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VW nutzt Batterien alter ID.3 und ID.4 als Ladesäule für neue E-Autos

Mittlerweile sind Elektroautos in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch es gibt noch immer viele wichtige Fragen, die vor allem die Langlebigkeit der vollelektrischen Fahrzeuge betreffen. So stellen sich Experten nach wie vor die Frage, wie man mit ausgedienten Batterien der Autos verfahren soll. VW hat diesbezüglich eine Idee, die man in der sächsischen Stadt Zwickau nun austesten möchte. Aus den Akkus möchte der Automobilkonzern kurzerhand Schnellladestationen bauen, die nicht nur günstig sein sollen, sondern auch noch das örtliche Stromnetz entlasten.

Zweites Leben für alte Akkus

Die Idee, welche VW mit seinem Testlauf in Zwickau verfolgt, könnte Elektroautos noch einen Extraschub Nachhaltigkeit verpassen. So sollen die Akkus einfach in Stromspeicher umgewandelt werden. Den passenden Testlauf hat VW am 14. Juli gestartet wie die dpa nun berichtet. Da die hauseigenen Elektroautos von VW natürlich noch nicht so lange auf dem Markt sind, nutzt das Unternehmen für seine Testzwecke wohl Batterien, die in Testfahrzeugen zum Einsatz kamen. Genauer gesagt handelt es sich um Modelle von ID.3 und ID.4, welche als Probefahrzeuge vor dem Serienstart der beliebten E-Autos genutzt wurden.

Die Batterien stammen unter anderem von alten Vorserienmodellen des VW ID.3. (Bild: VW)

Die ausgebauten Batterien hat VW zu einer riesigen Powerbank zusammengefügt. Insgesamt soll sie eine Akkukapazität von 570 kWh haben. Auch nach ihrem Dienst im Elektroauto sollen die zusammengeschlossenen Module vollelektrische Fahrzeuge antreiben – und zwar als Schnellladestation. Besser gesagt möchte VW einen ganzen Schnellladepark errichten. In diesem sollen gleich acht Elektroautos ihre Akkus aufladen können. Dabei bieten die verschiedenen Stationen eine Ladeleistung von 75 kW. Der erste Schnellladepark soll aber erst der Anfang sein. VW möchte in Zwickau noch zwei weitere Parks errichten.

Kostenersparnis und Entlastung des Stromnetzes

Sollte VWs Idee wirklich aufgehen, könnte die Wiederverwertung der Akkus ein echtes Erfolgsmodell sein. Das liegt nicht nur daran, dass man auf diesem Wege die Batterietechnik im Sinne der Nachhaltigkeit wieder verwerten kann. Obendrein soll die Wiederverwertung der Akkus jede Menge Kosten einsparen. Insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen Schnellladestationen soll das Projekt von VW weit günstiger sein. Doch nicht nur das. Auch örtliche Stromanbieter, die häufig gar keine Energie für Schnellladesäulen hergeben können, könnten durch das Modell entlastet werden.

Insbesondere zu Stoßzeiten, wenn gerade jede Menge Strom aus dem Netz genutzt wird, könnten die riesigen Powerbanks als zuverlässiges Backup dienen. Sollte das Stromnetz gerade keine Energie hergeben können, könnte man stattdessen einfach Strom aus der riesigen Powerbank bereitstellen. Damit hat sich VW gleich zwei Problemen angenommen. Zum einen hat man sich Gedanken um die Wiederverwertung von Akkus, zum anderen über den Bau neuer Ladesäulen gemacht. Dass der Mangel an Ladesäulen der Energiewende im Wege steht, hat erst kürzlich Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP zugegeben.

Ein echtes Erfolgsmodell?

Da VWs grandiose Idee Hand und Fuß zu haben scheint, sind natürlich auch schon andere Autohersteller hellhörig geworden. So zum Beispiel die Konzernschwester Audi. Das Ingolstädter Unternehmen hat den Nutzen einer Wiederverwertung von ausgedienten Akkus bereits im letzten Jahr erproben können. So errichtete man mit dem sogenannten Charging Hub eine Lademöglichkeit, die ebenfalls Energie aus alten Batterien in neue einspeiste. Noch schneller war BMW. Das bayerische Traditionsunternehmen war mit seinem i3 nämlich nicht nur ein echter Pionier in Sachen Elektromobilität made in Germany. Da das Auto bereits im Jahr 2013 in Deutschland in den Handel ging, gab es bereits nach einigen Jahren ausgediente Modelle, die man weiterverwenden wollte. Kurzerhand baute der Autohersteller 2017 eine Speicherfarm in Leipzig auf.

Zu Hochzeiten wurden hier Akkus von 700 alten BMW i3 genutzt. Diese waren allerdings keine Lademöglichkeit für Elektroautos. Stattdessen versorgten sie nicht nur die örtlichen Werkshallen, sondern das öffentliche Stromnetz mit Energie. Erfindungen wie sie von VW, BMW und Audi gemacht werden, könnten den Bau von Lademöglichkeiten erleichtern. Hoffentlich nimmt die Politik dies als Anstoß, um Genehmigungen leichter zu erteilen und Anreize für den Bau zu schaffen. Vielleicht entscheiden sich im Zuge dessen auch weitere private Wohnungsgesellschaften dafür, ihren Mietern passende Ladelösungen zu bieten. Als scheinendes Vorbild ist die Berliner GEWOBAG diesbezüglich mit gutem Vorbild vorangegangen. Sie bietet ihren Mietern nun eine persönliche Ladesäule auf dem Stellplatz.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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