PC-Komponenten

Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 Test – was macht einen Industrie-Lüfter aus?

Fangen wir mit dem Fazit an: Wenn du dir einen Home-PC zusammenstellen willst, dann ist dieser Lüfter nichts für dich. Noctua baut Lüfter für alle nur erdenklichen Anwendungen und darunter gibt es natürlich insbesondere Lüfter für den regulären PC-Bereich, die auf eine möglichst gute Leistung bei geringer Lautstärke und auf eine möglichst hohe Energieeffizienz ausgelegt sind. Und dann gibt es Lüfter wie den Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 in diesem Test. Dieser Lüfter ist nicht auf eine besondere Laufruhe ausgelegt, sondern auf eine extrem hohe Leistung bei einer noch immer verhältnismäßig geringen Leistungsaufnahme. Und auf eine Robustheit, die ihn auch in außergewöhnlichen Umgebungen zuverlässig laufen lässt. Aber was hindert einen daran, einen so besonderen Lüfter in den heimischen Rechner einzubauen? Aus technischer Sicht erstmal nichts. Auf alles weitere gehen wir in diesem Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 Test ein.

Spezifikationen der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000

Größe 120 x 120 x 25 mm
Drehzahl 750 – 3000 RPM
Max. Volumenstrom 186 m³/h
Max. statischer Druck
7,63 mm H₂O
Max. Leistungsaufnahme 3,6 W
Kabellänge 40 cm
Material
Fiberglasverstärktes Polyamid
Schutzklasse IP52
Zu erwartende Lebenszeit 150.000 h (ca. 17 Jahre Dauereinsatz)
Garantie 6 Jahre
Preis € 29,90 *

Verpackung und Lieferumfang

  • Große Schachtel für einen Lüfter mit Standardmaßen
  • Einziges mitgeliefertes Zubehör sind Gehäuselüfterschrauben

Die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 aus diesem Test werden in einer recht großen Schachtel geliefert, die recht sachlich in schwarz gehalten ist mit braunen Seitenteilen. Wenn man diese Box öffnet, sieht man auf den 120-mm-Lüfter, der von einem Kunststoffrahmen gehalten wird. Wenn man diesen Kunststoff anhebt, sieht man, dass darunter einerseits das Kabel des Lüfters steckt und andererseits ein Päckchen mit Gehäuselüfterschrauben. Weiteres Zubehör, wie man es bei Noctuas Standard-Lüftern findet, wird hier nicht mitgeliefert. Wer also bestimmtes Zubehör benötigt, muss dieses extra kaufen. Dazu später mehr.

Das Kabel muss man nun durch die Öffnung im Kunststoff ziehen und dann ist der Lüfter bereit für den Einbau.

Design und Verarbeitung

  • Besondere Fertigungsmerkmale, wie Staub- und Feuchtigkeitsschutz
  • Schwarz-braunes Design
  • Hochwertige Verarbeitung

Im Gegensatz zu den Standard-Lüftern von Noctua ist der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 in schwarz gehalten und koimmt mit den üblichen braunen Silikonauflageflächen, die die Übertragung von Vibtrationen dämpfen sollen.

Noctua NF-F12 PWM in braun und Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 PWM nebeneinander
Der Noctua NF-F12 iPPC-3000 (links) ist im Gegensatz zur Standard-Version des NF-F12 (rechts) schwarz und der Rahmen besteht aus einem robusteren Material.

Die gesamte Verarbeitungsqualität ist typisch für Noctua sehr hochwertig. Alle Kanten sind sauber verarbeitet und es gibt keine Punkte zur Beanstandung. Auch das Kabel ist mit seiner Ummantelung gut geschützt. Nicht zu verwechseln ist dieser Lüfter allerdings mit der chromax-black-swap-Version des NF-F12, welche die schwarze Version der Standard-Lüfter darstellen. Denn als Industrie-Lüfter hat das hier getestete Modell ein paar zusätzliche Features.

Eine Besonderheit der Noctua industrialPPC-Lüfter sind die Schutzklassen, die bei Lüftern für den privaten Einsatzbereich eher irrelevant sind. Die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 aus diesem Test haben die Schutzklasse IP52. Das steht dafür, dass sie gegen Staub „in schädigender Menge“ geschützt sind, sowie gegen Tropfwasser. Dazu kommt, dass der Lüfter aus fiberglasverstärktem Polyamid besteht, was eine zusätzliche Stabilität und Bruchsicherheit bedeutet gegenüber regulärem Kunststoff.

Das macht die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 besonders interessant für den Einsatz in weniger bequemen Umgebungen, wie beispielsweise in Industriehallen – wie bereits der Name des hier getesteten Lüfters suggeriert.

Noctua-Zubehör

  • Wenig im Lieferumfang, einiges optional zu kaufen
  • Abstandshalter und Dichtlippen erreichbar

Im Lieferumfang des Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 befindet sich außer den obligatorischen Lüfterschrauben zunächst nichts, aber Noctua bietet eine größere Menge an Zubehör an.

Unterschiedliche Kabellängen bei Noctua NF-F12 PWM und Noctua NF-F12 industrialPPC-3000
Der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 kommt zwar ohne Verlängerungskabel, aber dafür ist das fest verbundene Kabel bereits länger.

So gibt es beispielsweise die Abstandshalter Noctua NA-IS1, die Noctua beige-braun und in schwarz erhältlich sind. Diese sorgen dafür, dass die Lüfterblätter in Pull-Konfigurationen nicht mehr direkt an der Gehäusefront oder dem Radiator für Turbulenzen sorgen, sondern mit etwas mehr Abstand arbeiten. Dadurch wird die Lautstärke etwas reduziert und tendenziell steigt die Leistungsfähigkeit. Diese werden auch mit passenden Silikonbefestigungen geliefert, um die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 vibrationsisolierend mit dem Gehäuse zu verbinden.

Außerdem gibt es noch die Noctua NA-SAVG1-Dichtlippen, die dafür sorgen, dass der statische Druck, den die Lüfter in Push-Konfiguration auf einem Radiator aufbauen, nicht zu den Seiten oder zwischen den Lüftern entweichen kann. Durch diese Abdichtung wird die Luft durch den Radiator gezwungen, wo sie die Wärme mitnimmt.

Der Abschnitt gilt jedoch nur als Information; der Test wird ohne das optionale Zubehör durchgeführt.

Bemerkungen zur Lautstärke und den Tests

  • Lauter als Standard-Lüfter
  • Test gegen die Standard-Version und gegen andere High-Speed-Lüfter
  • Im Heim-Rechner wird man die Noctua NF-F12 chromax.black bevorzugen, wenn es um die Farbe geht

Noctua warnt bereits im Voraus, dass die industrialPPC-Lüfter bauartbedingt nicht so leise sind, wie die regulären Lüfter. Wer schwarze Lüfter sucht, wird direkt von vornherein auf die chromax-black-Lüfter verwiesen. Auch beim Test der Noctua NF-A14 industrialPPC-3000 war ein entsprechendes Ergebnis zu sehen. Wer also wirklich leise Lüfter sucht, ist auch mit dem Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 falsch beraten, was auch in den Tests herauskommt, wenn man nicht auf die pure Leistung eingeht, sondern die Leistung im Verhältnis zur Lautstärke.

Für den Vergleich ziehe ich die reguläre Version der Noctua NF-F12 PWM heran, dessen Messergebnisse mit denen der chromax-black-swap-Version (€ 27,90 *) übereinstimmen. Außerdem die günstigere Konkurrenz der deutschen Marke Arctic mit den P12 Max sowie die ebenfalls recht teuren be quiet! Silent Wings Pro 4, die in der 120-mm-Version ebenfalls rund 3000 RPM erreichen.

Drei schwarze Computerlüfter
Die Noctua NF-F123 industralPPC-3000, die be quiet! Silent Wings Pro 4 und die Arctic P12 Max sind extrem schnell drehende Hochleistungslüfter.

Der Test findet auf regulärer PC-Hardware statt. Hiermit werden die besonderen Eigenschaften der industrialPPC-Lüfter quasi einfach ignoriert und der Test entspricht somit der Ansicht eines Endanwenders und nicht einer Industrieanwendung.

Test der Leistung des Noctua NF-F12 industrialPPC-3000

  • Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 sind im Test sehr stark
  • Die Lautstärke ist jedoch hoch und auch bei niedrigen Drehzahlen sind sie lauter als die Konkurrenz
  • Wenn Laufruhe das Ziel ist, sind andere Lüfter besser

Egal, wo man den Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 einem Test unterzieht, die Ergebnisse gehen auf dem Radiator und auf dem Lüftkühler oder als Gehäuselüfter in etwa eine Richtung: Diese Lüfter bringen bezogen auf die Drehzahl eine sehr starke Leistung, werden jedoch viel lauter als die Arctic P12 Max oder die be quiet! Silent Wings Pro 4. Das trifft auch auf den Drehzahlbereich um die 3000 RPM zu, wo die Noctua-Lüfter fast doppelt so laut sind wie die beiden gerade genannten Lüfter. Die regulären NF-F12 sind im selben Drehzahlbereich quasi genauso stark, was aufgrund derselben Bauform nicht verwunderlich ist. Dennoch sind die beige-braunen Standard-Lüfter dabei ein wenig leiser, was auf die interne Technik zurückzuführen ist.

Beim Test der einheitlichen Drehzahlen liegen beide Noctua-Lüfter vor der leiseren Konkurrenz, doch wenn man eine bestimmte Lautstärke anpeilt, dann ziehen die Arctic P12 Max insbesondere auf Radiatoren leistungsmäßig nach vorne und die be quiet! Silent Wings Pro 4 setzen sich als Gehäuselüfter und auf Luftkühlern an die Spitze. Die Noctua NF-F12 PWM sitzen hier eher im unteren Feld des Lautstärke-Leistungsbereichs, während dieindustrialPPC-3000 im Test bei einheitlicher Lautstärke so extrem langsam drehen müssen, dass die Leistung wirklich leidet.

Wenn es um die Leistung bei voller Drehzahl geht, ziehen die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 gemeinsam mit den be quiet! Silent Wings Pro 4 an die Spitze und dann folgen knapp die Arctic P12 Max. Durch die geringere Maximaldrehzahl verlieren die normalen Noctua NF-F12 hier, bleiben dabei jedoch auch leiser als die drei anderen Lüfter. Die industrialPPC-Lüfter sind mit Abstand lauter als die Vergleichslüfter.

Technischer Vergleich zu den Konkurrenzlüftern

  • Im Home-PC sind alle Konkurrenzlüfter besser geeignet
  • Die industrialPPC-Lüfter sind vor Staub und Tropfwasser geschützt
  • Somit sind sie ausfallsicherer in extremeren Situationen

Auf den ersten Blick wirken die Arctic P12 Max durchaus als eine günstige und solide Alternative und realistisch gesehen werden sie es in vielen Fällen auch sein. Die be quiet! Silent Wings Pro 4 dagegen sind die vielseitigere, leisere Alternative, die jedoch ähnlich viel kostet wie die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000. Die regulären Noctua NF-F12 PWM sind gute Lüfter, zeigen jedoch ein wenig ihr Alter und obwohl sie stark sind und leiser als die industrialPPC-Version, sind sie einfach inzwischen nicht mehr die absoluten Top-Performer.

Frontansicht des laufenden Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 PWM im Test
Die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 bauen gerade bei hohen Drehzahlen einen extremen statischen Druck auf.

Okay, nach dieser ganzen Zurückhaltung gegenüber den Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 muss man aber auch sagen, dass diese ein anderes Zielpublikum besitzen. Wo die anderen Lüfter in Heimrechnern durchaus Vorteile haben – seien es der Preis oder die Lautstärke – besitzen die industrialPPC-Lüfter zusätzliche Qualitäten. Sie sind auf die pure Kraft und eine hohe Robustheit ausgelegt. So bieten sie von den Vergleichslüftern einfach den höchsten statischen Druck. Außerdem sind sie die einzigen der Lüfter mit einer Staub- und Tropfwasserschutz-Zertifizierung. Wenn es also um den sicheren Einsatz in staubigen oder feuchten Umgebungen geht, sind die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 oder dessen Geschwistermodelle, die teils noch mehr Schutz bieten, einfach vorzuziehen. Sie bieten die bessere Ausfallsicherheit.

Fazit

Wie schon am Anfang des Tests zusammengefasst: Für heimische Rechner sind die Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 nicht wirklich geeignet. Sie sind wirklich stark, sehr robust und ausdauernd. Aber eben nicht wirklich leise. Es sind Lüfter, die für den professionellen Bereich durchaus sehr sinnvoll einzusetzen sind – seien es Server, Industrie-Gerätschaften oder Rechner, die in ungemütlicheren Situationen eingesetzt werden. Dadurch fällt auch das Testergebnis, dessen Ablauf auf Home-PCs zugeschnitten ist, eher durchwachsen aus. Der Noctua NF-F12 industrialPPC-3000 Test zeigt, dass dieser 120-mm-Lüfter extrem stark ist, aber eben auch laut. Für private Rechner braucht man jedoch auch keine so schnellen Lüfter, daher würde ich hier deutlich zu langsameren, leiseren Lüftern raten, wie den gewöhnlichen Noctua NF-F12 (wahlweise auch in chromax.black) oder den etwas teureren und leiseren Noctua NF-A12x25.

Für den industriellen Bereich sei gesagt, dass es auch eine 24V-Version der Lüfter gibt und eine etwas langsamere 2000-RPM-Version mit IP67-Zertifizierung für einen noch intensiveren Schutz vor Umwelteinflüssen.

Noctua NF-F12 iPPC-3000 Test Silver Award

Noctua NF-F12 industrialPPC-3000

Verarbeitung
Kühlleistung
Lautstärke
Ausstattung

82/100

Die Noctua NF-F12 iPPC-3000 sind sehr starke Lüfter, für den Einsatz im heimischen Rechner durch die eher hohe Lautstärke allerdings nicht wirklich zu empfehlen.

Simon Deobald

Schon zu Kindertagen, noch bevor ich wirklich lesen konnte, wusste ich unter DOS, was einzutippen ist, um "Die Siedler" zu starten. Wenige Jahrzehnte später beschäftige ich mich auch weit intensiver mit PCs und entsprechender Hardware, bin ansonsten als Feuerwehrmann, (Produkt-)Fotograf und Redakteur tätig, wie auch ein Gitarren-Nerd.

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