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Cybersicherheit: BSI warnt vor Schwachstellen bei Steuer-Apps

Das deutsche Steuerrecht gilt gemeinhin als eines der komplexesten auf dem gesamten Globus. Umso verständlicher ist es, dass viele Bürger sich für ihre Steuererklärung Unterstützung an die Seite holen. Dank sogenannter Steuer-Apps geht das heutzutage auch ohne Steuerberater ganz einfach mit dem Smartphone. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt nun aber vor den beliebten Apps.

BSI entdeckt Schwachstellen

Eine Steuererklärung ist für Laien in der Regel eine komplexe Angelegenheit. Das Ganze mag zwar nervig sein, bietet aber auch die Möglichkeit, eine attraktive Rückzahlung zu erhalten. Da ist durchaus mal ein Kurzurlaub drin. Wer es dabei möglichst unkompliziert haben möchte, greift auf Steuer-Apps zurück. Diese machen eine Steuererklärung nämlich innerhalb weniger Minuten möglich. Klingt gut, oder? Wir haben vor einer Weile mal die aus unserer Sicht besten Steuer-Apps für dich zusammengetragen. Das BSI hingegen ist nicht so begeistert von den digitalen Steuerberatern.

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Eine Steuererklärung ist meist mit viel Rechnerei verbunden.

So hat die Behörde im Rahmen einer Untersuchung einige Schwachstellen bei der IT-Sicherheit finden können. Diese sollten Verbraucher nun unbedingt beachten, wenn sie sich für eine App entscheiden wollen. Dass man sich nicht wahllos für irgendeinen Anbieter entscheiden sollte, müsste einem eigentlich bereits der gesunde Menschenverstand sagen. Schließlich fragt eine Steuer-App eine Reihe sehr empfindlicher Daten ab. Dazu gehören nicht nur Informationen zum Einkommen, sondern auch höchstpersönliche Daten wie beispielsweise die Sozialversicherungsnummer. Über all dem schwebt die Angst vor Identitätsdiebstahl, wie er in Kreisen der Cyberkriminalität leider immer beliebter wird.

Der Boom von Steuer-Apps

Das BSI ließ sich nicht ohne Grund zu einem Statement hinreißen. Vielmehr beobachtete die Behörde in den letzten Jahren einen gigantischen Aufschwung von Software-Lösungen und Apps rund um das Thema der Steuererklärung. Eine Umfrage unter Leitung des BSI bestätigte das Ganze noch einmal. So gaben im Jahr 2023 doppelt so viele Personen ihre Steuererklärung mittels Steuer-App ab als es noch im Jahr 2022 der Fall war. Dass sich mittlerweile acht Prozent der Verbraucher bei der Steuererklärung auf eine der Apps verlassen, nahm die Behörde sogleich zum Anlass für ihre Sicherheitskontrolle.

BSI warnt vor potentiellen Gefahren

Im Rahmen der ausführlichen Kontrolle nahm das BSI zwei iOS-Apps, vier Android-Apps und drei Web-Apps unter die Lupe. Um welche es sich dabei genau handelt, lässt das BSI indes offen. Die neun getesteten Apps seien per Zufallsprinzip aus einem Pool von insgesamt 70 Steuer-Apps ausgewählt worden. Voraussetzung war dabei eine Schnittstelle mit Elster – dem Onlineportal der deutschen Steuerverwaltungen. Zu einem wirklichen Vorfall sei es indes wohl noch nicht gekommen. Vielmehr will das BSI bei seiner Untersuchung Schwachstellen gefunden haben, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden könnten.

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Steuererklärung leicht gemacht mit der Taxfix-App. Ob diese wohl auch die vom BSI monierten Schwachstellen aufweist?

Besonders wichtig ist es aus Sicht der Behörde, dass die Nutzer nach Möglichkeit von einer Datenübermittlung an Drittanbieter absehen. Eine solche konnte das BSI bei insgesamt fünf der neun überprüften Apps feststellen. Auch eine veraltete Software, wie sie bei drei der getesteten Apps festgestellt wurde, stellt wohl ein Risiko dar. Wenn du künftig auf eine Steuer-App setzen möchtest oder das bereits jetzt tust, solltest du diese Informationen ruhig im Hinterkopf behalten. Wünschenswert wäre natürlich, dass die Entwickler von Steuer-Apps ihre eigenen Anwendungen nun im Sinne der Kritikpunkte noch einmal überarbeiten.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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