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Studie der Universität Lübeck bestätigt: Handystrahlung regt Appetit und Nahrungsaufnahme an

Macht uns Handystrahlung dick? Diese Frage nahm sich die Universität Lübeck zur Brust und untersuchte die Auswirkungen der Strahlung von Smartphones auf den Körper. Dabei kam die Forschergruppe zu dem Ergebnis, dass die Handystrahlung die Kalorienaufnahme um bis zu 27 Prozent steigert und den Appetit anregt.

Uni Lübeck: Handystrahlung macht dick

Da die Strahlung von Handy und modernen Smartphones größtenteils im Kopf absorbiert wird, kann diese erwiesenermaßen unter anderem Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel und die Verarbeitungsprozesse im menschlichen Gehirn haben.

In einer neuen Studie versuchte das Forscherteam der Universität Lübeck unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Kerstin Oltmanns, Leitern der Sektion für Psychoneurobiologie der Universität zu Lübeck, nun herauszufinden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Nahrungsaufnahme gibt. Mit einem, selbst für die Forscherinnen und Forscher, überraschenden Ergebnis.

Frühere Studien hatten bereits bestätigt, dass eine Aussetzung mit Mobilfunkstrahlung bei Ratten zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führt. Gemeinsam mit Diplompsychologin Ewelina Wardzinski, Leiterin der Studie, ging man nun im Rahmen einer DFG-geförderten Beobachtungsstudie, die in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht wurde, der Frage nach, ob ein solcher Zusammenhang auch für den menschlichen Körper besteht.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Mit einem Abstand von zwei Wochen wurden insgesamt 15 junge Männer insgesamt dreimal getestet. Die Probanden wurden im Rahmen des Experimentes mit zwei verschiedenen Handys als Strahlungsquelle bestrahlt oder einer Scheinbestrahlung ausgesetzt, die als Kontrolle gelten sollte.

Nach der Bestrahlung durften sich die Teilnehmer für eine vorab festgelegte Zeit frei an einem reichhaltigen Buffet bedienen. Gemessen wurden seitens des Forschungsteams die spontane Nahrungsaufnahme, der Energiestoffwechsel des Gehirns anhand von Phosphor-Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS), sowie verschiedene Blutwerte vor und nach Bestrahlung.

Studie der Universität Lübeck zum Thema Handystrahlung
Versuchsaufbau der Studie Wardzinski et al. Nutrients 2022 (Bild: Universität zu Lübeck)

Bis zu 27 Prozent erhöhte Kalorienzufuhr

Das Ergebnis überraschte das Team. Bei fast allen Probanden führte die Strahlung zu einer Erhöhung der Gesamtkalorienzufuhr um 22 Prozent oder 27 Prozent, abhängig von den jeweiligen Handys, die beim Versuch zum Einsatz kamen. Durchschnittlich nahmen die Studienteilnehmer am Buffet rund 250 Kalorien mehr auf als diejenigen, die nur mit Scheinstrahlen konfrontiert wurden.

Die Blutanalyse kam zu dem Ergebnis, dass vor allem die Aufnahme von Kohlenhydraten durch die Bestrahlung erhöht wurde. „Die MRS-Messungen ergaben eine Steigerung des Energieumsatzes im Gehirn unter Einfluss der Handystrahlung,“ führt die Universität weiter aus.

Somit kam das Forscherteam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass Handystrahlen die Energiehomöostase des Gehirns beeinflussen und für eine übermäßige Nahrungs- und Kalorienaufnahme im menschlichen Körper sorgen.

„Diese Erkenntnisse könnten neue Wege für die Adipositas- und andere neurobiologische Forschung eröffnen,“ heißt es weiter. Zukünftig sollen die Ergebnisse der Studie besonders im Bezug auf Kinder und Jugendliche in die Forschung auf diesem Gebiet weiter in den Fokus rücken. Unklar ist allerdings, warum keine Frauen an der Studie teilnahmen und, ob und falls ja inwieweit Handystrahlung auch Auswirkungen auf den weiblichen Körper haben könnte.

Evaluation anderer Gruppen als nächster Schritt

Auf unsere Nachfrage teilte uns Frau Prof. Dr. Kerstin M. Oltmanns mit, dass es bei derartigen grundlagenwissenschaftlichen Studien wichtig ist, zunächst eine möglichst homogene Gruppe von Studienteilnehmern zu untersuchen, um Effekte aufdecken zu können.

„Da fängt man (leider) in der Regel mit jungen gesunden Männern an, um den typischen Kritikpunkt der potentiellen Effekte hormoneller Kontrazeptiva oder Zyklusschwankungen auszuschließen,“ führt Oltmanns aus.

Selbst die Forschergruppe sei sich unsicher gewesen, ob man überhaupt einen Zusammenhang feststellen könnte und deshalb habe man die Studie zunächst in kleinem Rahmen angelegt. „Der nächste Schritt ist in der Tat, die Evaluation anderer Gruppen“.

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