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Mercedes präsentiert EQS SUV

Wer das nötige Kleingeld besitzen sollte, über den Kauf des Mercedes EQS nachdenken zu können, dem wird die Kaufentscheidung nun deutlich erschwert. Schließlich bringt das Stuttgarter Traditionsunternehmen die vollelektrische Luxuslimousine nun auch als SUV an den Start. Wir schauen uns die Neuvorstellung des Edel-SUVs mit EVA2-Plattform einmal genauer an.

Enthüllung bei Online-Event

Eigentlich sollte der höher gelegte EQS eigentlich nicht zwischen Tür und Angel vorgestellt werden. Vielmehr plante Mercedes, seinen EQS SUV bei der diesjährigen Pekinger Automesse vorzustellen. Da diese angesichts der komplizierten Coronalage in China allerdings verschoben wurde, entschieden sich die Stuttgarter für eine Premiere in Eigenregie. Dennoch macht das ursprüngliche Ziel einer Vorstellung in Peking dann doch deutlich, auf welchen Markt Mercedes hier ganz klar abzielt. Doch warum konnten die Stuttgarter nicht länger warten? Hierfür gibt es sicherlich mehrere Gründe. Wie schwer eine Premiere in Zeiten des Internets ist, musste Mercedes nämlich wieder einmal am eigenen Leibe spüren.

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Einige Tage vor der Enthüllung fanden nämlich bereits erste Bilder des elektrischen Luxus-SUVs ihren Weg ins Internet. Da die Präsentation wohl ohnehin bereits fertig war, trat Mercedes dann wahrscheinlich kurzerhand die Flucht nach vorn an und enthüllte sein neuestes Modell dann einfach in einem zeitgemäßen Online-Event. Ein weiterer Grund wird der steigende Druck auf dem Markt der Elektroautos sein. Es fühlt sich beinahe so an als würde jeden Tag ein anderer Hersteller um die Ecke kommen, um sein neuestes Modell vorzustellen. Um sich den Markt der Luxus-SUVs mit Elektroantrieb vorab zu sichern, machte Mercedes wohl einfach Nägel mit Köpfen.

Kürzer und höher als die Limousine

„Der EQS SUV ist das dritte Fahrzeug auf unserer neuen vollelektrischen Plattform. Er bringt alles mit, was unsere Kunden am EQS schätzen – und kombiniert das mit den Stärken und der Vielseitigkeit eines SUV, das bis zu sieben Personen Platz bietet. Mit dem EQS SUV setzen wir die Strategie, unsere Fahrzeuge nachhaltiger und digitaler zu machen weiter konsequent um – mit dem Ziel, die begehrenswertesten Elektroautos der Welt zu bauen.“

sagte Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

Lasst uns zum Eingemachten kommen und einmal einen genauen Blick auf die Eigenschaften des schicken SUVs werfen. Dabei wird findigen Kennern des klassischen EQS direkt auffallen, dass der EQS SUV selbstverständlich deutlich höher ist. Mercedes spricht hier von einem Höhenunterschied von satten 20 Zentimetern. Dabei stellt die SUV-Version aber nicht in jeder Größenhinsicht neue Rekorde auf. Wirft man einen Blick auf die Breite, wird man feststellen, dass sie mit knapp 1,95 Metern der des EQS entspricht. In puncto Fahrzeuglänge schrumpft der SUV sogar um etwa zehn Zentimeter auf 5,12 Meter.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

Bei der Batterie macht Mercedes wiederum keine Experimente. Warum auch? Schließlich erweist sich der Akku auf Basis der EVA-Plattform auch bei der Limousine als sehr gutes Stück Technik. Aus der Wahl derselben Plattform resultiert dann auch der Radstand. Dieser misst 3,22 Meter, was abermals für den typisch futuristischen Look sorgt. Sehr schick! Doch das Ganze sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch für viel Platz für den aus insgesamt zwölf einzelnen Elementen bestehenden Akku. Dieser soll seinen Nutzer mit 107,8 kWh überzeugen können.

Die Hinterradlenkung ist serienmäßig

Was wäre ein SUV ohne ausreichend Bodenfreiheit? Das hat sich natürlich auch Mercedes zu Herzen genommen und die Bodennähe des EQS durch eine Anpassung beim Fahrwerk deutlich entschärft. In Kombination zu den wirklich beachtlich großen Reifen ist der EQS SUV ein echter Hingucker für jeden SUV-Fan. Besonders freut uns, dass Mercedes auch hier seine hauseigene Hinterradlenkung serienmäßig verbaut. Beim kürzlich vorgestellten EQE ist dies nicht der Fall.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

Durch die weitere Lenkung an der Hinterachse schafft es der SUV auf einen erstaunlich kleinen Wendekreis von gerade einmal 11,9 Metern. Auch beim Laden hat sich nicht wirklich etwas getan. Will meinen, dass der Akku 400 Volt bietet und wie die Limousine auch mit bis zu 200 kW geladen werden kann. Wer keine Möglichkeit zum Schnellladen per CCS hat, kann mit bis zu 22 kW laden. Dies bedeutet allerdings einen Aufpreis, da nur Laden mit bis zu 11 kW serienmäßig an Bord des EQS SUV ist.

Mehr Antrieb für mehr Gewicht

Der EQS SUV sieht nicht nur wuchtiger aus. Er wiegt mit insgesamt 2,62 Tonnen auch deutlich mehr. Wirft man einen Blick auf die Version EQS SUV 450+ wiegt diese knapp 140 Kilogramm mehr als der EQS 450+. Daraus resultiert, dass Mercedes beim SUV den Antrieb verstärkt hat. So kommt die Grundausstattung in Form des EQS SUV 450+ mit 265 kW daher. Dies sind 20 kW mehr als beim EQS mit dem gleichen Antrieb. Einen genauso starken Antrieb bietet auch der EQS SUV 450 4MATIC.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

In Kombination zum Allrad-Antrieb dürfte das für ordentlich Schub sorgen. Hierbei handelt es sich aber noch nicht um die Sperrspitze. Die dritte Ausführung und gewissermaßen das Flaggschiff des EQS SUV ist der EQS SUV 580 4MATIC. Hier gibt es satte 400 kW. Mercedes selbst versichert, dass der stärkere Antrieb nicht aus einer besseren Hardware resultiert. Stattdessen haben die Stuttgarter nach eigenen Angaben ein wenig an der Steuerung des Antriebs gefeilt. Heraus kam ein weit effizienterer Antrieb, der bald auch EQS-Fahrern per Software-Update zugute kommen soll.

Aerodynamik spielt eine große Rolle

Da der Fortgang vom Verbrennermotor neue Formen bei der Konzeption von Autos ermöglicht, spielt auch wieder die aerodynamische Formgebung eine große Rolle bei den Autoherstellern. Mercedes machte bereits bei seinem EQS vor, wie man einen guten cW-Wert erreichen kann und möchte dies offensichtlich auch beim EQS SUV wieder schaffen. Dieses Ziel wird beispielsweise abermals durch die versenkbaren Türgriffe, aber auch andere Feinheiten beim Design erreicht. Zum Thema Aerodynamik sagt Gorden Wagener, Chief Design Officer Mercedes-Benz AG

„Mit unserem EQS SUV präsentieren wir unseren ersten vollelektrischen SUV auf der neuen Architektur. Das futuristische Design besteht aus einer emotionalen Integration von Flächen und Formen, und die nahtlosen Übergänge spiegeln unseren Stil des Hauses wider. Damit schaffen wir einen aerodynamischen und modernen Look. Zusammen mit der neuartigen progressiven SUV-Proportion definieren wir den SUV-Luxus der Zukunft komplett neu.“

Auf welche Werte des SUV kommt, ist bislang aber noch unbekannt. Apropos unbekannt. Mercedes blieb uns im Rahmen seiner Premiere auch Informationen zur Reichweite schuldig. Da die Batteriekapazitäten allerdings denen der Limousine entsprechen, gehen wir von einer geringeren Reichweite als die maximal 784 Kilometer des EQS aus.

Ein luxuriöser Familienwagen

Öffnet man den Kofferraum, kann man von bis zu 2.020 Litern Volumen profitieren. Allerdings muss man dafür die zweite und optionale dritte Sitzreihe umklappen. Bei umgeklappter dritter Sitzreihe, was eher der täglichen Nutzung entsprechen dürfte, bietet der EQS SUV immer noch stolze 565 Liter. Wer Wert auf eine dritte Sitzreihe legt, bekommt wiederum nur 195 Liter Kofferraumvolumen.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

Sollte man ohnehin keine dritte Sitzreihe benötigen, ist es ratsam, zugunsten von mehr Kofferraumvolumen gänzlich auf diese zu verzichten. Fällt diese nämlich weg, bekommt man sogar 645 Liter und maximal 2.100 Liter bei umgeklappter zweiter Sitzreihe unter. Obwohl Mercedes zugunsten der Aerodynamik auf eine Dachreling verzichtet, soll auch die Montage einer Dachbox möglich sein. Da dürfte dem Familienurlaub wohl nichts im Wege stehen.

„Ob Familie, Abenteurer, Tech-Fans oder Musikliebhaber: Wenn der EQS SUV in der zweiten Jahreshälfte 2022 auf den Markt kommt, wird er die Wünsche vieler Kunden erfüllen. Die Zielgruppen sind vielfältig, aber sie verbindet der aktive Lebensstil. Obendrein sieht der EQS SUV einfach gut aus. Daher glauben wir, dass der EQS SUV Luxus und Technologie für unsere Kunden in diesem wichtigen Segment vorantreibt. Und damit verkörpert er den Pioniergeist von Mercedes-Benz.“

sagt Britta Seeger, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG.

Preise und Verfügbarkeit

In Sachen Preise und Verfügbarkeit zeigte sich Mercedes ebenfalls noch bedeckt. Auch hier können wir uns wohl nur an den Preisen der Limousine orientieren. Diese kostet in der Basisversion (EQS 450+) derzeit etwa 107.326,00 Euro. Für die Allradversion (EQS 580 4MATIC) fallen wiederum mindestens etwa 135.529,00 Euro an.

Mercedes EQS SUV (Bild: Mercedes)

Obwohl wir wohl davon ausgehen können, dass es ein Pendant zum EQS 350 nicht geben wird, ist eine AMG-Version wohl mehr als wahrscheinlich. Letztere kostet als EQS 53 4MATIC+ gegenwärtig mehr als 152.000 Euro. Unter Zugrundelegung der Preise für die Limousine kann man wohl davon ausgehen, dass Mercedes die Preise für sein SUV ein wenig höher ansetzen wird.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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