PC-Komponenten

Testbericht: Lian Li Strimer 24-Pin- und 8-Pin-RGB-Kabel

Der „Strimer“, der von Lian Li in Zusammenarbeit mit Roman Hartung, besser bekannt als „der8auer“, entwickelt wurde, stellt heute eine Besonderheit auf dem breiten Markt der PC-Gadgets dar. Das leuchtende Kabel ist zunächst einmal einzigartig – kein anderer Hersteller vertreibt derzeit ein ähnliches Produkt. Angeboten wird es jedoch in zwei verschiedenen Varianten – als 24-Pin-ATX-Kabel sowie als 8-Pin-Kabel.

Die Einzigartigkeit des Gadgets muss jedoch nicht zwingend auf eine Innovation hinweisen. Negativ interpretiert könnte ebenfalls attestiert werden, dass die bisher fehlende Nachahmung darauf hindeutet, dass das beleuchtete Kabel schlichtweg unnötig ist. Selbstverständlich wollen wir uns nicht lange mit bloßer Spekulation aufhalten, sondern in der Praxis herausfinden, was das besondere Kabel nun tatsächlich zu bieten hat.

Zu diesem Zweck haben wir das RGB-Kabel in beiden Versionen einem ausführlichen Test unterzogen. Die Ergebnisse und Beobachtungen finden sich nachfolgend.

Aufbau, Einbau und Verarbeitung

Im Regelfall erfolgt zu Beginn der ausführlichen Betrachtung eine Beschreibung und Beurteilung des Designs. Da dieses bei einem Kabel in der Regel wenig spannend ist, fällt dieser gewohnte Einstieg in diesem Falle weg.

Der Aufbau – in diesem Sinne also auch die Gestaltung – des Kabels ist hingegen von zentraler Bedeutung. So stellen wir nach dem Auspacken fest, dass der Strimer im Grunde zweigeteilt aufgebaut ist.

In der 24-Pin-Version präsentiert er sich wie folgt: Er gliedert sich in ein zwanzig Zentimeter langes Verlängerungskabel für den ATX-Strang, das nicht beleuchtet wird. Es verfügt über eine weiße Ummantelung und ist im besten Sinne unauffällig. Die RGB-Beleuchtung stellt die zweite Komponente des Strimers dar. Sie ist direkt auf dem Verlängerungskabel angebracht, was dazu führt, dass die Zweiteilung beim Betrachten von Fotos in der Regel erst auf den zweiten oder dritten Blick bemerkt wird. Aufgrund der Zweiteilung des Aufbaus, letztendlich also aufgrund der aufgesetzten RGB-Beleuchtung, ist der Strimer minimal dicker als ein gewöhnliches ATX-Kabel.

In der 8-Pin-Version ist der Strimer zwar nicht anders aufgebaut, jedoch anders gestaltet. Er gliedert sich wie auch in der ATX-Variante in das eigentliche Kabel und die LED-Elemente. Das Kabel ist in dieser Version jedoch bedeutend länger – es misst 30 Zentimeter. Es ist darüber hinaus aufteilbar, was in der Praxis von Vorteil sein dürfte. So gibt es zwei 8-Pin-Kabel, die einzeln genutzt werden können. Außerdem können auch nur 6-Pins angeschlossen werden, falls die Grafikkarte nicht mehr benötigt.

Der Einbau des Strimers gestaltet sich in unserem Test ein wenig schwieriger als ursprünglich gedacht. Aufgrund der Unbeweglichkeit des Kabels, das sich kaum verbiegen lässt, ist es schwierig, den Strimer ins Gehäuse zu befördern. Wird zu viel Spannung aufgebaut, rutschen die LED-Streifen aus ihrer Halterung, was dazu führt, dass der gesamte Einbau erneut begonnen werden muss. Beim Einbau ist also zunächst etwas Geduld gefordert. Beim Fractal Design Define S2 hatten wir keine Probleme die Strimer in der Öffnung am Mainboard-Tray zu versenken. An dieser Stelle sei jedoch darauf verwiesen, dass es hier je nach Gehäuse durchaus zu Problemen kommen kann. Bei einigen Gehäusen wird das Versenken im ersten Versuch ohne jedes Problem funktionieren, bei anderen Gehäusen sind mehrere Anläufe nötig und bei wieder anderen Gehäusen ist das Versenken an dieser Stelle gar nicht möglich.

Vor dem Kauf sollte über die Unterbringung des leuchtenden Kabels nachgedacht werden. Unser Test hat uns gezeigt, dass es schwierig sein kann, einen geeigneten Platz für den Strimer zu finden. In engen Gehäusen, die wenig Spielraum bieten, wird er also nicht unbedingt untergebracht werden können. Bei großzügigerem Platzangebot sollte das Unterbringen leichter möglich sein. In jedem Falle ist es empfehlenswert, den Strimer nicht ohne vorherige Betrachtung der Platzverhältnisse im eigenen Gehäuse zu kaufen. Andernfalls könnte eine große Enttäuschung folgen. Auch hier muss wieder darauf hingewiesen werden, dass dies nur zum Teil am Strimer selbst liegt. Auch andere Kabel könnten bei geringem Platzangebot nicht problemlos untergebracht werden. Lediglich die relative Unbeweglichkeit des Kabels ist als im Strimer zu verortender Grund für Einbauschwierigkeiten zu sehen.

Das Kabel kann im Übrigen auf zwei verschiedene Weisen angeschlossen werden. Neben der Möglichkeit, es direkt an das Mainboard anzuschließen und über die Software der Platine zu steuern, besteht die Option, es über die im Lieferumfang enthaltene Platine, die mittels SATA-Stecker mit Strom versorgt und an der für PCIe-Karten gedachten I/O-Blende befestigt wird, anzusteuern. Achtung: Im Lieferumfang des 8-Pin-Kabels ist kein Controller enthalten. Hier sind die Möglichkeiten, frei über die Steuerung zu entscheiden, also anders als beim 24-Pin-Kabel nicht gegeben.

Egal, welche Option gewählt wird: Die beschriebenen Schwierigkeiten, die aus der geringen Flexibilität des Kabels resultieren, lassen sich nicht vermeiden. Ist das Kabel einmal in der gewünschten Position, sollte es nach Möglichkeit nicht mehr berührt oder verschoben werden. Im schlechtesten Falle verschieben die Halterungen sich, was dazu führt, dass die LED-Streifen sich lösen und erneut befestigt werden müssen.

Mit viel Geduld und einigem Fingerspitzengefühl kann die Montage bei ausreichendem Platzangebot jedoch gelingen.

Funktion

Wie bereits erwähnt wurde, besteht der Strimer aus zwei Komponenten. Das Kabel selbst leuchtet nicht – die Farbe stammt von den auf dem Kabel montierten LED-Streifen. Die Illusion des leuchtenden Kabels kann im Test nicht in jedem Falle erzeugt werden. Je nach Einbau- und Betrachtungswinkel fällt das weiße Kabel deutlich auf und verrät, dass es nicht selbst zu leuchten in der Lage ist.Dennoch können die Beleuchtungseffekte uns überzeugen. Die LEDs strahlen und erfüllen ihren Zweck. Die Steuerung erfolgt dabei – wie bereits angedeutet wurde – zumindest in der 24-Pin-Version wahlweise über die Software der Hauptplatine oder über die beiliegende Platine. Im letzteren Falle sollte bedacht werden, dass die Platine an der Rückseite des PC-Systems angebracht wird, was die Bedienung einigermaßen unangenehm gestaltet. In der 8-Pin-Version liegt wie bereits erwähnt kein Controller bei.

Die Beleuchtungseffekte sind vielfältig und überzeugen uns. Neben Regenbogenfarben stehen zahlreiche andere Effekte – von einzelnen festen über abwechselnde bis hin zu individuell festgelegten Farben ist alles möglich – zur Verfügung.

Darüber hinaus besteht die für viele Nutzer mit Sicherheit interessante Möglichkeit, mehrere RGB-Komponenten in einer sogenannten Daisy-Chain zusammenzuschließen. Dies ist nicht nur mit den beiden Strimer-Kabeln – also der 8-Pin- und der 24-Pin-Version – sondern auch mit Produkten anderer Hersteller möglich. So sind beispielsweise auch Produkte von Phanteks, die über digitale RGB-Beleuchtung verfügen, mit den beiden Strimer-Kabeln kompatibel. Neben einzelnen Komponenten wie dem Halos Digital – oder Produkten anderer Hersteller – können auch mit RGB-Beleuchtung ausgestattete Gehäuse in die Daisy-Chain eingebunden werden.

Hier ist jedoch mit einer wichtigen Einschränkung zu leben: Wird die Steuerung über die beiliegende Platine gewählt, stehen nur zehn Modi zur Verfügung, die über drei Knöpfe ausgewählt werden können. Nur bei Steuerung mit der Software der Hauptplatine steht die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung. Über den 3-Pin-Anschluss können die digital adressierbaren LEDs einzeln angesprochen werden, wodurch jeder Kabelstrang in einer anderen Farbe leuchten kann.

Fazit

Letztendlich erfüllt der Strimer sowohl in der 24-Pin- als auch in der 8-Pin-Version seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit. Der Einbau ist jedoch unerwartet schwierig und mit einigen Stolpersteinen versehen. Vor dem Kauf des Kabels sollte unbedingt geklärt werden, ob ausreichend Platz zur Verfügung steht. Der Strimer selbst ist wenig flexibel und erfordert daher ein großzügiges Raumangebot. Auch die Bedienung ist eher schwierig und eingeschränkt, sofern die beiliegende Steuerung verwendet wird.

Insgesamt fällt unsere Bewertung aufgrund des Gesamteindrucks mit Einschränkungen positiv aus.

Lian Li Strimer RGB-Anschlusskabel

Verarbeitung
Einbau
Beleuchtung
Steuerung
Preis/Leistung

Mit Einschränkungen zu empfehlen.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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