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HyperX ProCast Test: Premium-Sound zum Premium-Preis

Nachdem Elgato mit dem hochwertigen Wave DX bereits ein XLR-Profi-Mikrofon an den Start gebracht hat, springt nun auch HyperX auf den Zug auf. Mit dem ProCast will man besonders hochwertiges XLR-Mikrofon mit Nierencharakteristik anbieten, das sich vor allem an Streamer und Content Creator richtet. Ob das gelungen ist, klärt unser HyperX ProCast Test.

Technische Daten

Element Goldbeschichteter, extern polarisierter Kondensator
Anbindung XLR (3-polig)
Impedanz 160 Ohm
Empfindlichkeit -38 ± 3 dBV (1 V/Pa bei 1 kHz)
Richtcharakteristik Kardioid
Frequenzbereich 20 Hz – 20.000 Hz
Abmessungen (Höhe x Durchmesser) 210 mm x 55 mm
Gewicht 376 Gramm (Mikrofon); 503 Gramm (Mikrofon + Popfilter + Spinne)
Preis € 259,00 *

HyperX ProCast Test: Design und Lieferumfang

  • Hochwertige, robuste Verarbeitung
  • Schickes, schlichtes Design
  • Überschaubarer Lieferumfang

Nach verschiedenen USB-Mikrofonen wie dem Quadcast (unser Test) und dem Quadcast S (unser Test), geht HyperX nun also ebenfalls mit einem XLR-Mikrofon an den Start. Hinsichtlich des Designs bleibt der Hersteller seiner Linie treu und setzt auch dieses Mal wieder auf dunkle Schwarztöne, ein silbernes Logo und rote Details.

So schick das Design auch ausfällt, umso überschaubarer ist der Lieferumfang. Neben dem Mikrofon selbst, befinden sich ein abnehmbarer Pop-Schutz aus Metall und ein abnehmbarer Shock-Mount, auch als Mikrofonspinne bekannt, im Lieferumfang. Abgerundet wird das Ganze durch eine Anleitung und den üblichen Papierkram.

Nicht enthalten sind demnach eine Halterung für Tisch oder ähnliches oder ein XLR-Kabel. Damit muss das HyperX-Mikrofon dieselbe Kritik über sich ergehen lassen, wie schon Elgato mit dem Wave DX. Wenigstens ein XLR-Kabel und eine Tischhalterung wären für den Preis zu erwarten gewesen. Immerhin gibt es eine hochwertige Mikrofonspinne dazu.

Am grundlegenden Design und der Verarbeitungsqualität gibt es hingegen nichts zu beanstanden. Das HyperX ProCast ist vollständig aus Metall gefertigt und bringt, ohne Zubehör, bereits satte 376 Gramm auf die Waage. Mit Shock Mount und Pop-Filter sind es dann sogar über 500 Gramm, was für Robustheit spricht.

Auf der Rückseite verfügt das Mikrofon über einen dualen Gewindeanschluss zur Verbindung mit Galgenarm und Mikrofonständer. Das Gewinde mit 3/8 Zoll und 5/8 Zoll bietet dabei eine breit gefächerte Konnektivität.

An der Unterseite findet ein 3-poliges XLR-Kabel Anschluss. Durch die sechseckigen Öffnungen im oberen Drittel lässt sich die vergoldete Großmembran-Kondensatorkapsel des Mikrofons erspähen. Mit einer Höhe von 209 mm und einem Durchmesser von 55 mm (ohne Spinne), gehört das ProCast zu den größeren Mikrofonen.

Im Gegensatz zum Elgato-Pendant, findet sich bei dem HyperX-Mikrofon zwei zusätzliche Schalter an der Rückseite, dazu gleich mehr.

Bedienung und Praxistest

  • Zwei Schalter für Feinjustierung des Klangs
  • Audio-Interface mit 48V-Phantomspeistung ist Pflicht
  • Kein Standfuß im Lieferumfang

Kommen wir zunächst zu den beiden Schaltern am Mikrofon. Der linke dient der passiven Dämpfungsvorrichtung und bietet die Möglichkeit, den Signalpegel um 10 dB zu verringern. Praktisch, wenn du beispielsweise laute Instrumente aufzeichnen willst, da so etwaigen Verzerrungen vorgebeugt wird.

Der rechte Schalter hingegen weist lediglich zwei Striche auf. Er ist für den 80-Hz-Hochpassfilter zuständig. Damit werden Ausgangspegel bei 80 Hz um drei Dezibel reduziert, was vor allem tieffrequente und dumpfe Geräusche etwas unterdrücken soll.

HyperX ProCast

So weit, so gut. Um das HyperX ProCast nun aber überhaupt nutzen können, benötigt es noch eine Reihe an Zubehör. Pflicht ist beispielsweise ein XLR-Kabel, das du für ein paar Euro bekommst. Aber auch ein entsprechendes Audio-Interface muss vorhanden sein, um das Mikrofon verwenden zu können.

Und hier bist du, im günstigsten Fall, mit weiteren rund 100 Euro dabei. Eine Tischhalterung oder ein Mikrofonarm werden ebenfalls noch benötigt. Das ist jetzt, im Bereich der XLR-Mikrofone, keineswegs ungewöhnlich. Solltest du aber bei der Anschaffung durchaus bedenken.

Damit ist das HyperX ProCast definitiv kein Schnäppchen. Auf der anderen Seite relativiert das den Preis des Elgato DX wieder, denn hier erhältst du das Mikrofon und das benötigte Audio-Interface für denselben Preis, den HyperX nur für das Mikro aufruft.

HyperX ProCast

Eine 48V-Phantomspeisung als externe Energiequelle ist beim HyperX-Gerät zudem Pflicht. Doch das beherrschen ohnehin die meisten Audio-Interfaces.

Aufnahmequalität des HyperX ProCast

  • Hervorragende, dynamische Stimmaufzeichnung
  • Hoher Frequenzgang, überzeugende Empfindlichkeit
  • Relativ anfällig für Unmgebungsgeräusche

Der vergleichsweise hohe Preis zeigt sich dann aber auch in den Spezifikationen des HyperX ProCast. Mit einem Frequenzgang von 20 Hz. bis 20.000 Hz reicht das XLR-Mikrofon sowohl weiter in den Bassbereich als auch in die Höhen als der Konkurrent aus dem Hause Elgato.

Hinzu kommt eine Impedanz von 160 Ohm, die deutlich unter den 600 Ohm des Wave DX liegt. Wirklich relevant ist dieser Unterschied aber höchstens in professionellen Tonstudios, die lange Kabel verwenden.

Beiden XLR-Mikrofonen gemein ist die Nieren-Richtcharakteristik, die sich entsprechend eher für Solo-Aufnahmen als für Gruppen-Podcasts oder ähnliches eignet. Gut zu erkennen ist durch die Metall-Ummantelung allerdings die schiere Größe der verbauten Membran, was in der Praxis für eine hohe Qualität der Aufnahmen sorgt und mehr Spielraum bietet, wenn du nicht direkt frontal in das Mikrofon sprichst (oder singst). Auch der beiliegende, ansteckbare Metall-Popschutz markiert eine gute Einstiegslösung, um Plosiv- und scharfe S-Laute abzumildern.

Klanglich machen die Aufnahmen des HyperX-Mikrofons jedenfalls eine Menge her und überzeugen durch einen hohen Dynamikumfang, eine klare Darstellung, sowie eine exzellente Lautstärke und Empfindlichkeit, die auch leises Flüstern gekonnt erfasst und sicher daher auch für ASMR-Aufzeichnungen recht gut eignet.

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Im direkten Vergleich mit Elgato empfinde ich die Klangcharakteristik des HyperX ProCast als etwas kühler, aber etwas detailreicher. Allerdings zeigt sich das HyperX-Modell anfälliger gegenüber Hintergrundgeräuschen wie dem Tippen auf der Tastatur, Verkehrslärm oder Lüftern. Hier leistet der 80-Hz-Hochpassfilter allerdings gute Dienste, diese zumindest größtenteils zu verbergen.

HyperX ProCast Test: Fazit

Das XLR-Mikrofon HyperX ProCast macht im Test eine ganze Menge richtig und punktet vor allem mit seiner robusten Bauweise, hochwertigen Verarbeitung und seinem wirklich überzeugenden, dynamischen Klang. Praktisch und löblich zudem, dass der Hersteller einen abnehmbaren Metall-Popschutz gleich mitliefert und, dass du Hochpassfilter und passive Dämpfung direkt am Mikrofon einstellen kannst.

Bei der Preisgestaltung ist offensichtlich, dass sich HyperX an beliebten Podcasting-Modellen wie dem Shure SM7B oder ähnlich hochwertigen Modellen orientiert hat, mit denen man aus klanglicher Sicht weitestgehend sehr gut mithalten kann.

Dennoch wiegt der vergleichsweise hohe Preis recht schwer, während ein Mikrofonständer und ein XLR-Kabel im Lieferumfang dem Mikrofon gut zu Gesicht gestanden hätten. Das ProCast richtet sich vor allem an semi-professionelle oder professionelle Anwenderinnen und Anwender und macht seinen Job in diesem Bereich sehr gut.

In Verbindung mit dem für die Nutzung notwendigen Zubehör definitiv alles andere als ein Schnäppchen, aber im direkten Vergleich zu einem USB-Mikrofon ist die Klangqualität eben auch um Längen besser. Was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht preisgünstigere Lösungen gibt, die ein ähnlich hohes Niveau erreichen.

Für Voice-Calls, Spiele-Chat und die meisten alltäglichen Anwendungsgebiete, ist das ProCast ein ganz klarer Overkill. Streamer oder Podcaster erhalten aber eine wirklich sehr gute Soundqualität, die allerdings nur in relativ ruhigen Umgebungen ihr volles Potenzial ausspielt.

HyperX ProCast Test: Silver Award

HyperX ProCast

Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

89/100

Hochwertiges und robustes XLR-Mikrofon, das definitiv im (semi-)professionellen Segment angesiedelt ist und dort klanglich überzeugen kann. Der Preis ist allerdings zu hoch angesiedelt.

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