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Tesla gibt Supercharger auch für Fremdmarken frei

Ladeprobleme kannten Tesla-Besitzer bis heute kaum. Grund dafür ist das ausgeklügelte Ladenetz, das der E-Auto-Bauer seinen Kunden zur Verfügung stellt. Bislang war das hauseigene Supercharger-Netzwerk eines der großen Verkaufsargumente von Elon Musks Autoschmiede. Käufern anderer E-Autos geht es wiederum anders. Da immer mehr Fahrzeuge mit Elektromotor verkauft werden, aber parallel dazu keine maßgerechte Lade-Infrastruktur aufgebaut wird, kommt es schon jetzt teilweise zu kleinen Schlangen vor den Ladesäulen. Nun öffnet Tesla Stück für Stück seine Supercharger-Standorte auch für andere Elektroautos. Die Niederlande sollen dabei den Anfang machen.

Politischer Druck vom Verkehrsminister

Was nach einer echten Revolution klingen mag, hatte Tesla eigentlich schon seit Jahren immer wieder angekündigt. Nun scheint das Unternehmen seinen Worten auch endlich Taten folgen zu lassen. Allerdings scheint das Handeln des E-Auto-Bauers nicht gänzlich auf Eigeninitiative zu basieren. Schließlich hatte der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Tesla erst vor kurzem dazu aufgefordert, endlich das Versprechen einzuhalten.

Die Tesla-exklusiven Supercharger sollten damit endlich markenunabhängig geöffnet werden, um den wachsenden Zulassungszahlen von E-Autos gewachsen zu sein. Ein Blick auf die Infrastruktur, die Tesla mittlerweile in Europa aufgebaut hat, ist dabei erstaunlich. Mittlerweile hat das US-Amerikanische Unternehmen insgesamt 6.000 Supercharger in unseren Gefilden installiert – eine nicht zu verachtende Anzahl zusätzlicher Ladesäulen.

Elon Musk versprach Öffnung schon vor Jahren

Dass die Supercharger auch für Fremdmarken geöffnet werden sollen, steht seit Jahren im Raum. CEO Elon Musk hat diesen Schritt schon vor langer Zeit angekündigt und seitdem regelmäßig bekräftigt und abermals bestätigt. Allerdings knüpft die Koryphäe im Bereich der Elektromobilität sein Versprechen an eine nachvollziehbare Bedingung. Nur dann, wenn sich auch die anderen Hersteller von E-Autos an einem weiteren Ausbau der Supercharger beteiligen, werde er seine Infrastruktur öffnen. Eine Bestätigung von Seiten der Konkurrenz hat es diesbezüglich noch nicht gegeben. Das scheint daran zu liegen, dass E-Autos derzeit bei nahezu jedem Autobauer wie geschnitten Brot verkauft werden. Grund hierfür dürfte nicht zuletzt sein, dass sich die Kaufprämie wahrscheinlich bereits im nächsten Jahr drastisch reduzieren könnte.

Leere Supercharger-Standorte dürften im Zuge der Öffnung für andere Fabrikate wohl bald der Vergangenheit angehören.

Doch Musk ist nun über seinen eigenen Schatten gesprungen und hat damit begonnen, europäische Supercharger auch für Fremdmarken zu öffnen. Den Anfang machen einige Ladesäulen in den Niederlanden. Insgesamt zehn Standorte werden im Nachbarland Deutschlands nicht mehr nur für Teslas hauseigene Elektroflitzer, sondern auch für Modelle anderer Marken zugänglich sein. Doch bevor du dich jetzt in deinen ID3 oder IONIQ 5 schwingst und in hübsche Orte wie Naarden, Sassenheim oder Breukelen fährst, um dein Auto zu laden, solltest du noch das Kleingedruckte lesen. Ein Laden wird nämlich nur für Fahrzeuge möglich sein, die auch in den Niederlanden gemeldet sind. Die zweite Voraussetzung dürfte für die Allermeisten hingegen kein Problem darstellen. So benötigst du die aktuelle Tesla-App ab 4.2.3.

Weitere Standorte sollen folgen

Natürlich ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Da Tesla europaweit über 600 Standorte mit jeder Menge Superchargern verfügt, wäre dies auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die niederländischen Ladesäulen sollen vielmehr als Testobjekte für eine weitere Öffnung herhalten. Insbesondere möchte der Hersteller von E-Autos sicherstellen, dass der eigene Kundenstamm bei der ganzen Sache nicht zu kurz kommt. Sollte sich herausstellen, dass die Öffnung aufgrund verlängerter Wartezeiten an den Superchargern zu Unmut auf Seiten der Tesla-Fahrer führt, könnte eine weitere Öffnung der Supercharger wohl auf absehbare Zeit nichts werden.

Um dies zu erreichen, möchte Tesla dafür sorgen, dass die Supercharger für Fahrer der hauseigenen Modelle immer noch attraktiver sind als für die Besitzer eines E-Autos anderer Fabrikate. Insbesondere der Preis soll dabei der Schlüssel zum Erfolg sein. Wenn man den Reaktionen erster „Fremdnutzer“ der Supercharger in den Niederlanden Glauben schenken mag, dann müssen Fahrzeuge anderer Hersteller weit mehr für die Kilowattstunde zahlen. Während Tesla-Fahrer 24 Cent für die Kilowattstunde zahlen, verlangt der Supercharger bei anderen Fabrikaten mit 57 Cent pro Kilowattstunde mehr als das Doppelte. Das könnte wohl daran liegen, dass nun die Kunden anderer E-Autohersteller die Anteile am Ausbau der Supercharger-Infrastruktur tragen müssen.

Das Unternehmen äußerte sich zu dieser Preispolitik wie folgt:

„Die Preise für Nicht-Tesla-Fahrer spiegeln die zusätzlichen Kosten wider, die durch die Unterstützung des Ladens einer breiten Palette von Fahrzeugen und die Anpassung unserer Standorte an diese Fahrzeuge entstehen.“

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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