PC-Komponenten

Deepcool Macube 110 – Mini-Tower mit magnetischem Sidepanel

Hinter dem Namen Deepcool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde Deepcool 1996 in Peking. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Im September 2020 hat Deepcool nun einen weiteren Mini-Tower angekündigt. Der Mini-Tower hört auf den Namen Deepcool Macube 110 und soll für alle Käufer geeignet sein, die auf der Suche nach einem kompakten Gehäuse sind, welches aber trotzdem eine hohe Hardware-Kompatibilität und gute Kühlmöglichkeiten bietet.

Als besondere Features nennt der Hersteller das schlichte Design, die Unterstützung für zwei 280-Millimeter-Radiatoren, eine hohe Kompatibilität für CPU-Kühler und das magnetische Seitenfenster aus Tempered Glass. Angeboten wird das Deepcool Macube 110 in einer weißen oder schwarzen Farbvariante für 49,90 Euro (UVP). Ob wir das Macube 110 empfehlen können und wie es sich gegen die Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Deepcool Macube 110
Gehäuse Typ: mATX
Abmessungen: 230 mm (B) x 450 mm (H) x 405 mm (T)
Gewicht: 6,2 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x Mikrofon/ Mikrofon
Laufwerkschächte: 2x 3,5″ (intern)
2x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 4x horizontal
Formfaktoren: mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm oder 2x 140 mm
Rückseite: 1x 120 mm
Deckel: 2x 120 mm oder 2x 140 mm
Radiatoren: Front: 1x 240 mm oder 1x 280 mm
Deckel: 1x 240 mm oder 1x 280 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 165 mm
Max. Grafikkartenlänge: 360 mm
Max. Netzteillänge: 160mm (mit HDD-Käfig), 210 mm (ohne HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement: 19 mm
Preis: € 59,09*
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass

Lieferumfang

Wie viele andere Hersteller auch, verzichtet Deepcool auf eine aufwändige Umverpackung mit farbigen Bilder oder Motiven. Stattdessen kommt das Deepcool Macube 110 in einem äußerst schlichten, braunen Karton. Auf diesem Karton sind in blauer Schrift der Hersteller- sowie der Produktname, eine schematische Zeichnung des Towers und die wichtigsten technischen Daten aufgedruckt. Innerhalb des Karton wird der Mini-Tower durch eine Folie und zwei Blöcke aus normalen Styropor vor Kratzern bzw. Beschädigungen geschützt.

Beim mitgelieferten Zubehör gibt es keine großen Überraschungen. In einem kleinen Beutel, der innerhalb des HDD-Käfigs verstaut ist, befinden sich alle benötigten Schrauben, eine bebilderte Einbauanleitung und zehn schwarze Kabelbinder. Außerdem gehören zum Lieferumfang ein vorinstallierter Gehäuselüfter, vorinstallierte Abstandshalter für das Mainboard und eine magnetische Staubfiltermatte für den Deckel.

Außeneindruck

Das Design des Deepcool Macube 110 ist sehr zurückhaltend und unaufgeregt. An der Front verzichtet der Hersteller auf große Lüfteröffnungen und verschließt das Frontpanel aus Stahl nahezu vollständig. Lediglich an den Seiten gibt es schmale Gitter durch die optionale Lüfter Frischluft in den Innenraum holen können. Zieht man das Panel mit einem kräftigem Ruck ab, lassen sich dahinter die Montageschienen für drei 120- oder zwei 140-Millimeter-Lüfter entdecken. Zusätzliche Staubfiltermatten gibt es an der Front leider nicht. Dafür lässt sich das Stahlpanel aber vom Kunststoffrahmen abschrauben und bei Bedarf modifizieren oder lackieren.

Die Deckelpartie ähnelt dagegen stark denen vieler anderer Gehäuse. Der größte Teil der Fläche besteht aus einem Lüftergitter mit spezieller geometrischer Optik. Außerdem verfügt das Gitter über Schienen zum Einbau von zwei 120- oder 140-Millimeter-Lüftern. Natürlich darf auch ein Staubfilter nicht fehlen. Dieser besteht aus Mesh und wird durch Magnetstreifen an Ort und Stelle gehalten. Im vorderen Bereich des Deckels findet man zuletzt noch das I/O-Panel. Dieses verfügt über zwei USB 3.0 Typ-A Ports, einen Combo-Port für Mikrofon und Headset sowie zwei Knöpfe für Power und Reset.

Das linke Seitenteil des Deepcool Macube 110 besteht aus einem vier Millimeter dicken und gehärteten Glas. Außerdem wurde das Glas leicht abgedunkelt. Das alles ist grundsätzlich erstmal nicht außergewöhnlich. Eine kleine Besonderheit ist aber die Befestigungsmethode des Sidepanels. Dieses wird nämlich nicht über Schrauben befestigt, sondern hält komplett über zwei Magneten die im oberen Bereich des Gehäuserahmens angebracht wurden. Im unteren Bereich wird das Panel noch durch eine lange Stahl-Schiene unterstützt. Um unansehnliche Fingerabdrücke auf dem Glas zu vermeiden, hat Deepcool im oberen Bereich zudem eine langen Griff angebracht. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und verfügt über zwei Rändelschrauben bzw. eine kleine Griffmulde. Die Materialstärke des Stahls ist grenzwertig.

An der Rückseite gibt es keine großen Überraschungen. Das Netzteil wird unten verbaut und darüber gibt es vier Slots für Erweiterungskarten. Die entsprechenden Blenden sind leider nicht wiederverwendbar und haben das gleiche Muster wie das Lüftergitter im Deckel. Selbiges gilt für den Montageplatz des vorinstallierten 120-Millimeter-Lüfters.

Für einen sicheren Stand sorgen beim Macube 110 vier Füße aus Kunststoff. Ausgestattet mit jeweils einem dicken Gummistreifen sollen der Untergrund geschont und eine Übertragung von Schwingungen verhindert werden. Des Weiteren lassen sich an der Unterseite ein herkömmlicher und leider umständlich zu entfernender Meshfilter sowie mehrere Schrauben erkennen. Diese Schrauben gehören höchst­wahr­schein­lich zum ausbaubaren Festplattenkäfig.

Inneneindruck

Im Innenraum geht es unaufgeregt weiter. Deepcool setzt beim Macube 110 auf ein bewährtes Zwei-Kammer-System, bestehend aus einer Haupt- und einer Netzteilkammmer. Die Hauptkammer ist sehr offen gestaltet und ermöglicht den Einbau von µATX-Mainboards und langen Grafikkarten. Das Mainboard-Tray ist plan gestaltet und wurde mit drei großen bzw. zwei kleinen Kabelmanagement-Öffnungen versehen. Als letztes möchten wir an dieser Stelle noch ein weiteres praktisches Alleinstellungmerkmal dieses Mini-Towers erwähnen. Der Hersteller hat dem Macube 110 nämlich eine GPU-Halterung spendiert. Dabei handelt es sich um einen schwenkbaren Arm, der eine Grafikkarte im hinteren Bereich zusätzliche Stabilität geben soll. Die Befestigung erfolgt über eine Rändelschraube auf der Rückseite des Mainboard-Trays.

Die Trennung zwischen den zwei Kammern erfolgt über eine Netzteilabdeckung, die fast komplett geschlossen ist. Neben zwei Öffnungen zur Verlegung der Kabel des I/O-Panels verfügt diese nämlich auch über einen Ausschnitt im vorderen Bereich der die Montage eines 280er-Radiator ermöglichen soll.

Wenden wir uns nun der Rückseite des Mainboard-Trays zu. Wie bereits erwähnt, wird das Netzteil in diesem Mini-Tower unten montiert. Auf eine Entkopplung über Gummistreifen hat der Hersteller aber zugunsten des Preises verzichtet. Links neben dem Netzteil ist der Festplattenkäfig mit Platz für zwei 3,5″-Datenträger verbaut. Ansonsten gibt es an der Rückseite ausreichend Platz für Kabel und auch die obligatorischen Befestigungspunkte für Kabelbinder dürfen natürlich nicht fehlen.

In Bezug auf den Einbau von Festplatten muss man sich im Deepcool Macube 110 mit maximal vier Datenträgern zufrieden geben. Wie bereits erwähnt, gibt es unterhalb der Netzteilabdeckung einen HDD-Käfig für zwei 3,5″-Festplatten. Die Montage erfolgt hier unentkoppelt über eine simple Verschraubung mit vier Schrauben. Optional kann pro Schiene auch jeweils eine 2,5″-SSD befestigt werden. Zwei weitere Montagemöglichkeiten für 2,5″-SSD befinden sich direkt hinter dem Mainboard-Tray. Gelagert auf jeweils vier Gummiringen kann eine SSD hier mit speziellen länglichen Schrauben in die Gummiringe gedrückt werden.

Systembau im Deepcool Macube 110

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400 auf einem Gigabyte B450 I Aorus Pro WIFI mit Crucial Ballistix Sport LT grau 32 GB DDR4-3000. Der Ryzen wird von einem EKL Alpenföhn Matterhorn Pure gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Für einen Mini-Tower ist das Deepcool Macube 110 im Inneren erstaunlich geräumig. Besonders durch die großzügigen Platzverhältnisse zwischen Mainboard-Tray und Deckel, kann man überall entspannt arbeiten. Etwas anders sah es dann bei der Verkabelung aus. Denn auch wenn die Kabelmanagement-Öffnungen alle sinnvoll platziert sind, gibt es zwischen Mainboard-Tray und Seitenteil lediglich 19 Millimeter Platz. Das ist zwar grundsätzlich ausreichend, auf ein Stapeln von Kabeln sollte man aber verzichten. Durch den Einsatz von ein paar Kabelbindern konnte aber trotzdem ein aufgeräumt wirkendes Systeme gebaut werden.

Der geräumige Innenraum spiegelt sich auch in der allgemeinen Hardwarekompatibilität wieder. So können im Macube 110 165 Millimeter hohe CPU-Kühler und 360 Millimeter lange Grafikkarten verbaut werden. Das dürfte fast keine Wünsche offen lassen. Selbst der wuchtige Deepcool Assassin III passt theoretisch in diesen Mini-Tower. Für Netzteile stehen maximal 210 Millimeter zur Verfügung. Das gilt jedoch nur, wenn in der Front kein Radiator verbaut ist und der HDD-Käfig ausgebaut wurde.

Ein Hauptfeature, für das Deepcool beim Macube 110 wirbt, ist aber die Kompatibilität für Radiatoren. Laut Hersteller passen in dieses Gehäuse sowohl oben als auch vorne ein 280-Millimeter-Radiator. Findet man dann noch Platz für eine Pumpe bzw. Reservoir, steht einer leistungsstarken Wasserkühlung nichts mehr im Weg. Mit der auf den Bildern verbauten Deepcool Castle 280EX gab es zumindest keine Einbau-Probleme.

Ab Werk kommt das Deepcool Macube 110 mit einem vorinstallierten 120-Millimeter-Lüfter im Heck. Dieser ist schlicht schwarz, verfügt über ein schwarzes 3-Pin-Kabel inklusive altmodischem Molex-Anschluss und dreht mit maximal 1100 Umdrehungen pro Minute. Leider ist der Lüfter bei voller Geschwindigkeit weder besonders leise noch ist er frei Nebengeräuschen.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Deepcool Macube 110 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 21°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüfterkonstellationen (Serie, 3x 120-Millimeter-Lüfter) und im dritten Szenario komplett ohne Frontpanel durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 120 mm(Serienausstattung)
CPU:  85 °C
GPU:  77 °C
CPU: 50% (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
3x Arctic P12 auf 50% PWM (1050 rpm)
CPU:  84 °C
GPU:  72 °C
CPU: 50% (1050 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
3x Arctic P12 auf 50% PWM (1050 rpm)
ohne Frontpanel
CPU:  64 °C
GPU:  62 °C

Leider bestätigt sich unsere eingehende Vermutung zum Airflow im Macube 110. Im Auslieferungszustand werden die Komponenten doch recht warm. Weitere Frontlüfter konnten nur die Temperatur der Grafikkarte spürbar senken. Entfernt man das Frontpanel komplett, dann hat das eine deutliche Absenkung der maximalen Temperaturen zur Folge. Die CPU ist ohne Frontpanel 20 Grad kühler, die Grafikkarte 10 Grad. Das zeigt leider deutlich, dass die Front  bzw. Lüftergitter des Deepcool Macube 110 sehr restriktiv sind.

Fazit zum Deepcool Macube 110

Kommen wir nun zum abschließenden Fazit über das Deepcool Macube 110. Durch das schlichte aber elegante Äußere macht sich dieser Mini-Tower auf jedem Schreibtisch sehr gut. Durch das schicke Sidepanel aus Tempered Glass kann zudem sehr gut die verbaute Hardware präsentiert werden. Und für Hardware gibt es im Macube 110 sehr viel Platz. Neben langen Grafikkarten und großen CPU-Kühlern passen bei Bedarf auch zwei 280er-Radiatoren in diesen Tower.

Wo sich das Macube 110 aber nicht so gut schlägt, ist vor allem die Kühlleistung bzw. der mögliche Airflow. Das Frontpanel wurde in unseren Augen deutlich zu restriktiv gestaltet. Dadurch können mögliche Frontlüfter nicht ihr volles Potential ausschöpfen und die Hardware wird wärmer als notwendig. Dazu kommen noch der Verzicht auf wiederverwendbare Slotblenden bzw. eine Festplatten-Entkopplung und der nur durchschnittliche Lüfter.

Allerdings darf man auch nicht den Preis vergessen. Mit einem Preis von 50 Euro (aktuell: € 59,09*) reiht sich das Deepcool Macube 110 im selben Preisbereich ein wie die Konkurrenz. Dazu gehören zum Beispiel das Cooler Master MB400L oder das Thermaltake S100TG. Wirklich absetzen kann sich das Macube 110 nur über die Kompatibilität für zwei 280er-Radiatoren. Dafür ist es aber auch größer als die anderen Mini-Tower.

Deepcool Macube 110

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

82/100

Das Deepcool Macube 110 ist ein schlichter und geräumiger Mini-Tower mit Support für zwei 280er-Radiatoren. Dafür schwächelt das Gehäuse aber bei der Kühlung.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Hinter dem Namen Deepcool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde Deepcool 1996 in Peking. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Im September 2020 hat Deepcool nun einen weiteren Mini-Tower angekündigt. Der Mini-Tower hört auf den Namen Deepcool Macube 110 und soll für alle Käufer geeignet sein, die auf der Suche nach einem kompakten Gehäuse sind, welches aber trotzdem eine hohe Hardware-Kompatibilität und gute Kühlmöglichkeiten bietet.
Als besondere Features nennt der Hersteller das schlichte Design, die Unterstützung für zwei 280-Millimeter-Radiatoren, eine hohe Kompatibilität für CPU-Kühler und das magnetische Seitenfenster aus Tempered Glass. Angeboten wird das Deepcool Macube 110 in einer weißen oder schwarzen Farbvariante für 49,90 Euro (UVP). Ob wir das Macube 110 empfehlen können und wie es sich gegen die Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr in diesem Review...

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