PC-Komponenten

Inter-Tech S-3906 Renegade im Test

Anfang November hat die Inter-Tech Elektronik Handels GmbH zwei neue Gaming-Tower mit RGB-Beleuchtung und Seitenfenster vorgestellt. Diese hören auf die Namen S-3901 Impulse und S-3906 Renegade und sind derzeit für einen Preis von € 65,90 * bzw. € 60,90 * im Handel erhältlich.

Mit dem Produktslogan „RGB meets Design“ bewirbt Inter-Tech beide Gehäuse mit dem getönten Seitenteil aus Glas und der vorinstallierten RGB-Beleuchtung als ideale Gehäuse für High-End-Systeme mit aufwendiger Beleuchtung. Zusätzliche weitere Features sollen das Angebot noch komplettieren. Welche weiteren Features das sind und wie sich das S-3906 Renegade im Allgemeinen schlägt werden wir im folgenden Test für euch herausfinden.

Lieferumfang

Das Inter-Tech S-3906 Renegade kommt gut und sicher verpackt in einem braunen und bedruckten Karton. Besonders hervorzuheben ist hier, dass Inter-Tech nicht den normalen harten Styropor verwendet, sondern einen weicheren Kunststoffschaum, der nicht brechen kann. Zusätzlich befinden sich noch zwei Schutzfolien auf dem Seitenfenster aus Glas. Das Zubehör wurde in einem klaren Kunststoffbeutel untergebracht. Dieser Beutel beinhaltet alle wichtigen Schrauben, vier schwarze Kabelbinder, eine Bedienungs- bzw. Einbauanleitung, ein MB-Speaker und ein Tool zum Eindrehen der Abstandshalter. Außerdem finden sich im Gehäuse ein vorinstallierter Gehäuselüfter mit steuerbarer RGB-Funktion und eine Steuerungsplatine für bis zu sieben RGB-Lüfter.

Design

Optisch gehört das Inter-Tech Renegade zu den eher auffälligeren Gehäusen. Besonders die dreidimensionale asymmetrische Front trägt zu diesem Look bei. Zusätzlich zu dieser außergewöhnlichen Form befindet sich im Frontpanel ein C-förmiger RGB-Streifen dessen Steuerung über die integrierte Platine übernommen wird. Dieser RGB-Streifen und der vorinstallierte RGB-Lüfter sind ein echter Hingucker und verfügen bei Nutzung des vormontierten Controllers über viele verschiedene Modi wie z. B. Regenbogen, pulsierend oder aber auch eine feste Farbe. Die Steuerung übers Mainboard mit den entsprechenden Beleuchtungsmodi des Mainboard-Herstellers ist durch einen adressierbaren 3-Pin-RGB-LED-Anschluss aber auch möglich.

Frontansicht

Die Optik des Deckel wird durch eine große Lüfteröffnung dominiert. Um die seitlich versetzten Montageschienen zu verbergen und die Komponenten vor Staub zu schützen hat Inter-Tech für den Deckel einen Staubfilter implementiert. Zuletzt findet man im vorderen Deckelbereich noch das gut ausgestattete I/O-Panel. Vorhanden sind hier jeweils zwei USB 3.0- und USB 2.0-Ports, ein Mikrofon- bzw. Kopfhörerausgang und drei Taster für Power, Reset und die Beleuchtung.

Das rechte Seitenteil besteht aus Echtglas, ist leicht getönt und wird mit vier Schrauben am Korpus verschraubt. Diese Schrauben besitzen kleine Gummischeiben um das Glasfenster vor Kratzern zu schützen. Das linke Seitenteil ist komplett geschlossen und verfügt über Rändelschrauben bzw. eine Griffmulde.

Die restlichen Bereiche unterscheiden sich nicht stark von anderen Midi-Towern. Am Heck finden sich sieben PCI-Slots, der Montagebereich für das Netzteil und der vorinstallierten Gehäuselüfter mit einer Rahmenbreite von 120 mm. Für das Netzteil hat der Hersteller einen magnetischen Staubfilter implementiert.

Wie auch die Außenlackierung ist das Innere des S-3906 komplett schwarz lackiert. Insgesamt ist der Innenraum sehr offen gestaltet und wird durch eine schlichte Netzteilabdeckung ohne Logos in zwei Kammern unterteilt. In der oberen Kammer finden wie gewohnt das Mainboard und die restliche Hardware einen Platz. Rund um das Mainboard-Tray befinden sich diverse Öffnungen zur besseren Verlegung von Kabeln. Über Gummierungen verfügen diese Öffnungen nicht.

Die Montage von Festplatten erfolgt im Falle von 2,5″-HDDs rechts neben dem Mainboard-Tray oder im Falle von 3,5″-HDDs direkt unter der Netzteilabdeckung in einem speziellen Festplattenkäfig.

Verarbeitung

Mit einem Preis von € 60,90 * bewegt sich das S-3906 Renegade zwischen dem Einsteiger-Bereich und der Mittelklasse. Die allgemeine Verarbeitung im Inneren ist gut. Die Lackierung ist an allen Stellen gleichmäßig und es sind keine Läufer erkennbar. Sämtliche Kanten sind gefalzt und bieten keine Verletzungsgefahr.

Was für den veranschlagten Preis leider etwas schade ist, ist die Dicke des verwendeten Materials. Das linke Seitenteil ist nicht besonders verwindungssteif und wirkt dadurch etwas wabbelig. Auch das Mainboard-Tray könnte in manchen Bereichen stabiler sein. Hier haben wir bereits günstigere Gehäuse gesehen, die eine höhere Materialdicke aufgewiesen haben.

Ausstattung

Das Inter-Tech S-3906 Renegade ordnet sich im Bereich der Midi-Tower mit sieben PCI-Slots ein. Mit den gegebenen Abmessungen und einem Gesamtvolumen von 47 Litern ist der Tower normal groß. Das Renegade unterstützt Mainboards bis zur Größe ATX und CPU-Kühler mit einer maximalen Höhe von 175 mm. Für Grafikbeschleuniger stehen maximal 275 mm Platz zur Verfügung. Zu maximalen Länge des Netzteil macht Inter-Tech keine Angaben. Eigene Messungen haben aber ergeben, dass das Netzteil nicht länger als 200 mm sein sollte, um alle Kabel auch noch vernünftig verlegen zu können.

Modell: S-3906 Renegade
Gehäuse Typ: Midi-Tower
Dimensionen: 215 mm (B) x 475 mm (H) x 465 mm (T)
Gewicht: 6.26 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x Lautsprecher, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 2x 3,5″, 2x 2,5″
Erweiterungsslots: 7
Formfaktoren: ATX, mATX, mini-ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm, 2x 140 mm
Heck: 1x 120 mm, 1x 140 mm
Deckel: 2x 120 mm, 2x 140 mm
Radiatoren: Heck: 1x 120 mm
Seite: 1x 240 mm
Boden: 1x 360 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 175 mm
Max. Grafikkartenlänge: 275 mm
Max. Netzteillänge: ca. 200 mm
Platz für Kabelmanagement: 12 mm bis 25 mm
Preis: € 60,90 *
Besonderheiten: Staubfilter, Sichtfenster aus Glas, RGB-Steuerplatine

Um die RGB-Effekte zu realisieren verfügt das Gehäuse über einen 120-mm-RGB-Lüfter, einen RGB-Streifen der im Frontpanel integriert ist und eine entsprechende Steuerplatine. Die Steuerplatine verfügt über einen 4-Pin-PWM-Anschluss, einen 3-Pin-Anschluss für einen digital-adressierbaren RGB-Header auf dem Mainboard, vier 3-Pin-Anschlüsse für normale Lüfter, acht Anschlüsse für RGB-Lüfter und zwei Anschlüsse für RGB-Streifen. Die acht Anschlüsse für die RGB-Lüfter und für die RGB-Streifen entsprechen aber leider keinem Standard.

Zum Schutz vor Staub hat Inter-Tech im Renegade drei Staubfilter implementiert. Die Filter im Deckel und im Boden verfügen über Magnetstreifen und lassen sich dadurch leicht entfernen. Hinter den seitlichen Lüfteröffnungen im Frontpanel befindet sich ein weiterer Staubfilter. Dieser ist jedoch fest eingebaut und lässt sich nicht entfernen.

Auch Wasserkühlungskomponenten finden im S-3906 einen Platz. So können in der Front maximal ein 280-mm-Radiator und im Deckel ein 240-mm-Radiator eingebaut werden. Im Deckel ist jedoch darauf zu achten, dass die VRM-Kühler und die RAM-Kühler nicht zu ausladend sind.

Systembau im S-3906 Renegade

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwende ich einen Intel Xeon 1230v3 auf einem Gigabyte H87M-D3H mit 16GB RAM. Der Xeon wird durch eine Arctic Cooling Liquid Freezer 240 All-in-One-Wasserkühlung mit zwei Fractal Design HP-12 PWM* gekühlt. Für die Bildausgabe ist eine HD 7850 2GB von Asus zuständig. Die Stromversorgung erledigt das nichtmodulare be quiet! Pure Power mit 400W*

Der Einbau der Hauptkomponenten war schnell erledigt. Vier Abstandshalter waren bereits vormontiert und einer dieser Abstandhalter verfügt über einen leicht höheren Rand, sodass das Mainboard kurzzeitig am Platz bleibt, ohne dass es verschraubt werden muss. Die weiteren Abstandshalter konnten aufgrund der beigelegten Nuss für den Schraubendreher einfach eingeschraubt werden.

Insgesamt bietet der Midi-Tower ausreichend Platz für Hardware. Bei einer maximal unterstützten Höhe von 175 mm dürften derzeit alle gängigen CPU-Kühler ist dieses Gehäuse passen. Beim Einbau von Grafikkarten muss der Käufer allerdings auf etwas Platz verzichten. Verbaute Grafikbeschleuniger dürfen nicht länger als 275 mm sein wodurch diverse Custom-Kühlungen für den Einbau nicht infrage kommen.

Wo wir schon mal bei Wasserkühlungen sind, die verwendete Arctic Liquid Freezer 240 konnte im Renegade in der Front oder auch im Deckel montiert werden. Durch die versetzten Montageschienen im Deckel kommt es mit den verwendeten Komponenten nicht zu einem Konflikt mit den VRM- oder RAM-Kühlern.

Die Verkabelung des ganzen Systems sieht zumindest auf der Vorderseite ordentlich aus und wirkt aufgeräumt. Die Öffnungen für die Kabel sind gut platziert. Unnötige Kabel können gut unter der Netzteilabdeckung versteckt werden. Betrachtet man das Bild der verkabelten Rückseite, so lässt sich schnell erkennen, dass sich die meisten Kabel eher im linken Bereich befinden. Der Grund dafür ist relativ einfach: direkt hinter dem Mainboard ist leider mit 12 mm verhältnismäßig wenig Platz. Das reicht zwar für die dünnen Lüfter- und SATA-Kabel, das 24pin ATX-Kabel passt aber nur in den tieferen Schacht auf der linken Seite.

Verkabelung – Rückseite

Das Renegade unterstützt maximal den Einbau von vier Festplatten. Zwei 3,5″-Datenträger finden unter der Netzteilabdeckung Platz. Zur Montage werden hier vier lange Schrauben und Gummientkoppler verwendet. Für einen möglich Transport des Gehäuses kann die HDD auch zusätzlich mit einer Schraube direkt am Käfig befestigt werden. Zwei weitere Datenträger im 2,5″-Format können auf der Rückseite vertikal über den Festplattenkäfig angeracht werden. Dazu legt Inter-Tech dünne selbstklebende Gummiringe zur Entkopplung bei. Etwas unvorteilhaft ist leider, dass die Festplatten von der Vorderseite verschraubt werden müssen. Plant man den Einbau eines Radiators in der Front, müssen vorher erst die Festplatten eingebaut werden, da man diese sonst nur noch einseitig verschrauben kann.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im S-3906 Renegade erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 14,5 °C insgesamt 15 Minuten Prime95 und FurMark ausgeführt. Der vorinstallierte Lüfter konnte trotz des angeschlossenen PWM-Anschluss nicht gesteuert werden. Das führt dazu, dass der Lüfter besonders im Idle herauszuhören ist. Die Lüfter auf dem Radiator und die Pumpe wurden mit dem Silent-Profil betrieben. Dies resultierte in Temperaturen von 71 °C für die CPU und 70°C für die GPU wenn der Radiator im Deckel montiert ist. Befindet sich der Radiator in der Front resultierte das in 65 °C für den Prozessor und 74°C für die Grafikkarte.

Fazit zum S-3906 Renegade Test

Das Inter-Tech S-3906 bietet für einen Preis von € 60,90 * eine gute Verarbeitung, ein Seitenfenster aus Echtglas und vorinstallierte RGB-Elemente inklusive einer Steuerplatine. Auch der Platz für Radiatoren bzw. All-in-One-Wasserkühlungen ist gut. Wo Licht ist da, ist aber auch häufig Schatten. Negativ fallen beim Renegade das teilweise recht dünne Metall und die proprietären Anschlüsse der Steuerplatine auf. Zubehör ist zwar laut Inter-Tech geplant, aber derzeit noch nicht erhältlich. Auch die Platzverhältnisse für Kabel auf der Rückseite könnten etwas großzügiger sein.

Mit Blick auf die namhafte Konkurrenz ist die Auswahl von Gehäusen mit Sichtfenster aus Glas und RGB-Funktionen im Preisbereich zwischen 50 € und 80 € sehr hoch. Aufgrund der geringeren Bekanntheit könnte es das Inter-Tech-Gehäuse gegen Hersteller wie Cooler Master, Sharkoon oder Thermaltake aber deutlich schwerer haben. Das Gehäuse muss sich aber keineswegs verstecken.

Inter-Tech S-3906 Renegade

Verarbeitung
Ausstattung
Aufbau
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

Solider Midi-Tower mit RGB-Elementen und Seitenfenster aus Glas mit gewissen Schwächen bei Materialstärke und Platz für Grafikkarten.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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jonas

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Mit dem Produktslogan „RGB meets Design“ bewirbt Inter-Tech beide Gehäuse mit dem getönten Seitenteil aus Glas und der vorinstallierten RGB-Beleuchtung als ideale Gehäuse für High-End-Systeme mit aufwendiger Beleuchtung. Zusätzliche weitere Features sollen das Angebot noch komplettieren. Welche weiteren Features das sind und wie sich das S-3906 Renegade im Allgemeinen schlägt werden wir im folgenden Test für euch herausfinden.
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