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AVerMedia Live Streamer CAM 513 – eine Webcam für Content Creator

Wer in 2020 in der Situation war, eine Webcam zu kaufen, wird wahrscheinlich festgestellt haben, dass der Markt komplett verrückt gespielt hat.
Coronabedingt war die Nachfrage nach Webcams deutlich höher, als das Angebot und die Lager entsprechend schnell leer. Dies führte dazu, dass Produkte von Markenherstellern schnell vergriffen und nur noch zu Mondpreisen auf Plattformen wie eBay verfügbar waren.

Wenn für die Arbeit aus dem Homeoffice oder aber für den Kontakt mit den Lieben nun aber eine Webcam gebraucht wurde, bezahlte man die völlig überteuerten Preise oder wich auf Modelle von unbekannten Herstellern aus – mit teils ernüchternden Erfahrungen.

Die Annahme, dass die Preissensibilität für Webcams im Jahr 2020 ein gutes Stück gesunken ist, ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Wer über 100 Euro für eine Webcam ausgibt, die für Meetings aus dem Homeoffice heraus benutzt wird, wird wohl weitaus weniger erschrocken darüber sein, wenn jemand über 200 Euro für eine Webcam investiert, die (semi)professionell im Einsatz ist.

In eben diese Nische stößt AVerMedia mit der PW513. Eine Webcam für Content Creator mit hohen Ansprüchen, größerer Community oder diejenigen, die in Zukunft auf diesem Niveau agieren möchten. Ob AVerMedia dies mit der 250 Euro Webcam gelingt, zeigt der folgende Test auf.

Technische Details

Bildsensor Sony© Exmor RTM 4K CMOS
Bildauflösung 8 MP
Max. Videoauflösung 3840*2160 @ 30 fps, 1920 * 1080 @ 60 fps
Brennweite f 2.8
Sichtfeld 94 Grad (diagonal)
Abmessungen (ohne Halterung, BxTxH) 130 x 52,6 x 29 mm (ohne Sockel)
Mindestabstand 10 cm
Lieferumfang Live Streamer CAM 513
USB 3.0 Typ C zu Typ A Kabel
Schnellanleitung
Preis € 169,99*

Opulent in Ausstattung und Größe

Beim Auspacken ist unverkennbar, dass die PW513 sich von vielen anderen Webcams unterscheidet.
So sind die Abmessungen und das Gewicht doch deutlich mehr, als man dies gewohnt ist. Dadurch wirkt die Streamer Cam aber keinesfalls klobig – sie macht eher einen hochwertigen Eindruck und vermittelt ein Gefühl von Professionalität. Auffällig ist dabei die große Optik auf der Front, als auch der sehr robuste Fuß, der fest montiert ist. Durch diesen lässt sich die PW513 in der Horizontalen, als auch in der Vertikalen justieren. Die Cam sitzt dabei bombenfest auf, wackelt und rutscht nicht und wirkt durchaus prominent auf dem Monitor.

Weiterhin verfügt die Cam über einen Privacy Shutter, wobei es sich um einen Bügel handelt, der umgelegt werden kann, um die Linse zu blockieren. Auch dieses wirkt satt und robust. Schön ist, dass die Position der PW513 dabei unverändert bleibt und es bei der Nutzung des Bügels nicht vor kommt, dass man die Kamera neu ausrichten muss. Wer mag, kann die Streamer Cam auch auf ein Stativ oder ein Tripod stellen. Ein entsprechendes Gewinde ist unterhalb des Fußes gegeben.

USB 3.0 als Notwendigkeit

Der weitere Lieferumgang ist dabei überschaubar. AVerMedia fügt ein USB 3.0 Typ C zu Typ A Kabel und eine Schnellanleitung anbei. Dabei ist das Kabel, in Form von USB 3.0 und ein entsprechender Port unabdingbar. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass die Streamer Cam mit USB 2.0 nicht funktioniert.

Angeschlossen wird die PW513 sofort erkannt und die Treiber von Windows installiert. Empfohlen ist ferner die Installation der AVerMedia CamEngine, um das volle Potential der Streamer Cam ausnutzen zu können.
In unserem Test nutzen wir dabei die Software Version 3.2.0.4 und die Firmware Version 0.0.8000.24.

Gewohntes Umfeld für Streamer

In unserem Test binden wir die AVerMedia PW513 in OBS ein. OBS hat sich unter Streamern als Lösung etabliert, um Aufnahmen, als auch Livestreams zu erstellen. Praktisch dabei ist, dass die AVerMedia CamEngine angesteuert wird, wenn die Kameraeinstellungen zugegriffen wird. Wer bisher OBS benutzt hat, wird sich schnell zurecht finden und seine gewohnte Arbeitsumgebung nutzen können.

Die Aufnahmequalität der PW513

Out of the box sieht das Bild in Ordnung aus – viel mehr aber nicht. Wer der Illusion aufsetzt, dass das Bild aufgrund des Preises der Cam in allen Lichtbedingungen eine gute Figur macht, wird enttäuscht. Gerade in der düsteren Jahreszeit ist eine externe Lichtquelle unabdingbar, um eine gute Videoqualität zu gewährleisten. Dies gilt für die Fotografie, als auch für Filmaufnahmen. Im Testsetup nutzen wir eine Lichtquelle von vorne, die verschiedene Farbtemperaturen wiedergeben kann. Je nach Räumlichkeiten sind ggf. mehrere Lichtquellen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erlangen.

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Was sofort ins Auge fällt, ist das große Sichtfeld von 94 Grad. Dessen sollte man sich durchaus bewusst sein, da dieses deutlich mehr vom Raum, in dem man sich befindet, darstellt. Bei einem Streamer, der den Raum, in dem gestreamt wird, entsprechend einrichtet, ist dies sicherlich gewünscht. Möchte man die Streaming Cam auch für Videokonferenzen im Home Office nutzen, könnte dieses aber als störend empfunden werden. Dabei muss gesagt werden, dass die PW513 sich klar als Streaming Cam positioniert und bewusst den Streamer anspricht, den wir unter anderem von der Plattform Twitch kennen.

CamEngine als multifunktionales Tool

Über das Tool CamEngine von AVerMedia bietet die PW513 zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten.
So lassen sich Helligkeit, Kontrast, Farbton, Sättigung und Schärfe regeln, im erweiterten Modus auch ein manueller Weißabgleich, Pan, Tilt, Exposure oder Gain feinjustieren.

Im Bereich der Filter ist vor allem das Glätten für einige Streamer sicher von Interesse. Dieses fungiert als eine Art Beauty Mode. Da sich ähnliche Filter auf Plattformen wie Instagram durchgesetzt haben, ist das Interesse daran gewiss gegeben. Wie weit der Regler dabei hoch gedreht wird, ist wohl Geschmackssache, da die Natürlichkeit bei zu hoher Einstellung durchaus leidet.

Die Effekte – Spielerei oder Mehrwert?

Die Effekte mögen für viele Anwender reine Spielerei sein. Doch ist durchaus denkbar, dass dies innerhalb des Streams integriert werden könnte und somit für manchen Streamer doch einen Mehrwert darstellt. Das Aktivieren per Kanalpunkte z. B. wäre eine einfache Möglichkeit mit der Community zu interagieren und für einige Lacher zu sorgen.

Ein spannendes Feature, wenn auch sicher sehr abhängig vom Anwendungsgebiet, ist die AI-Gesichtsverfolgung, bei der die Kamera eine Art Follow-Focus nachahmt. Im reinen Gaming, bei dem der Streamer zentral vor der Cam sitzt, ggf. nicht all zu praktisch, kann man sich durchaus vorstellen, dass bei einem Koch-Stream o.ä. etwas Interaktivität in den Stream kommt, wenn die Kamera dem Geschehen folgt.

Ferner bietet CamEngine die Möglichkeit eines x1 bis x4 Zooms, der aber rein digital ist und daher zu Qualitätsverlusten führt. Fairerweise muss man aber sagen, dass auch bei höheren Zoomstufen das Bild noch einen wirklich guten Eindruck macht. Die Möglichkeit das Bild mit und gegen den Uhrzeigersinn zu drehen, als auch zu horizontal, wie vertikal zu spiegeln, komplettiert zudem den Funktionsumfang.

Fazit zur AVerMedia Live Streamer Cam 513

Man muss festhalten, dass die AVerMedia Live Streamer Cam 513 definitiv nicht für Jedermann ist. Die PW513 möchte aber im Grunde auch nicht für Jedermann sein. Sie soll nicht die breite Masse ansprechen, sondern die Messlatte so hoch legen, dass sie eine Option für Enthusiasten darstellt. In dieser Zielgruppe geht es um Qualität und Ausstattung, nicht so sehr um den Preis. Und auf eben diesem Feld punktet AVerMedia mit der PW513. Richtig in Szene gesetzt macht die Streaming Cam eine herausragende Figur und punktet mit Detailreichtum, Farbwiedergabe und Aufnahmequalität. In Zeiten, in denen Streaming immer professionellere Züge annimmt, trifft sie definitiv den Zeitgeist und mausert sich zur Empfehlung für ambitionierte Content Creator.

AverMedia Live Streamer CAM 513

Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Tonqualität
Preis-Leistungsverhältnis

96/100

Ausgezeichnete Streaming Cam mit toller Bildqualität und vielen Funktionen für Enthusiasten.

AverMedia Live Streamer CAM 513 im Preisvergleich



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Christopher Clayton

Mein Name ist Chris, ich bin 36 Jahre alt, gebürtig aus Berlin nun aber schon seit mehreren Jahren in Düsseldorf wohnhaft. Fachlich komme ich aus dem Bereich der Medien und habe somit meine Leidenschaft für Technik und Multimedia zum Beruf gemacht.

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