PC-Komponenten

DeepCool CH510 Test – Minimalistisch und geräumig

Hinter dem Namen DeepCool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde DeepCool 1996 in Peking. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Im September 2022 hat DeepCool neue Produkte mit in Portfolio aufgenommen. Eines dieser Produkte ist ein Gehäuse mit dem Namen DeepCool CH510, welches wir heute einem Test unterziehen werden.

Das DeepCool CH510 hat grundsätzlich sehr viel mit CG560, welches wir hier bereits getestet haben, gemeinsam. So kommt auch beim CH510 der gleiche Korpus zum Einsatz und lediglich das Frontpanel wurde anders gestaltet. Somit bleiben der geräumige Innenraum, eine schlichte Optik und die hohe Hardware-Kompatibilität. Obendrauf gibt es dazu eine schlichte Optik, einen vorinstallierten 120-Millimeter-Lüfter, eine Headset-Halter, eine GPU-Stütze sowie ein Seitenfenster aus Hartglas. Preislich veranschlagt DeepCool für das CH510 eine UVP von €74,90.

Technische Details

Modell: DeepCool CH510
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 230 mm (B) x 471 mm (H) x 435 mm (T)
Gewicht: 7,2 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x HD-Audio
Laufwerkschächte: 2x 3,5″/ 2,5″
3x 2,5″
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ATX, mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120/ 2x 140 mm
Heck: 1x 120/ 1x 140 mm
Deckel: 3x 120 / 2x 140 mm
Boden: 2x 120 mm
Radiatoren: Front: 1x 240/ 280/ 360 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 1x 240/ 360 mm
Seite: 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 175 mm
Max. Grafikkartenlänge: 380 mm
Max. Netzteillänge: 300 mm (ohne HDD-Käfig), 160 mm (mit HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement: 21 mm
Preis: € 69,90 *
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, 4 (3x 140 mm, 1x 120 mm) vorinstallierte ARGB-Lüfter inklusive Steuerplatine, Tempered Glass

DeepCool CH510 Test: Der Lieferumfang

DeepCool verpackt auch das CH510 in einem Karton aus Pappe, welcher im typischen Design des Herstellers gehalten wurde. So ist der Karton zwar überwiegend braun, verfügt aber über einen kleinen Streifen in türkiser Farbe sowie einen Aufkleber, welcher ein Bild des Produktes zeigt. Außerdem ist auf der Verpackung eine Tabelle mit allen technischen Daten des Midi-Towers aufgedruckt.

Innerhalb des Kartons wurde das CH510 in zwei Blöcke aus hartem Styropor und eine Folie aus Kunststoff eingehüllt. Sämtliches Montagezubehör hat der Hersteller in einem Beutel innerhalb des Gehäuses platziert. Dieser beinhaltet alle notwendigen Schrauben, einige Kabelbinder und eine Montageanleitung.

Außeneindruck

Beim Design des CH510-Frontpanels hat es DeepCool äußerst ruhig angehen lassen. So ist dieses komplett plan gestaltet und verfügt seitlich über zwei große Belüftungsöffnungen, durch welche optionale Frontlüfter Frischluft ansaugen können. Das Frontpanel besteht überwiegend aus Stahl und kann über einen kräftigen Ruck abgezogen werden. Dahinter gibt es Platz für drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter, vor denen zusätzlich ein magnetischer Staubfilter platziert wurde. Ein besonderes Highlight ist an der Front aber die federgelagerte Halterung für Headsets.

Anders als die Front, wurde der Deckel eher luftig gestaltet und für den Einbau von Lüftern oder Radiatoren optimiert. Dominiert von einer großen Lüfteröffnung inklusive Staubfilter, hat der Hersteller hier außerdem das seitlich orientierte I/O-Panel untergebracht. Dieses verfügt über zwei USB-3.0-Typ-A-Anschlüsse, einen HD-Audio-Comboport und zwei Taster für Power und Reset.

Das linke Seitenteil des CH510 besteht aus Hartglas und ist zwar leicht getönt, gewährt aber dennoch tiefe Einblicke ins Innere des Midi-Towers. Die Befestigung erfolgt werkzeuglos über Magneten am gesamten Rahmen. Über eine kleinen Griff kann das Panel abgezogen werden? Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und verfügt über Rändelschrauben, eine Ausziehhilfe sowie Belüftungsöffnungen im unteren Bereich, hinter denen zusätzlich ein Staubfilter platziert wurde.

Die Rückseite des CH510 verbirgt nichts außergewöhnliches. Das Netzteil wird am Boden platziert und darüber finden sich sieben Erweiterungsslots mit wiederverwendbaren Blenden. Die Verschraubung der Erweiterungskarten erfolgt erstaunlicherweise im Innenraum und nicht außerhalb. Über den Erweiterungsslots ist der zweite vorinstallierte Lüfter im 140er-Format und der Ausschnitt für die I/O-Blende des Mainboards zu finden.

Einen sicheren Stand erhält der Tower durch vier Standfüße aus Kunststoff, die zusätzlich mit einer Schicht Gummi beklebt wurden. Ein weiteres auffälliges Merkmal sind zwei Schrauben in der Nähe des HDD-Käfigs, die auf eine Modularität hindeuten. Als Staubfilter für das Netzteil kommt eine einfach Matte aus Mesh zum Einsatz.

Inneneindruck

Im Innenraum gibt es in Bezug auf das Layout keine Unterschiede zum CG560. So unterteilt sich das Innere in zwei Kammern. Die obere Kammer ist sehr groß und zeichnet sich durch ein planes Mainboard-Tray aus. Zur Optimierung der Verkabelung hat DeepCool das Tray mit zwei großen und drei kleinen Kabelmanagement-Öffnungen ausgestattet. Die zwei großen Löcher verfügen zusätzlich über Gummierungen. Durch die offene Gestaltung des Innenraums können optionale Frontlüfter problemlos Frischluft in den Innenraum befördern. Ein weiteres Feature des CH510 findet sich aber im vorderen Bereich auf der Höhe der Grafikkarte. DeepCool hat diesem Midi-Tower nämlich ebenfalls eine modulare GPU-Halterung spendiert.

Wie so oft, kommt auch beim CK500 eine Netzteilabdeckung zum Einsatz. Diese verdeckt das Netzteil, dessen Kabel und den HDD-Käfig. Zur Erleichterung der Verkabelung verfügt die Abdeckung außerdem noch über zwei Kabelmanagement-Öffnungen und, im vorderen Bereich, über einen großen Ausschnitt der die Kompatibilität zu Radiatoren erhöhen soll.

Unterhalb der Netzteilabdeckung verstecken sich offensichtlich das Netzteil und ein modularer HDD-Käfig. Der Montageplatz des Netzteils verfügt zur Minimierung von Vibrationen über dünne Gummipuffer. Ansonsten gibt es auf der Rückseite des Mainboard-Trays vor allem Platz für Kabel. Um die Anschlüsse des Netzteils noch besser verlegen zu können, hat der Hersteller an zahlreichen Stellen Halteösen für Kabelbinder in die Rückwand stanzen lassen und die Kabel des I/O-Panels bereits vorverlegt.

Die Installationsmöglichkeiten für herkömmliche Datenträger entsprechen dem gewählten Layout. So können im modularen HDD-Käfig entweder zwei 3,5″- oder 2,5″-HDDs eingebaut werden. Dazu müssen die Kunststoffrahmen herausgezogen, bestückt und wieder hineingeschoben werden. Zusätzlich lassen sich an der Rückseite des Mainboard-Trays zwei weitere SSDs platzieren. Hier erfolgt die Befestigung über Gummiringe und längliche Schrauben. Pro SSD muss man vier solcher Schrauben befestigen und den Datenträger dann an die Gummiringe drücken. Einfacher geht es nicht.

Die äußere und innere Verarbeitungsqualität ist überwiegend auf einem guten bis sehr gutem Niveau. So sind durchweg keine scharfen Kanten oder Lackierungsfehler erkennbar. Gleiches gilt für die Materialqualität. Lediglich die Materialstärke des Seitenteils ist eher grenzwertig gewählt für die anvisierte Preisklasse.

DeepCool CH510 Test: Einbau der Komponenten

Nun kommen wir zum Systemeinbau beim DeepCool CH510 Test. Als Hardware verwenden wir einen  AMD Ryzen 5 1400 auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120-RGB gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25 V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Dass das DeepCool CH510 besonders geräumig ist, merkt man eindeutig beim Einbau der Komponenten. Das Mainboard ist schnell platziert und kann selbst mit montiertem CPU-Kühler einfach verschraubt werden. Zusätzlich helfen dabei die vorinstallierten Abstandshalter, welche das Mainboard auch ohne zusätzliche Schrauben festhalten können. Geräumig ebenfalls hinter dem Mainboard-Tray zu, wodurch eine ordentliche Verkabelung möglich war. Das Gesamtergebnis ist sehr vorzeigbar und lässt sich gut durch das Seitenfenster präsentieren.

Egal welche Komponenten gekauft werden, im CH510 muss man sich keine Sorgen machen, dass etwas nicht passt. So bietet dieser Midi-Tower Platz für 175 Millimeter hohe CPU-Kühler und für bis zu 380 Millimeter lange Grafikkarten. Das Netzteil darf, je nach Position des HDD-Käfigs, zwischen 160 und 300 Millimeter lang sein. Auch Platz für eine Wasserkühlung ist vorhanden. Deckel und Front unterstützen, wenn auch nicht gleichzeitig, jeweils Radiatoren bis zu einer Länge von 360 Millimetern.

Ab Werk kommt das DeepCool CH510 mit einem einfachen 120-mm-Lüfter im Heck. Die besteht aus einem schwarzen Rahmen sowie Ventilator mit sieben Lüfterblättern. Er erreicht eine Maximaldrehzahl von 1100 Umdrehungen pro Minute und wir über ein 3-Pin-Stecker mit dem Mainboard verbunden. Das entsprechende Kabel ist ebenfalls schwarz gehalten. Grundsätzlich kann der Lüfter die warme Luft zwar aus dem Gehäuse befördern, zu den leisesten oder performantesten Exemplaren zählt dieser aber definitiv nicht.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im DeepCool CH510 Test erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20 °C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (950rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
Open-Air-Benchtable (keine weiteren Lüfter)
CPU: 67,0 °C
GPU: 57,7 °C
CPU: 50% PWM (950 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm 7V (740 rpm)
CPU: 75,4 °C
GPU: 63,9 °C
CPU: 50% PWM (950 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm 7V (520 rpm)
CPU: 73,2 °C
GPU: 63,8 °C

In Bezug auf die Temperatur kann das CH510 nicht mit dem Deepcool CG560 mithalten. Der Grund dafür sind die drei fehlenden Lüfter in der Front und das deutlich restriktivere Frontpanel. Bedenkt man aber, dass es sich bei unserem Test um ein Worst-Case-Szenario handelt, sind die erzielten Temperaturen OK. Wir würden aber empfehlen ein bis zwei Gehäuselüfter in der Front zu platzieren, die Frischluft direkt in Richtung des CPU-Kühlers befördern. Bei voller Umdrehungszahl ist der Lüfter leicht aus dem Gehäuse herauszuhören, wirken aber keinesfalls störend.

DeepCool CH510 Test: Fazit

Insgesamt gesehen ist das CH510 ein abgespecktes DeepCool CK500, nur mit einem anderen Frontpanel-Design sowie reduziertem Feature-Set. So kann das CH510 auch weiterhin mit einer sehr guten Verarbeitung und einem durchdachten Layout punkten, durch welches reichlich Platz für Hardware vorhanden ist. Das Design des Midi-Towers ist zwar zurückhaltend, das Frontpanel aus Stahl sowie das Seitenfenster aus Tempered Glass werten die Haptik aber deutlich auf. Zudem sind alle relevanten Öffnungen, wenn auch nur mit einfachen Meshfiltern, mit einem Staubfilter versehen worden. Zuletzt hat DeepCool auch dem CH510 eine praktische GPU-Halterung verpasst.

Verzichten muss man beim DeepCool CH510 aber definitiv auf RGB-Effekte und auch die Kühlleistung könnte ab Werk besser sein. Beides lässt sich mit neuen bzw. zusätzlichen Lüfter zwar verbessern, kostet dann aber wieder zusätzlich Geld. Auch. Nach aktueller Preisgestaltung kostet das DeepCool CK500 derzeit 15€ mehr, bietet dafür aber auch zusätzliche Features. So kommt das CK500 ab Werk bereits mit zwei 140-mm-Lüftern, einem praktischeren Staubfilter für das Netzteil sowie einem vollwertigen USB-3.2-Typ-C-Anschluss im I/O-Panel. Gehäuse mit ähnlichen Ausstattungsmerkmalen und Platzeigenschaften sind derzeit allerdings auch nicht viel günstiger als das CH510.

Wem die schlichte Optik zusagt, der erhält mit dem DeepCool CH510 einen soliden Midi-Tower mit viel Platz, sollte aber noch ein paar weitere Euronen in zusätzliche oder bessere Lüfter investieren, wenn ein stärkeres Gaming-System verbaut werden soll.

DeepCool CH510

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Das DeepCool CH510 ist ein geräumiger Midi-Tower der mit einer guten Verarbeitung und praktischen Features wie einen Headsethalter und einen GPU-Halterung überzeugen kann. Die geschlossene Gehäuse schränkt den Airflow aber durchaus etwas ein.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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