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E-Rezept: Apotheken beklagen lange Wartezeiten

Der bei Vielen befürchtete Supergau rund um das E-Rezept ist bislang ausgeblieben. Doch einige Kinderkrankheiten gibt es dann doch noch zu bemängeln. Derzeit häufen sich die Beschwerden, dass es im Gesundheitsnetz zu langen Antwortzeiten käme. Dahinter stecken nicht nur Störungen in der Telematikinfrastruktur.

E-Rezept auf dem Erfolgskurs

Als das E-Rezept am 1. September 2022 an den Start ging, waren vornehmlich Krankenkassen, Apotheken und Ärzte skeptisch. Doch knapp anderthalb Jahre nach Freigabe der digitalen Verschreibung von Medikamenten darf man vorsichtig positiv über das System urteilen. Diesen Schluss lassen zumindest erste Statistiken zu. Schließlich liegt die Zahl der deutschen Apotheken, die mehr als die Hälfte ihrer Rezepte als E-Rezept annehmen bei knapp 40 Prozent. Das stellt insbesondere im Vergleich zu Ende 2023 einen gewaltigen Sprung dar. Aber die große Zahl genutzter E-Rezepte scheint auch eine echte Belastung für die IT-Infrastruktur drum herum zu sein.

Das folgt aus einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Hier fand man heraus, dass es wohl nach wie vor „große technische Umsetzungsprobleme“ gäbe. Diese könnten schlimmstenfalls sogar zum Risiko für Patienten werden, da die benötigten Rezepte einfach noch nicht elektronisch bei der Apotheke angekommen seien. Im Umkehrschluss darf die Apotheke das benötigte Medikament nicht herausgeben. So geht aus der Umfrage hervor, dass von diesem Problem mehr als zwei Drittel der insgesamt 1.100 befragten Apotheken schon einmal betroffen waren.

Stapelsignatur als Problem?

Laut ABDA könnte neben einer leicht überforderten Telematikinfrastruktur auch die sogenannte Stapelsignatur eine Ursache des Problems sein. Hier setzen Ärzte ihre benötigte Unterschrift stapelweise unter eine ganze Gruppe von E-Rezepten. Bei schlechtem Timing bedeutet das für den Patienten, dass das E-Rezept noch nicht in der Apotheke eingegangen ist, wenn er sie direkt nach Arztbesuch aufsucht. Die Medikamente können dann noch nicht abgeholt werden. Eine Lösung des Problems könnte sein, dass jedes geforderte E-Rezept umgehend unterschrieben wird. Eine Pflicht hierzu besteht derzeit nicht. Allerdings wird dieses Vorgehen beispielsweise von der Kassenärztlichen Vereinigung empfohlen. Fest steht also, dass das E-Rezept zwar gut funktioniert, aber noch immer Platz für Verbesserungen offenhält.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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