PC-Komponenten

Sharkoon REV220 im Test – Ein revolutionärer Gehäuseaufbau?

Sharkoon rollt den Markt durch günstige Gaming-Produkte „Designed in Germany“ auf. Die REV-Serie wurde nun durch das REV220 erweitert – diese Serie zeichnet sich durch einen unorthodoxen Aufbau aus. Das Mainboard wird um 90° gedreht, somit sind die GPU-Ausgänge und das IO-Panel von oben zu erreichen. Überraschenderweise gibt es sehr wenige Gehäuse auf dem Markt, die dieses Format nutzen. Doch warum eigentlich? Ob uns dieses Design überzeugen kann, erfahrt ihr hier im Test.

Spezifikationen

Formfaktor Midi-Tower
Mainboard-Kompatibilität Mini-ITX, Micro-ATX, ATX
Max. Länge Grafikkarte: 32,3 cm (ATX) / 28,5 cm (Mini-ITX)
Max. Höhe CPU-Kühler: 16,5 cm
Max. Länge Netzteil: 20,0 cm
Gewicht: 9,0 kg
Abmessungen (L x B x H): 48,0 x 21,5 x 48,5 cm
Max. Laufwerke 2,5″ 4
Max. Laufwerke 3,5″ 2
Lüfter – Front 3x 120-mm-Lüfter (vorinstalliert) oder 2x 140-mm-Lüfter oder Radiator (optional)
Lüfter – Heck 2x adressierbarer 120-mm-Lüfter (vorinstalliert) oder 2x 140-mm-Lüfter oder Radiator (optional)
IO-Panel 2x USB 2.0, 2x USB 3.0, Front-Audio, Reset-, Powerbutton
Preis € 89,99*

Lieferumfang

Die Lieferung erfolgt sicher verpackt – dicke Styroporeinlagen und eine Stoffhülle mit dem neuen Sharkoon-Logo schützen das REV220 vor Schäden durch den Transport. Sharkoon-typisch erfolgt die Lieferung in einem weißen Karton, wie üblich sind auf diesem die technischen Spezifikationen aufgelistet. Im HDD-Slot des Gehäuses finden wir Montagematerial – diverse benötigte Schrauben, einige Kabelbinder und eine Anleitung.

Außeneindruck

Die Optik wurde im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem REV200, deutlich verändert. Die Frontblende ist in Karbonfaser-Optik gehalten und erhält einen RGB-Ring, der sich über die gesamte Front zieht. Die Front kann man vom restlichen Gehäuse mit etwas Kraftaufwand lösen. Die Front wird durch drei Lüfter hinter einem Mesh-Gitter belüftet. Das Gitter ist durch eine magnetische Tür fixiert und lässt sich leicht entfernen, um es zukünftig zu reinigen.

Die Oberseite wird geprägt von einer Klappe – darunter befinden sich GPU-Anschlüsse und das IO-Panel. Die Kabel kann man gesammelt durch eine Gummiabdeckung hinten herausführen. Dies sorgt für einen sehr ordentlichen Look – ein einzelner Kabelstrang, der das Gehäuse verlässt, wirkt sehr aufgeräumt. Frontanschlüsse, inklusive Powerbutton, befinden sich ebenfalls auf der Oberseite. Der Powerbutton wird von der Power-, aber auch HDD-LED beleuchtet. Darüber hinaus stehen zwei USB-2.0-, zwei USB-3.0-Anschlüsse und Audioanschlüsse zur Verfügung.

 

Durch die Rotation des Mainboards ist auch das Tempered-Glass-Panel auf der „anderen“ Seite – aus der Frontansicht auf der rechten Seite. Die Seitenpanele werden durch Rändelschrauben auf der hinteren Seite des Gehäuses fixiert. Hier klappert und rutscht nichts – bereits ohne Schrauben sitzen diese angenehm fest und die Verarbeitung überzeugt.

Auf der Unterseite des Gehäuses findet man einen Staubfilter, der in Metallhalterungen gesteckt wird. Dieser kann von der Vorderseite des Gehäuses aus entfernt werden. Dazu gibt es Füße aus Kunststoff, welche robust und wertig wirken – ein fester Stand ist garantiert.

Inneneindruck

Ohne verbaute Hardware braucht man einen Moment, um zu realisieren, was hier anders ist. Links Lüfter, rechts Lüfter – GPU-Slotblenden oben, Oh! Eine rotierte Mainboardhalterung. Des Weiteren findet man drei vorinstallierte Lüfter in der Front und zwei RGB-Lüfter in der Hinterseite des Gehäuses.

Wie es in der aktuellen Zeit fast schon Standard ist, wird für das Netzteil ein eigener Schacht genutzt, um später die überschüssigen Kabel verstecken zu können. Dieser Schacht wird durch das neue Logo und den Sharkoon-Schriftzug geprägt und er enthält kleine Luftschlitze. Um längere Grafikkarten zu ermöglichen, wird der Schacht jedoch nicht komplett bis zum Ende gezogen.

Zur Durchführung der Kabel stehen einige Aussparungen zur Verfügung. Diese werden größtenteils durch eine Gummierung verschönert – seltsamerweise wird dies jedoch nicht konsequent durchgezogen. Löblich ist jedoch, dass es an jeder denkbaren Stelle ordentliche Öffnungen gibt – so muss kein Kabel quer durchs Gehäuse gezogen werden.

Auf der Rückseite der Mainboardkammer findet man zwei Halteschienen für 2,5″-SSDs, die eingehangen und mit einer Schraube fixiert werden. Vor dem Netzteil können ebenfalls zwei 3,5″-HDDs und zwei weitere 2,5″-SSDs montiert werden.

Die Montage dieser erfolgt simpel und problemfrei. In der Mitte findet man einen RGB-Splitter, den man mit dem üblichen Stecker (4-Pin-RGB-Stecker, ein Pin ist unbelegt) oder per 3-Pin-VDG an aktuellere Mainboards anschließen kann. Dieser wird zusätzlich per SATA-Stromanschluss angeschlossen, um bis zu acht ARGB-Geräte mit Strom zu versorgen. Alternativ kann man die Steuerung der ARGB-Komponenten auch per Reset-Switch am Gehäuse erfolgen. Dies ist bereits vorsorglich verbunden, ebenso wie die beiden vorhandenen ARGB-Lüfter.

Systemeinbau

Um den alternativen Aufbau zu testen, verbauen wir natürlich ein Testsystem. Dies besteht aus einem Ryzen 5 3600, der auf einem MSI X570-A Pro thront. Das Ganze wird mit 16 GB RAM und einer GIGABYTE RX 5600 XT GAMING OC. Die Stromversorgung erfolgt über ein BeQuiet! Straight Power 11 und die CPU wird durch eine ALSEYE H240 gekühlt.

Der Einbau verlief ohne größere Komplikationen. Zugegeben – durch das Drehen des Mainboards war es sehr ungewohnt, jedoch waren subjektiv auch viele Anschlüsse besser zu erreichen. Die Abstandshalter für ATX-Mainboards sind angenehmerweise vorinstalliert. Auffällig beim Einbau ist jedoch, dass die angegebene Radiatorkompatibilität mit etwas Vorsicht zu betrachten ist. Verbaut man eine lange Grafikkarte, wird es unangenehm mit der Schlauchführung, wenn man eine Wasserkühlung mit einem 360er-Radiator in der Front verbauen möchte. Um die schöne Optik beizubehalten und nicht in Probleme mit der Schlauchlänge durch ungewöhnliche Schlauchführung laufen soll, empfehlen wir den Einsatz einer 240er Wasserkühlung oder eines Luftkühlers. Mit maximal 165 mm ist für diesen auf jeden Fall ausreichend Platz.

Ein Kabelmanagement ist möglich, jedoch ohne vorgegebene Wege und/oder Kabelschlaufen immer etwas schwierig. Wer eine ordentliche Rückseite möchte, der sollte auf Kabelbinder oder idealerweise Kabelkletten zurückgreifen. Durch kleinere Befestigungslöcher sind hier einige Möglichkeiten gegeben – hier merkt man jedoch noch den Unterschied zu einem High-End-Case mit deutlicher angenehmerer Kabelführung.

RGB-Beleuchtung und Leistungstest

Sharkoon hat uns freundlicherweise drei weitere RGB-Lüfter (Sharkoon Blades RGB Fans) und einen RGB-Streifen (Sharkoon Blades RGB Strip) zur Verfügung gestellt. Um das Gehäuse durch und durch in RGB erstrahlen zu lassen, haben wir auch diese Produkte verbaut.

Hier macht sich der Vorteil des RGB-Controllers bemerkbar. Die Kabelführung wird deutlich angenehmer und einfacher, wenn man alle RGB-Komponenten an diesen anschließen kann.

Abschließend darf der Leistungstest nicht fehlen. Wir haben das REV220 im direkten Vergleich zum Fractal Design Define 7 antreten lassen. Um das Gehäuse aufzuheizen, haben wir Furmark und Prime95 genutzt. Anschließen wurden die Temperaturen der GPU und CPU gemessen.

Die Temperaturen bestätigen leider unsere Vermutung – mit einer großen Grafikkarte leidet der Airflow in Richtung CPU. Das Define 7 ist nicht gerade für einen guten Airflow bekannt, die CPU ist jedoch im REV220 noch ein kleines bisschen wärmer. Dies ist noch absolut im Rahmen, jedoch wäre dieses Gehäuse nicht unsere Wahl für einen neuen Übertaktungsrekord.

Fazit

Das Gehäuse zeigt, dass es auch noch Neuerungen im Gehäusemarkt gibt. Außer dieser Änderung sticht das Gehäuse weder wirklich positiv, aber auch nicht negativ hervor – die Leistung ist in Ordnung, die Verarbeitung solide. Die gewünschte Revolution bleibt somit leider aus – dafür eine mögliche Alternative!

Positiv anzumerken ist die großzügige Lüfterausstattung – fünf Lüfter sind auf jeden Fall überdurchschnittlich, wenn auch nicht immer wirklich benötigt. Durch den recht restriktiven Airflow macht es hier jedoch durchaus Sinn. Dass Sharkoon hier auf eine komplette RGB-Ausstattung verzichtet, ist schade – denn das Gehäuse ist sehr auf seine Optik angelegt.

Zum Preis von etwa 104 € (aktuell € 89,99*) hat das Gehäuse jedoch starke Konkurrenz. Durch das eigenwillige Design und den Mut, neue Dinge auf den Markt zu bringen, erhält Sharkoon mit dem REV220 von uns den Silver Award. Zwar ist es durch seinen Aufbau eher ein Nischenprodukt – wenn jemand Lust auf etwas Neues hat, ist er hier an der richtigen Stelle.

Sharkoon REV220

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Dämmung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

80/100

Das REV220 erweitert die REV-Serie im neuen Format - der Systembau ist angenehm, die Optik schön, die Temperaturen leiden leider etwas.

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Tom Hackmann

Bereits in jungen Jahren ist Gaming zur Leidenschaft geworden. Durch diesen Einstieg ist mein Interesse an PC-Hardware entstanden - so habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und verfasse nicht nur Testberichte, sondern arbeite auch Vollzeit in der IT.

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Tom

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Sharkoon rollt den Markt durch günstige Gaming-Produkte „Designed in Germany“ auf. Die REV-Serie wurde nun durch das REV220 erweitert – diese Serie zeichnet sich durch einen unorthodoxen Aufbau aus. Das Mainboard wird um 90° gedreht, somit sind die GPU-Ausgänge und das IO-Panel von oben zu erreichen. Überraschenderweise gibt es sehr wenige Gehäuse auf dem Markt, die dieses Format nutzen. Doch warum eigentlich? Ob uns dieses Design überzeugen kann, erfahrt ihr hier im Test.
Spezifikationen

Formfaktor
Midi-Tower

Mainboard-Kompatibilität
Mini-ITX, Micro-ATX, ATX

Max. Länge Grafikkarte:
32,3 cm (ATX) / 28,5 cm (Mini-ITX)

Max. Höhe CPU-Kühler:
16,5 cm

Max. Länge Netzteil:
20,0 cm

Gewicht:
9,0 kg

Abmessungen (L x B x H):
48,0 x 21,5 x 48,5 cm

Max. Laufwerke 2,5″
4

Max. Laufwerke 3,5″
2

Lüfter – Front
3x 120-mm-Lüfter (vorinstalliert) oder 2x 140-mm-Lüfter oder Radiator (optional)

Lüfter – Heck
2x adressierbarer 120-mm-Lüfter (vorinstalliert) oder 2x 140-mm-Lüfter...

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