem internationalen Markt erfahrungsgemäß vor allem mit seiner längeren Ausführung Erfolge feiert. In Gänze soll der 7er BMW dann stolze 5,39 in der Länge messen. Daraus resultiert auch ein erfreulich geräumiger Kofferraum. Je nach Antrieb soll man 500 bis maximal 540 Liter unterkriegen können.

Die Niere als Aushängeschild

Das wohl bekannteste Aushängeschild eines jeden BMWs ist die traditionsreiche Niere. Natürlich wird diese auch beim 7er BMW gebührend in Szene gesetzt. Ironischerweise kommt dem Nierengrill beim Elektroantrieb selbstverständlich keinerlei Bedeutung zu. Schließlich braucht der i7 eigentlich gar keine Schlitze zur Belüftung des Motors. Hier ist jedoch Design abermals wichtiger als Nutzen.

Bild: BMW

Wenn man die Niere dann aber mal im beleuchteten Zustand sieht, schlagen die Herzen von BMW-Fans höher. Doch abseits der auffälligen Belüftungsschlitze punktet das Modell auch mit weiteren Designhighlights. So spendiert das Unternehmen seiner Luxus-Limousine jede Menge Bling-Bling. Ausgefallene Lichtspielereien und funkelnde Glaselemente geben dem Fahrzeug ein edles Antlitz. Auch hier wird klar, dass BMW nicht nur deutschen Kunden gefallen möchte, sondern vor allem auch auf dem internationalen Markt Erfolge feiern will.

Bild: BMW

Beeindruckend ist auch das große Panoramadach, welches serienmäßig bei jedem Antrieb mit von der Partie ist. Leider soll man dieses nicht mehr auf- bzw. zuschieben können. Damit man den Blick gen Himmel auch gebührend genießen kann, spendiert BMW der Rückbank des 7ers bequeme Komfortsessel, die viel Schnick Schnack bieten können sollen. In Kombination zum optionalen Bildschirm (31,3 Zoll) und Hifi-System kommt auf der Rückbank dann wohl richtiges Kinofeeling auf.

Elektroantrieb mit ordentlich Leistung

Die mittlerweile siebte Generation wird dann vollnamentlich mit dem BMW i7 xDrive60 eingeläutet. BMW spendiert diesem einen Akku mit 101,7 kWh. Für Leistung sorgt die Kombination aus zwei Elektroantrieben. Während diese an der Vorderachse 190 kW auf die Räder übertragen, sorgt der zweite an der Hinterachse für 230 kW. Folglich bietet der Elektro-7er stolze 400 kW. In Kombination zu einem Drehmoment von maximal 745 Nm soll beispielsweise eine Beschleunigung von 0 auf 100 in gerade einmal 4,7 Sekunden möglich sein. Angesichts eines Gewichts von stolzen 2,5 Tonnen ist das wirklich beachtlich. In Sachen Reichweite muss sich der im November an den Start gehende BMW i7 der Konkurrenz aus Stuttgart geschlagen geben.

Bild: BMW

Mit maximal 625 Kilometern liegt er knapp 150 Kilometer unter dem Maximum des Mercedes EQS. Wenn der Akku des i7 leer sein sollte, verspricht BMW, dass dank Schnelllademöglichkeit mit 195 kW bereits nach knapp 10 Minuten 170 weitere Kilometer herausgeholt werden können. BMW spendiert seinem kommenden i7 aber auch eine M-Version. Der BMW i7 M70 xDrive übertrifft die Leistung der „Standardversion“ mit 100 Nm Drehmoment respektive 485 kW Gesamtleistung dann noch einmal deutlich. Allerdings soll dieser erst im nächsten Jahr in den Handel kommen.

BMW schämt sich für Auspuffrohre

Kommen wir zu den Verbrenner-Modellen. Hier hat sich nicht wirklich viel getan. Zwar streicht das Unternehmen zwei Konfigurationen des jetzigen Modells, die beiden 3 Liter bzw. 4,4 Liter Motoren bleiben jedoch. Beim genaueren Hinsehen wird aber deutlich, dass BMW dies insbesondere mit Blick aufs Ausland macht. Schließlich versteckt das Unternehmen die vormals beeindruckend wuchtigen Auspuffrohre des Vorgängers. Willkommen im Zeitalter der Elektromobilität.

Bild: BMW

Die Kombination aus Elektro- und Verbrennermotor gibt es beim Plug-in-Hybrid. Der BMW M 760e xDrive stellt das Topmodell des kommenden Hybrids dar. Dieser soll 420 kW und 800 Nm bieten können. Im Standardmodell des Plug-in-Hybrids (BMW 750e xDrive) gibt es dagegen immer noch sehr gute 360 kW und 760 Nm. BMW verspricht, dass die Batterie nun im Vergleich zum Vorgänger-Hybrid doppelt so viel Energiegehalt bieten können soll.

Innerhalb Europas soll man mit einem kommenden Modell des 7er BMWs gar nicht mehr auf die Unterstützung eines Benzinmotors setzen können. Zumindest dann, wenn man einen reinen Verbrenner haben möchte. In unseren Gefilden kommt der neue 7er als reiner Verbrenner nämlich nur noch mit Dieselmotor. Der 740d xDrive soll dank Unterstützung eines elektrischen Getriebemotors satte 670 Nm schaffen können. Damit perfektioniert BMW offenbar den Dieselmotor des Vorgängers.

Preise noch unbekannt

Zwar scheint es sicher zu sein, dass der neue 7er BMW unabhängig seiner Motorisierung kein Schnäppchen wird, wirkliche Preise wissen wir bislang aber noch nicht. Allerdings hat das Unternehmen seinen Zeitplan skizziert. Wie oben erwähnt soll noch im November diesen Jahres der i7 an den Start gehen. Die M-Version des E-Autos sowie die anderen Modelle mit Verbrennermotor sollen wiederum erst 2023 in den Handel kommen. Dabei bietet BMW für den internationalen Markt noch viele weitere Ausführungen an, die hierzulande gar nicht erst an den Start gehen sollen. Angesichts der ökologischen Fragwürdigkeit dieser Verbrennerversionen kann man das durchaus nachvollziehen.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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