PC- & Konsolen-Peripherie

Gaming-Headset im Test: Logitech G733

Logitech G hat seine breitgefächerte Gaming-Palette durch ein neues Headset erweitert. Das G733 verspricht nicht nur viel Komfort und einen tollen Klang. Darüber hinaus möchte der Hersteller mit einer bunten Farbauswahl punkten. So steht einem das Headset in den Farben Schwarz, Weiß, Blau und sogar Pink zur Wahl. Wir sind gespannt, ob das farbenfrohe Headset mit seinen beliebten Familienmitgliedern dem Logitech G933 und dem Logitech G935 mithalten kann. Das möchten wir im Rahmen unseres Tests überprüfen.

Ein günstiger Neuzugang

Wie bereits erwähnt gehören das Logitech G933 und das G935 zu den beliebtesten Headsets auf dem Markt. So überzeugen beide Headsets mit einem hohen Komfort, hoher Robustheit sowie einem umfangreichen Funktionskatalog. Doch sie boten zwei Negativ-Aspekte, die so Manchen sauer aufstoßen ließ. Neben einer streitbaren Optik musste man für die Headsets mit 229 Euro (Logitech G933) bzw. 189 Euro (Logitech G935) eine relativ hohe UVP verkraften. Mit dem G733 möchte der Hersteller nun einiges anders machen. Das bunte Headset soll einen ebenso hohen Komfort, großen Funktionsumfang und tollen Klang für eine günstigere UVP von 149 Euro bieten können.

Technische Daten

Verbindung Kabellose LIGHTSPEED Technologie
Batterielaufzeit Bis zu 29 Stunden
Kabellose Reichweite 20 m
Frequenzbereich 20 Hz – 20 kHz
Gewicht 278 g
Virtueller Surround Sound DTS Headphone:X 2.0
Mikrofon 6 mm und abnehmbar
Voice-Tuning Technologie: BLUE VO!CE
Anpassbare Beleuchtung Ja
Preis € 107,99 *

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich das kabellose G733 LIGHTSPEED RGB Gaming-Headset, das Wende-Kopfband (bereits angebracht), ein abnehmbares Mikrofon, der kabellose LIGHTSPEED Empfänger (USB-A) und das passende Ladekabel (USB-A auf USB-C).

Das Design

Neben dem Klang ist heutzutage auch das Design eines Headsets von großer Bedeutung. Schließlich leben wir in einer Zeit, in der jede noch so kleine Hardware-Komponente eine eigene RGB-Beleuchtung besitzt. Dementsprechend möchten wir zunächst einmal einen Blick auf die Äußerlichkeiten des Headsets werfen.

Mutiger Schritt ins Regenbogenland

Machen wir uns nichts vor: Im Grundsatz sehen alle Headsets nahezu identisch aus. Das muss nicht immer am grundsätzlichen Design liegen. Es ist vielmehr die geringe Farbauswahl, die dafür sorgt, dass nahezu jeder ein schwarzes Headset besitzt. Logitech möchte in diese bestehende Einöde etwas Farbe hereinbringen. Mit dem G733 gelingt dies dem Hersteller zweifelsohne. Hier hat man die Wahl zwischen vier unterschiedlichen Farben. Wer es klassisch mag, greift zur schwarzen oder weißen Version. Mutigere Gamer entscheiden sich für den freundlichen Blauton oder sogar das grelle Pink. Doch das war es auch fast schon, wenn man das G733 in puncto mutige Design-Entscheidungen unter die Lupe nimmt. Nimmt man die Tatsache der erweiterten Farbpalette nämlich raus aus der Betrachtung, handelt es sich um ein klassisches Logitech-Headset.

Verarbeitung weniger hochwertig als bei G933, G935

Wenn man das G733 zum ersten Mal in den Händen hält, fällt einem sofort das geringe Gewicht auf. Die gerade einmal 278 g sind wohl auf das leichte Plastik-Chassis zurückzuführen, welches den Großteil des Headsets ausmacht. Doch außer dem geringen Gewicht, bringt dieses nicht wirklich viele Vorteile mit. Im Gegensatz zu den höherpreisigen Familienmitgliedern wirkt das Headset nämlich leider etwas geringwertiger verarbeitet. Grund hierfür sind wohl die Bügel aus flexiblem Plastik. So wirklich überzeugen kann mich auch der extravagante Kopfbügel nicht. Zwar lässt er sich individuell einstellen und bietet einen angenehmen Tragekomfort, doch aus Design-Sicht finde ich ihn etwas fehl am Platz. Das ist aber wie so oft Geschmacksache. Alles in allem handelt es sich beim G733 um ein wirklich ansehnliches Headset.

Die Ohrpolster

Bei den Ohrpolstern muss man sich zunächst an etwas ungewöhnliche Winkel gewöhnen. Schließlich setzt Logitech beim G733 auf eine ovale Form. Leider lassen sich die Ohrpolster des Headsets nicht verdrehen. Damit ist das G733 nicht wirklich portabel. Doch das möchte es auch offensichtlich gar nicht sein. Es nimmt lieber seinen angestammten Platz auf dem dazugehörigen Headset-Ständer des PC-Setups ein. Was mir besonders gut gefällt, sind die Leuchtstreifen, die sich an der Unterseite der Ohrpolster befinden. Diese sind einzeln programmierbar – dazu aber später mehr. An der rechten Ohrmuschel verbaut Logitech verschiedene Bedienelemente. Neben dem Ein- und Ausschalter befinden sich hier auch der Lautstärkeregler sowie eine Stummtaste für das Mikrofon. Auch das Mikrofon selbst befindet sich an der rechten Ohrmuschel. Darüber hinaus ist dort der USB-C Anschluss für das Aufladen des Headsets zu finden.

Ein bisschen Gaming, ein bisschen Modeaccessoire

Das Logitech G733 ist ein hübsches Stück Technik. Doch leider kann es mich nicht vollumfänglich in puncto Design überzeugen. Es wird deutlich, dass Logitech versucht hat, das Headset sowohl für Gamer als auch für Freunde modernen und ausgefallenen Designs zu gestalten. Doch leider kann der Hersteller hier wieder in der einen noch in der anderen Hinsicht voll überzeugen. So sieht es weder aus wie ein Headset für Core-Gamer, noch kommt es besonders stylisch daher. Doch wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei nur um eine subjektive Sicht. Nun möchten wir einmal sehen, was das Headset in den wirklich wichtigen Punkten wie Komfort, Features und Leistung so zu bieten hat.

Der Komfort

Damit man auch mal längere Gaming-Sessions durchspielen kann, ist der Komfort eines Gaming-Headsets sehr wichtig. Hier möchte das Logitech G733 allen voran durch sein stark beworbenes elastisches Kopfband überzeugen können. bereits andere Hersteller haben klassische Bügel durch ein derartiges Band ersetzt. So besitzen auch das Renga von Roccat sowie die Arctis-Serie aus dem Hause SteelSeries entsprechende Kopfbänder. Diese Bänder sollen für einen maßgeschneiderten Sitz des Headsets sorgen. Das funktioniert bei den beiden Konkurrenten auch erstaunlich gut. Beim G733 ist es jedoch gar nicht so einfach gewesen für einen optimalen Sitz zu sorgen.

Probleme bereitete mir die Tatsache, dass Logitech beim G733 anders als die Konkurrenz keinen verstellbaren Klettverschluss bietet. Stattdessen setzt der Hersteller auf zwei unterschiedliche Stifte auf jeder Seite. Hier kann das Kopfband festgestellt werden. Eine maßgeschneiderte Anpassung ist damit nicht möglich. Schließlich kann die Größe nicht stufenlos eingestellt werden. Hier hätte Logitech meines Erachtens nach einen anderen, einfacheren Weg wählen sollen. Bei mir persönlich war die eine Größe zu eng und die andere wiederum zu lose. Dennoch saß das Headset einigermaßen fest auf meinem Kopf. Nur der Komfort ließ etwas zu wünschen übrig. Je nach dem für welche Länge des Kopfbands man sich entscheidet, muss man auch die Höhe der Ohrpolster anpassen. Diese lassen sich auf und ab verschieben. Dies funktionierte wiederum tadellos.

Die Ohrpolster selbst sind indes durchaus bequem. Dies liegt vor allem an dem sehr angenehmen Memory Foam aus dem die Ohrpolster gefertigt wurden. Für mich als Brillenträger ist es bei manchen Headsets ein Problem, es lange tragen zu können. Früher oder später drückt die Brille unangenehm. Beim G733 hatte ich dieses Gefühl zu keiner Zeit. Ich konnte es stundenlang tragen, ohne irgendwelche unangenehmen Schmerzen zu haben. Allerdings haben die Kopfhörer meine Ohren nicht komplett umschlossen. Für mich als jemanden, der passive Geräuschunterdrückung durchaus mag, war dies etwas enttäuschend.

Die Soundqualität

In der Königsdisziplin liefert Logitech ab. Mit dem Logitech G733 bekommt Ihr einen überaus kräftigen Sound, der in vielerlei Hinsicht überzeugt. Egal, ob ihr das Headset beim Gaming nutzt oder einfach nur Musik lauscht – der Klang ist wirklich toll. Beim Headset stehen euch verschiedene Klang-Optionen zur Wahl. Für das Hören von Musik solltet ihr euch für einen passenden Stereo-Sound entscheiden. Mithilfe des optionalen Surround-Sounds erhaltet ihr vor allem in aufregenden Multiplayer-Schlachten einen entscheidenden Vorteil. Hier liefert DTS Headphone:X 2.0 ein überaus beeindruckendes Ergebnis. Die voreingestellten Modi klingen bereits sehr gut. Doch die Software bietet Klangexperten die Möglichkeit, sich einen ganz individuellen Klang zusammenzustellen.

Selbstverständlich kann das G733 nicht mit hochpreisigen Konkurrenten mithalten, die über 200 Euro kosten. Das wird aber nur beim genaueren Hinhören so wirklich deutlich. So verschwimmt die Klangbühne des Headsets ein wenig, wenn man bei höheren Lautstärken genauer hinhört. Dennoch liefert es in actiongeladenen Momenten beeindruckende Tiefen. Bei Doom wämmerten die Bässe in meinen Ohren. Was mir in diversen Spielen besonderes positiv auffiel, war die Gegnerortung. Der Surround-Sound des Headsets ist dahingehend wirklich beeindruckend. Doch auch die Mischung zwischen den unterschiedlichen Szenen war sehr gut abgestimmt. Egal, ob ruhiger Dialog oder aufregender Schlagabtausch. Das Headset bot jederzeit einen sehr neutralen Klang und bildete jeden Moment sehr gut ab. Hier kann man nur auf höchstem Niveau meckern. Qualitätsunterschiede konnte ich indes zwischen den einzelnen Wiedergabemedien nicht feststellen. Das Logitech G733 ist für PC, Mac und PS4 geeignet. Auf allen drei Systemen klangen die Kopfhörer gleich gut.

Logitech hat leider auch bei Konzeption des Mikrofons Kompromisse gemacht. Die Aufnahmequalität ist leider nicht sehr gut und einem 150-Euro-Headset unwürdig. Zwar kann man mit BLUE VO!CE noch einige Einstellungen vornehmen, um den Sound zu optimieren, allerdings ist hierfür sehr viel Geduld notwendig, damit auch ein gutes Ergebnis raus kommt. Sonderlich überzeugt bin ich von dem Mikrofon daher nicht. Doch hört euch selber eine unbearbeitete Aufnahme ohne BLUE VO!CE an:

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Die Features

Mithilfe der hauseigenen Logitech G Hub-Software kann man persönliche Einstellungen am G733 vornehmen. So kann man beispielsweise zwischen den unterschiedlichen Sound-Modi hin und her schalten. Darüber hinaus lassen sich bei einem Equalizer ganz persönliche Raffinessen des Klangs bearbeiten. Dadurch kann man die Kopfhörer maßgeschneidert an jedes Spiel-Genre anpassen. Mittels Erstellung einzelner Profile kann man dann problemlos jederzeit den passenden Sound bereitstellen. Doch in der Software lässt sich nicht nur der Klang bearbeiten. Darüber hinaus kann man die RGB-Beleuchtung des Headsets anpassen.

Die Beleuchtung kann sich durchaus sehen lassen. Was mir besonderes gut gefällt, ist die Tatsache, dass Logitech sich auch in Sachen RGB von der Konkurrenz absetzt. Schließlich verbaut der Hersteller die Leuchtstreifen nicht an den Seiten des Headsets. Stattdessen finden sie an der Vorderseite des Headsets Platz. Am PC kann man die Beleuchtung über die G Hub-Software auch ausschalten, wenn man sie nicht nutzen möchte.

Der Akku des G733 soll laut Angaben von Hersteller Logitech bis zu 29 Stunden durchhalten können. Diese Angabe entspricht aber nur dann der Realität, wenn man die RGB-Beleuchtung des Headsets ausschaltet.

Fazit

Logitech hat beim G733 vieles richtig gemacht. Man merkt sofort, dass das Unternehmen in aller erster Linie Wert auf das Design des Headsets gelegt hat. Damit legt das G733 in Sachen Aussehen im Vergleich zu seinen Familienmitgliedern G933 und G935 eine ordentliche Schippe drauf. Dafür sorgt nicht zuletzt die umfangreiche Farbplatte, die Hersteller Logitech beim Neuzugang anbietet. Doch leider geht das tolle Design auch auf Kosten einiger weniger Punkte. So ist das G733 in den Bereichen Sound- und Aufnahmequalität ein wenig hinter seinen Vorgänger-Geräten. Beim Klang setzt das G733 keine neuen Maßstäbe und ist leider zu wenig neutral und zu sehr auf Bass getrimmt. Wer darauf steht, kann das Headset jedoch in vollen Zügen genießen – auf PC, Mac sowie PlayStation 4.

Logitech G733

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

79/100

Mit dem G733 erhält man ein Headset, welches in aller erster Linie mit seinem ansprechenden Design punkten kann. Hier hat Logitech Mut bewiesen! Sound- und Aufnahmequalität sind jedoch eines 150-Euro-Headsets unwürdig.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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