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Halbleiterkrise: BMW verzichtet auf Touchscreen

Gehörst auch du zu den Personen, die seit vielen Monaten versuchen, eine PlayStation 5, Xbox Series X oder eine NVIDIA GEFORCE RTX 3090 zu ergattern? Aufgrund der global grassierenden Halbleiterkrise wirst du wohl noch einige Zeit warten müssen. Doch nicht nur für Gaming-Fans sind die fehlenden Halbleiter eine echte Belastungsprobe. Da mittlerweile selbst alltägliche Begleiter unseres Lebens auf kleine Chips angewiesen sind, wirkt sich die Krise auch in anderen Wirtschaftszweigen aus. Besonders betroffen ist beispielsweise auch die Automobilbranche. Schließlich verbauen die Hersteller mittlerweile halbe PCs in ihren Fahrzeugen. Der weltweit bekannte Konzern BMW muss nun Konsequenzen ziehen, um überhaupt noch Autos ausliefern zu können. So verzichtet der Hersteller in vielen seiner Modelle vorerst auf den Einbau eines Touchscreen.

Lieferengpässe sollen ausgeglichen werden

Wer gerade auf ein bestelltes Auto wartet, muss wohl noch ein wenig Ausdauer haben. Schließlich hat die Halbleiterkrise in der Automobilbranche wie eine Bombe eingeschlagen. BMW möchte nun zugunsten von einer besseren Lieferbarkeit seiner Fahrzeuge auf ein gängiges Feature, den Touchscreen, verzichten. Sicherlich werden sich die die Kunden über diesen Schritt nicht nur freuen. Zwar erhalten sie ihr Fahrzeug früher, doch nicht so wie bestellt. BMW möchte jedoch dafür Sorge tragen, dass jeder Käufer oder Leasingnehmer sein Auto früher oder später im bestellten Zustand erhält.

Dies soll durch die Möglichkeit auf ein nachträgliches Nachbessern gewährleistet werden. In der Praxis sieht das wie folgt aus: Wer jetzt sein Fahrzeug ohne berührungsempfindliches Display erhält, bekommt seitens BMW einen Preisnachlass. Sobald die Halbleiterkrise überwunden ist, könne man den Touchscreen dann problemlos nachrüsten. Die dabei anfallenden Kosten entsprechen der Höhe des Preisnachlasses. Dieser Schritt soll aber nicht alle Autos des deutschen Traditionsunternehmens betreffen. BMW selbst möchte insbesondere bei folgenden Fahrzeugen vorerst auf das berührungsempfindliche Display verzichten:

  • BMW 3 Serie
  • BMW 4 (außer i4)
  • BMW X5
  • BMW X6
  • BMW X7
  • BMW Z4

Zurück in die Vergangenheit

Die Einführung der Touchscreens war für viele BMW-Fahrer ein echter Segen. Schließlich war die Methode mittels iDrive-Controller alles andere als bequem und eingängig. Das kleine Rädchen in der Mittelkonsole bietet natürlich weit weniger Bedienkomfort als es eine selbsterklärende Steuerung mittels Touchscreen tut. Nun sei es aber alternativlos, die alte Bedien-Methode wieder einzubauen. Zu unsicher, weil unberechenbar, sei laut BMW die Wartezeit, die man nun in Kauf nehmen müsse, um Halbleiter zu erhalten. Mehr als ein regelmäßiger Kontakt zum Zulieferer sei diesbezüglich nicht möglich. Dementsprechend sieht sich das Unternehmen zu dem schwerwiegenden Schritt gezwungen.

Rabatt in Höhe von 500 US-Dollar

Wie bereits gesagt, bekommen betroffene Kunden selbstverständlich einen Rabatt, wenn der Touchscreen fehlt. Die Höhe des Rabatts soll global ungefähr gleich ausfallen. BMW wirft dabei die Zahl von 500 US-Dollar in den Raum. Doch dabei büßt man keineswegs nur einen Bildschirm ein, der per Gestensteuerung bedient werden kann. Obendrein muss man innerlich den Rotstift vor allem dann ansetzen, wenn man einige Zusatzfeatures bestellt hat. Bei Buchung des „Parking Assistant Package“ gibt es beispielsweise keinen „Backup Assistant“, der beim Ausparken aus einer Parklücke behilflich wird.

Der BMW X6 zählt zu den Modellen, die vorerst ohne Touchscreen kommen werden. (Bild: BMW)

Noch ist nicht bekannt wo BMW die ersten Fahrzeuge ausliefern werde, die ohne Touchscreen und dazugehörige Features auskommen. Allzu lange wird es aber wohl nicht mehr dauern. Angesichts der ohnehin schon sehr hohen Preise im Produkt-Segment des deutschen Traditionsunternehmens erscheinen 500 US-Dollar Rabatt indes nicht sehr hoch. Ob BMW hier noch einmal nachlegen muss, wird die Zeit zeigen. Tendenziell ist es aber ein Schritt in die richtige Richtung. Schließlich ist es unerträglich, dass man derzeit bei nahezu jedem Hersteller auf gefragte Fahrzeuge Wartezeiten von mindestens 10 Monaten in Kauf nehmen muss.

Chip-Knappheit bis 2023 möglich

Käufer, die ihr Fahrzeug ohnehin einige Jahre behalten möchten, dürften über den Schritt nicht allzu brüskiert sein. Schließlich kann man früher oder später auf die Upgrade-Option zurückgreifen. Anders sieht es jedoch bei Leasingnehmern aus, die ihr Fahrzeug lediglich zwei oder drei Jahre behalten. Denn allzu schnell wird diese Halbleiterkrise wohl nicht überwunden sein. Diesbezüglich könnte BMW vielleicht etwas zu hoch pokern. Wir sind gespannt, ob viele potentielle Kunden des Autoherstellers zur Konkurrenz abwandern werden. Während man in der Automobilbranche beim Thema Halbleiterkrise eher zurückhaltend mit Zeitangaben ist, sind die Informationen aus der Gaming-Branche alles andere als aufheiternd. Aus Sony-Kreisen heißt es beispielsweise, dass die Chip-Knappheit noch bis 2023 andauern könne. Wir hoffen das Beste!

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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