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Russland-Sanktionen: Jetzt gehen dem Land auch noch die Chips aus

Im Zuge des Ukrainekrieges sieht sich Russland mit immer mehr Sanktionen konfrontiert. Jetzt kommt auch Taiwan dazu, das mit TSMC die größte Halbleiterfertigungsanlage der Welt beheimatet. Und fortan keine Chips mit mehr als 25 MHz Taktrate mehr an Russland und Belarus liefert.

Russland-Sanktionen: Taiwan verhindert Export von schnellen Prozessoren

Die Regierung Taiwans hat eine Liste an High-Tech-Produkten veröffentlicht, die fortan nicht mehr nach Russland und Belarus exportiert werden, das geht aus einem Bericht von DigiTimes hervor. Belarus stehe auf der Liste, da das Land Russland beim Import entsprechender Chips helfen könnte, so die Regierung Taiwans.

Betroffen von den Sanktionen sind unter anderem moderne Chips und Prozessoren aus den Kategorien 3 bis 9 (das umfasst die Bereiche Elektronik, Computer, Telekommunikation, Sensoren und vieles mehr) des Wassenaar Abkommens.

Darin legten im November 1996 33 Gründer-Nationen (mittlerweile sind es 42 Mitgliedsstaaten) im niederländischen Wassenaar „Exportkontrollen von konventionellen Waffen und doppelverwendungsfähigen Gütern und Technologien“ fest. Konkret betrifft das Abkommen sämtliche Prozessoren mit Taktraten von mehr als 25 MHz, Datenraten von 2,5 MB/s und einer Rechenleistung von 5 GFLOPS.

Keine Chips für Russland

Was für damalige Verhältnisse noch nach absolutem High-Tech klang, sind heutzutage Werte, die im Hinblick auf die aktuelle Technik fast schon lächerlich klingen. Und damit quasi für Russland und Belarus den Export sämtlicher Chips unmöglich machen.

TSMC mit Sitz in Hsinchu, Taiwan, gilt als weltweit größter Auftragsfertiger innerhalb der Halbleiterindustrie und beliefert unter anderem Firmen wie AMD, Apple, Qualcomm, Broadcom und viele mehr mit Chips.

Ein Export nach Russland ist infolge der neuen Sanktionen fortan nicht mehr möglich. Entsprechende Chips werden auch in der Kriegsmaschinerie eingesetzt, was Russlands Aufrüsten zumindest deutlich verlangsamen dürfte.

Ganz allein steht das Land allerdings nicht dar. High-Tech-Chips kann Russland weiterhin von SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation) in China und, mit Einschränkungen, auch bei Samsung in Korea ordern und importieren. Die Fertigung beim russischen Mikroprozessor-Unternehmen MCST (Moscow Center of SPARC Technologies) dürfte damit aber auf lange Sicht zumindest spürbar verlangsamt werden.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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