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Netflix: Account-Sharing für 5 Euro pro Person

Seit Langem ist bekannt, dass Netflix auch hierzulande Gebühren für das weitverbreitete Teilen von Accounts einführen möchte. Nun ist bekannt, dass dafür 5 Euro pro zusätzlich gebuchter Person berechnet werden sollen. Netflix hat erste Informationsmails dazu versendet.

Zusatzmitglieder können bald gebucht werden

Einige Netflixmitglieder berichten davon, Informationsmails zum Account-Sharing erhalten zu haben. In diesen Mails wird ihnen das Prozedere des Zubuchens erklärt. Darüber hinaus informiert Netflix allgemein über seine neue Firmenpolitik in diesem Bereich. Besonders relevant, da neu, dürfte die Information zum Preis sein: Pro zugebuchter Person werden fünf Euro berechnet.

Mit Maßnahmen gegen das Teilen von Accounts möchte Netflix sein Geschäft rentabler machen. Weltweit teilt ein großer Teil der Abonnenten seinen Zugang mit weiteren Personen, die dafür nicht bezahlen. Netflix entgehen so potentiell hohe Einnahmen. Durch das Durchsetzen des Sharingverbots und das Einführen der Zubuchoption sollen die kostenlosen mitschauenden Menschen in zahlende Kunden verwandelt werden. Begonnen hat Netflix mit dieser Praxis bereits im vergangenen Jahr in Südamerika. Zu Beginn des Jahres wurden die Maßnahmen auch in Kanada, Neuseeland, Spanien und Portugal umgesetzt. Nun folgen weitere Länder, darunter etwa Deutschland, Österreich und die USA.

Eigener Zugang für Zusatzmitglieder

Wer zugebucht wird, erhält künftig einen eigenen Netflixzugang. Abgerechnet wird dieser jedoch über den Hauptaccount, über den die Zubuchung läuft. Der Zusatzzugang ist darüber hinaus mit Einschränkungen versehen. So darf dieser nur von einem Gerät gleichzeitig streamen und seinerseits keine weiteren Mitglieder hinzubuchen. Die Bildqualität wird gegenüber dem Hauptaccount hingegen nicht eingeschränkt. Sie ist damit abhängig vom gewählten Abomodell des Hauptaccounts. Interessant ist ferner, dass Streams zugebuchter Nutzer nicht auf die maximale Streamanzahl des Hauptaccounts angerechnet werden.

Hinzugebucht werden kann nur, wer im gleichen Land lebt wie die Person, die den Hauptaccount betreibt. Weitere Beschränkungen bei der Auswahl gibt es hingegen nicht. Wichtig ist jedoch, dass die Zubuchoption nur jenen Nutzenden offensteht, die ein Standard- oder Premiumabo abgeschlossen haben. Wer die Basisversion von Netflix oder die Standardversion mit Werbung abonniert hat, kann niemanden hinzubuchen.

Umsetzung ist nicht geklärt

Wie Netflix Accountsperren umsetzen und gegen die Nutzungsbedingungen verstoßendes Account-Sharing entdecken möchte, bleibt bei alldem bisher ungeklärt. So hat das Unternehmen versichert, dass es etwa weiterhin möglich sein soll, auf Reisen von anderen Orten und mit anderen Geräten als gewöhnlich auf seinen Netflixaccount zugreifen zu können. Das bedeutet, dass ein Netflixzugang nicht grundsätzlich an ein bestimmtes Gerät gebunden sein wird. In der Vergangenheit hat Netflix hierzu angekündigt, dass Geräte mindestens alle 31 Tage mit dem WLAN-Netzwerk, aus dem hauptsächlich gestreamt wird, verbunden werden müssen. Das wiederum würde Account-Sharing für all jene, die Mobilgeräte nutzen und in der Nähe der Hauptnutzerin ihres Accounts wohnen, weiterhin ohne Zusatzkosten ermöglichen: Ein kurzer Besuch mit WLAN-Login und Netflixstream über das eigene Gerät würde ausreichen, um einen weiteren Monat ohne Beeinträchtigung zu ermöglichen.

Wer technisches Know-how hat, könnte das unter Umständen auch ohne Besuch vor Ort umsetzen. So bieten einige Router etwa die Möglichkeit, ein ganzes Netzwerk per VPN mit einem anderen Netzwerk zu verbinden. So ließe sich der Login ins Netzwerk am Hauptnutzungsort ohne eigenen Standortwechsel bewerkstelligen und Netflix‘ Maßnahme umgehen.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass Netflix zumindest in der in Deutschland versendeten Informationsmail noch keine Strafen für das weitere Account-Sharing ohne Zubuchung angekündigt hat. Es ist also durchaus möglich, dass das Unternehmen hier noch eine Weile abwarten und das neue Angebot anlaufen lassen wird, bis Zugänge gesperrt werden.

Netflix sieht positive Entwicklung

Netflix hat unterdessen bekanntgegeben, dass die Entwicklung hinsichtlich des Account-Sharings durchaus positiv sei. So sei ein Zuwachs an neuen Abos und zugebuchten Personen zu beobachten gewesen. Eine unabhängige Untersuchung zeigt indes, dass die Gesamtentwicklung zumindest in Spanien deutlich negativ ist. Nach der Durchsetzung des Account-Sharing-Verbots hat die Anzahl der Abos dort deutlich abgenommen.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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Strangelittleknopf

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So ganz haut das jedoch nicht hin. Ich habe eine Standard Version für 12,99€ gebucht. Für 2 Geräte gleichzeitig. Ich habe dies bewusst gebucht. Ich habe einen Platz und jemand innerhalb der Familie an einem anderem Ort. Für diese Person muss ich dann zukünftig noch einmal 5€ zahlen. Also insgesamt 17,99€. Ein Platz allein kostet 7,99€ und wäre dann doppelt 15,98€. Die Lösung ist bei einem Zwangsabo, die Standardversion zu kündigen und auf Basis umzusteigen. Am Ende hat Netflix damit nichts gekonnt. Zumindest in meinem Fall. Ich denke, ich bin mit dieser Nutzungsart nicht allein.

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p
philipp1999

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Account-Sharing war schon immer verboten und wenn sich die Nutzer bisher nicht daran gehalten haben, ist es nur richtig von Netflix, dass es für diese Kunden nun Konsequenzen gibt. Ich finde es absolut richtig wie Netflix damit umgeht.

Ich teile grundsätzlich meinen Netflix Account mit keiner anderen Person. Ich bin der einzige Nutzer, der darauf zugreift und das wird sich auch nicht ändern. Ich halte mich (im Gegensatz zu vielen anderen) nämlich an die Nutzungsbedingungen und finde es deshalb auch richtig von Netflix so vorzugehen. Leute, die sich nicht an die Nutzungsbedingungen halten, die haben auch diese Account-Sharing Konsequenzen verdient.

Das einzige was ich falsch finde ist, dass die Kosten für eine weitere Person der Inhaber zahlen muss, und nicht die Person, mit der der Account geteilt wurde.

Wer schaut sollte entweder einen eigenen Account haben oder die Kosten für das Account-Sharing übernehmen.

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