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Google stellt Cloudgamingdienst Stadia ein

Google hat angekündigt, seinen Cloudgamingdienst Stadia zu Beginn des kommenden Jahres einzustellen. Die hohen Erwartungen konnte Stadia nie erfüllen. Nutzende können Rückerstattungen erhalten.

Erwartungen nicht erfüllt

Google-Manager Phil Harrison begründete den Entschluss, den Cloudgamingdienst einzustellen, damit, dass die Erwartungen, die Google an das Projekt hatte, nicht erfüllt wurden. Stadia war im Jahr 2019 als Revolution des Gamingmarktes angekündigt worden. So sollte der Dienst nicht nur Gaming von überall in bester Qualität ermöglichen, sondern auch ganz neuen Spielerfahrungen den Weg bereiten. Hierzu gründete Google ein eigenes Entwicklungsstudio, das von Jade Raymond und Shannon Studstill geleitet wurde. Hier sollten für Stadia geeignete Spiele, die die ganzen Ressourcen der Cloud ausschöpfen sollten, entwickelt werden: Riesige Mehrspielerwelten und barrierefreies Spiel für alle waren die Versprechen.

Das Entwicklungsstudio wurde bereits im Februar 2021 geschlossen, was ein deutliches Signal war: Die großen Ambitionen ließen sich kaum verwirklichen. Stadia jedoch lief weiter – wenn auch auf Sparflamme. Neue Spiele wurden nur selten hinzugefügt, zentrale Funktionen nicht weiterentwickelt. Das Aus des Projekts war damit bereits seit einiger Zeit absehbar. Im August gab es erste Gerüchte. Nun ist es offiziell.

Auf die Technik ist das Scheitern des Projekts indes nicht zurückzuführen. Stadia galt und gilt immer noch als technisch außerordentlich stark. Das größte Problem bestand vielmehr im geringen Spielangebot, das nur wenige Interessierte anlocken konnte. Google hat also primär marktwirtschaftliche, nicht aber technische Fehler begangen.

Stadiatechnik wird weiterhin verwendet

Vor diesem Hintergrund erscheint es naheliegend, mit Stadia nicht auch die hinter dem Dienst stehende Technik aufzugeben. Diese soll vielmehr weiterverwendet und kommerziell nutzbar gemacht werden. Sowohl intern als auch extern soll sie zum Einsatz kommen. Unter Beweis gestellt wurde die Erfolgsfähigkeit des Vorhabens bereits: Die Stadia-Architektur kommt beim Spiel Cyberpunk 2077 zum Einsatz.

Damit verbunden ist der Umstand, dass das Stadia-Aus nicht für alle Angestellten der Sparte die Kündigung bedeutet. Ein großer Teil des bisher mit Stadia beschäftigten Personals soll intern wechseln.

Erstattungen sind möglich

Wer Stadia bisher genutzt hat, kann das dafür investierte Geld teilweise erstattet bekommen. Google hat angekündigt, alle Kosten für die Stadia-Hardware sowie für über Stadia gekaufte Spiele erstatten zu wollen. Die meisten Spiele sollen bis Januar 2023 weiterhin spielbar sein. Mit der Einstellung des Dienstes werden sie dann jedoch unzugänglich. Nicht erstattet werden die Abokosten des Dienstes. Weitere Informationen finden sich in den FAQ, die Google zum Thema veröffentlicht hat.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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