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Raijintek Ophion 7L – Ultrakompaktes SFF-Gehäuse für Low-Profile-Grafikkarten

Die Marke Raijintek wurde 2013 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Taiwan. Ziel bei der Gründung war die Entwicklung von High-End-Produkten im Lifestyle- und IT-Hardware-Bereich. Dabei fokussiert sich der Hersteller überwiegend auf die Entwicklung von Gehäusen, CPU-Kühlern, Wasserkühlungen und Gehäuselüftern. Zu den bekanntesten Produkten von Raijintek gehören wohl die ITX-Gehäuse Metis und Ophion. Eine besondere Eigenschaft aller Gehäuse ist häufig das einzigartige Design, welches sich vom Rest der Masse deutlich abhebt.

Im Herbst 2020 hat Raijintek dann ein besonders kleines SFF-Gehäuse vorgestellt. Mit dem Namen Ophion 7L wird schnell deutlich, dass dieses Gehäuse nur ein Volumen von lediglich 7 Litern vorweisen kann. Dabei wurde das Gehäuse so entwickelt, dass trotzdem ein vollwertiges ITX-Mainboard, ein SFX-Netzteil, bis zu drei 92-MIllimeter-Lüfter und eine Low-Profile-Grafikarte verbaut werden können. Gleichzeitig besteht es teilweise aus Aluminium und wiegt lediglich 2 Kilogramm. Farblich bietet Raijintek das Ophion 7L in den Varianten Schwarz und Weiß an. Ob das Ophion 7L für einen Preis von 100 Euro (aktuell: € 99,03*) empfehlenswert ist, lest ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: Ophion 7L
Gehäuse Typ: ITX
Abmessungen: 101 mm (B) x 255 mm (H) x 312 mm (T)
Gewicht: 2 kg
Material: Aluminium, Stahl
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 1x USB 3.1 Typ-C, 1x USB 3.0 Typ-A
Laufwerkschächte: 2x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 1x horizontal (Single-Slot, Low-Profile)
Formfaktoren: ITX
Belüftung: Deckel: 2x 92 mm
Boden 1x 92 mm (nur wenn keine GPU verbaut ist)
Radiatoren: N/A
Max. CPU-Kühlerhöhe: 70 mm
Max. Grafikkartenlänge: Single-Slot, Low-Profile
Max. Grafikkartenhöhe: Single-Slot, Low-Profile
Max. Netzteillänge: SFX
Preis: € 99,03*

Lieferumfang

Die Lieferung des Raijintek Ophion 7L erfolgt in einem kleinen Karton aus brauner Pappe. Auf diesem wurden in schwarzer Schrift der Name des Chassis, alle wichtigen technischen Daten und mehrere schematische Zeichnungen aufgedruckt. Außerdem findet man Hinweise zur Farbvariante und Kontaktinformationen. Innerhalb des Kartons umhüllt der Hersteller das kleine Gehäuse mit einer Kunststofffolie und zwei dicken Blöcken aus weichem Schaumstoff. Das Zubehör wurde innerhalb des Ophion 7L verstaut. In einem Beutel aus Kunststoff befinden sich eine einige Kabelbinder und alle notwendigen Schrauben für die Montage. Zuletzt liegt dem Chassis noch eine kurze Einbauanleitung mit Text und Bildern bei.

Außeneindruck

Optisch ist das Ophion 7L sehr zurückhaltend und zeitlos gestaltet. Legt oder stellt man es in einem Wohnzimmerschrank neben eine Spielekonsole oder den Fernseher, so dürfte es kaum auffallen. Die Front besteht aus gebürstetem Aluminium und wird von einem dünnen silbernen Rahmen umrandet. Im unteren Bereich befindet sich das Hersteller-Logo, welches auch gleichzeitig als Power-Button dient und weiß beleuchtet ist. Das Frontteil ist nicht demontierbar.

Da SFF-Gehäuse deutlich mehr auf eine bessere Belüftung angewiesen sind, hat Raijintek den Deckel den Ophion 7L sehr luftig gestaltet. So verfügt dieser über zahlreiche kleine Belüftungsöffnungen und Montagepunkte für zwei 92-Millimeter-Lüfter. Im linken vorderen Bereich hat der Hersteller das I/O-Panel untergebracht. Vorhanden sind jeweils ein USB-3.1-Typ-C- und ein USB-3.0-Typ-A-Anschluss mit internen Steckern für das Mainboard. Alle Kabel sind komplett schwarz gehalten.

Die Seitenteile hat Raijintek unterschiedlich gestaltet. So sind zwar beide Seitenteile aus Aluminium gefertigt worden, jedoch hat nur das linke Seitenteil Belüftungsöffnungen erhalten. Diese gleichen optisch denen im Deckel. Das rechte Seitenteil ist vollständig geschlossen. Die Verbindung beider Panels mit dem Korpus erfolgt jeweils über vier kleine Schrauben, die im Seitenteil versenkt werden.

An der Rückseite und am Boden gibt es nicht so viel zu sehen. So lassen sich am Heck nur die Öffnung für das I/O-Shield des Mainboards, Belüftungsöffnungen, ein freier Low-Profile-PCI-Slot im unteren und der Anschluss für das Netzkabel im oberen Bereich entdecken. Aufgebockt wird das Ophion 7L über vier einfache Füße aus Gummi, die mit Schrauben am Korpus befestigt wurden. Diese haben auf unserem Tisch leider zahlreiche schwarze Spuren hinterlassen. Ansonsten gibt es an der Unterseite weitere Belüftungsöffnungen und einen dritten Montageplatz für einen optionalen 92-Millimeter-Lüfter.

Die äußere Verarbeitung, Lackierung und Stabilität des Raijintek Ophion 7L ist sehr gut. Es sind keine Verarbeitungs- oder Lackierungsfehler erkennbar. Die Verwendung von Stahl für den Korpus und Aluminium für die Front und Seitenteile führt jedoch automatisch zu einer etwas anderen Oberflächentextur.

Inneneindruck

Raijintek unterteilt das Ophion 7L zwar in zwei Kammern, durch das geringe Gesamtvolumen werden der Hauptkammer jedoch circa 95% des Innenraums zugeschrieben. Die Hauptkammer besteht aus dem planen Mainboard-Tray mit Platz für ein ITX-Mainboard auf der linken und einem PSU-Rahmen auf der rechten Seite. Im unteren sowie oberen Bereich gibt es drei Öffnungen. Diese dienen dem Kabelmanagement bzw. sind nötig damit dort Lüfter befestigt werden können. Wie bereits vorher erwähnt, können im Ophion 7L zwei 92-Millimeter-Lüfter im Deckel und ein 92-Millimeter-Lüfter im Boden verbaut werden.

Der Netzteilrahmen wurde über drei kleine Schrauben mit dem Korpus verbunden. Löst man diese, kann der Rahmen entnommen und mit einem Netzteil bestückt werden. In unserem Fall hat sich der Rahmen jedoch verklemmt und erforderte etwas mehr Kraft bei der Demontage. Durch die Späne der lackierten Schrauben, die vorher entfernt wurden, sind dadurch leichte Kratzer auf dem Tray entstanden. Außerdem konnten wir auf dem Rahmen eine unlackierte Stelle entdecken.

Die Rückseite des Mainboard-Trays hält keine größeren Überraschungen bereit. Lediglich zwei 2,5″-Datenträger können hier verbaut werden. Die Befestigung erfolgt von der Vorderseite des Trays mit jeweils vier Schrauben. Da der Platz zwischen Seitenwand und Tray sehr gering ist, wird man nur flache SATA-Stromkabel verwenden.

Die Materialqualität und -stabilität im Innenraum sind grundsätzlich in Ordnung. Wie bereits erwähnt wurde, konnten wir aber Probleme bei Lackierung und Handhabung des Netzteilrahmens entdecken. Bedenkt man den Kaufpreis des Gehäuses, sollte man hier definitiv besseres erwarten können.

Systembau im Raijintek Ophion 7L

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 7 3700X* auf einem Gigabyte B450I AORUS WIFI  mit 32GB Crucial Ballistix Sport. Der Ryzen wird von einem Noctua NH-L12 Ghost S1 * gekühlt und ist nicht übertaktet. Da die GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS unseres Testsystem nicht in das Ophion 7L passt, mussten wir auf eine Nvidia Quadro 400 zurückgreifen. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare Corsair SF450 Gold mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Gold.

Wie so oft bei SFF-Gehäusen, bedarf der Einbau aller Komponenten einer genauen Reihenfolge. Durch die geringen Abmessungen des Ophion 7L, war das in diesem Fall aber noch viel wichtiger. Möchte man 2,5″-Datenträger verbauen, sollten man damit starten. Andernfalls werden die Montagepunkte durch das Netzteil verdeckt. Danach folgt der Einbau des Netzteils mithilfe des Rahmens. Im nächsten Schritt kann man das Mainboard und mögliche Lüfter verbauen. Ist dieses modular aufgebaut, empfiehlt es sich, die Kabel vorher an der Hauptplatine zu befestigen. Der Einbau des CPU-Kühlers sollte erst nach der vollständigen Verkabelung durchgeführt werden.
Trotz Reihenfolge gestaltete sich die Verkabelung bzw. das Verlegen der Kabel aufgrund der kompakten Platzverhältnisse und durch nicht vorhandene Kabelmanagement-Ösen etwas aufwendiger. In jedem Fall empfehlen wir den Einbau eines voll-modularen Netzteils.

Insgesamt bietet das Raijintek Ophion 7L Platz für ein ITX-Mainboard mit einem CPU-Kühler, der maximal 70 Millimeter hoch sein darf und Raum für eine Low-Profile-Grafikkarte mit maximal 1,5-Slots Tiefe. Alles oberhalb einer Nvidia GT 1030 fällt derzeit also raus. Mögliche Netzteile dürfen nur den SFX-Formfaktor aufweisen.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im Raijintek Ophion 7L erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 25°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test in verschiedenen Szenarien (Lüfteranzahl, Lüfterdrehzahl) durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1300 rpm)
GPU: 50% PWM (2800 rpm)
ohne Lüfter (Standard-Konfiguration)
CPU: 95 °C (CPU taktet auf 2,6 GHz herunter
GPU: 100°C (Absturz/ Bildfehler)
CPU: 100% PWM (1900 rpm)
GPU: 100% PWM (5000 rpm)
ohne Lüfter (Standard-Konfiguration)
CPU:  83 °C
GPU:  75 °C
CPU: 50% (1300 rpm)
GPU: 100% PWM (5000 rpm)
2x 92 mm auf 50% (1100 rpm), 1x ausblasend, 1x einblasend
CPU:  93 °C (CPU taktet auf 3,4 GHz herunter)
GPU:  74 °C
CPU: 50% (1300 rpm)
GPU: 100% PWM (5000 rpm)
2x 92 mm auf 50% (1800 rpm), 1x ausblasend, 1x einblasend
CPU:  89 °C
GPU:  74 °C

Wie man sehen kann, sind zusätzliche Gehäuselüfter bei einer etwas hitzigeren CPU Pflicht. Außerdem sollte man definitiv etwas Zeit in die Konfiguration aller Lüfterkurven und -positionen investieren, um ein guten Mittelweg zwischen Lautstärke und Kühlung zu erzielen. Grundsätzlich gilt aber wie bei jedem anderen SFF-Gehäuse auch: die Kühlungsmöglichkeiten sind begrenzt.

Fazit zum Raijintek Ophion 7L

Das Ophion 7L von Raijintek ist ein Versuch das SFF-Gehäuse-Segment unterhalb von 10 Litern anzugreifen und erschwinglicher zu machen. Denn Gehäuse wie das DAN Cases A4 oder das Louqe Ghost S1 bieten trotz des geringen Volumens zwar viel Platz, kosten aber auch zwischen 200 und 300 €. Auf der anderen Seite gibt es Systeme wie den ASRock Deskmini, der mit 2,7 Litern zwar kleiner ist, dafür aber weniger gut aufrüstbar bzw. individualisierbar ist und ein externes Netzteil benötigt.

Das größtenteils gut verarbeitete Ophion 7L startet bereits bei 100 Euro (aktuell: € 99,03) und platziert sich somit deutlich unterhalb der oben genannten Gehäuse. Es bietet Platz für ein vollwertiges ITX-Mainboard, 70 Millimeter hohe CPU-Kühler und ein internes SFX-Netzteil. Obendrauf gibt es sogar Platz für eine Low-Profile-Grafikkarte wie zum Beispiel eine GT 1030. Das alles hat Raijintek in einer sehr ansehnlichen Aluminium-Optik verpackt.

Nicht so gut gefallen hat uns hingegen die nicht durchgängig erreichte Verarbeitungsqualität. So konnten wir zumindest bei unseren Testgerät Lackierungsfehler im Innenraum feststellen. Außerdem bietet das Ophion 7L nur geringen Platz für Erweiterungskarten und nur begrenztes Kühlungspotenzial. Als Basis für ein Gaming-System eignet sich dieses Gehäuse also nicht. Diese beiden negativen Eigenschaften erhält man allerdings automatisch, sobald das Volumen einen gewissen Wert unterschreitet.

Trotzdem erhält man als Käufer ein sehr durchdachtes und besonders kompaktes Gehäuse, welches größtenteils sehr gut verarbeitet ist. Das Raijintek Ophion 7L bietet aus unserer Sicht eine sehr gute Basis für einen HTPC oder kleinen Office-PC, bei dem ein großes Augenmerk auf Kompaktheit gelegt wird.

Raijintek Ophion 7L

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

83/100

Das Raijintek Ophion 7L ist ein sehr kompaktes ITX-Gehäuse mit Platz für ein vollwertiges ITX- Mainboard sowie SFX-Netzteil und einer schicken Aluminium-Optik. Nur die Verarbeitungsqualität war in unserem Fall zu bemängeln. Durch die Einschränkungen bei der Grafikkarte ist das Ophion 7L zudem kaum für ein Gaming-System geeignet.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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