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HUAWEI MatePad Pro 13.2″ Test: Das Display ist im Fokus

Huawei gibt nicht auf und bietet seine Produkte auch ohne Google Services weiterhin im europäischen Raum an. Der neueste Streich ist das HUAWEI MatePad Pro 13,2″. Dieses punktet auf den ersten Blick vor allem mit seinem geradezu gigantischen Display, welches stolze 13,2 Zoll misst. Doch dieses soll nicht nur groß, sondern auch ansehnlich sein. Dafür soll das verbaute flexible und hochauflösende OLED-Panel sorgen. Weiterhin verspricht Huawei modernste Ladetechnik und praktisches Zubehör wie Tastatur-Case und Eingabestift. Kann der chinesische Tech-Konzern seine Versprechen halten und handelt es sich hierbei um eine echte Konkurrenz für Apple und Samsung? Oder ist das Fehlen der Google Software einfach zu schwerwiegend? Wir überprüfen es im HUAWEI MatePad Pro 13,2“ Test.

Technische Daten

Name Huawei MatePad Pro 13,2″
Maße 289,1 x 196,1 x 5,5 mm
Gewicht 580 g
SoC Octa-Core-Prozessor Kirin 9000W + Grafikeinheit Maleoon 910
Speicher  Arbeitsspeicher: 12 GB RAM
Flashspeicher: 256 GB oder 512 GB
Display Flexibles OLED-Panel, 13,2 Zoll, 144 Hz, 1.000 nits, 2.880 Pixel x 1.920 Pixel
Kamera Rückkamera: Hauptkamera (13 MP) + Weitwinkelobjektiv (8 MP)

Frontkamera: Selfie-Cam (16 MP) + dToF-Sensor

Akku 10.100 mAh, 88 W Ladeleistung
Audio 6 Lautsprecher + 4 Mikrofone
Betriebssystem HarmonyOS 4
Preis € 1.199,00 * (12/256), € 1.199,99 * (12/512)

Lieferumfang

Huawei matepad pro 13,2" test

In der edlen Verpackung des Huawei MatePad Pro 13,2″ befinden sich folgende Dinge:

  • HUAWEI MatePad Pro 13,2″ (mit eingebautem Akku)
  • HUAWEI SuperCharge Adapter
  • USB-C-Kabel
  • Schnellstartanleitung
  • Garantiekarte

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Design und Verarbeitung

Bei einer Displaygröße von 13,2“ kommt das Tablet natürlich auch in entsprechend großen Maßen daher. So misst es 289,1 x 196,1 x 5,5 mm. Da es erfreulich schlank ist, bringt es nur 580 Gramm auf die Waage. Besonders gut gefallen mir die schmalen Bildschirmränder, die lediglich 5,5 mm messen und für eine moderne Optik sorgen. Ein wenig störend empfinde ich allerdings die Notch, welche sich am Bildrand befindet.

Huawei matepad pro 13,2" test

Hier sitzt die Technik der Frontkamera sowie ein ToF-Sensor. Am oberen wie unteren Gehäuserand sitzen jeweils Lautsprecher. Was diese auf dem Kasten haben, klären wir später. Oben befindet sich dann noch der Standby-Button, unten wiederum der USB-C-Port, welcher beim Laden des Tablets zum Einsatz kommt. Auf der rechten Seite sitzt die Lautstärkewippe, die einen angenehmen Druckpunkt bietet. Rückseitig finden wir die Hauptkamera des Tablets.

Huawei matepad pro 13,2" test

Diese steht, bedingt durch das schmale Gehäuse, ein wenig hervor. Das sorgt auf glatten Oberflächen für nerviges Gekippel. Wer das verhindern möchte und obendrein einen Schutz vor Kratzern sucht, bekommt von Huawei direkt die passende Lösung spendiert. Es gibt nämlich eine praktische Tastatur für das großformatige Tablet, die gleichzeitig auch als Schutzhülle dient. Generell punktet das Gadget mit der für Huawei typischen sehr guten Verarbeitungsqualität. Das MatePad Pro steht in zwei verschiedenen Farben zur Wahl.

huawei matepad pro 13,2" test

Allerdings ändert sich mit der Farbwahl auch die Ausstattung. Die schwarze Version, welche uns zum Test zur Verfügung stand, bietet 12 GB RAM und 256 GB Flashspeicher. Die Variante in Grün wiederum bietet mit 512 GB Flashspeicher nicht nur den doppelten Speicherplatz. Obendrein gibt es die oben beschriebene Tastatur gleich mit dazu. Für den Test lieferte uns Huawei aber nicht nur die Tastatur, sondern auch den passenden Eingabestift separat mit dazu.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Brillantes OLED-Display

Beim ersten Einschalten des MatePad Pro war ich vor allem vom großen OLED-Bildschirm beeindruckt. Dieser misst 13,2 Zoll und kommt im Seitenverhältnis von 3:2 daher. Ein Highlight sind die dünnen Bildschirmränder. Diese sind möglich, da Huawei hier auf ein flexibles OLED-Panel setzt. Wir haben es demnach mit einer Screen-to-Body-Ratio von beachtlichen 94% zu tun.

huawei matepad pro 13,2" test

Während die Panel-Technik tolle Kontraste und lebendige Farben gewährleistet, sorgt eine Auflösung von 2.880 x 1.920 Pixeln für gestochen scharfe Inhalte. Auch mit schnellen Bewegtbildern hat das Display kein Problem. So verhindert eine Bildwiederholrate von starken 144 Hz, dass Negativeffekte wie Zerrbilder oder dergleichen vorkommen. OLED-Bildschirme sind erfahrungsgemäß nicht die hellsten. Das MatePad Pro 13,2“ erreicht dennoch einen guten Wert von 1.000 nits.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Lautsprecher mit tollem Sound

Was mir ebenfalls beim ersten Einschalten auffiel, war der doch sehr gute Klang. Hier nahm Huawei meines Erachtens nach den Mund nicht zu voll. Der chinesische Tech-Konzern lobt den Sound seiner verbauten sechs Lautsprecher nämlich selbst in den höchsten Tönen. Meines Erachtens nach tun sie das nicht unberechtigt. So bekommst du hier recht klare Mitten und Höhen serviert. Auch ein wenig Bass lässt sich zumindest erahnen. Natürlich darfst du hierbei nicht vergessen, dass es sich noch immer um ein Tablet handelt, was angesichts eines kaum vorhandenen Resonanzkörpers keinen größeren Bluetooth-Lautsprecher geschweige denn hochqualitative Kopfhörer ersetzt.

huawei matepad pro 13,2" test

Für letztere steht dir übrigens kein 3,5-mm-Klinkenanschluss zur Verfügung. Ein Anschluss ist damit nur über den USB-C-Port oder per Bluetooth möglich. Bleibt festzuhalten, dass du mit dem MatePad Pro 13,2“ bedenkenlos auch mal ohne separates Audiogerät Lieblingsfilm oder -serie gucken kannst. Umgekehrt verbaut Huawei hier natürlich auch Mikrofone. Insgesamt vier Stück befinden sich an Bord und machen wirklich einen guten Job. So klangen die Aufnahmen durchaus sehr gut, was das MatePad Pro 13,2″ als geeignetes Gadget für die nächste Videokonferenz klassifiziert.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Hardware nicht auf neuestem Stand

Ein Einstiegspreis von knapp 1.000 Euro schürt natürlich auch Erwartungen an eine gute Performance. Vorweg sei gesagt, dass das Huawei MatePad Pro 13,2″ keinesfalls ein Leistungsbiest ist. Mit seinem Kirin 9000W wäre es das vor ein bis zwei Jahren aber sicherlich noch gewesen. Schließlich bietet dieser eine ähnlich gute Performance wie ein Snapdragon 8 Gen 1. In der Praxis spürt man das vor allem im Multitasking. Apps schließen und öffnen blitzschnell. Von Rucklern spürt man hier wirklich gar nichts.

Ergebnis im Performance Benchmark PCMark 3.0.

Insbesondere Durchschnitts-User werden diese CPU sicherlich nie an ihre Grenzen bringen. Unterstützung erhält die CPU von sehr starken 12 GB RAM. Wie groß der Speicherplatz ist, hängt hingegen von der Version ab, die du auswählst. In der Basisausführung gibt es 256 GB, in der Top-Ausstattung 512 GB Flashspeicher. Wer auf seinem Tablet gerne aktuelle und hardwarehungrige Spiele zockt, könnte hingegen kleinere Probleme bekommen. Hier kann es nämlich hier und da mal zu kleineren Rucklern kommen.

huawei matepad pro 13,2" test
Normale Mobile Games laufen butterweich über das schicke Display. Nur bei hardwarehungrigen Spielen kommt es ab und zu zu Rucklern.

Das lässt sich auf die nicht wirklich aktuelle Grafikeinheit zurückführen. Diese sorgt auch dafür, dass das Tablet eher ungeeignet für professionelle Videobearbeitung ist. Angesichts des praktischen Eingabestifts, auf den wir später noch näher eingehen, ist das ein wenig schade. Das alles bewegt sich aber in einem erträglichen Rahmen, weshalb lediglich Power-Gamer und/oder -User vielleicht nach einer Alternative mit stärkerer Grafikeinheit Ausschau halten sollten.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Akku mit moderner Ladetechnologie

In dem großen Tablet findet ein 10.100 mAh großer Akku Platz. Ein Ausdauerwunder darfst du von diesem nicht erwarten. Im Benchmark von Work 3.0 Battery Life erzielte unser Testgerät 5 Stunden und 17 Minuten bei maximaler Bildschirmhelligkeit.

Bei durchschnittlicher Nutzung dürfte da natürlich eine deutlich längere Nutzungsdauer drin sein. Über die fehlenden Spitzenwerte bei der Akkuausdauer tröstet indes die tolle Ladetechnik hinweg. So verfügt das MatePad Pro 13,2″ über das hauseigene Huawei SuperCharge.

huawei matepad pro 13,2" test
Praktisch: Am Netzteil kannst du wahlweise USB-A oder USB-C nutzen.

Das ermöglicht eine Ladeleistung von stolzen 88 Watt. Sollte sich der Akkustand also mal dem Ende neigen, ist die Batterie schnell wieder aufgeladen.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Tauglichkeit für Schule, Uni und Arbeit

Immer mehr Menschen ersetzen ihr Notebook für Schule, Uni oder Arbeit durch ein handlicheres Tablet. Dass das Huawei MatePad Pro 13,2″ genau diese Zielgruppe ansprechen möchte, wird durch das praktische Zubehör in Form von Tastatur-Case und Eingabestift deutlich. Die Tastatur hält mittels Magnet an dem Tablet und lässt sich dementsprechend schnell und einfach montieren. Ich war im Test positiv von dem angenehmen Druckpunkt der einzelnen Tasten überrascht.

Tastatur und Stift bekommst du in der teureren Version geschenkt.

Vielschreiber werden hier durchaus ihre Freude haben. Zur Tastatur gehört auch ein Case, welches über einen praktischen Ständer verfügt. Wer lediglich das Case mit Ständer nutzt, versetzt das Tablet in eine praktische Arbeitsposition zur Nutzung mit dem Huawei M-Pencil. Mithilfe des Eingabestiftes kannst du nahezu latenzfrei schreiben oder zeichnen. Je nach dem, welche Aufgabe du dir vornimmst, legt Huawei hier sogar die passenden Aufsätze bei.

Während die transparente Stiftspitze beim Zeichnen zum Einsatz kommt, ist die weichere weiße Spitze eher für das Schreiben geeignet. Dank seiner insgesamt 10.000 Druckpunkte können sich Künstler und die, die es einmal werden wollen, hier durchaus austoben. Zumindest in der Arbeitswelt sollte man auch das Thema der Konnektivität nicht außer Acht lassen. Schließlich haben klassische Notebooks hier in der Regel noch immer deutlich die Nase vorn.

Wer viele verschiedene Anschlüsse nutzen möchte, der wird auch beim MatePad Pro 13,2″ nicht fündig. Hier bekommst du als physischen Anschluss lediglich einen USB-C-Port des Typs USB 3.1 Gen 1 geboten. Um USB-C-Kabel, einen Adapter oder die kabellose Datenübertragung kommst du also nicht umhin. Für letztere steht dir Bluetooth 5.2 zur Verfügung. Für schnelle drahtlose Netzwerkverbindungen sorgt der Standard WiFi 6.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Kamera

Durch das cleane Design der Rückseite springt hier schnell die Kamera mit ihren beiden Objektiven ins Auge. Neben einer 13 MP Hauptkamera befindet sich hier noch eine 8 MP Weitwinkelkamera. Damit sich auch in dunklen Umgebungen gute Schnappschüsse erzielen lassen, gesellt sich ein LED-Licht als Blitz dazu.

Natürlich darf in Zeiten von TikTok, Instagram und Co. auch keine Front-Kamera fehlen. Diese löst mit 16 MP auf und dient gleichzeitig als Schlüssel-Hardware bei der Gesichtserkennung. Für ein Tablet ist die Qualität der Kamera durchaus gut. Wunder bekommst du natürlich nicht geliefert, aber die erwartet man auch eher bei Smartphones als bei Tablets.

Huawei MatePad Pro 13.2″ Test: Ich vermisse Google…

Natürlich müssen wir auch auf den Elefanten im Raum zu sprechen kommen. Die Software. Laien werden zunächst denken, dass es sich hierbei um AndroidOS handelt. Doch dem ist nicht so. Auf dem Huawei MatePad Pro 13,2″ läuft HarmonyOS 4. Das erinnert optisch stark an Pendants aus der Google-Welt, was man auch bei der Bedienung spürt. Doch spätestens bei der Suche nach dem Google Play Store wird man spüren, dass es sich eben nicht um ein Android-Gerät handelt. Die Problematik der fehlenden Google Services verfolgt Huawei als chinesischen Konzern nämlich noch immer. Das bedeutet für dich als User, dass du deine Apps aus der AppGallery von Huawei beziehen musst.

huawei matepad pro 13,2" test
Das Betriebssystem erinnert stark an Android.

Hier gibt es sicherlich auch die eine oder andere gute App zu finden, die ein Pendant zu Anwendungen aus der Google-Welt bildet. Wer jedoch einen großen Wert auf das Original legt, schaut hier leider in die Röhre. Doch für das Problem gibt es eine Lösung, welche die Negativfolgen zumindest ein wenig eindämmt. Mit der sogenannten GBox kannst du nämlich über einen kleinen Umweg auch Apps nutzen, die eigentlich Google Services erfordern. Dazu gehört auch der Google Play Store. Das ist wichtig, da die meisten heutzutage ohne Anwendungen wie YouTube schlichtweg nicht mehr auskommen. Dieser „Trick“ funktioniert zwar nicht mit jeder App, doch einige wichtige sind mit von der Partie.

Fazit

Das von mir vorab erwartete technische Highlight des MatePad Pro 13,2″ ist schlussendlich auch das, was nach dem Test hängen bleibt – das Display. Hier bietet der chinesische Tech-Konzern einen der schönsten Bildschirme, die es derzeit auf dem Tablet-Market zu bewundern gibt. Hinzu kommen tolle Lautsprecher und dank Tastatur und Eingabestift eine tolle Eignung für Alltags- und Berufsaufgaben. Die leistungsstarke CPU sorgt dabei dafür, dass es bei der Nutzung von und dem Wechsel zwischen Apps nie zu irgendwelchen Rucklern kommt. Doch während die Rechenleistung selbst optimal ist, bleibt die Grafikpower hinter der von gegenwärtigen Flaggschiffen auf dem Tablet-Markt zurück. Und genau in dieser Klasse befinden wir uns angesichts eines Einstiegspreises von 999,00 Euro.

huawei matepad pro 13,2" test

Doch die Leistung der Grafikeinheit dürfte wohl nur einen kleinen Teil der potentiellen Nutzerschaft eines MatePad Pro 13,2″ stören. Das Grundproblem ist noch immer das Fehlen der Google Services. Auch, wenn es mittlerweile Mittel und Wege gibt, um an die Android-Apps heranzukommen, fühlt sich das Ganze einfach aufwendig an. Hier muss man sich wieder den Preis in Erinnerung rufen und die Frage stellen, warum man dann nicht gleich ein Flaggschiff-Tablet mit AndroidOS kaufen sollte. Solltest du dich hingegen mit den Möglichkeiten der AppGallery zufrieden geben können und ohnehin keine aufwendigen Spiele mit deinem Tablet spielen wollen, bekommst du mit dem MatePad Pro ein wirklich gutes Stück Hardware mit toller Technik, hochwertiger Verarbeitung und vielen Anwendungsbereichen für Uni, Beruf und Freizeit geboten.

Huawei MatePad Pro 13,2"

Design und Verarbeitung
Hardware
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Das Huawei MatePad Pro 13,2" punktet vor allem mit seinem tollen Display, der praktischen Tastatur und dem Eingabestift. Die etwas schwache Grafikeinheit und die fehlenden Google Services trüben jedoch das ansonsten positive Bild.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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