PC- & Konsolen-Peripherie

Razer Seiren Emote im Test: Teurer Streaming-Spaß mit Punktabzug

Razer ist bekannt für seine leuchtend-blinkenden Peripherie-Geräte, die die Gamer-Umgebung zu einer echten Party-Location machen. So gewinnt man aber auch die Aufmerksamkeit der Zuschauer der Streamer. Bunte RGB-Beleuchtung macht sich nun mal echt gut dafür. Doch nun geht Razer einen Schritt weiter, indem sie das Streaming-Erlebnis interaktiver gestalten möchten und es mit einer ganz neuen Komponente versehen.

Vor etwa einem Monat stellte das Unternehmen deshalb das sogenannte Seiren Emote vor – ein neues Streaming-Mikrofon mit integriertem 8-Bit-Bildschirm. Über dieses kann der Streamer auf besondere Art und Weise mit seinen Zuschauern interagieren. Doch rechtfertigt dies auch seinen Preis von etwa 190 Euro? Im Test haben wir uns das Razer Mikrofon genauer anschaut.

Die Emote-Idee

Vom äußeren Look hat sich, im Vergleich zum herkömmlichen Seiren Mikrofon, nicht viel getan. Das Design des Mikrofons ist geblieben, ebenso der Standfuß. Ein Micro-USB-Anschluss sowie ein Klinkenstecker finden sich an der Unterseite des Gerätes. Das entsprechende USB-Kabel zur PC-Verbindung ist im Lieferumfang dabei. Lediglich die Höhe des Gerätes kann man nun je nach Belieben verändern. Es liegen eine gewöhnliche kleine Stange und ein biegbarer Schwanenhals dabei. Mit diesem ragt das Gerät besser ins Bild des Streamers.

Das ist wichtig, damit die Zuschauer das Herzstück des Seiren Emotes besser sehen können. Dabei handelt es sich um das eben angesprochene 8-Bit Emoticon LED-Display, das auf Razers Emote Engine basiert. Der kleine Bildschirm kann unterschiedliche Bildchen, auch Emoticons genannt, anzeigen. Sie können durch die Zuschauer im Stream ausgelöst werden, wenn jemand beispielsweise eine bestimmte Phrase im Chat schreibt, man neue Follower gewinnt oder Spenden bekommt.

Das Mikrofon mit Screen

Die Idee des Bildschirms ist witzig und mal was komplett Neues. Jedoch hat auch der 8-Bit-Screen seine Grenzen. Die Farbgenauigkeit ist nicht so gut, wie ich es erwartet hatte. Weiße Blöcke sehen ein wenig Rosa aus – gelbe Farben wirken grünlich. Ebenso hängt die Erkennbarkeit von der eigenen Webcam ab, und wie nah oder weit das Mikrofon von dieser entfernt steht. Die Bilder können nämlich manchmal etwas zu verschwommen und pixelig wirken.

Ebenso muss man bei eigenen Kreationen aufpassen, wie sie im 8-Bit-Stil aussehen. So kann man auch GIFs abspielen lassen, jedoch muss man diese vorher in einem Bearbeitungsprogramm auf das 8-Bit-Format herunterbrechen. Man muss sich mit dem Seiren Emote also wirklich auseinandersetzen, wenn man coole Sachen zeigen will.

Stream-Erfahrung mit App

Um die Fähigkeiten des Mikrofons voll auszuschöpfen, braucht man neben der Synapse 3 Software von Razer auch noch die „Streamer Companion App“. Hier muss das Chroma Connect Modul installiert werden – das Kontrollzentrum für alle Anwendungen mit der Chroma-Unterstützung sowie Drittanbieter-Hardware. Wie andere Razer-Geräte unterstützt auch das Emote das Hue Smart Light-System, sodass man seine ganze Gaming-Umgebung in buntes Licht tauchen kann. Zusätzlich zum Mikrofon können auch die neuen Kraken Kopfhörer in der Kitty Edition über die neue Anwendung gesteuert werden.

Bevor es dann aber so richtig losgehen kann, muss man die App noch mit einem Twitch– oder Streamlabs-Konto verknüpfen – je nach Streaming-Plattform eben, auf der man live gehen möchte. Streamlabs bringt dabei sowohl YouTube als auch Facebook unter einen Hut.

Man findet hier aber auch den Emoticon-Editor, mit dem man eigene Designs erstellen kann, und einen Reiter, in dem man die verschiedenen Ereignisse festlegen kann, bei denen die Bildchen angezeigt werden sollen. Nutzer können also auswählen, welche Emoticons auf Basis welcher Ereignisse getriggert werden. Im Twitch-Menü kann man beispielsweise festlegen, dass bei einer bestimmten Chat-Nachricht, die ein Zuschauer schreibt, ein festgelegtes Emoticon erscheint. Leider wird einem diese Funktion im Streamlabs-Menü nicht angezeigt. 

Meine Streaming-Erfahrung mit dem Seiren Emote sind leider recht schlecht. Da ich per YouTube live streamen wollte, entschied ich mich für die Streamlabs-Variante. Wie bereits erwähnt, gibt es hier keine Ereigniseinstellungen für Chat-Nachrichten, was ich ziemlich schade finde. Alle anderen verfügbaren Trigger hatte ich während meines Livestreams aktiviert, bekam jedoch keine Reaktion. Ich hatte unter anderem auch eingestellt, dass das Mikrofon bei neuen Abonnenten aufleuchtet und während des Streams meine Zuschauer gebeten, meinen Kanal zu Testzwecken erneut zu abonnieren – auch hier gab es keine Regung seitens des Mikrofons. Im Endeffekt hat das Seiren Emote während des YouTube Livestreams nicht reagiert und damit seinen Zweck verfehlt.

Abonnements-Einstellungen

Qualität des Mikrofons

Razers neustes Peripherie-Gerät verfügt über eine Richtcharakteristik vom Typ „Hyperkardioide“, das selbst die kleinsten Nuancen der Stimme erkennt und Hintergrundgeräusche weitestgehend ausblendet. Wie jedes Kondensatormikrofon ist das Emote jedoch immer noch empfindlich genug. Das Mikrofon wird vom Hersteller mit einem Frequenzgang von 100 Hz – 20 kHz angegeben, was bedeutet, dass extrem tiefe Stimmen kaum noch aufgenommen werden. 

Während meines Streams, in dem ich das Mikrofon mit meinen Zuschauern getestet habe, kam es jedoch zu Audioaussetzern und Stimmverzerrungen, die nicht beabsichtigt waren. Das hat mich, im Bezug auf die Qualität des Mikrofons, sehr verunsichert. Es muss aber auch nicht unbedingt am Mikrofon liegen. Im Vergleich zu seinem kleinen Bruder, dem Seiren X, bringt das Emote auch einige Verbesserungen mit sich. Es klingt kräftiger und hat außerdem einen integrierten Schockdämpfer. Hier hat Razer also nochmal ordentlich nachgelegt.

Fazit zum Seiren Emote

Nun, die eigentliche Frage ist ja, ob das Seiren Emote sein Geld wert ist. Nehmen wir an, man will einfach nur ein gutes Mikrofon für Podcasts oder ähnliches kaufen. Dafür ist zwar die Audioqualität des Mikrofons eigentlich sehr gut, aber 190 Euro sind trotzdem ein happiger Preis. Vor allem, da man bei einer Podcast-Aufnahme auch nicht von dem interaktiven Emoticon-Feature Gebrauch machen kann.

Wer Streamer ist und seine Livestreams ein bisschen aufpeppen möchte, für den ist das Seiren Emote sicherlich eine gute Wahl. Allerdings würde ich hier auf die Twitch-Verknüpfung zurückgreifen, da es mit YouTube nicht kompatibel zu sein scheint (Razer hat mir da etwas anderes versichert). Apropos nicht kompatibel: Das Seiren Emote funktioniert bisher nicht mit dem Mac, vielleicht schiebt Razer aber noch ein Update nach.

Technische Daten

Überblick

  • 8-Bit-Emoticon-LED-Display
  • Stream-Reaktive Emoticons
  • Hyperkardioiden-Kondensator-Mikrofon
  • Integrierter Schockdämpfer
  • Abnehmbarer Schwanenhals

Mikrofon

  • Stromversorgung / -verbrauch: 5 V / 500 mA
  • Abtastrate: min. 44,1 kHz / max. 48 kHz
  • Bitrate: 16 Bit
  • Kapseln: Kondensatorkapseln (Ø 25mm)
  • Richtcharakteristika: Hyperkardioide
  • Frequenzgang: 100 Hz – 20 kHz
  • Empfindlichkeit: 20 mV/Pa (bei 1 kHz)
  • Max. Schalldruck: 110 dB (THD < 1 % bei 1 kHz)

Kopfhörer-Verstärker

  • Impedanz: ≥ 16 Ω
  • Ausgangsleistung (RMS): 110 mW (bei 16 Ω)
  • THD: < 0,1 % bei 1 kHz)
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Rauschabstand: ≥ 100 dB

Display-RGB-LED

  • 8×8-RGB-LED-Matrix

Systemanforderungen

  • Windows 7, 8, 10

Plattform-Kompatibilität

  • Twitch
  • Streamlabs
  • XSplit
  • Mixer

Packungsinhalt

  • Razer Seiren Emote
  • Schwanenhals-Verlängerung
  • Tischständer
  • Micro-USB-auf-USB-Kabel
  • Wichtige Produktinformationen

Seiren Emote

Verarbeitung
Ausstattung
Software
Mikrofonqualität
Kompatibilität
Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Idee eines interaktiven Mikrofons mit Screen ist klasse. An der Umsetzung sollte Razer jedoch noch einmal stark nachbessern, damit man den bezahlten Preis nicht bereut.

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Vera Bauer

Ich bin 24 Jahre alt und wohne in der Nähe von Wolfsburg. Hier habe ich mich als Bloggerin und YouTuberin selbstständig gemacht. Technik begleitet mich durch meinen ganzen Alltag - studiert habe ich beispielsweise "Interactive Media Design", ein Studiengang, der Technik und Design miteinander verbindet. Auf meinem YouTube-Kanal nehme ich meine Zuschauer zu Techevents mit und stelle Geräte in kreativen Reviews vor :)

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Vera

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