PC-Komponenten

Montech Air X ARGB – Luftig, luftiger, Montech Air X

Hinter dem Namen Montech versteckt sich ein, in Deutschland noch recht unbekannter, Hersteller von PC-Komponenten. Montech wurde 2016 gegründet und ist eine Tochterfirma der Hardware-Distributionsgesellschaft TELON TECHNOLOGY CO., LTD. Hauptziele bei der Gründung war die Entwicklung von PC-Komponenten die durch Qualität, funktionales Design und einen angemessenen Preis überzeugen sollen. Zum Portfolio des Herstellers gehören PC-Gehäuse, Netzteile, CPU-Kühler und Gaming-Peripherie.

In diesem Review schauen wir uns das Montech Air X ARGB mal etwas genauer an. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein normalgroßer Midi-Tower mit schlichter Mesh-Front, Tempered Glass und einer hohen Hardware-Kompatibilität. Vor allem soll das Air X aber durch die zwei vorinstallierten 200-Millimeter-Lüfter mit RGB-Beleuchtung überzeugen. Preislich liegt die schwarze Variante bei ca. 80 Euro. Ob man den Midi-Tower für diesen Preis empfehlen kann, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Montech Air X ARGB
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 210 mm (B) x 475 mm (H) x 425 mm (T)
Gewicht: 7,26 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x USB 2.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 2x 2,5″ (intern)
2x 3,5″/ 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ATX, mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm oder 3x 140 mm oder 2x 200 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 2x 120 mm oder 2x 140 mm
Radiatoren: Front: 1x 360 mm oder 1x 280 mm oder 1x 240 mm
Heck: 1x 120 mm
Deckel: 1x 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 163 mm
Max. Grafikkartenlänge: 340 mm
Max. Netzteillänge: 170 mm
Platz für Kabelmanagement: 20 mm
Preis: Preis nicht verfügbar
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass, ARGB-Lüfter mit Steuereinheit

Lieferumfang

Das Montech Air X ARGB kommt verpackt in einem braunen Karton mit schwarzer Schrift. Innerhalb des Kartons ist der Tower von zwei Blöcken aus normalem Styropor und einer Folie aus Kunststoff umhüllt. Aufgrund des Gewichts von ca. 7,3 Kilogramm hätten die Blöcke aber durchaus etwas stabiler gestaltet werden können.
Auf dem Karton sind Bilder des Towers und alle wichtigen technischen Daten abgedruckt. Das mitgelieferte Zubehör wurde im HDD-Käfig untergebracht und befindet sich in einem Beutel aus Kunststoff. Dieser beinhaltet alle wichtigen Schrauben, eine Bedienungsanleitung, fünf schwarze Kabelbinder, eine Nuss zum Eindrehen von Abstandshaltern und einen Mainboard-Speaker. Außerdem gehören zum Lieferumfang drei vorinstallierte RGB-Gehäuselüfter (2x 200mm, 1x 120mm), teilweise vorinstallierte Abstandshalter sowie drei Staubfilter.

Außeneindruck

Äußerlich wagt Montech bei Air X keine großen Experimente und setzt lieber auf altbewährte Materialien und eine zeitlose Optik. So besteht der Tower fast vollständig aus Stahl. Lediglich das Frontpanel verfügt über einen Rahmen aus stabilem Kunststoff. Der größte Teil des Frontpanels besteht allerdings aus einem Mesh in Form von Diamanten. Hinter dem Mesh befindet sich zudem ein zusätzlicher Staubfilter, der aber leider fest mit dem Frontpanel verbunden ist. Zieht man die Front ab, kommen die zwei vorinstallierten 200-Millimeter-Lüfter zum Vorschein. Alternativ können hier auch drei 140- oder drei 120-Millimeter-Lüfter verbaut werden.

„Form-follows-function“ gilt auch für den Deckel. Dieser besteht aus einem großen Lüftungsgitter mit nach außen versetzten Montageschienen für Lüfter oder Radiatoren. Um eine schlichte Optik zu erhalten und den Innenraum vor Staub zu schützen, platziert Montech vor dem Gitter zusätzlich einen magnetischen Staubfilter. Im rechten Bereich der Deckelpartie findet man ein länglich verbautes I/O-Panel. Vorhanden sind hier drei Taster (Power, Reset, LED), drei USB-Ports (2x USB 3.0, 1x USB 2.0) und zwei Anschlüsse für Kopfhörer sowie Mikrofon.

Wie es sich für ein modernes Gehäuse mit RGB-Effekten gehört, ist das linke Seitenteil aus einem 4 Millimeter starken gehärtetem Glas gefertigt. Beim Montagesystem verzichtet Montech vollständig auf seitliche Rändelschrauben und klebt das Glas stattdessen auf einen Stahlrahmen. Das ermöglicht ein sauberes Erscheinungsbild und vereinfacht die Montage. Auf der linken Seite setzt der Hersteller auf ein Sidepanel aus herkömmlichen Stahl. Das Seitenteil ist 0,7 Millimeter stark und verfügt am hinteren Ende über eine Ausziehhilfe sowie zwei normale Rändelschrauben zur Befestigung.

Das Heck des Air X ARGB verbirgt keine großen Überraschungen. Das Netzteil wird im Boden platziert und kann, durch die acht Bohrungen, wahlweise mit dem Lüfter nach oben oder unten montiert werden. Darüber finden sich sieben wieder verwendbare PCI-Slotblenden, die im Innenraum verschraubt wurden. Im oberen Bereich hat Montech den dritten vorinstallierten Gehäuselüfter untergebracht.

Das Montech Air X ARGB steht auf vier soliden Kunststofffüßen. Diese verfügen jeweils über eine Schicht Gummi zur Entkopplung und sind silbern gehalten. Das im Boden platzierte Netzteil wird durch einen einfachen Meshfilter vor starken Staubansammlungen geschützt. Angesichts des Preises hätten wir uns hier aber eine etwas wartungsfreundlichere Lösung gewünscht.

Insgesamt gesehen ist das Montech Air X unaufgeregt und zeitlos gestaltet. Das Frontpanel bringt durch seine Form und die Gestaltung des Mesh zwar etwas Schwung ins Design, wirkt aber im Vergleich zu vielen anderen „Gaming-Gehäusen“ deutlich schlichter. Die äußere Verarbeitungsqualität und Lackierung würden wir als solide bezeichnen. Verarbeitungs- oder Lackierungsfehler konnten wir nichts erkennen und auch die Finger mussten keine Angst vor scharfen Kanten haben.

Inneneindruck

Der Innenraum des Air X folgt den aktuellen Standards für Midi-Tower. So kommt ein Zwei-Kammer-System mit einem schwarz lackierten Innenraum zum Einsatz. In der oberen Hauptkammer gibt es viel Raum für die Komponenten und hinter den großen Frontlüftern gibt es keine Elemente, die den Airflow beeinflussen könnten. Zusätzlich kann man in der Front auch erkennen, dass diese für das große Lüfterformat gut vorbereitet wurden. Montech hat also nicht nur große Lüfter in einen normalen Korpus gebaut. Das Mainboard-Tray ist plan gestaltet und verfügt über zahlreiche Ausschnitte für das Kabelmanagement und eine CPU-Kühler-Backplate. Drei dieser Öffnungen sind sogar mit Gummimanschetten ausgestattet.

Der untere Bereich wird durch eine Abdeckung vor neugierigen Blicken geschützt. Um aber trotzdem eine gewissen Luftzirkulation zu ermöglichen, gibt es an der Oberseite ein großes Lüftungsgitter. Zusätzlich verfügt die Abdeckung über vier Kabelmanagement-Öffnungen und einen großen Ausschnitt für einen Radiator in der Front.

Wenden wir uns nun der Rückseite des Mainboard-Trays zu. Hier gibt es mit 20 Millimetern zwar ausreichend, aber nicht unendlich viel Platz. Durch die vielen Stahllaschen für Kabelbinder sollte man die Kabel aber passend verzurren können. Zusätzlich spendiert der Hersteller dem Air X noch zwei wiederverwendbare Klettstreifen.  Unterhalb der Netzteilblende wird natürlich das Netzteil montiert. Dieses ruht auf vier dünnen Elementen aus Moosgummi. Links daneben befindet sich ein einfacher HDD-Käfig, der, bei Bedarf, versetzt oder ausgebaut werden kann.

Das Montech Air X unterstützt ab Werk insgesamt vier Datenträger. Dazu verbaut der Hersteller zwei Stahlrahmen für 2,5″-SSDs hinter dem Mainboard-Tray bzw. oberhalb der Netzteilabdeckung. Zusätzlich können im HDD-Käfig innerhalb der Netzteilkammer zwei 3,5″- oder zwei 2,5″-Datenträger verbaut werden. Dazu stehen ein Kunststoffrahmen und diverse HDD-Schrauben zur Verfügung.

Systembau im Montech Air X ARGB

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen  AMD Ryzen 5 1400  auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem Enermax ETS-F40 Silent Edition gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Der Einbau des Testsystems stellte uns im Montech Air X vor keine großen Herausforderungen. Durch die geräumige Gestaltung der Hauptkammer konnte das Mainboard trotz verbautem CPU-Kühler problemlos verschraubt und verkabelt werden. Auch die teilweise vorinstallierten Abstandshalter bzw. die Nuss zum Eindrehen der restlichen Abstandshalter haben die Einbauzeit deutlich verkürzt. Der Platz hinter dem Mainboard-Tray ist mit 20 Millimeter als ausreichend zu bezeichnen. Durch die zahlreichen Lösen für Kabelbinder konnten alle Kabel problemlos verzurrt werden. Die teilweise gummierten Kabelmanagement-Öffnungen wurden sinnvoll platziert und ermöglichen einen ordentlich wirkenden Innenraum. Lediglich die farbigen Enden der I/O-Panel-Kabel trüben das Gesamtbild etwas.

Auch die gebotene Hardware-Kompatibilität des Air X kann sich sehen lassen. Mit Platz für 163 Millimeter hohe und 340 Millimeter lange Grafikkarten, dürften kaum Wünsche offen bleiben. Lediglich besonders hohe Kühler wie zum Beispiel der Deepcool Assassin III oder der Noctua NH-D15 werden nicht passen. Das Netzteil darf mit verbautem HDD-Käfig maximal 170 Millimeter lang sein. In Bezug auf eine Wasserkühlung muss sich das Air X ebenfalls nicht verstecken. In der Front bzw. im Deckel können gleichzeitig ein 360er bzw. 240er Radiator verbaut werden.

Ab Werk verbaut Montech im Air X drei Lüfter. In der Front kommen zwei besonders große 200-Millimeter Lüfter zum Einsatz. Diese verfügen über digital-adressierbare LEDs und drehen mit maximal 700 Umdrehungen pro Minute. Im Heck kommt zusätzlich ein 120-Millimeter Lüfter zum Einsatz. Auch dieser verfügt über LEDs, dreht aber mit maximalen 1300 Umdrehungen pro Minute. Alle Lüfter sind milchig-weißt gestaltet und werden per 3-Pin-Kabel mit der Steuerplatine auf der Rückseite verbunden. Über diese kann deren Geschwindigkeit zentral über einen einzelnen Mainboard-Anschluss gesteuert werden. Die Stromversorgung der Platine erfolgt über SATA.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Montech Air X ARGB erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (800 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
2x 200mm, 1x 120mm auf 100%
CPU:  63 °C
GPU:  62 °C
CPU: 50% (800 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
2x 200mm, 1x 120mm auf 50%
CPU:  64 °C
GPU:  64 °C

Unabhängig von der Lüftergeschwindigkeit kann das Testsystem im Montech Air X gut gekühlt werden. Die Reduzierung der Drehzahlen führt nur zu leicht höheren Temperaturen. Dafür reduziert sich die Lautstärke aber deutlich. Bei voller Drehzahl sind die Lüfter bzw. die erzeugten Luftverwirbelungen nämlich deutlich hörbar.

Beleuchtungsoptionen im Montech Air X ARGB

Wie der Produktname es schon vermuten lässt, kommen im Air X digital-adressierbare RGB-Effekte zum Einsatz. Diese werden vollständig über die drei verbauten Lüfter realisiert. Die LEDs befinden sich in der Lüfternabe und verteilen das Licht durch die milchig-weißen Lüfterblätter nach außen. Die Ansteuerung der Beleuchtung ist über zwei Wege möglich. Verfügt das Mainboard über einen 5V-3-Pin-ARGB-Header, dann kann die Steuerplatine direkt mit dem Mainboard verbunden werden. Unterstützt werden Softwarelösungen von ASRock, Asus, Gigabyte und MSI. Alternativ können die Farben und Modi auch direkt über die Platine und den entsprechenden Taster im I/O-Panel gesteuert werden. In jedem Fall macht die Beleuchtung ordentlich was her.

Fazit zum Montech Air X ARGB

Montech hat bei der Entwicklung des Air X ARGB vieles richtig gemacht. Der Midi-Tower bietet eine solide Verarbeitung, ein grundsätzlich zeitloses Design, wenn man die RGB-Effekte mal außen vor lässt, und einen guten Airflow. Hinzu kommen dann noch der geräumige Innenraum und natürlich die drei vorinstallierten RGB-Lüfter inklusive Steuereinheit mit Standardanschlüssen. Gerade letzteres lassen viele andere Hersteller vermissen. Auch die Stabilität bzw. die grundsätzliche Verarbeitung sind gut.

Wie so oft, muss natürlich aber auch der Preis der Air X mit in die Bewertung einfließen muss. Mit Preis nicht verfügbar rangiert dieser Midi-Tower nur knapp unter oder gleich mit der namenhaften Konkurrenz. Aufgrund des eher unbekannten Namens ist die Gefahr relativ hoch, dass die Käufer die Marke Montech nicht weiter beachten. Im Falle des Air X sollte man das aber definitiv tun, auch wenn dieser Midi-Tower nicht perfekt ist. So wirken angesichts der Preises besonders die Staubfilterlösungen etwas fehl am Platz. Front- und Netzteilfilter sind sehr einfach und nicht gerade wartungsfreundlich aufgebaut.

Insgesamt macht Montech beim Air X aber nur wenig falsch. Mit der namenhaften Konkurrenz kann es zwar nicht immer in allen Bereich mithalten, angesichts der Ausstattung ist der Midi-Tower aber definitiv einen Blick wert.

Montech Air X ARGB

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Das Montech Air X ARGB bietet für einen gerechtfertigten Preis eine solide Verarbeitungsqualität, viel Platz für Hardware und eine beachtliche Ausstattung inklusive der drei RGB-Lüfter. Lediglich den Staubfilterlösungen merkt man gewisse Einsparmaßnahmen an.

Montech Air X ARGB preisgekröntes Mid-Tower-Gamin
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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