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Das Acer Chromebook 514 im Test – Ein gutes Premium-Chromebook?

Während sie an amerikanischen Schulen weit verbreitet sind, kämpfen sie auf dem deutschen Markt noch um Anteile: Chromebooks. Diese Geräte bieten meist einen niedrigen Preis, gepaart mit einem einfach zu bedienenden Betriebssystem.

Mit dem Acer Chromebook 514 wollen wir uns im folgenden Test einen edlen Vertreter seiner Art anschauen.

Verpackung und Zubehör

In der schlichten, braunen Pappbox befindet sich neben den üblichen Anleitungen und Sicherheitshinweisen noch ein kompaktes Netzteil mit USB-C-Anschluss. Es leistet maximal 2,25 A bei 20 V und damit 45 Watt.

Technische Daten

Gerätename Acer Chromebook 514
CPU Intel Pentium N4200 (4x 1,1 – 2,5 GHz)
RAM 8 GB LPDDR4 (nicht erweiterbar)
Festspeicher 64 GB (eMMC, nicht erweiterbar)
Display 14″, FullHD, IPS, Touch
Webcam 0,3 MP
Anschlüsse 1x USB-C 3.0 mit DisplayPort 1.2, 1x USB-C 3.0, 2x USB-A 3.0, 1x Klinke, 1x MicroSD-Leser
Betriebssystem ChromeOS (Updates bis 06/2024)
Akku 3.900 mAh
Abmessungen (Breite x Tiefe x Höhe) 32,3 x 23,2 x 1,7 cm
Gewicht 1,4 kg
Gehäusematerial Aluminium
Preis € 378,26*

Die Äußerlichkeiten

Befreit man das Chromebook aus seiner Stoffhülle, so berührt man gleich das kalte, silberne Aluminiumgehäuse. Der Deckel des Gerätes wird von einem Acer-Logo geschmückt. Zudem stellen ein dunkelgrauer „Chrome“-Schriftzug und ein buntes, etwas deplatziert wirkendes Chrome-Logo klar, welches Betriebssystem zum Einsatz kommt.
Das Gehäuse ist gut verarbeitet, allerdings sind die Kanten teilweise etwas scharfkantig. Zu Verletzungen führen sie nicht, fühlen sich aber etwas unangenehm an.

Auf der linken Seite des Geräts befinden sich ein USB-C- sowie ein USB-A-Port, der MicroSD-Leser sowie der Klinkenanschluss.

Die rechte Seite weist noch einen Kensingston Lock und je einen weiteren USB-C- und USB-A-Port auf. Die Anschlussvielfalt ist somit in Ordnung, ein HDMI-Anschluss wäre aber noch eine wünschenswerte Dreingabe gewesen. Immerhin: Beide USB-C-Ports können, passenden Adapter oder Monitor vorausgesetzt, zur Bildausgabe genutzt werden. Zudem lässt sich das Gerät über beide Ports laden.

Die Unterseite ist auffällig leer: Vier Gummifüße verleihen dem Notebook die notwendige Standfestigkeit. Zudem befinden sich dort noch die beiden Lautsprecher.
Was fehlt, sind Lüftungslöcher. Diese benötigt das Gerät auch nicht, da die CPU passiv gekühlt wird. Aus diesem Grund ist das Chromebook sehr leise, lediglich selten auftretendes, leichtes Spulenfiepen trübt das Bild.

Auf der Rückseite befindet sich noch das Scharnier aus Kunststoff. Dieses zieht leider die ansonsten gute Qualität etwas herunter, da es beim Öffnen und Schließen des Displays gelegentlich knarzt. Dafür erlaubt das Scharnier einen Öffnungswinkel von bis zu 180°.

Klappt man das Gerät auf, fällt als erstes das Display ins Auge. Dieses löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf, ist 14 Zoll groß und verwendet die IPS-Technik. Diese sorgt für satte Farben, gute Blickwinkelstabilität und einen hohen Kontrast. Zudem ist der Bildschirm leicht matt gehalten, wodurch man auch draußen, wenngleich im Schatten, gut arbeiten kann. Für die Verwendung bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display allerdings zu dunkel.
Darüber hinaus handelt es sich um einen Touchscreen. Finger gleiten gut über den Schirm, aber die Oberfläche bietet etwas mehr Widerstand als eine Glasoberfläche.
Der Touchscreen bietet einen echten Mehrwert in Android-Apps, da diese, selbstverständlich, touch-optimiert sind.

Oberhalb des Displays thront eine Webcam, welche mit lediglich 0.3 Megapixeln auflöst. Dies ist leider eine große Schwäche; so fängt sie nur ein unscharfes und verrauschtes Bild ein.

Die Tastatur besteht aus leicht rauen, aber nicht mit Mulden versehenen Tastenkappen, welche durch eine Hintergrundbeleuchtung angestrahlt werden. Die Beleuchtung lässt sich in fünf Stufen regeln.
Die Stabilisierung der Keycaps ist gut, außerdem verfügen die großzügig dimensionierten Tasten über einen brauchbaren Druckpunkt.
Der etwas geringe Hub könnte, je nach Vorlieben des Nutzers, störend sein.

Eine Besonderheit der Chromebooks ist das Tastenlayout. So wurden folgende Tasten, im Vergleich zu einem normalen QWERTZ-Tastatur mit T1-Layout ersetzt bzw. entfernt:

  • Caps-Lock wurde durch eine Suchfunktion ersetzt
  • Anstelle von F1 – F12 befinden sich nun Shortcuts (z. B. Vor / Zurück, Einstellungs-Menü)
  • Windows-Taste / Superkey, Druck, Scroll-Lock, Pause, Einfügen, Entfernen, Pos1, Ende, Bild wurden ersatzlos gestrichen

Unter der Tastatur sitzt das relativ große Touchpad, das mit einer Oberfläche aus Corning-Gorilla-Glas versehen wurde. Die Gleiteigenschaften und Präzision wissen zu überzeugen.

Die Software

Wie es der Name des Testgerätes bereits verrät, wird das Chromebook mit Googles ChromeOS ausgeliefert.
Hierbei handelt es sich um ein Betriebssystem, das für Geräte mit leistungsschwacher Hardware optimiert ist.
Im Falle des Acer Chromebook 514 liefert der taiwanesische Hersteller lediglich Updates bis 06/2024 aus; andere Geräte können dies besser, z. B. das Lenovo Ideapad Duet*, das bis 2028 aktualisiert werden soll.

Dass das OS auf eine Nutzung vieler Online-Dienste ausgelegt ist, wird sofort ersichtlich. Die magere Festspeicherbestückung der Chromebooks lädt zur Nutzung von Cloudspeicher ein, zudem verbergen sich hinter den meisten vorinstallierten Programmen lediglich Verknüpfungen zu Google-Webdiensten (Google Docs, YouTube). Ein Klick auf diese Programme ruft diese innerhalb des Chrome-Browsers auf.
Im Gegensatz zu früheren ChromeOS-Versionen ist eine Nutzung ohne Internet allerdings auch kein Problem.

Weitere Programme lassen sich via PlayStore, der viele Android-Apps unterstützt, oder Downloads auf Webseiten installieren. Die Android-Apps lassen sich gut via Touchscreen bedienen, passen sich oft aber nicht an das Bildformat des Chromebooks an.

Experimentierfreudige können in den Einstellungen einen Linux-Container aktivieren, wodurch die Shell genutzt werden kann. Außerdem ermöglicht dies die Installation von Linux-Programmen (z.B. Steam, Firefox, kdenlive).
Das sich diese Funktion noch in der Beta befindet, fiel im Test aber sofort auf: So lies sich zwar Steam installieren, nach einem Reboot des Geräts war die VM allerdings defekt und lies sich nicht mehr reparieren, ohne das Chromebook zurückzusetzen. Im zweiten Versuch blieb der Container allerdings intakt.

Updates werden unauffällig im Hintergrund installiert. Lediglich zur Fertigstellung muss das Gerät neu gestartet werden.

Ansonsten erinnert die Bedienung an Android-Smartphones. So gibt es eine Art Notification Bar, in der alle Benachrichtigungen angezeigt werden und sich einige Einstellungen (z.B. WLAN) tätigen lassen. Zudem existiert ein App-Drawer, der Zugriff auf alle installierten Programme ermöglicht.

Apropos Android-Smartphones: Diese bieten eine hervorragende Integration in ChromeOS. So erkennt der Laptop bereits während der Einrichtung Android-Smartphones, die sich in der Nähe befinden. Koppelt man das Telefon, so erhält man unter anderem Benachrichtigungen auf seinem Desktop.

Leistung & Alltagsbetrieb

Wer das Chromebook größtenteils zum Surfen und für Office verwendet, wird mit einem sehr schnellen, responsiven System belohnt, das innerhalb weniger Sekunden hoch- und herunterfährt. Selbst mehrere Chrome-Tabs liefen immer flüssig, eine entsprechende WLAN-Verbindung vorausgesetzt. Dabei erwärmte sich das Gerät, trotz passiver Kühlung, nur wenig.

YouTube-Videos laufen auch in 4k ohne Aussetzer; auch für Filme und Serien eignet sich das Gerät gut. Lediglich die etwas dünn klingenden, aber immerhin lauten Lautsprecher trüben das Erlebnis etwas.

Game-Streaming, via Google Stadia getestet, stellt für das Gerät kein Problem dar. Der F1-2020-Stream* läuft flüssig und auch einen Xbox One S Wireless Controller, der via Bluetooth verbunden wurde, erkannte das Chromebook prompt.

Lokale Spiele stellen eine erheblich größere Herausforderung dar. So verweigerte CS:GO den Start; Rocket League lief zwar, aber selbst auf 800 x 600 mit minimalen Details wurden nur selten zweistellige FPS-Werte erreicht.

Die Akkulaufzeit des Chromebooks bewegt sich auf einem sehr guten Niveau. Im Mischbetrieb (Office, Surfen, Video-Streaming) bei mittlerer Helligkeit vergehen rund 9-10 Stunden, bis das Notebook wieder an die Steckdose muss.

Benchmarks

AndroBench (Speicherbenchmark für Android)

Gerät Seq. Lesen (MB/s) Seq. Schreiben (MB/s) Zufäll. Lesen (IOPS) Zufäll. Schreiben (IOPS)
Acer Chromebook 514 (eMMC) 155.32 119.07 7222.26 3786.67
Xiaomi Mi 9 Lite (UFS 2.1) 466.46 190.82 27553.38 23703.08

Das Chromebook muss sich bei den Speichergeschwindigkeiten dem Xiaomi Mi 9 Lite, das auf eine neuere Technologie setzt, geschlagen geben. Trotzdem fühlt es sich jederzeit flott genug an.

Speedtest.net (via 5-GHz-WiFi, Router: ASUS RT-AC51U, ADSL 50.000)

Gerät Ping (ms) Download (Mb/s) Upload (Mb/s)
Acer Chromebook 514 28 50,02 11,72
Xiaomi Mi 9 Lite 31 46,00 11,63
Lenovo ThinkPad X230 28 41,42 11,63
Gigabyte GC-WB1733D-I 25 36,82 10,39

Dank einer guten WLAN-Karte gewinnt der Acer diesen Test souverän.

3D Mark Slingshot (Android)

Gerät Combined Score Graphics Score Physics Score
Acer Chromebook 514 2552 2825 1906
Xiaomi Mi 9 Lite 2866 2885 2802

Im auf ARM-CPUs optimierten 3D Mark Slingshot muss sich der Pentium N4200 dem Qualcomm Snapdragon 710 des Mi 9 Lite geschlagen geben.

Fazit

Das Acer Chromebook 514 ist ein guter Laptop. Sein (größtenteils) wertiges Gehäuse, die guten Eingabegeräte, der helle und kontraststarke Touchscreen, das geringe Gewicht, die gute Akkulaufzeit, der leise Betrieb und das flotte Betriebssystem überzeugen.

Kritik muss sich das Chromebook für den eher kurzen Update-Support, das billige Scharnier, die mangelhafte Aufrüst- / Reparierbarkeit, die dünn klingenden Lautsprecher, die niedrig auflösende Webcam sowie den etwas hohen Preis gefallen lassen.

Das Acer Chromebook eignet sich für jeden, der einen leichten, unkomplizierten und edlen Laptop für einfache Aufgaben, wie z.B. Browsing oder Office, sucht. Auch Computer-Anfänger, die bisher nur die Bedienung eines Smartphones gewöhnt sind, finden sich in ChromeOS in der Regel schnell zurecht.

Wer hingegen leistungsfordernde Anwendungen, beispielsweise Videoschnitt, nutzen möchte oder gerne ein möglichst flexibles, aufrüstbares Gerät möchte, sollte sich eher bei klassischen Windows-Laptops umsehen.

Acer Chromebook 514

Verarbeitung
Display
Lautstärke
Performance
Akku
Aufrüstbarkeit / Reparierbarkeit
Preis-Leistungs-Verhältnis

70/100

Das Acer Chromebook 514 bietet ein tolles Display, gute Performance und lange Akkulaufzeiten. Ein etwas kurzer Update-Support, schlechte Aufrüstbarkeit sowie der relativ hohe Preis trüben das gute Gesamtbild etwas.

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Thomas Stoffel

Seit über 8 Jahren beschäftige ich mich nun mit Hard- und Software - sowohl in meiner Freizeit als auch beruflich.

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thoasterino

Moderator

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Während sie an amerikanischen Schulen weit verbreitet sind, kämpfen sie auf dem deutschen Markt noch um Anteile: Chromebooks. Diese Geräte bieten meist einen niedrigen Preis, gepaart mit einem einfach zu bedienenden Betriebssystem.
Mit dem Acer Chromebook 514 wollen wir uns im folgenden Test einen edlen Vertreter seiner Art anschauen.
Verpackung und Zubehör
In der schlichten, braunen Pappbox befindet sich neben den üblichen Anleitungen und Sicherheitshinweisen noch ein kompaktes Netzteil mit USB-C-Anschluss. Es leistet maximal 2,25 A bei 20 V und damit 45 Watt.

Technische Daten

Gerätename
Acer Chromebook 514

CPU
Intel Pentium N4200 (4x 1,1 – 2,5 GHz)

RAM
8 GB LPDDR4 (nicht erweiterbar)

Festspeicher
64 GB (eMMC, nicht erweiterbar)

Display
14″...

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