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Klage gegen US-Konzerne: Kinderarbeit in Kobaltminen

Lithium-Ionen-Akkus sind aus der digitalisierten Welt nicht mehr wegzudenken. Um sie bauen zu können, werden diverse Rohstoffe benötigt – darunter auch Kobalt, das für thermische Stabilität und für Haltbarkeit sorgt. Abgebaut wird es unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo – nicht selten von Kindern, die für ihre Arbeit nur sehr gering entlohnt werden. Menschenrechtsanwälte und -anwältinnen klagen nun im Namen von vierzehn Familien gegen mehrere namhafte US-Konzerne. Ziel der in den USA anhängigen Klage ist das Erreichen einer Schmerzensgeld- und Schadensersatzahlung.

Kinder der vierzehn klagenden Familien starben in den Kobaltminen oder zogen sich dort schwere Verletzungen zu. In der Sammelklage heißt es, die arbeitenden Kinder erhielten für ihre Arbeit ein bis zwei Dollar pro Tag. Die beklagten Unternehmen – es handelt sich um Microsoft, Apple, Alphabet, Dell und Tesla – hingegen würden mit dem abgebauten Kobalt horrende Gewinne einstreichen. Die beklagten Unternehmen würden die Ausbeutung der Kinder fördern und unterstützen.

Der an der Klage beteiligte Anwalt Terry Collingsworth spricht von „Gier und Grausamkeit“, die ein Ende finden müssten. Zudem weist er darauf hin, in seiner 35-jährigen Laufbahn als Menschenrechtsanwalt zuvor noch keinen derart massiven Fall von Missbrauch erlebt zu haben. Gestützt wird die Klage auch durch Recherchen von Siddharth Kara und Roger-Claude Liwanga.

Die DR Kongo ist der weltweit größte Kobaltförderer. Etwa zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion finden dort statt. Ein relativ großer Teil des geförderten Kobalts, man geht von fünfzehn bis zwanzig Prozent aus, wird im Kleinsbergbau abgebaut. Kobald wird in der Regel am Rande größerer Minen per Hand abgebaut.

Apple nahm mittlerweile zur Klage Stellung. Der Konzern gab an, Jahr für Jahr offenzulegen, mit welchen Kobaltraffinerien zusammengearbeitet werde. Die Partner des US-Konzerns hätten sich zu regelmäßigen Audits verpflichtet. Wer die Standards des Unternehmens nicht einhalte, werde umgehend aus der Lieferkette entfernt. 2019 sei die Zusammenarbeit mit sechs Kobaltraffinerien beendet worden.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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